Nachdem ich in letzter Zeit einige Gene-Wilder-Filme wieder angesehen (und ja hier auch über den einen oder anderen berichtet) habe und gestern seine Autobiographie KISS ME LIKE A STRANGER im Briefkasten lag, ist heute eine gute Gelegenheit, ein Interview mit ihm anzusehen. Im obigen, knapp halbstündigen YouTube-Clip sitzt er bei InnerVIEWS und spricht mit Ernie Manouse über seine Karriere, seine Bücher, seine Zusammenarbeit mit Mel Brooks und über die schwierige Zeit, in der seine Frau Gilda Radner an Krebs erkrankte und dann starb.

Wilder, der bei dem Interview ungefähr Mitte Siebzig ist, wirkt wunderbar entspannt und antwortet mit sanfter Stimme sehr überlegt und mit großer Bescheidenheit auf die Fragen des Interviewers. Hier und da blitzt sein beiläufiger Humor durch (als er nach Mel Brooks gefragt wird, wie es wohl schon zum tausendsten Mal vorkommt, lächelt er und sagt: "Funny you should ask"), aber größtenteils wirkt er nachdenklich und gleichzeitig glücklich mit seinem Leben. Wie auch in anderen Interviews ist es bemerkenswert, wie genau er den Fragen zuhört und wie er einen offenen und fast persönlich wirkenden Blickkontakt zum Interviewer hält.

Der schönste Moment aber kommt zum Schluß. "I didn't believe in fate, either. I always felt you make your own life and then call it fate", sagt er, nachdem er über Radner geredet hat und erzählt, wie glücklich er mit seiner jetzigen Frau Karen Boyer ist. "With Karen, I do believe in fate", fügt er hinzu, und die Tränen schießen ihm in die Augen - und mir selbst gleich mit.

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Christian Genzel

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