April 2015

Fangen wir doch gleich mal mit dem Fazit an: Wer hätte gedacht, daß ein Film über Fesselsex so langweilig sein kann? Man möchte doch meinen, daß es in einem Erotikdrama über einen kontrollsüchtigen Mann und seine junge Studentin, die er in die Freuden der BDSM-Spiele einführen möchte, zumindest irgendwie prickeln würde - daß da zumindest die Lust am Fetisch und der Reiz des Verbotenen zünden, ganz unabhängig davon, wie banal oder blöd die Story ausfallen würde. Aber FIFTY SHADES OF GREY, die biedere Verfilmung des ersten Bandes einer Bestsellertrilogie, versprüht nur stocksteife Leere.

Ich habe vor kurzem für GMX einen Artikel über den "neuen Austro-Pop" geschrieben - über die plötzliche Popularität österreichischer Bands wie Wanda und Bilderbuch, die auch im deutschsprachigen Ausland einige Erfolge feiern können. Ich habe dafür mit Michael Ternai vom MICA (Music Information Center Austria) telefoniert, um diesem neuen Austro-Sound auf den Grund zu gehen. Unten findet ihr das komplette Interview, meinen dazugehörigen Artikel findet ihr hier bei web.de.



Glaubst du, daß es so etwas wie den "neuen Austro-Pop" tatsächlich gibt, oder ist das etwas, das wir vom Feuilleton uns so ein bisschen herbeiwünschen?

Nun, das ist eigentlich ein Begriff aus den Achtziger Jahren, der einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Interpretation der deutschsprachigen Popmusik abgebildet hat – der klassische Austro-Pop: Ambros, Fendrich und so. "Neuer Austro-Pop", nun ja … es gibt eine Band, die heißt Blonder Engel, die haben gerade vor zwei Wochen ein neues deutschsprachiges Album herausgebracht. Die haben gesagt: Wir machen Pop im österreichischen Dialekt, also machen wir Austro-Pop. Also, man kann das so oder so sehen. Sagen wir's so: Es ist Popmusik aus Österreich. Das ist der Überbegriff, unter dem jetzt alles abläuft.

Eigentlich sollte man meinen, daß Schmerz und Geld hauptsächlich dann miteinander verbunden sind, wenn es um Adam-Sandler-Filme geht. SCHMERZENSGELD widerlegt diese Annahme: Da findet das glück- und erfolglose, hoch verschuldete Ehepaar Alice (Juno Temple) und John (Michael Angarano) einen magischen Teekessel, der Geld produziert, sobald sich die beiden wehtun. Es dauert nicht lange, bis sich die beiden mit Wonne verprügeln und anderweitig Schmerzen zufügen, um sich ein schickes Haus und ein sorgenfreies Leben leisten zu können. Allerdings sind nicht nur andere Menschen ebenfalls hinter dem Teekessel her, sondern die Methoden der beiden werden auch immer drastischer ...

Zeit für ein kurzes Filmgespräch! Welches Z-Movie haben der unerschütterliche Don Arrigone und ich diesmal geschaut?

Don Arrigone: NABONGA, DER RIESENAFFE - der Film ohne Riesenaffe.

Christian Genzel: Und dieser normal große Affe hieß auch nicht Nabonga, sondern Samson.

DA: Nabonga war ein Fluß, der im Film vorkam. Der Streifen war eine extreme Belastung, muß ich anmerken.

In den seligen Videotheken-Achtzigern herrschte ein unglaublicher Optimismus bei Produzenten und Verleihern: Es gab einfach nichts, das man nicht zum Regalerfolg zurechtbiegen konnte. Was macht man als Produzent, wenn man ein paar Ski-Szenen zu einer lahmen Wettbewerbsstory verknüpft hat und das Ganze an den Mann bringen will? Ganz einfach: Man heuert Playmate Shannon Tweed an und baut obendrein einen Wet-T-Shirt-Wettkampf in den Film ein. Und was macht man als deutscher Verleiher, wenn das Vergnügen ungefähr so lustig ist wie der Textteil des Filmplakats? Noch einfacher: Man synchronisiert das Ganze so schnodderig, daß irgendwie doch noch eine Komödie draus wird.

Im Gespräch mit dem videothekenfilmgestählten Gastautor Don Arrigone nähere ich mich der VHS-Gulliglanznummer TWICE UNDER, den wir kürzlich gemeinsam goutiert haben.

