Dezember 2012

Der Betrüger und Kleinganove Eddie Dash muß im Zuge seiner Bewährungsstrafe Sozialarbeit leisten: Er soll auf den pathologischen Lügner George aufpassen, der nach drei Jahren in einem Sanatorium nun wieder ins normale Leben zurückkehren will. Dann wird George aber mit dem Millionär Abe Fielding verwechselt, was Eddie schamlos ausnützt, um an etwas Geld zu kommen - bis sich dann herausstellt, daß rund um Fielding ein viel aufwendigerer Betrug gestrickt werden soll ...

DAS ANDERE ICH (im Original: ANOTHER YOU) ist aus mehrerlei Gründen ein Film, der traurig stimmt - obwohl er als Komödie konzipiert ist. Der Streifen ist die vierte Zusammenarbeit der Komiker Gene Wilder und Richard Pryor, und es sollte ihre letzte bleiben - Pryor war schon zu sehr von Multipler Sklerose gezeichnet, Wilder zog sich aus dem Kino ins Fernsehen und danach komplett aus dem Showgeschäft zurück, und das Vermächtnis dieser beiden beliebten Darsteller mag alles sein, aber ein gelungener Film ist es wahrlich nicht.

Gene Wilder und Richard Pryor waren zusammen schon 1976 in TRANS-AMERIKA-EXPRESS und 1980 in ZWEI WAHNSINNIG STARKE TYPEN sehr erfolgreich als ungleiches Komik-Duo aufgetreten - und eigentlich hätte ihre Zusammenarbeit auch bald fortgesetzt werden sollen. Dann aber setzte sich Pryor im Kokainrausch selber in Brand und brauchte einige Zeit zur Genesung; Gene Wilder drehte in der Zwischenzeit DER GEISTERFLIEGER HANKY PANKY, bei dem die angeblich für Pryor vorgesehene Rolle stattdessen auf die Komikerin Gilda Radner umgemünzt wurde. Erst 1989 kamen Pryor und Wilder wieder zusammen - und zwar für die Actionkomödie DIE GLÜCKSJÄGER, in der ein Tauber (Wilder) und ein Blinder (Pryor) in einen Mordfall geraten und trotz ihrer Handicaps auf der Flucht vor der Polizei versuchen müssen, den Fall selber aufzuklären.

Der deutsche Titel ist so eine schöne Vorlage, daß ich dem Einleitungssatz nicht widerstehen kann: Regisseur McG bringt einen neuen Film in die Kinos - DAS GIBT ÄRGER. Ach, dabei gehöre ich gar nicht zu jenen Filmfreunden, die McG leidenschaftlich verachten - ich mochte ja beide Teile von CHARLIE'S ANGELS sehr gern, und man sah, daß der Mann mit dem knappen Namen sich da ganz zu Hause fühlte: Stylischer Look, absurde Action, unbelastet von Tiefgang oder Wirklichkeitsanspruch, ein popkulturelles Spaßbad. Aber dann der vierte Teil der TERMINATOR-Reihe: Mit diesem Dezibelspektakel zeigte McG sehr deutlich, daß er es optisch krachen lassen kann, aber wenig Gespür für Inhalte hat.

Nun kommt er uns also mit DAS GIBT ÄRGER - im Original THIS MEANS WAR - und läßt zunächst Hoffnung aufkeimen, daß er sich wieder auf das konzentriert, was er kann. Die Story jedenfalls ist purer High-Concept-Schaum: Zwei befreundete CIA-Agenten verlieben sich unabhängig voneinander in dieselbe Frau - und kämpfen solange um die Aufmerksamkeit der etwas unentschlossenen jungen Dame, bis darunter ihre Freundschaft zerfällt. Und damit dabei nicht nur eine seichte Romantic Comedy herauskommt, werden die beiden noch von einem deutschen Terroristen gejagt, dessen Bruder sie bei einem Einsatz in Hong Kong getötet haben - will heißen: Es gibt nebenher auch noch seichte Action.

Über dieses fast vergessene Buch bin ich nur zufällig gestolpert: Malcolm-Jamal Warner - besser bekannt als Theo aus der COSBY SHOW - wendet sich in THEO AND ME: GROWING UP OKAY an seine Fans und nimmt deren Briefe als Ausgangspunkt für Gedanken und Ratschläge zu den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Als treuer Cosby-Fan (alle acht Staffeln stehen bei mir im Regal) war ich natürlich neugierig - auch wenn ich altersmäßig wohl nicht mehr ganz zur Zielgruppe des Buches gehöre.

