Der Kampf!

Uncategorized / 1. Februar 2007

Beim gestrigen philosophischen Stammtisch wurde hieß diskutiert: Der Affe oder der Roboter? Otto Neumaier, seines Zeichens führender Ästhetiker an einem Institut, dessen Anzahl von Ästhetikern geradezu kapazitätsfüllend scheint, denkt, der Roboter würde auf jeden Fall gewinnen, weil er evolutionär höhergestellt ist als der Affe – und weil der Roboter vom Menschen geschaffen wurde, der ebenfalls auf einer höheren Stufe als der Affe steht (diese Interpretation läßt freilich die Tatsache außen vor, daß der Affe ja quasi sinnbildlich für den unterdrückten Menschen steht). Schwarz, seines Zeichens humanistischer Songwriter auf der Seite der Schwachen, glaubt dagegen, daß der Affe gewinnen wird, weil sich die Natur immer gegen die Technik durchsetzt.

Dabei entsteht natürlich die Frage, wer bei dem Duell Schwarz gegen Otto gewinnen wird. Otto ist mit seinen akademischen Weihen freilich universitär gesehen im schweren Vorteil, aber dafür weiß Schwarz, wo sein Instrument ist. Laßt die Spiele beginnen!

Derweil sorgte die Nachricht, daß ich gestern 1½ Seiten an meiner Diss. weitergeschrieben habe, so sehr für Aufregung, daß ich heute beinahe gezwungen bin, diese Tätigkeit weiterzuverfolgen. Der Kaffee ist gerade fertig, das Dokument schon geöffnet, der Finger ansatzbereit auf der Tastatur. Wir werden berichten. Schönen Tag einstweilen.

—————–
4 8 15 16 23 42






Christian Genzel
Christian Genzel
Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr, und den 2017 für den Shocking Short Award nominierten CINEMA DELL' OSCURITÀ. Derzeit arbeitet er an einer Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm. Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für Film & TV Kamera, Celluloid, GMX, den All-Music Guide, 35 Millimeter, Neon Zombie und Salzburger Nachrichten. Er hält Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".





You might also like



5 Comments

on 1. February 2007

immer noch der affe. und ich bin für eine koalition der witzigen mit otto.

on 2. February 2007

Jetzt könnte man natürlich sofort das Argument bringen, dass die Evolution es für den Menschen auch nicht eingeplant hat fliegen zu können, aber hier setzt sich die Technik gegen die Natur schon durch: Schließlich nehmen wir modernen Menschen die Konvienienz eines Flugzeuges gerne in Anspruch, wenn es um die Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten – die ja auch ästhetisch sind und uns so erscheinen lassen – oder es darum geht Zeit zu sparen. Und außerdem haben wir modernen Menschen schon sehr viele inhärente Fähigkeiten des Urmenschen – der dem Affen ja geähnelt haben soll – eingebüßt: wie würden wir heute ohne die technischen Errungenschaften der Zivilisation (Strom, Automobil, Telefon) zurechtkommen im Falle des Falles?
Der technische Fortschritt befähigt uns mit immer mehr technischen und digitalen Medien zu leben und uns mit ihnen zu arrangieren, oder uns über sie zu definieren (zB Trendgerät iPod)oder davon graduell abhängig zu sein. Wie lange dauert es aber, bis wir ein Kribbeln in den Fingern verspüren und uns einen PC mit Internetzugang suchen um unsere E-Mails abzurufen? Wer von uns könnte einen Monat ohne Computer auskommen? Wir sind bereits zu einem gewissen Grad abhängig von dieser künstlichen Intelligenz (wie doppeldeutig scheint da plötzlich das Master/Slave-Prinzip auf dem der PC basiert). Genau aus diesem Grund siegt mM der Roboter.

…allerdings bin ich weder geistes- noch naturwissenschaftlich versiert genug, um hier eine „philosophenstammtischwürdige“ Meinung vertreten zu können *gg*

on 20. March 2007

entschuldigt bitte, dass ich hier so reinplatze. ich besuche diese seite schon seit monaten und frage mich, ob ich wohl einen link zu wilsons dachboden in meinen blog setzen darf. überlegts euch, ich komme wieder. der blog ist „rakete rinnzekete“ (http://glitzerbello.blogspot.com/index.html)

on 27. March 2007

Dear Bronski –
(gab es da nicht einmal eine Gruppe, sich sich ~ Beat nannten?)

Klar, darfst gerne verlinken. Ich freue mich über Besucher!

on 2. April 2007

das mit dem beat höre ich öfter. eigentlich ist aber der bronski in lubitschs „sein oder nichtsein“ (einer meiner ‚top ten filme aller zeiten‘) mein patenonkel.
danke nochmal für die interessante lektüre!



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.