Schon wieder ist einer der ganz Großen gestorben. Auch wenn in den letzten Jahren vielleicht niemand mehr so wirklich gewußt hat, daß Roy Scheider einer der ganz Großen war. Für mich hat der Mann schon immer in den Heldenpantheon gehört, mit seinen kantigen Rollen in THE FRENCH CONNECTION und natürlich DER WEISSE HAI, die Scheider mit soviel Leben ausgefüllt hat. Mein Lieblingsfilm mit ihm war SORCERER, zu deutsch ATEMLOS VOR ANGST, einer Tour de Force, in der Scheider geschwitzt und gekämpft hat wie kein zweiter. Aber er war auch in 2010, in DAS UNSICHTBARE AUGE, in DAS RUSSLAND-HAUS, in NAKED LUNCH, in DER MARATHON-MANN, und er hat zwei Oscarnominierungen erhalten - wen interessiert es da, daß er die letzten Jahre hauptsächlich in eher müdem Rip-off-Unsinn wie DAYBREAK oder CON TRAIN zu sehen war? Der Mann hat Filmgeschichte mitgeschrieben, und ich hatte mir immer gewünscht, ihn vielleicht in einem meiner Filme besetzen zu können. Jetzt ist Roy Scheider im Alter von 75 Jahren an Krebs gestorben. Heute abend wird einer seiner Filme geschaut.

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Christian Genzel

Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr. Derzeit entwickelt er seinen zweiten Spielfilm BROT UND SPIELE, eine Komödie mit Thomas Limpinsel, Götz Otto und Steffen Wink über alte Kindsköpfe und noch ältere Computerspiele.

Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für GMX und den All-Music Guide. Außerdem hält er Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".

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