Dezember 2013
 
Nehmen wir mal an, wir wollten eine Doku über eine Band machen - was brauchen wir dazu? Die Musik der Band, sehr gut. Die Band selber, auch nicht schlecht. Leute, die etwas mit der Band zu tun haben, fantastisch. Und möglichst viel Bildmaterial von der Band, alles klar. Und wenn uns das alles nicht zur Verfügung steht? Dann filmen wir einfach trotzdem drauf los und machen eine Doku wie STAIND: TAINTED, die uns lehrt, daß wir eigentlich unnötig kompliziert an die Sache herangegangen wären - man kann nämlich auch anderweitig 50 Minuten füllen.

"A real man of action", sagt Arnold Schwarzenegger über Hal Needham - einst Hollywoods bestbezahlter Stuntman, der nach eigenen Angaben in seiner Karriere 56 Knochenbrüche überstanden hat. Meine Kindheit prägte Needham aber mit einem Film, den er selbst inszenierte: Er konnte 1977 vom Stuntkoordinator zum Regisseur aufsteigen und drehte das Burt-Reynolds-Vehikel EIN AUSGEKOCHTES SCHLITZOHR (im Original: SMOKEY AND THE BANDIT), dessen enormer Erfolg ihm eine zweite Karriere hinter der Kamera bescherte. Das SCHLITZOHR war geradezu maßgeschneidert für Achtjährige aller Altersstufen: Flotte Sprüche am laufenden Band, rasante Action mit schnellen Autos, aufregende Stunts, ein lässiger Schelm als Held, eine cholerische Comicfigur als Bösewicht und eine augenzwinkernd anarchische Grundhaltung. Es ist eben nichts schöner, als zusammen mit einem sympathischen Schlitzohr der aufgeblasenen Obrigkeit ein Schnippchen zu schlagen - und dabei unbekümmert ein paar Fahrzeuge und die Landschaft zu demolieren.