Stoppt die Maschinen, right now!

Uncategorized / 21. Juli 2005

Es tritt ein: Der schwarze Cop, der seine Mannen ermahnt, daß bei der Detroiter Polizei gefälligst nicht gestreikt wird, und mit harter Stimme und ernster Miene befiehlt er dem Bullen-Haufen, ihren Job zu tun. „Ein guter Chef, der seine Mitarbeiter zu motivieren weiß,“ spricht Ef. „Für die Rolle hätten sie auch Urs Baumann nehmen können“.

Kein Filmabend ohne Baumann-Joke. Aber das wirklich Sensationelle, neben ROBOCOP und dem dritten Teil von LEXX: THE DARK ZONE (was ist Rutger Hauer abgestürzt!), war Efs Fund im Internet: Da hat ein Bastler, dem das Lüftergeräusch seines PCs schon immer zu laut war, eine Art Aquarium gebaut und den Rechner in Speiseöl getaucht. Besagtes Öl leitet ja bekanntlich nicht, und so ist seine Kiste jetzt völlig geräuscharm. Wir haben dann gegrübelt, wie man in so einen Rechner CD-ROMs einlegt (eventuell könnte man das Laufwerk isolieren oder ein externes verwenden) oder USB-Geräte ansteckt – man mag ja nicht immer ins Öl greifen. Offenbar hat der Versuch die anderen Nerds aber angeregt, und jetzt diskutieren sie im relevanten Forum darüber, welches Öl denn am besten geeignet ist. Biskin?

Gestern mal wieder FLATLINERS geschaut – das ist der Film, wo Jack Bauer mit seinen Kumpels toter Mann spielt, um das Jenseits zu erforschen. Die toppen sich gegenseitig mit der Dauer des Todeszustandes, bis Jack dann sagt: „Anything under 4 minutes right now would be redundant.“ Schnaps! Beim Wiederbeleben seiner Kollegen sagt er dann auch einmal: „It’s the only way. It’s our last chance“, und beim Reanimieren schreit er auch einmal beim Kloppen auf die Brust: „I’ll bring him back!“. Der Verdacht erhärtet sich also, daß in 24 schlichtweg die Quintessenz aller Kiefer-Rollen zu sehen ist. Dagegen spricht freilich TAKING LIVES, in dem Kiefer kein einziges Mal „now“ oder „only“ sagt, aber in den 2,7 Sekunden, die er zu sehen ist, hat er dafür wohl auch gar keine Zeit gehabt.

Heute durfte ich endlich einmal diesen Satz anbringen, den ich so oft sagen wollte, und zwar nicht erst, seit ich THE PAPER gesehen habe. „Ich muß noch einen Artikel schreiben, um 4 ist Redaktionsschluß.“ Mit diesen Worten beim Chinamann aufzustehen hat durchaus etwas Filmreifes, auch wenn ich nicht zur SN fahren mußte und in deren Druckerei „Stoppt die Maschinen“ brüllen konnte. Dafür habe ich 20 Minuten am Telefon mit meinem Chefred jedes Wort des Artikels besprochen, weil eine Handvoll Wörter wegen des Layouts herausgekürzt werden mußten. O-Ton Chefredaktion: „Aufgrund deiner Herkunft arbeitest du natürlich sehr genau.“ Samstag kann man dann in der SN böse Worte zu Pressemitteilungen lesen.

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Christian Genzel
Christian Genzel
Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr, und den 2017 für den Shocking Short Award nominierten CINEMA DELL' OSCURITÀ. Derzeit arbeitet er an einer Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm. Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für Film & TV Kamera, Celluloid, GMX, den All-Music Guide, 35 Millimeter, Neon Zombie und Salzburger Nachrichten. Er hält Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".





1 Comment

on 22. July 2005

Deine Faszination für Kiefer respektive Jack Bauer könnte, wenn du so weiter machst in einer Alkoholvergiftung enden und zwar bald!!



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