März 2013

Mein Kurzfilm SCHLAFLOS aus dem Jahr 2006 ist ab sofort online! In der Geschichte über die Liebe, das Leben und die Musik spielen Maximilian Simonischek und Stefan Murr. Der Soundtrack stammt von Christoph Schwarz (Betty's Apartment). Also, nehmt euch 38 Minuten und 10 Sekunden Zeit und begebt euch auf eine Reise durch die Nacht.

Um die Trennung von seiner Freundin Sylvia zu verkraften, beschließt Ben (Maximilian Simonischek), drastische Maßnahmen zu ergreifen: Er wird anfangen zu rauchen. Er wird sich in sein Auto setzen und ziellos in die Nacht fahren. Und er wird nie wieder schlafen. Bei einem Zwischenstopp in einem Fast-Food-Lokal aber drohen Bens Pläne zu scheitern: Peter (Stefan Murr), ein umherziehender Musiker, will per Anhalter nach Salzburg, um dort in einem Lokal spielen zu können. Peters Offenheit und Lebensfreude stellen Bens Verdrängungsmechanismen schon bald auf eine harte Probe ...

Schlaflos (2006) from Christian Genzel on Vimeo.

Wenn euch der Film gefällt, freue ich mich über Kommentare, Shares und ganz altmodisches Weitererzählen an Freunde - und vielleicht eine kleine Spende im "Tip Jar" ("Sparschwein") von Vimeo!

------------------
4 8 15 16 23 42

Irgendwie ist Judd Apatow ein Phänomen: Er ist ein Filmemacher, dem ich theoretisch positiv gegenüberstehe - und der es aber mit jedem neuen Film schafft, sich wieder einen Schritt unbeliebter zu machen. Ich schätze Apatow hauptsächlich wegen seines sehr herzigen Regiedebüts JUNGFRAU (40), MÄNNLICH, SUCHT ..., aber auch als Produzent wunderbarer Komödien wie CABLE GUY, ANCHORMAN, THE TV SET oder BRAUTALARM. Aber mit jedem neuen selber inszenierten Film blättert Apatows Lack: Der an sich sympathische BEIM ERSTEN MAL litt an einer gewaltigen Schlagseite, die nur den männlichen Protagonisten wirklich ausfleischte und die weibliche Hauptfigur primär als zickigen, freudlosen Krisenherd nutzte; danach folgte WIE DAS LEBEN SO SPIELT, dessen an sich interessante Grundgedanken von einer monumentalen Überlänge erdrückt wurden. Jetzt folgt IMMER ÄRGER MIT 40 - ein unerquickliches Beziehungsporträt, das länger dauert als die meisten Beziehungen.

Ein mondän ausgestattetes Büro eines Filmproduzenten, irgendwo in Hollywood. Der Produzent sitzt hinter einem eindrucksvollen Designerschreibtisch. Davor ist im Halbkreis sein Stab zur Besprechung aufgereiht.

PRODUZENT: Ich habe heute morgen in das DVD-Regal meiner Tochter gesehen und festgestellt, daß wir schon seit 2009 kein Sequel zu GIRLS UNITED mehr produziert haben. Warum?

TREND-CONSULTANT: Die Kids von heute finden Cheerleading halt einen Megafail. 2011, ja, da war das noch kraß, aber heute doch nicht mehr.

REGISSEUR: Es gab doch letztes Jahr eine sehr erfolgreiche Musical-Version davon, oder nicht?

TREND-CONSULTANT: Sag ich ja.

PRODUZENT: Musical, das ist eine andere Abteilung, wir machen hier Filme. Also: Was können wir tun?

Die schönste Zeit, in der man leben kann, ist für viele Leute die Vergangenheit: Die Zukunft ist ungewiß und potentiell schlecht, die Gegenwart meistens banal oder problembeladen - aber die Vergangenheit wird in der selektiven Erinnerung zu einer phantastischen Phase, gegen die das Jetzt gerne mal verblaßt. Vor allem im künstlerischen Bereich braucht man auch gar nicht in der betreffenden Zeit gelebt zu haben, nach der man sich nostalgisch sehnt: So wie John Carpenter sich in das Studiosystem der Vierziger wünscht, haben viele Künstler eine Ära, die sie als erfüllendere und reichhaltigere ansehen - was oft damit zu tun hat, daß sie von den eigenen Idolen und Vorbildern bevölkert wurde, teils aber auch damit, daß dort die Umstände anders aussahen. Ich selber denke mir manchmal, im New Hollywood der Siebziger gut aufgehoben gewesen zu sein - oder wohl auch in den meisten anderen Epochen des Filmschaffens, die noch nicht von Marketingsprech, Zielgruppenorientierung, Metacritic-Geschmacksnivellierung und Selbstreferenzialität durchzogen waren.
Fragt sich halt, wie der ganze Satz lautet, in dem "Humor" groß geschrieben wird.

