September 2015
Billy Wilders Tragikomödie DAS APPARTEMENT (mittlerweile als DAS APARTMENT geschrieben) ist einer der bittersten heiteren Filme der Filmgeschichte. Es ist brillant, wie Wilder und sein Co-Autor I.A.L. Diamond mit sanftem Witz und viel Menschlichkeit eine ganz traurige Geschichte über die Einsamkeit erzählen. Wer die Story nicht kennt: Der Büroangestellte C.C. Baxter verleiht stundenweise sein Apartment an Vorgesetzte, die einen ruhigen Platz für ihre außerehelichen Affären suchen. Das bringt ihm bald eine Beförderung ein - aber dann unternimmt eine Gespielin seines Chefs, an der er selber interessiert ist, in seiner Wohnung einen Selbstmordversuch mit Schlaftabletten.

Beim erneuten Ansehen fiel mir auf, wie Regisseur Wilder und Kameramann Joseph LaShelle immer wieder mit ähnlichen Einstellungen arbeiten, die Hauptfigur Baxter in eine Menge setzen und ihn dann isolieren. Die Bilder treten quasi in Paaren auf, von denen eins als Echo des anderen fungiert.


Im folgenden Gastbeitrag entpuppt sich der tapfere Don Arrigone als versierter Abenteurer, der sich den großen unerfüllten Aufgaben seiner Kindheit stellt: Wo ihm seinerzeit das Dark-Fantasy-Adventure SHADOWGATE verwehrt blieb, kann er sich heute dem 2014 erschienenen Remake stellen. Lieber Don, was hast du uns von Burg Shadowgate zu berichten?


Als Kind habe ich das 1987 erschienene SHADOWGATE leider nicht gespielt – ich erinnere mich allerdings an die Rezensionen, die das Spiel für seine düstere, unheimliche Atmosphäre lobten. Und die betonten, auf wie viele Arten und Weisen man in diesem Spiel sterben konnte. Selbst in der NES-Version gab es noch detaillierte, sardonische Beschreibungen grausamer Tode – sehr ungewöhnlich für eine klassische Familienkonsole. Verständlicherweise wollte ich das Teil unbedingt, ebenso verständlicherweise habe ich es damals altersbedingt nicht bekommen. Nachdem 2014, Kickstarter sei Dank, die ursprünglichen Entwickler David Marsh und Karl Roelofs ein Remake veröffentlichten, war es nun auch endlich für mich Zeit, mich in die Burg Shadowgate zu wagen – und dort unzählige Male dem Sensenmann ins Auge zu blicken.

Das Ehepaar Khalid und Salama leidet unter dem Verlust des Kindes, das im Alter von nur wenigen Monaten starb. Auf Anraten einer Therapeutin ziehen die beiden aus New York zurück in ihre Heimat Abu Dabhi, wo Khalid ein aussichtsreiches Arbeitsangebot annehmen kann. Salama findet dort aber keine Ruhe: In dem Hochhaus, in das sie einziehen, gehen merkwürdige Dinge vor sich – unter anderem hört Salama wiederholt Kindergeschrei aus den Lüftungsschächten. Vielleicht haben die Vorgänge etwas mit der Legende zu tun, die Salamas Mutter ihr immer erzählte: In dem Dorf, wo jetzt das Hochhaus steht, zog einst der Djinn Um Al Duwais, eine Art Dämon der islamischen Mythologie, auf der Suche nach ihrem Kind umher. Das war halb Mensch, halb Djinn, und wurde in ein fernes Land geschickt, wo es elternlos aufwuchs, ohne etwas von seiner dämonischen Seite zu wissen …

Es ist lange her, daß man von Tobe Hooper einen neuen Spielfilm sah: Sein letzter Kinofilm MORTUARY liegt mittlerweile zehn Jahre zurück, danach kamen nur noch zwei Episoden für die TV-Anthologie MASTERS OF HORROR in den Jahren 2005 und 2006. Hooper verfolgte Projekte, die nicht zustande kamen, darunter die King-Verfilmung FROM A BUICK 8, und schrieb einen Roman namens MIDNIGHT MOVIE, der 2011 herauskam. Im selben Jahr drehte er auch einen neuen Film: DJINN – DES TEUFELS BRUT, den ersten Horrorfilm, der von und in den Vereinigten Arabischen Emiraten gedreht wurde. Aber die Veröffentlichung des Films verzögerte sich, Gerüchte über Probleme wurden laut, und jetzt wurde der Film ganz unzeremoniell bei uns auf einer notdürftigst ausgestatteten BluRay veröffentlicht, während er in Amerika noch gar nicht zu sehen war.