Secret Sphere: Scent of Human Desire (2003)

Uncategorized / 29. Mai 2003

Auch in Italien mag man Helloween 

Mit ihrem dritten Album SCENT OF HUMAN DESIRE schaffen es Secret Sphere nur bedingt, sich eigenständig zu präsentieren.

Lieber Freund,

erinnerst du dich, wie oft ich mich beklagt habe, daß die Zeiten, wo Michael Kiske noch bei Helloween war, endgültig vorbei sind? Nun, ich habe jetzt herausgefunden, daß sich die originale Band in Italien reformiert hat, und zwar unter dem Namen Secret Sphere. Kiske heisst jetzt Ramon, aber ansonsten klingt das genauso wie in den guten alten Zeiten.

Naja, vielleicht sind es doch nicht wirklich Helloween, aber ohne Plattencover wüßte ich das nicht wirklich. Vermutlich sind diese Italiener hier einfach nur die größten Helloween-Fans aller Zeiten – nicht umsonst haben die vor zwei Jahren für ein Tribute-Album „How Many Tears“ gecovert.

Hier und da versuchen sie ja auch, ihr Spektrum etwas zu erweitern. Da taucht eine weibliche Stimme auf (auf „More Than Simple Emotions“), und irgendwie sind manche Songs etwas Retro-Prog-lastiger, mit längeren Instrumentalteilen und technisch perfekten Soli. Alles ist recht dramatisch angelegt – das liegt unter anderem an den Keyboards, die die Stücke sehr episch erscheinen lassen.

Also, wenn du Helloween damals genauso mochtest wie ich, gefallen dir Secret Sphere ganz sicher. SCENT OF HUMAN DESIRE ist zwar nicht ungemein originell, aber dafür handwerklich sauber und ohne Ausfälle – und das originell-verspielte „Life Part 2“ allein macht das Album hörenswert.
Liebe Grüße,

dein
Elvin Atombender


Dieser Text wurde geschrieben für Fritz!/Salzburger Nachrichten.

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Christian Genzel
Christian Genzel
Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr, und den 2017 für den Shocking Short Award nominierten CINEMA DELL' OSCURITÀ. Derzeit arbeitet er an einer Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm. Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für Film & TV Kamera, Celluloid, GMX, den All-Music Guide, 35 Millimeter, Neon Zombie und Salzburger Nachrichten. Er hält Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".





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