Tag 2 des Internet-Experiments.

Weil das Internet jetzt so richtig funzt, bin ich rein aus Prinzip jetzt erstmal nur noch online. Da wird gesurft, gedownloadet, gechattet, gebloggt und geskypet, bis das Modem glüht. Natürlich kann kein normaler Mensch so lange surfen: Was soll man sich denn nach 3 Stunden noch ansehen? Die üblichen Seiten sind lange abgegrast, die eMails kommen auch nicht minütlich (und wenn, dann nur in der Spam-Variante), und downloaden muß ich ja grad eh nichts. Hilft natürlich nichts, weil das Internet hier ja nun nicht brachliegen darf: Ich will ja meine Dankbarkeit (wem gegenüber auch immer) ausdrücken. Da trifft es sich schon sehr gut, daß man auf Frickeltechs Paniklabor-Seite via Webcam zusehen kann, wie er sein Mittagsgemüse direkt aus dem Topf verputzt und auf Anfrage auch die Sojasaucen-Kanister (!) vorführt. Nebenher können Kollege Haslecker und ich jetzt völlig kostenfrei über Skype telefonieren, auch wenn das im Moment sehr blöd aussieht mit dem trotteligen Mikrophon, das da noch herumlag.

Apropos Haslecker: Wir haben heute auch wieder brav an der Geschichte arbeitet, an der wir gerade sitzen. Weil ich ein Verschwiegenheitskläuschen untermalt habe, darf ich von den Details gar nichts erzählen, aber natürlich wird euch Großartiges erwarten. Morgen mittag geht's auch schon weiter, und bis Ende Jänner wollen wir die Story zumindest in exposéartiger Formschönheit dem fleißigen Produzenten in München präsentieren können, der übrigens auch den ganzen Tag lang im ICQ zu finden ist (inklusive Sonn- und Feiertage).

Es erklingen gerade die Jazz-Noir-Klänge von Bohren & Der Club Of Gore, die den Tag perfekt abschließen. Wer Bohren & Der Club usw. nicht kennt, stellt sich einfach mal vor, Sigur Ròs würden eine Vinylsingle herausbringen, die mit 45 Umdrehungen gespielt werden muß, aber hier mit 33 auf dem Plattenteller liegt. Mit anderen Worten: Die Burschen bewegen sich fast nicht mehr. Und weil die lang hallenden E-Pianos, die fernen Atmoklänge, das schleppende Tempo und das ferne Saxophon nächtlicher und einsamer klingen als die Helsinki-Episode aus NIGHT ON EARTH, ist das Artwork des Albums BLACK EARTH auch konsequent in Schwarz gehalten: Schwarze Buchstaben auf schwarzem Hintergrund. Diese CD knipst von alleine das Licht aus. Gute Nacht.

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Christian Genzel

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