Das ist heute wieder einer dieser Tage, an denen man lieber gar nicht aufgestanden wäre.

Bis 10 lief alles gut: Ganz früh aufgestanden, das Master für die Live-CD von Betty's Apartment fertiggestellt (da mußten noch die Track-Indices gesetzt werden), zusammen mit dem SCHLAFLOS-Soundtrack-Master eingetütet und per Express (immerhin über 8 Öcken!) nach Innsbruck geschickt.

Dann Meldung vom Presswerk: Die per Internet bereitgestellten Artwork-Daten für die SCHLAFLOS-CD haben das falsche Farb-Format (RGB, nicht CMYK). Die ebenso bereitgestellten EPS-Daten können erst gar nicht heruntergeladen werden. Nachricht an den Grafiker: Die sagen, das ist RGB? Antwort vom Grafiker: Nein, die Teile sind definitiv CMYK. "They are wrong." Unterstrichen und mit vielen Ausrufezeichen versehen. Was macht man in so einem Fall? Die beiden Kontrahenten im Deathmatch aufeinanderhetzen? Also, Grafiker macht nochmal neue PDFs, lädt alles hoch, erklärt, daß man die EPS-Files eh nicht braucht, wenn man die PDFs hat.

Nachricht der Druckerei: Da ist ein Tippfehler auf dem Cover.

Bettelnachricht an den Designer, doch bitte noch ein letztes Mal zu korrigieren und erneut hochzuladen. Besagter Designer, ein Bekannter von mir namens Julian Morey, der in London als Grafiker arbeitet, dürfte mittlerweile mit Schaum vor dem Mund an einer mir verblüffend ähnelnden Voodoo-Puppe basteln. Aber er hat die Korrektur anstandslos nachgereicht. Jetzt warten wir darauf, was das Presswerk zu den neuen PDFs sagt - sonst fangen wir einfach wieder von vorne an.

Als wäre das nicht Aufregung genug für einen Tag, flattert mir die Rechnung von Austro Mechana ins Haus: €325,25 Lizenzgebühren für die Songs von Herrn Schwarz und Herrn Tröbinger soll ich berappen. Ich komme mir vor wie im ersten Otto-Film: "Die 25 Cent können Sie jetzt schon haben." Mal überlegen - Banküberfall? Nicht gut, das ist ja heute alles nicht mehr im Tresor lagernd, sondern als digitale Zahl im Computer. Autoschiebereien? Auch nicht gut, mangels finsterem Dealer, der mir hinterher auch Kohle für den geklauten Schlitten gibt. Die gute Botschaft: Die Live-CD von Betty's Apartment kostet uns keine Lizenzgebühren, weil Schwarz an der Herstellung beteiligt ist. Die schlechte: Weil die Grafikerin für dieses Album toter Maikäfer spielt, wird die CD eh nicht zur Premiere fertig.

Mike von der SN hat mir gerade eröffnet, daß er die Deftones-CD, die er mir versprochen hatte, irgendwem anders gegeben hat. Na super. Das ist jetzt das zweite Mal, daß jemand anders die Teile kriegt. Also, ich schreibe ja total gerne Reviews über Gratis-CDs und kassiere dann exorbitante €6 für meine Schreibereien, aber schön wäre es natürlich, wenn ich von den Alben, die ich mir wünsche, auch einmal etwas kriegen würde. Und meine Vereinbarungen nicht einfach vergessen werden. Ich bin halt so ein Idealist: Wie schön wäre die Welt doch, wenn ...

Es ist erst zehn vor zwei - der Tag kann noch viel bringen. Ich mag aber nicht mehr. Ich geh jetzt wieder ins Bett und steh erst morgen wieder auf.

Now playing - Killswitch Engage: ALIVE OR JUST BREATHING
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Christian Genzel

Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr. Derzeit entwickelt er seinen zweiten Spielfilm BROT UND SPIELE, eine Komödie mit Thomas Limpinsel, Götz Otto und Steffen Wink über alte Kindsköpfe und noch ältere Computerspiele.

Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für GMX und den All-Music Guide. Außerdem hält er Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".

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