Nachdem im ersten Band der KING'S-QUEST-Romanreihe Prinz Alexander das Land retten durfte und im zweiten Teil König Graham selber ins Abenteuer zog, obliegt es im abschließenden dritten Buch Prinzessin Rosella, Daventry vor erneutem Unheil zu bewahren. In der Computerspiel-Serie war Rosella zum ersten Mal in KING'S QUEST IV aktiv (und später nochmal in KING'S QUEST VII); die Handlung dieses Spin-Off-Romans ist zeitlich allerdings noch vor KING'S QUEST III und sieben Jahre nach den Geschehnissen im zweiten Buch KÖNIGREICH IN GEFAHR angesiedelt.

Daventry ist in Gefahr! Zugegeben: Das ist dieses Königreich aus der Fantasywelt von KING'S QUEST ja irgendwie immer. Aber diesmal droht dem Land tatsächlich ein perfides Schicksal: Weil die Fee Ahi'aorina, Königin des Alten Waldes und Bringerin des Frühlings, vom bösartigen Kobold Kuzgu im Auftrag des Riesen Lord Dunstan entführt wurde, bricht ausgerechnet zum Frühlingsanfang ein unnachgiebiger Winter über Daventry ein. Das Reich droht im ewigen Schneechaos zu versinken - aber da wird König Graham in den Alten Wald gerufen und mit der Aufgabe betraut, Ahi'aorina zu retten und damit die natürliche Balance der Jahreszeiten wiederherzustellen ...

Große Skepsis machte sich im Vorfeld breit: Schon der Gedanke, Tolkiens Büchlein DER KLEINE HOBBIT - eher ein Kinderbuch als ein Fantasy-Epos - als überlangen Zweiteiler zu verfilmen, wirkte eher wie ein Versuch, die Kuh ein bißchen länger als nötig zu melken. Dann kam die Nachricht: Regisseur Peter Jackson weitet seinen HOBBIT auf drei Filme aus und macht ihn damit zur kompletten Prequel-Trilogie zu seinem LORD OF THE RINGS - aber wenn die Kinoversion eines 300 Seiten dünnen Romans ebenso viel Zeit in Anspruch nimmt wie die des viermal so umfangreichen Hauptwerks, dann kann man doch gar nicht anders, als einen bis ins Unendliche gedehnten Anlauf zu erwarten, aus Mittelerde noch einmal richtig viel Geld herauszuholen. Aber während der ersten drei Stunden dieser Ring-Vorgeschichte darf man sich hinsichtlich dieser Sorgen angenehm enttäuschen lassen: DER HOBBIT: EINE UNERWARTETE REISE ist ein wunderschönes Fantasy-Abenteuer, das die Welt von Mittelerde auf das Charmanteste zum Leben erweckt. (Ich habe den Film übrigens nicht in der angepriesenen 3D-Version mit 48 Frames per second gesehen, sondern ganz traditionell in 2D mit 24 Frames - also so anachronistisch, daß nurmehr der Klavierspieler neben der Leinwand gefehlt hat.)

Erzählerisch besteht hier eigentlich gar kein Grund für ein neunstündiges Epos: DER HOBBIT spielt 60 Jahre vor LORD OF THE RINGS und erzählt die Geschichte von Bilbo Baggins (dem Adoptivvater von Frodo, dem Helden der Original-Trilogie), der zusammen mit einer Gruppe von dreizehn Zwergen und dem Zauberer Gandalf ins Abenteuer aufbricht, um gegen den Drachen Smaug zu kämpfen. Unterwegs warten große Gefahren, furchterregende Monster und andere Begegnungen auf die Truppe - allem voran eine Konfrontation mit dem Ork Azog, der dem Zwergenanführer Thorin Eichenschild einst im Kampf unterlag und seitdem auf Rache sinnt ...

Eigentlich haben diese beiden Menschen nichts gemeinsam: Der alternde Schauspieler (Morgan Freeman), der nach vier Jahren Pause über ein neues Projekt nachdenkt und zu Recherchezwecken in einem Supermarkt im Latino-Viertel von Los Angeles die Leute beobachtet, und die junge Kassiererin (Paz Vega), die an der Schnellabfertigungskasse arbeitet und sich fragt, ob das Leben nicht vielleicht mehr zu bieten hat. 10 ITEMS OR LESS führt diese beiden Figuren zusammen und läßt sie einen gemeinsamen Tag verbringen, an dem sie sich unerwarteterweise gegenseitig ein wenig Lebenshilfe geben können.

