[Musiknews] Nachruf: David Reilly (1971-2005)

Uncategorized / 17. Oktober 2005

Traurige Nachrichten so früh am Morgen: David Reilly, eine Hälfte der Band God Lives Underwater, ist gestern früh gestorben, „due to complications from longstanding stomach problems“. Eine Nachricht seines Plattenlabels findet sich hier.

Reilly hatte eigentlich seine schwierigste Zeit schon wieder hinter sich. Irgendwann nach dem Album LIFE IN THE SO-CALLED SPACE AGE (1998) hat er sich mit zuviel Drogen selber ins Aus befördert und kaputtgemacht. In den letzten paar Jahren war er auf dem Weg der Besserung: Eine Solo-EP bereitete den Weg für ein neues Soloalbum, das jetzt nie entstehen wird. Die Songs zu UPOFFTHEFLOOR, die schon 2001 veröffentlicht werden sollten, gingen damals mit ihrem Label 1500 Records unter und wurden erst 2004 von einem kleinen Label namens Locomotive Records veröffentlicht. Auf diesem immens guten Album, das mich seit Weihnachten 2004 begleitet (und mich immer an Hasis FAUSTRECHT erinnert, weil ich es zu dem Zeitpunkt rauf und runter gehört habe), geht Reilly so hart und ehrlich mit sich ins Gericht, daß es fast wehtut: „Disappointment’s all I know and all I do, but I say I won’t“, singt er an einer Stelle, „I’m to blame for all of the things that went wrong“ an einer anderen. Das zieht sich durch alle Tracks, und am Schluß weiß man, daß hier jemand mit sich selber ringt und erfolglos probiert, sich und sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Bei der verspäteten Veröffentlichung des Albums wirkte Reilly aufgeräumt und hoffnungsvoll.

Sehr schade.

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Christian Genzel
Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr, und den 2017 für den Shocking Short Award nominierten CINEMA DELL' OSCURITÀ. Derzeit arbeitet er an einer Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm. Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für Film & TV Kamera, Celluloid, GMX, den All-Music Guide, 35 Millimeter, Neon Zombie und Salzburger Nachrichten. Er hält Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".





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