Von Zeit zu Zeit packt mich ja der Rappel, und dann puste ich eine Schicht Staub von meinem stets in Bereitschaft schlummernden C64 und klemme mich hinter ein Spiel, das ich noch von früher kenne. Der Staub mag jetzt fälschlicherweise zeigen, daß ich den alten Brotkasten fast nie anwerfe, aber irgendwie scheint er sich bei mir immer schon nach zwei Wochen wieder exakt dorthin zurückzulagern, wo ich ihn zuletzt weggewischt habe.

Weil heute wieder der Rappel kam - wahrscheinlich inspiriert von längeren Gesprächen mit dem ehrenwerten Ef und unserem gemeinsamen Ansehen von diversen C64-Videos im Netz (da haben Profis Videos daraus gemacht, wie sie bestimmte Spiele durchspielen!) - habe ich mich an THE GOONIES gesetzt, das aus dem Jahre 1985 stammt und natürlich zum gleichnamigen Film gehört. Seinerzeit, als mir meine Eltern das Spiel schenkten, hat mir der Film nichts gesagt, aber hinter das Spiel habe ich mich ausgiebig geklemmt. Vielleicht war es nicht das allererste C64-Spiel, das ich als Original hatte, aber es muß eines der ersten gewesen sein.

So sieht das Cover-Artwork aus:



Im Spiel selbst sieht's freilich nicht ganz so spektakulär aus:


Viel Muße, sich über das Gepixel aufzuregen, bleibt einem aber gar nicht, weil das Spiel hammerschwer ist. Ich erinnere mich, daß ich seinerzeit monatelang davorgesessen bin, bis ich alle Levels geknackt hatte. Man steuert in jedem Level zwei der Goonies, und muß immer im Teamwork irgendwelche Puzzles lösen. Einer muss einen Hebel betätigen, damit der andere durch eine Tür kann, derweil der erste schnell wieder weg muß, weil ihn sonst eine Fledermaus killt, derweil irgendein Wahnsinniger auf die beiden schießt, und so weiter und so fort.

Ich bin überraschend schnell wieder ins Spiel reingekommen und sogar bis in Level 5 (glaube ich) gekommen, bis ich dann abgeschlappt bin. Auf MobyGames lese ich nun, daß wenig Leute das Spiel je durchgespielt haben. Pah! Anfänger! Als ich das Ding durchgespielt habe, gab es noch nicht mal Internet! Da hat man noch mit Wählscheibe telefoniert! Da war Ray Parker Jr. noch in!

Jedenfalls werde ich mich nochmal dahinterklemmen, um das gute Ding nochmal durchzuzocken und zufrieden ins Regal stellen zu können. Wär ja gelacht.

Danach habe ich übrigens noch DYNAMITE DÜX ausprobiert, das ich vor einigen Jahren einmal zum Sparpreis bei eBay ersteigert und aber offenbar nie angespielt habe. Das ist so ein DOUBLE-DRAGON-Verschnitt, in dem man eine Ente durch die Gegend steuert und gegen irgendwelche anderen Viecher kämpft. So richtig from the socks bin ich nicht, aber vielleicht liegt's auch daran, daß ich eigentlich gerade die GOONIES spielen mag.

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Christian Genzel

Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr. Derzeit entwickelt er seinen zweiten Spielfilm BROT UND SPIELE, eine Komödie mit Thomas Limpinsel, Götz Otto und Steffen Wink über alte Kindsköpfe und noch ältere Computerspiele, und dreht eine Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm.

Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für GMX, den All-Music Guide, das 35-Millimeter-Filmmagazin und Film & TV Kameramann. Außerdem hält er Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".

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