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Corey Haims letzte Filme

Corey Haims letzter Film, DECISIONS, erscheint offenbar Mitte April in Amerika auf DVD. Wenn man sich den Trailer so ansieht, wünscht man sich sehr, daß seine Hinterlassenschaft ein aufregenderer Streifen wäre – vielleicht ist diese Mischung aus Jugenddrama und Gangsterfilm ja gar nicht schlecht, aber der Trailer sieht nach billig produziertem B-Movie aus.

Dieses Jahr kommt auch noch AMERICAN SUNSET, den Haim davor abgedreht hatte. Ganz offenbar genauso ein preiswertes B-Movie, aber wenigstens sieht der Trailer ganz spannend aus:

Mittlerweile sind auch Informationen über diverse Projekte aufgetaucht, die Haim als nächstes angegangen wäre – er mag zwar nicht in der A-Liga gespielt haben, aber er hatte offenbar zumindest ein beständiges Maß an Angeboten. Interessant sind dabei zwei Projekte, bei denen er nicht nur gespielt, sondern auch Regie geführt hätte – darunter ein Drama über einen Alkoholiker, das dem Klang nach vielleicht hätte zeigen können, daß er ernsthafte Rollen hätte stemmen können.

Ich finde Haims frühzeitigen Tod immer noch sehr traurig, weil ich den Jungen auch in seinen schlechten Filmen immer sehenswert und sympathisch fand und ihm gewünscht hätte, daß er wieder Fuß fassen kann. Im Netz kann man alle möglichen erschreckenden Informationen über sein Leben und seinen tragischen Absturz lesen: Mit 14 oder 15 sexuell mißbraucht (von einem nie genannten 40-jährigen Mann); mit 16 beim Dreh der LOST BOYS ersten Kontakt zu Drogen; fünfzehn Reha-Besuche seit Ende der Achtziger. In Interviews hat er erzählt, daß er irgendwann in den Neunzigern über 140 Kilo gewogen habe; obwohl er von den harten Drogen weggekommen ist, blieb er immer medikamentenabhängig: Eine Zeitlang nahm er Beruhigungstabletten, weil er so ein nervöses Wrack war, und gab an, irgendwann täglich bis zu 85 Stück (!) davon zu sich genommen zu haben. Wie so viele Kinderstars ist Corey ganz früh in Hollywoods bösartigen Strudel gekommen, aber anders als sein Freund Corey Feldman oder beispielsweise Drew Barrymore hat er sich leider nie wieder fangen können.

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Christian Genzel
Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, erschien 2011. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr, und den 2017 für den Shocking Short Award nominierten CINEMA DELL' OSCURITÀ. Derzeit arbeitet er an einer Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm und produziert Bonusmaterial für Film-Neuveröffentlichungen. Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, u.a. für die Salzburger Nachrichten, Film & TV Kamera, Ray, Celluloid, GMX, Neon Zombie und den All-Music Guide. Er leitet die Film-Podcasts Lichtspielplatz, Talking Pictures und Pixelkino und hält Vorträge zu verschiedenen Filmthemen.

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