Die Couch, mal wieder!

Uncategorized / 19. August 2005

Was für ein schräger Filmabend das doch gestern mal wieder war. Nicht nur Ef saß auf meiner Couch, sondern auch Dome und dessen stiller Bruder Aane (wofür auch immer das stehen mag). Bei soviel Psychologie im Raum kann einem ja nur das Gehirn verbogen werden.

Das fing an mit einem Italo-Blödsinn: DAS VERRÜCKTE POLIZEIREVIER, mit den üblichen Verdächtigen – Edwige Fenech, Alvaro Vitali, Gianfranco D’Angelo. Und dieser weißhaarige Kerl mit der dicken Brille. Im Kino lief der Streifen seinerzeit als POLITESS IM SITTENSTRESS – und es ist geradezu unglaublich, daß solche Filme damals im Kino rannten und auch noch Geld eingespielt haben! Jedenfalls war das Werk selbst für uns Schrott-gestählte Cineasten ein fürchterliches Geplänkel, immer dumm, aber leider nicht albern genug, um witzig zu sein. Irgendwo war ein guter Witz drin, Alvaro Vitali hat wie gehabt blöd in die Kamera gegluckst (auch daraus könnte man ein Schnaps-Spiel machen), und Fenech hat sich irgendwo (oder vielleicht auch mehrmals) ausgezogen. Puh-ha, was für ein Spaß. Ef gab ab irgendeinem Zeitpunkt immer nur noch ein „schlaaaaaab“ von sich, was auf deutsch „schlapp“ heißt und Mißfallen andeutet. Aber hey, aufgeben ist feige, und wenn wir ausgemacht hätten, hätten wir nicht diese Depperlprügelei um Edwige gesehen, wo einer der Knallchargen nachfragt: „Bumsen oder Niederlage?“

Nach 80 Minuten Qual haben wir uns dann noch THE HITCHER gegönnt, der selbstverständlich sehr gut angekommen ist. Ef hat den ganzen Film über argumentiert, daß Rutger Hauer eigentlich der Gute ist (man könnte ihm mangelndes Gespür für kausale Zusammenhänge vorwerfen), während Dome in einer psychologisch exakten Analyse der Rutger-Figur „unausgelebte Machtbedürfnisse“ attestierte. Und dann ist da immer noch dieses schnaubende Lachen von Ef an den unpassendsten Stellen – zum Beispiel, wenn Rutger erzählt, wie er jemandem die Füße abgeschnitten hat. Filmschauen mit Ef, das ist wie Urlaub von der Realität.

Da THE HITCHER übrigens voll brutaler Polizeieinsätze ist, schlug Ef vor, den Film Helli ans Herz zu legen. „Das gefällt ihm sicher gut.“

—————–
4 8 15 16 23 42






Christian Genzel
Christian Genzel
Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr, und den 2017 für den Shocking Short Award nominierten CINEMA DELL' OSCURITÀ. Derzeit arbeitet er an einer Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm. Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für Film & TV Kamera, Celluloid, GMX, den All-Music Guide, 35 Millimeter, Neon Zombie und Salzburger Nachrichten. Er hält Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".





2 Comments

on 19. August 2005

HITCHER – Der Highwaydoktor
oder
HITCHER – der Datekiller
?????????

p.s: hab mich verpflichtet meine freischichten einzuarbeiten, heisst also aus treffen und bier wird nix – but i’ll be back!

on 20. August 2005

Der halt, in dem Will Smith per Anhalter durch die Gegend fährt und Paare zusammenbringt, indem er Leute umbringt.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.