August 2012

Wenn man über einen Film stolpert, in dem diverse Stars von Rang und Namen mitspielen, von dem man aber noch nie etwas gehört hat, dann kann das gerne mal einen triftigen Grund haben. Zum Beispiel diesen: Der Film ist ein absoluter Heuler. Wie es der Zufall so will, trifft das exakt auf die Komödie WAKING UP IN RENO zu, in der Billy Bob Thornton, Patrick Swayze, Charlize Theron und Natasha Richardson als zwei befreundete Ehepaare in den Urlaub nach Reno fahren. Klingt aufregend, gell? Die amerikanischen Kinobesucher sahen das ähnlich und hielten Abstand von dem Film, als wäre er ansteckend.

Hätten sie doch nur geahnt, daß noch mehr passiert im Film! Billy Bob Thornton verdrückt nämlich hier ein 32-Kilo-Steak. Ach so, und außerdem ist er mit Natasha Richardson verheiratet, hatte aber ein kurzes Verhältnis mit Cherlize Theron - die wiederum mit Swayze liiert ist. Na, ob das mal nicht ans Tageslicht kommt bei diesem schönen Urlaub und dann in Zoff und Schmollerei endet?

Mit der Veröffentlichung des Disney-haften siebten Teils war die KING'S-QUEST-Reihe zu einer veritablen Marke herangereift: Die Adventures verkauften sich nicht nur hervorragend, sondern hatten mittlerweile einen Bekanntheitsgrad erreicht, der über die Fangemeinde hinausging. Und weil Sierra Mitte der Neunziger immens florierte und schon als großes Studio fungierte, wurde eine Reihe von Fantasy-Büchern kommissioniert, die die Stories der Spiele weiterspinnen sollten. Der erste Band erschien 1995, zwei weitere folgten ein Jahr später.

DAS SCHWEBENDE SCHLOSS (Originaltitel: THE FLOATING CASTLE) ist zeitlich irgendwo zwischen den Ereignissen von KING'S QUEST IV und KING'S QUEST V angesiedelt und erzählt ein Abenteuer von Prinz Alexander, der Daventry vor dem Zauberer Telgrin retten muß. Der fällt nämlich eines Tages mit einer durch die Luft schwebenden Festung in das Land ein und verwüstet es mit einer Armee von schwarzen Rittern und Monstern. Telgrin will die Herrschaft über Daventry erlangen und stiehlt dafür die Seele von König Graham, die er in seiner Burg gefangenhält. Alexander macht sich zusammen mit dem Zauberlehrling Cyril auf, Graham zurückzuholen und Telgrin unschädlich zu machen.

Nachdem Sierra 1988 mit KING'S QUEST IV: THE PERILS OF ROSELLA ihr Spielsystem generalüberholt und wenig später auch ein Remake des Erstlings im selben Look veröffentlicht hatten, war es kurz darauf schon wieder an der Zeit, mit selbiger zu gehen: Innerhalb der zwei Jahre seit dem vierten Teil der Reihe war die Technik schon wieder so weit fortgeschritten, daß die SCI-Engine überholt aussah. 1990 waren VGA-Karten mit 256 Farben allgegenwärtig, ebenso wie mittlerweile die meisten PCs mit Soundkarten bestückt waren. Und so bastelte das Sierra-Team eine neue SCI-Version und koppelte die Premiere des neuen Systems einmal mehr an die Flagschiffserie des Hauses.

Nachdem in den Teilen III und IV die Kinder von König Graham aktiv werden durften, drehte sich die Story von KING'S QUEST V: ABSENCE MAKES THE HEART GO YONDER! wieder um Graham selbst. Der kommt eines Tages von seinem Morgenspaziergang zurück und muß feststellen, daß sein Schloß mitsamt darin befindlicher Familie einfach verschwunden ist. Die vorbeifliegende Eule Cedric erläutert ihm, daß Haus und Hof vom finsteren Zauberer Mordack gemopst wurden - weswegen Graham ins Land Serenia aufbricht, um sich dem misanthropen Magier zu stellen und seine Familie zu retten.