TWICE UNDER erzählt die Geschichte eines Vietnamveteranen, der in der Kanalisation einer Stadt sein Unwesen treibt – und gegen einen anderen Vietnamveteranen antritt, der als Chef der Kanalreinigung arbeitet. Unser Mörder war nämlich einst Mitglied einer Untergrund-Einheit namens "Tunnelratten", die vom Kanalchef geleitet wurde. Letzterer ließ unseren Traumatisierten bei einem Sprengstoffeinsatz zurück und dachte, der Mann sei damals ums Leben gekommen – und so entsteht nach einigen namenlosen Opfern ein Kleinkrieg zwischen gutem und bösem Veteran; für ersteren springt nach dessen (vermeintlichem) Tod der Sohnemann ein.

Genzel: Ich finde das ja sehr nett, daß es in einem Film wie TWICE UNDER genau zwei Modelle gibt, wie Vietnamveteranen in die Gesellschaft zurückkehren: Als Kanalarbeiter oder als Psychopathen.

Don Arrigone: Das Motiv ist meines Erachtens nicht neu. Der Hauptcharakter aus DER EXTERMINATOR ist ja braver Arbeiter und Psychopath.

Genzel: Aber ist er dort tatsächlich Psychopath?

Was war es doch für eine Sensation, als Andreas Prochaska 2006 den Horrorfilm IN 3 TAGEN BIST DU TOT ins Kino brachte: Nicht nur, daß es sich wahrscheinlich um Österreichs ersten Slasher-Streifen handelte - nein, ganz generell war das österreichische Kino all die Jahre über nie mit allzu aufregenden Filmen gesegnet gewesen. Die Zeiten, in denen hierzulande mit expressionistischem Horror wie ORLACS HÄNDE oder aufwendigen Monumentalepen wie SODOM UND GOMORRHA Filmgeschichte geschrieben wurde, waren lange vorbei - danach kamen hauptsächlich Heimatfilme, Kunstexperimente und jahrzehntelange Tristesse. Ausnahmen standen auf verlorenem Einzelkämpferposten.

Nicht, daß die Tristesse nicht auch Teil von IN 3 TAGEN BIST DU TOT wäre: Das Schwermütige dringt auch in diesen Film ein, der seinen Plot hauptsächlich aus internationalen Horrorerfolgen plünderte und ins Salzkammergut verlegte. Die Bilder sind in dreckigen Farben gehalten, die Stimmung bleibt trüb, das Tempo getragen. Selbst eine Maturafeier sieht hier nach grindigem Partykeller aus und nicht nach attraktivem Freudenfest. Es ist das Erbe der österreichischen Sozialstudien, das hier trotz geschmeidiger Kameraarbeit noch durchscheint: Statt schöner Hollywood-Models kämpfen sich hier völlig normal aussehende Laiendarsteller durch die Handlung, statt internationalem Flair herrscht ganz provinzielle Verankerung inklusive Dialekt.

Der folgende News-Bericht von mir hätte heute auf einer großen Nachrichtenseite erscheinen sollen, aber die Chefredaktion hat sich leider in letzter Sekunde doch dagegen entschieden. Es wurde mir aber genehmigt, den Artikel hier auf meinem Blog zu veröffentlichen.




Die Star-Wars-Pläne bis 2040

Disney-Chef Bob Iger gibt bei einer Pressekonferenz die weiteren Pläne für den KRIEG DER STERNE bekannt: Ein unglaublich ambitioniertes Unterfangen, das STAR WARS mit modernster Technik und vielen weiteren Filmen in die Zukunft tragen wird.


In den letzten Monaten zeichneten sich umfassende Pläne für STAR WARS ab: Abgesehen von einer neuen Trilogie sind auch schon wie bei den X-MEN diverse Spin-Off-Filme in der Mache, die die Abenteuer von Nebenfiguren erzählen. Nebenbei sollen über zwanzig neue Bücher erscheinen, die die Geschehnisse zwischen DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER und dem siebten Film erzählen, der Ende 2015 in die Kinos kommt und von den Fans sehnsüchtig erwartet wird.

Bei einer gestrigen Pressekonferenz gab Disney-CEO Bob Iger jetzt die vielleicht ambitioniertesten Vorhaben bekannt, die ein Studio je zu einer Filmreihe hegte. "Die bereits bekannten Titel bis 2019 sind erst der zarte Anfang", tönte Iger gleich zu Beginn seiner Rede. Geplant seien zunächst ab 2020 drei weitere Trilogien, die die STAR-WARS-Geschichte wesentlich weiter in die Zukunft tragen sollen.