Oktober 2014

Auf dem Schweizer TV-Sender 3+ lief am 13. und am 20. Oktober der Reality-Zweiteiler SUPERVUJO, in dem der Fußballer Vujo Gavric - bekannt aus der Kuppelshow BACHELOR - Wein, Weib und Gesang frönt. Für die News von GMX.ch habe ich zu beiden Sendungen einen Nachbericht geschrieben:

"Im Discofieber zeigt sich die Sendung ganz auf Augenhöhe mit dem Ex-Bachelor: Die Kamera schaut gerne gezielt auf die Oberweiten der tanzenden Frauen. Vujo lacht sich zwei Mädels an, von denen eine so aufgetakelt ist, dass sie womöglich mit einem ganz anderen Filmdreh gerechnet hat. Weil sie Chanelle heisst und den Spitznamen Coco trägt, fragt Vujo sie, wie sie beim Sex am liebsten genannt werden will. 'Man kann mit ihm über alles reden', schwärmt die dunkelhaarige Freundin später im Interview."

Weiterlesen auf GMX

"Die Damen spielen freilich auch im zweiten Teil von "Supervujo" eine wichtige Rolle, aber das nicht nur in Bezug auf Vujos eigenes Liebesleben: Er avanciert diesmal zum 'Love Coach', um einen hilflosen jungen Mann an der Hand - oder einem anderen Körperteil - durch die furchteinflössende Welt der Rendezvous zu führen. Der hoffnungsfrohe Kandidat heisst Christian, ist gelernter Bäcker und hat Vujos Hilfe offenbar schon so sehnlich erwartet, dass er beim Kennenlernen bereits ein Ansteckmikro trägt."

Weiterlesen auf GMX

(Die Links gehen über einen Proxy, weil die Seite gmx.ch nur von der Schweiz aus direkt aufrufbar ist.)

Was kriegt man, wenn man SAW mit BURIED kreuzt? Gar keine so schlechte Horrorfilmprämisse: Nach einer ausufernden Party spielt ein Wahnsinniger ein perfides Spiel mit dem Mädchen Brie - er hat sechs ihrer Freunde mitsamt ihren Handys in Kisten eingebuddelt, und sie muß nun im Wettlauf gegen die Zeit herausfinden, wo sich die einzelnen Gräber befinden. Und was kriegt man, wenn man diese Geschichte dann ohne Geld und ohne brauchbares Skript verfilmt? Laßt mal, es war eine rhetorische Frage.

Mit der Zeit wird offenbar jede Geschichte zu ihrem eigenen Genre. So wie DER GROSSE FRUST einen steten Strom an ähnlichen Stories inspirierte, in denen Freunde von einst auf ihr bisheriges Leben zurückblicken, ist WALL STREET mittlerweile auch schon eine eigene Schublade: die Geschichte vom aufstrebenden, brillanten jungen Mann, der mit Ausblick auf immensen Reichtum in die Glitzerwelt eines knallharten Geschäfts hineingezogen wird, bis er erfährt, was der wahre Preis für dieses vermeintlich paradiesische Leben ist. RUNNER RUNNER erzählt diese Story vor dem Hintergrund einer Online-Poker-Firma.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wo mein Faible für psychologische Spannung auf engstem Raum angefangen hat. Vielleicht war es Wolfgang Petersens klaustrophobisches Kriegsdrama DAS BOOT, das ich als Kind wegen meiner Faszination für U-Boote gesehen habe; ganz sicher spielte Carl Schenkels 4-Menschen-im-Fahrstuhl-Thriller ABWÄRTS eine große Rolle, den ich in jungen Jahren unzählige Male angeschaut habe. Ich mag es, unterschiedliche Figuren in einer begrenzten Lokalität aufeinanderprallen zu sehen - in einem Raum, den sie nicht verlassen können, und der vielleicht sogar Lebensgefahr bedeutet. Es fasziniert mich, wie in diesen Situationen die Alltäglichkeit abgestreift wird und die Figuren ihre Geheimnisse und wahren Gesichter offenbaren, und gleichzeitig finde ich es spannend, wie Filmemacher mit solch beschränkten Mitteln inszenatorisch umgehen - ob es nun der bühnenhafte Beratungsraum der 12 GESCHWORENEN ist, das verbarrikadierte Haus in DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN oder das Apartment in COCKTAIL FÜR EINE LEICHE.

Auch Robert Kirbysons Low-Budget-Thriller U-BAHN - NÄCHSTER HALT: TERROR (im Original einfach RED LINE) bugsiert sein kleines Ensemble in kürzester Zeit in einen abgeschlossenen Raum, in dem sie bis zum Filmende bleiben werden: In einer U-Bahn in Los Angeles wird ein Bombenanschlag verübt, und ein paar überlebende Passagiere sind nun in dem verschütteten Tunnel gefangen. Während sie einen Ausweg suchen, finden sie eine zweite Bombe - und der Verdacht keimt auf, daß der Terrorist vielleicht als Selbstmordattentäter noch unter ihnen sein könnte ...