Der tapfere Don Arrigone durfte unlängst im Genzel HQ den schönen Film BIRDEMIC: SHOCK AND TERROR sehen - über den ich selbst hier auch schon berichtet habe. In seinem Gastbeitrag berichtet Don, welch emotionales Erlebnis dieser Abend für ihn war:



Wenn ein Film mit PLAN 9 FROM OUTER SPACE und TROLL 2 verglichen wird, macht das neugierig. Umso mehr, wenn es heißt, er wäre noch schlechter. Aber wenn die genannten Referenzen insofern lustig sind, als daß sie schlecht sind, kann man daraus leider nicht logisch ableiten, daß ein noch schlechterer Film noch lustiger ist. Denn trotz all der Verbrechen wider den guten Geschmack und letztlich die Menschheit selbst, die sich in BIRDEMIC finden (angeblich wird der Streifen inzwischen vom US-Militär zur Folter eingesetzt), ist der Film vor allem eines: stinklangweilig.
Wir haben alle überlebt. Was gewinnen wir?

"The shock and terror keeps me sane / Does anybody feel the same?", singen CKY in einem Song, und auch wenn diese beiden Zeilen die ersten sind, die mir zu dem Schmalfilmexponat BIRDEMIC: SHOCK AND TERROR einfallen, muß man die gestellte Frage in Bezug auf diesen cineastischen Überlebenstrip doch ganz klar mit "nein" beantworten. "Sane" würde ja Vernunft, Verstand und geistige Gesundheit suggerieren, und das läßt sich beim besten Willen nicht mit dem Film vereinbaren.


"Great film! Lots of nudity! Awesome!", schreibt ein IMDB-User namens Buster Koons in seiner auch sonst nicht sehr umfangreichen Rezension - und da braucht man gar nicht groß herumdiskutieren: Die zweite Aussage stimmt, und da schnellt ja bei uns männlichen Zusehern ganz flott nicht nur der kritische Daumen nach oben. "Ein Schmarren", schreibt dagegen das stets nüchterne Lexikon des internationalen Films, und abgesehen davon, daß sich diese Betrachtungen keinesfalls gegenseitig ausschließen, läßt sich doch beinahe ein sanftes Lächeln im Mundwinkel des Autors der seriösen katholischen Filmkritik wähnen, der vor dieser schönen Lisa-Film-Produktion mit dem dufte jugendlich gehaltenen Titel POPCORN UND HIMBEEREIS einfach nur kapitulieren konnte.

Im folgenden Gastbeitrag berichtet der unermüdliche Don Arrigone vom Fantasy-Kracher WIZARDS OF THE LOST KINGDOM, den er zusammen mit mir als sechsten Film eines sieben Streifen umspannenden Fantasy-Marathons erleben durfte.



Hach, wunderbare Naivität der Kindheit: Als ich WIZARDS OF THE LOST KINGDOM, der 1994 als DER ZAUBERRING auf RTL lief, im zarten Alter von 8 Jahren sah, da kam er mir gar nicht so schlecht vor, ja zeitweise fand ich ihn sogar richtig spannend. Zugegebenermaßen war dies eine etwas karge Zeit für minderjährige Fantasy-Fans, aber trotzdem schäme ich mich ein bißchen für eine derartige Fehleinschätzung. Wobei - unterhaltsam fand ich ihn auch beim zweiten Ansehen, wenn auch aus anderen Gründen als damals ...
Ist Randy Mermell der Typ oben im Bild?

Es ist natürlich absolut unwissenschaftlich, aber manchmal weiß man einfach, daß man nichts Gutes zu erwarten hat. Zum Beispiel, wenn man einen Film mit dem Titel MEXICAN WEREWOLF mit nach Hause nimmt, der von einem komplett unbekannten Menschen namens Randy Mermell "präsentiert" wird und sich laut Beschreibung gar nicht um einen Werwolf dreht, sondern um eine angebliche existierende Kreatur namens Chupacabra. Im Original heißt der Film übrigens weitaus spezifischer MEXICAN WEREWOLF IN TEXAS. Ich war übrigens noch nie in Texas, und in Mexiko auch noch nie. Dafür einmal in Kalifornien und zweimal in Minnesota. Schöne Gegend dort. Ah, ich schweife ab.

