Juli 2016

"Wie fühlt sich das eigentlich an, wenn man alles vergißt?", will die kleine Tilda von ihrem Großvater Amandus wissen. Der alte Mann ist verwirrt, sucht oft nach Namen und Worten, vergißt, daß seine Frau schon tot ist. Er überlegt kurz, um ein passendes Bild zu finden. "So wie ... Honig im Kopf", meint er. "So ... verklebt."

Til Schweiger versucht sich mit HONIG IM KOPF an einer schwierigen Balance: Ein Wohlfühlfilm über eine Alzheimererkrankung soll es sein, eine herzerwärmende Geschichte voller Humor und dezenter Tragik über die Beziehung eines elfjährigen Mädchens zu ihrem immer dementer werdenden Großvater. Um gleich vorwegzugreifen: Das Resultat ist ein packendes und doch frustrierendes Filmerlebnis.

Es gibt ja Menschen (so wie mich), denen muß man einen Film mit dem deutschen Titel DAS TURBOGEILE FERIENCAMP gar nicht groß ans Herz legen: Achtziger-Komödie, Feriencamp, betreut von SCREWBALLS-Produzent Maurice Smith, her damit. Aber es gibt ja auch Leute mit gutem Geschmack, die da eventuell nicht gleich anspringen. Ob die an ODDBALLS (so der Originaltitel, um die Verwandschaft mit SCREWBALLS zu verdeutlichen) interessiert wären, kann man schnell prüfen: Wenn da ein zugekokster Aerobic-Lehrer im Village-People-Look mit Herzattacke zu Boden fällt und der lallende Campleiter die Kinder fragt: "Would somebody call me an ambulance?" – wäre es dann lustig, wenn die Kinder unisono "You're an ambulance!" zurückrufen?

Im neuen Lichtspielplatz-Podcast wird's unheimlich: Wir begeben uns mit SAW-Regisseur James Wan auf die Spuren des Enfield-Poltergeists und reden über seinen neuen Kinofilm CONJURING 2. Dabei sprechen wir - einfach, weil wir es können - auch über den ersten Teil von CONJURING und das Spin-Off ANNABELLE, reden über Machart und Techniken, über wahre Hintergründe und richtige Parapsychologen. Nebenbei streifen wir THE AMITYVILLE HORROR, IT FOLLOWS, DAS GRAUEN, YOU'RE NEXT, POLTERGEIST, SPEED und einige weitere Filme ...

Viel Spaß!



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Man kommt kaum umhin, den Themenkomplex von Bill Oscos Gesamtwerk als uramerikanisch zu bezeichnen. Pornofilme, Sex-Musicals, Outlaws, Serienkiller, Monster, Cheerleader, Stand-Up-Komiker, explodierende Toiletten, furzende Zwerge, wüste Provokationen: Wenn irgendwo von den Zwängen des guten Geschmacks befreit Geld zu machen war, war Produzent Osco flugs gestiefelt und gespornt. Und man muß es ihm lassen: Nicht jeder würde so stolz seinen Namen einsetzen, um ein Spektakel wie CAT FIGHT WRESTLING zu präsentieren.

Im Gespräch mit ihm offenbarte Actionstar Charles Bronson seine Liebe zu Orchideen, Nicolas Cage zitierte Rainer Werner Fassbinder und Sean Penn sinnierte über den Philosophen Søren Kirkegaard und die "kreative Langeweile": Tom Kummer hatte in den Neunzigern die spannendsten und verblüffendsten Interviews mit den großen Stars. Er zeigte sie ganz persönlich und menschlich, führte interessante Konversationen statt phrasenbehafteter PR-Plappereien. Der Haken? Die Interviews waren komplett erfunden.