"Hier wird Humor groß geschrieben!", frohlockt das Plakat. Man kann nur Mutmaßungen anstellen, warum so explizit darauf hingewiesen wird - liegt es womöglich an dem dramatischen Titel, der ansonsten auf eine Brettspieldoku oder eine psychologische Konfrontation schließen läßt? Oder muß betont werden, daß der Film trotz der genannten Darsteller Uschi Glas, Georg Thomalla und Chris Roberts auch humorvoll ist? So oder so: Der Satz ist beinahe als Mission Statement zu verstehen, und der dazugehörige Film - ja, auch Film wird hier groß geschrieben! - ist ein solcher Schenkelklopfer, daß das wohlinformierte Lexikon des Internationalen Films folgendes Urteil aussprach: "'Deutsches Lustspiel' an der Grenze zur Idiotenkomik". Letzteres Wort hätte sich wohl auf dem Poster nicht gar so gut gemacht.

Endlich auf dem Dachboden: Ende letzten Jahres hat das österreichische Label NSM vier Teile der HALLOWEEN-Reihe in schmucken Mediabooks herausgebracht - und zwar die Teile 3 bis 6. Die sind zwar mit ca. 30 Euro pro Film nicht ganz billig, stellen aber sehr lohnenswerte Anschaffungen dar. Die BluRay-Fassungen der Filme sehen sehr schmuck aus und lassen die Streifen in neuem Glanz erstrahlen - vor allem den visuell sehr stimmigen HALLOWEEN 4. Eine DVD-Fassung ist auch in jedem Mediabook enthalten, ebenso wie jeweils die zum Film gehörige Soundtrack-CD.

Außerdem gibt's jede Menge Bonusmaterial: Zu den Teilen 3-5 lassen sich jeweils mehrere Audiokommentare finden, dazu auch Making-of-Videos, Interviews mit den Beteiligten und andere Feinheiten. Nur Teil 6 enttäuscht diesbezüglich: Nicht nur, daß nach einer Handvoll kurzer Interview-Clips das Bonusmaterial auch schon wieder zu Ende ist - es ist auch leider nicht der als Bootleg kursierende Producer's Cut enthalten, der den Film in einer wesentlich längeren Fassung zeigt, die auch in einigen Punkten von der Kinofassung abweicht. Es wird also wohl nicht die letzte Veröffentlichung von HALLOWEEN 6 sein, die hier angeboten wird ...

So oder so ist es großartig, sich den Filmen nach teilweise sehr langer Zeit einmal wieder zu widmen - und man darf feststellen, daß sie alle ihre interessanten Eigenheiten haben und absolut sehenswert sind. Die Teile 4-6 darf man sich schon wegen des immer manischer werdenden Dr. Loomis (Donald Pleasence) nicht entgehen lassen ("The rage! The rage!"), Teil 3 verdient ohnehin eine (von der Reihe losgelöste) Neuentdeckung. Und wie man auf dem obigen Photo sieht, hinterläßt der Dauerkonsum der Filme mitsamt der Bonusfeatures auch kaum psychische Spuren ...

------------------
4 8 15 16 23 42

Der immense Erfolg von John Carpenters wegweisendem Horrorfilm HALLOWEEN machte eine Fortsetzung beinahe unumgänglich. Carpenter selber sah HALLOWEEN II aber eher als Nebenprojekt an: Er schrieb zwar wieder das Skript zusammen mit Debra Hill und fungierte als Produzent, trat aber die Regie an Rick Rosenthal ab. Auch um den Score kümmerte er sich nur beiläufig: Weil er schon in den Vorbereitungen zu seinem Film THE THING steckte, übergab er die Leitung der Filmmusik an seinen Kollegen Alan Howarth, mit dem er kurz zuvor DIE KLAPPERSCHLANGE vertont hatte. Dennoch wird die Musik sowohl Carpenter wie auch Howarth zugeschrieben - weil Howarth primär Carpenters Originalkompositionen aus dem ersten Teil übernahm und in ein neues klangliches Gewand steckte.

Vor ein paar Wochen hat die Salzburger Band Roia ihr zweites Album veröffentlicht, und das ist eine sehr hörenswerte Angelegenheit. Wo die erste CD vor mittlerweile fast 7 Jahren noch eine zwar fein produzierte, aber letztlich nicht durchweg packende Sammlung an Songs war, ist SUITCASE AFFAIR ein spannendes und vielschichtiges Album, das den Hörer weitaus mehr herausfordert, aber dafür auch von Anfang an emotional packt. Es klingt wie ein Trennungsalbum, aber vielleicht liegt das auch nur daran, daß die Songs diesmal düsterer und sperriger sind, die Texte schärfer und die Sogwirkung intensiver. Das ansehnliche Video gehört zum Eröffnungstrack "Sign of Rain", der Sound und Dynamik der Platte bestens einfängt.

------------------
4 8 15 16 23 42