In MEXICAN WEREWOLF - gab es da nicht mal einen sehr guten Werwolffilm von John Landis mit einem ähnlich lautenden Titel? - macht also eine Kreatur die Gegend unsicher. Menschen sterben. Tiere sterben. Staub wird aufgewirbelt. Überhaupt sieht's da sehr staubig aus in der Gegend, weshalb es mich wahrscheinlich auch nie wirklich gereizt hat, nach Mexiko zu reisen. Ach, nein, halt, es geht ja um Texas. Wo ja wahrscheinlich auch sehr viele Mexikaner leben. Moment, was wollte ich gerade sagen?

Stellen wir uns mal einen 70jährigen Schriftsteller vor, der seit 55 Jahren aktiv ist, täglich 16 Stunden über neuen Manuskripten brütet - Feiertage eingeschlossen - und 95% des Niedergeschriebenen abseits von Einkaufszetteln publiziert. Dieser ganz und gar imaginäre Schriftsteller hätte nicht einmal die Hälfte der Publikationen von Phantastik-Autor Wolfgang Hohlbein zusammengebracht - dem Mann, der vor der Aufstehen schon einen neuen Roman veröffentlicht, zum Frühstück ein weiteres 800-Seiten-Opus verfaßt, zum Nachmittag daraus einen 10-teiligen Zyklus gemacht hat und abends zur Entspannung seiner Tochter Rebecca bei einem ihrer 600-Seiten-Schmöker unter die Arme greift. Der 59-jährige Hohlbein hat im Laufe seiner Karriere mittlerweile über 200 Bücher geschrieben und insgesamt über 35 Millionen Exemplare davon verkauft.

Die Welt ist ein gefährlicher Ort, und ein menschliches Leben kann sehr schnell beendet sein. Terroristen, Naturkatastrophen, Versorgungsknappheit, Wirtschaftszusammenbrüche und ein mit all diesen Ereignissen verbundener Kollaps der sozialen Ordnung: Nicht nur die vergangenen Jahre haben gezeigt, daß immer wieder auf der Welt Notfälle eintreten, auf die die Menschen nicht ausreichend vorbereitet sind. In seinem Buch EMERGENCY (mit dem Untertitel "One Man's Story of a Dangerous World and How to Stay Alive In It") begibt sich Autor Neil Strauss auf die Spuren von Überlebenskünstlern - Menschen, die sich auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen auf eventuelle Katastrophen vorbereiten.

Da erwartet man zunächst einmal eine ganze Parade von Spinnern, die sich in Bunkern verschanzen und im Keller den Strahlenschutzanzug parathalten. Und da folgt gleich die erste Überraschung des Buches: Auch wenn manche der Leute, die Strauss trifft und von denen er sich Ratschläge holt, reichlich extrem sind - Strauss schafft es, ihre Motivationen und Ängste nachvollziehbar zu machen. Gleich zu Beginn, anläßlich der Neujahrsfeier beim Millenniumswechsel, stellt er selbst fest, wie viel die Weltuntergangsspinner und die Normalverbraucher doch gemeinsam haben: Auf der Neujahrsfeier ins Jahr 2000 im Weißen Haus trifft er auf ebenso viel Paranoia und Ängste eines Zusammenbruchs (z.B. durch den befürchteten Y2K-Systemcrash: Man glaubte, daß die Computer das Jahr 2000 nicht verarbeiten könnten und es deswegen große Zusammenbrüche z.B. in der Wirtschaft geben würde), wie man es von den Predigern erwarten würde, die für diesen Jahreswechsel einen Weltuntergang vorhergesagt haben (und, wie sich herausstellt, Sylvester friedlich zu Hause bei der Familie verbringen).