Es ist ein bewußt kleiner Film, der auch ganz absichtlich keine großkalibrigen Probleme auffährt und kaum Plot entwickelt: Es geht rein um die Begegnung dieser zwei Leute, und wie sie in ihren Gesprächen jeweils etwas beim Anderen auslösen. Von daher ist auch die Prämisse, unter der die Beiden Zeit miteinander verbringen, recht simpel aufgezogen: Er wird vom Produktionsassistenten beim Supermarkt abgesetzt, aber nicht wieder abgeholt, und weil er sich an seine eigene Telefonnummer nicht erinnern kann (die wurde nämlich letzte Woche aus Gründen der Privatsphäre geändert), bittet er sie um eine Fahrgelegenheit - und dabei kommt er drauf, daß sie später am Tag noch ein Vorstellungsgespräch für einen Sekretärinnenposten hat, für den er sie - quasi als Schauspielcoach - vorbereiten will.
Nach zwei Jahren mit dem roten Vorhang wird es einmal wieder Zeit, den Look des Dachbodens etwas aufzufrischen. Ich finde das neue Design freundlicher und leichter für das Auge. Ein paar Sachen funktionieren noch nicht hundertprozentig so, wie ich das gerne hätte - aber ein Blog bleibt ja auch immer ein Work-in-progress. Wie gefällt euch die neue Optik?

Eine weitere Neuigkeit gibt es noch: Oben rechts findet sich ab sofort ein dezenter kleiner Flattr-Button. Wer hier gerne vorbeischaut und Spaß an meinen Texten hat, kann per Flattr die Website mit ein paar zugesteckten Groschen unterstützen. Vielen Dank - und weiterhin viel Vergnügen beim Stöbern auf dem Dachboden!

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Ganz frisch ist die Nachricht nicht, aber ich habe erst am Wochenende zufällig davon erfahren: Der deutsche Elektronik-Musiker Pete Namlook ist am 8. November 2012 im Alter von nur 51 Jahren gestorben. Nähere Details scheinen aber auch jetzt noch nicht bekanntgegeben worden zu sein.

Was kann ich sagen - ich bin schockiert über die Nachricht. Nicht nur, weil ich ein großer Fan von Namlooks Musik bin. Und nicht nur, weil 51 nun wirklich kein Alter ist. Sondern auch, weil Pete immer in höchster Produktivität und mit Begeisterung neue Musik generiert hat, neue Musiker gefördert hat und generell stets in die Zukunft zu blicken schien - nicht umsonst haben die meisten seiner Aufnahme einen sehr futuristischen Charakter, so als wäre die Zukunft das größte und spannendste Abenteuer, auf das wir uns einlassen können. Namlook schien sich immer auf diese Zukunft zu freuen.

Da steh' ich nun, ich armer Tor - und schlaf so tief wie nie zuvor. Zugegeben, ich stand gar nicht beim Schlafen, aber gefühlt hätte 2012 ZOMBIE APOCALYPSE auch ohne gemütliche Couch einen starken Dornröschen-Effekt ausgeübt. Und dann soll man auch noch sinnvolle Worte finden zu dieser schnodderigen Asylum-Produktion, die übrigens mit ein paar Millionen Dollar Budget als bislang teuerster Film aus der Trash-Schmiede gehandelt wird und mit Ving Rhames und Taryn Manning beinahe prominent besetzt ist. Wohlan, lasset uns die Schnarchnummer flott abfrühstücken:

Letzten Samstag war wieder einmal Plattenbörse in Salzburg, und natürlich habe ich mit scharfem Blick die Kisten nach Schätzen durchwühlt. 13 Platten und eine CD konnte ich erbeuten - nicht gar so viele wie bei manch anderen Gelegenheiten, aber ich wollte eine gesunde Mischung aus billigen Horchen-wir-doch-mal-rein-Alben und etwas teureren Stücken für die Sammlung (gewisse Platten landen eben nie in der Billigkiste).

Wenn ihr bei den folgenden Beschreibungen auf den Albumtitel klickt, gelangt ihr wie gehabt zu Amazon, wo ihr die entsprechenden CDs vorfindet (bzw. teilweise auch die LPs oder eine CD-Kollektion mit dem entsprechenden Album). Wenn ihr da etwas bestellt (egal was!), geht ein kleiner Teil des Kaufbetrags an Wilsons Dachboden - und natürlich freue ich mich über derartige Unterstützung ungemein! Wohlan, hier sind die ergatterten Platten:

"It's almost time, kids. The clock is ticking!" Vor zwei Tagen ist endlich die Flexidisc von HALLOWEEN III: SEASON OF THE WITCH eingetrudelt. Ein schönes Sammlerstück vom Liebhaber-Label Death Waltz, über das ich schon neulich berichtet habe (hier). Von der Flexidisc wurden nur 300 Stück hergestellt; ich habe die vorletzte ergattern können!

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