August 2014

Unglaublich, wie sich INKOGNITO abplagt, um zu seiner eigentlichen Geschichte zu kommen: Ein 29jähriger Börsenmakler namens Andrew Morenski geht als Schüler verkleidet auf die Highschool seines jungen Cousins. Das macht er, weil er in zwielichtige Geschäfte mit der Mafia verwickelt war und nun von Killern gejagt wird, die sicherstellen wollen, daß er bei einem anstehenden Prozeß nicht aussagen kann. Und weil er sich nicht ausreichend beschützt fühlt vom FBI, taucht er unter falschem Namen an besagter Schule unter.

Daß sich Andrew in der Gegenwart des FBI nicht sicher fühlt, liegt nicht ausschließlich an denen. Nach einiger Zeit in einem bewachten Versteck wird unser Zeuge nämlich quengelig und will aus dem Haus. Er überredet die beiden für ihn abgestellten Agenten, mit ihm in ein Diner essen zu gehen. Dort sitzt auch prompt ein fieser Attentäter, der einen der FBI-Leute erschießt und den anderen verwundet - Andrew kann mit knapper Not entkommen. Wahrscheinlich hat die Mafia in jedem Diner Amerikas sicherheitshalber einen Killer postiert, der etwaige wichtige Zeugen abpassen kann, wenn sie mit ihren Bodyguards mal nicht nur vom Pizzalieferanten verköstigt werden wollen.

"Ein Gentleman kann keine Wette ablehnen", sagte einst Kult-Regisseur Richard Stanley. So mußte ich also schon um der Ehre willen die Herausforderung annehmen, trotz möglicher Zielgruppenverfehlung alle fünf TWILIGHT-Filme hintereinander anzusehen - dankenswerterweise in einem Zeitraum von 72 Stunden und nicht an nur einem einzigen Tag - und hinterher wohlfeile Worte darüber zu verfassen. Nun denn: Widmen wir uns mit angespitztem Auge den Abenteuern von Bella Swan.

Die Siebziger waren eine gefährliche Zeit im Kino. Flugzeuge drohten abzustürzen, U-Boote gingen unter, Wolkenkratzer brannten nieder, Achterbahnen brachen zusammen, Kreuzfahrtschiffe kippten um, am Strand wurde man von Haien weggeknuspert. Manchmal war Charlton Heston dabei, gerne auch George Kennedy - wenn letzterer neben einem im Flugzeug saß, war es sicherlich angeraten, auf dem Boden zu bleiben. Nur daß einen dort flugs ein gewaltiges Erdbeben erwischen konnte, vor dem einen nicht einmal Heston und der Katastrophen-Kennedy zusammen sicher beschützen konnten.

ERDBEBEN erschien 1974, zur schönsten Katastrophenfilmzeit, und er zieht seinen Zusammenbruch von Maschinerie und alltäglichen Vorgängen wie so ziemlich jeder andere solche Genrestreifen auf: Durch das Spektakel führt eine ganze Fußballmannschaft an Stars, mit denen zunächst dramatische Einzelschicksale erzählt werden, bevor das Großereignis dann das eine oder andere Problem in Perspektive rückt. Ein Erdbeben mit 9,9 auf der Richterskala wiegt eben schwerer als ein paar läppische Eheprobleme - auch wenn die betrogene, entfremdete Frau das den gesamten Film über anders zu sehen scheint.
Noch sind Joe (Alan Cummings) und Sally (Jennifer Jason Leigh) glücklich ...
Der Schriftsteller Joe und die Schauspielerin Sally laden zu ihrer sechsjährigen Hochzeitsfeier ein. Im Kreis diverser Freunde und Bekannter aus dem Showbusiness verbringen sie eine ausschweifende Nacht in ihrem mondänen Hollywood-Anwesen - aber so unbekümmert, wie es den Anschein hat, ist der Abend nicht: Joe und Sally haben nach einer Trennung jetzt erst wieder zueinander gefunden und kämpfen noch mit Spannungen. Mit den höflichkeitshalber eingeladenen Nachbarn gab es über die Jahre hinweg immer wieder Zoff, Sally ist als Schauspielerin ausgebrannt, ihr Regisseur verzweifelt, und Joe hat für die Verfilmung seines autobiographischen Bestsellers, bei dem er selber Regie führen darf, nicht etwa Sally als Hauptrolle angeheuert, sondern einen weitaus jüngeren Shooting Star. Im Alkohol- und Drogenrausch kochen in der Gesellschaft nach und nach die Emotionen über ...

Der Versuch einer Neuverfilmung der Rühmannschen Schulposse DIE FEUERZANGENBOWLE - eine der beliebtesten und meistzitierten Komödien aus dem deutschsprachigen Raum - ist im Prinzip nicht so frevelhaft, wie man meinen könnte: Immerhin wurde der zugrundeliegende gleichnamige Roman von Heinrich Spoerl schon 1934 unter dem Titel SO EIN FLEGEL einmal verfilmt - recht lose an der Vorlage orientiert und durchaus mit eigenen Reizen. Und weil die nostalgische Geschichte um Schülerstreiche und kauzige Lehrerfiguren völlig zeitlos ist, ist der Gedanke nicht abwegig, sie für eine neue Generation frisch aufzubereiten.