August 2013
Zu meinem geplanten zweiten Spielfilm BROT UND SPIELE (Teaser: hier) sind jetzt zwei kurze Interview-Clips online, in denen die Darsteller über das Projekt reden. Beide Interviews wurden während des Teaserdrehs gefilmt.

Hier reden die beiden Hauptdarsteller Thomas Limpinsel und Götz Otto - nicht in jeder Sekunde hundertprozentig ernst - über ihre Rollen, die Retrogaming-Thematik des Films, ihre eigenen Computererfahrungen und darüber, wie sie zum Projekt gekommen sind.


Hier spricht Spieleveteran Heinrich Lenhardt (Power Play, PC Player) über seine Rolle im Teaser und darüber, was ihn an dem Projekt reizt.

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Was erwartet man als erfahrener Horrorfreund, wenn ein Film CTHULHU MANSION heißt und man vom Vorspann informiert wird, der Film sei "inspired by the writings of H.P. Lovecraft"? Eine durchaus korrekte Antwort wäre natürlich "nicht viel", die passendere lautet allerdings so: Nichts, was auch nur im Entferntesten etwas mit Lovecraft zu tun hat.

In der Tat wäre Poe die trefflichere Hausnummer für diesen spanisch-englischen Gruselfilm, der im Original adäquat LA MANSIÓN DE LOS CTHULHU heißt und von Juan Piquer Simón inszeniert wurde, der uns schon mit billigem Unterseehorror (SIRENE I), billigem Slasherspaß (PIECES - STUNDEN DES WAHNSINNS) und billigen Science-Fiction-Begegnungen (DIE AUSSERIRDISCHEN BESUCHER) beglückt hat. Zum guten alten Edgar Allan ließen sich hier weitaus mehr Bezüge herstellen als zu Herrn Lovecraft: Ein altes Spukhaus, eine mysteriöse schwarze Katze, eine Hauptfigur mit buchstäblich im Keller weggesperrtem Schuldgefühl - es mag Zufall sein, weil es sich um so allgegenwärtige und traditionsreiche Horrormotive handelt, aber wenn schon literarischer Bezug suggeriert wird und jenseits des Namens "Cthulhu" keiner vorhanden ist, puzzelt das Gehirn ja fast von alleine die sich anbietenden Querverbindungen zusammen.

Der kürzlich hier wiedergespielte C64-Jump'n'Run-Klassiker BRUCE LEE von 1984 ist trotz seines im Computerspielbereich mittlerweile biblischen Alters von 29 Jahren immer noch ein vergnügliches und durchaus beliebtes Spiel - und so erschien vor kurzem ein inoffizielles Fan-Sequel, das zwar unter Windows läuft, aber in Präsentation und Gameplay direkt an das Original anknüpft. Genaugenommen geht der Retrofaktor hier so weit, daß man anfangs einstellen kann, ob man Grafik und Sound à la C64 genießen will oder doch lieber eine der CPC-Version nachempfundene Fassung spielen mag.

Mit dem Namen könnte man jeder Veröffentlichung sofortige Relevanz verschaffen: BRUCE LEE. Der frühzeitig verstorbene Kampfsportler ist wohl der bekannteste Martial-Arts-Künstler der Welt; mit seiner immensen Körperbeherrschung, einer Handvoll Filme und einer Prise Lebensphilosophie erreichte Lee einen Legendenstatus, der anderen kultisch verehrten Ikonen wie James Dean, Jim Morrison oder Jimi Hendrix entspricht. Ich selber kenne Bruce Lee aber primär nicht durch seine Filme, sondern durch das vorliegende C64-Spiel von 1984. Das immens unterhaltsame Jump'n'Run-Abenteuer sorgte - gekoppelt mit der Ehrfurcht, mit der mein selber Kampfsport betreibender Freund Torsten mir damals von Lees Status berichtete - dafür, daß ich schon als Kind diesem Namen eine besondere Bedeutung zumaß.