Der langerwartete PROMETHEUS, beziehungsweise Sir Ridley and Le Unfug: Was wurden wir in eine Erwartungshaltung gebracht für dieses Science-Fiction-Opus, das je nach Gemütslage des Regisseurs mal ein Prequel zu ALIEN war, dann wieder ein ganz eigenständiger Film in eigener Welt, dann beides zusammen, aber freilich nur einem zarten Hauch von ALIEN. Im Internet bekamen wir häppchenweise Trailer für den Trailer zu sehen, dann wurden wir mit gewaltigen Bildern angeheizt - als könnte Ridley Scott irgendwelche anderen produzieren! - und wenn uns jemand die Möglichkeit gegeben hätte, hätten wir uns PROMETHEUS sofort ansehen wollen, ob ALIEN-Prequel oder nicht. Tja, jetzt ist das große Epos im Kino, und wir sehen nicht so ganz, worauf wir da eigentlich gewartet haben.
Regisseur Tony Scott.

Eine schockierende Nachricht war das, die wir da gestern lesen mußten: Der Regisseur Tony Scott hat im Alter von 68 Jahren Selbstmord begangen. Er hinterließ einen Abschiedsbrief und sprang von einer Brücke in den Tod.

Tony Scott, der jüngere Bruder des Regisseurs Ridley Scott, hat in seinen vielen Jahren als Regisseur eine Menge bekannter und erfolgreicher Filme gedreht - allen voran TOP GUN mit Tom Cruise, zu dem jetzt eine Fortsetzung geplant war. Das kassenträchtige Fliegerabenteuer katapultierte Scott 1986 in die Riege der versiertesten Blockbuster-Kapitäne, wo er immer wieder - und sehr gerne in Zusammenarbeit mit Überproduzent Jerry Bruckheimer - die Kinoleinwand mit adrenalinreichen, visuell berauschend inszenierten Achterbahnfahrten füllte.

Es ist wohl kein Zeitpunkt geeigneter als jetzt, sich den Film CONTAMINATION .7 anzusehen, der nicht nur unter den Alternativtiteln THE CRAWLERS und CREEPERS unter das Volk geworfen wurde - sondern auch als TROLL 3 vermarktet wurde! Freilich hat dieser Film mit dem kürzlich hier besprochenen TROLL 2 ebensoviel zu tun wie TROLL 2 mit TROLL - absolut gar nichts! - auch wenn er von derselben Produktionsfirma wie TROLL 2 stammt und einige Crewmitglieder identisch sind. Ja, Joe D'Amato hat wieder produziert und Nacktstar Laura Gemser hat sich wieder um die Kostüme gekümmert.

Gleich zu Beginn fährt ein Reisebus durch die malerische amerikanische Landschaft. Im Bus freundet sich Susie, eine leichtbekleidete junge Frau, gerade mit der dunkelhaarigen Josie in der Reihe vor ihr an - "Hast du einen Freund?" - aber dann hält der Bus kurz an einer Raststätte an, Susie steigt aus und wird dann leider zurückgelassen. "Sie haben mich zurückgelassen", sagt sie zu einem unsichtbaren Publikum. Offenbar wollte Josie doch ihre Ruhe haben, sonst hätte sie ja vielleicht den Busfahrer auf den fehlenden Fahrgast hingewiesen.

Nachdem wir uns die dazugehörige Doku angesehen haben (hier), ist es natürlich an der Zeit, sich eingehend dem Werk selbst zu widmen: TROLL 2, dem legendär miesen Italo-Unfug aus dem Jahr 1990, den Regisseur Claudio Fragasso unter dem Pseudonym "Drake Floyd" inszenierte. Zum ersten Mal gesehen habe ich den unglaublichen Streifen ungefähr 1995, als er sich des Nachts ins Programm von RTL2 schlich - seinerzeit war ich der festen Überzeugung, daß sich hinter dem Regisseurspseudonym in Wahrheit Joe D'Amato bzw. Aristide Massaccesi verbarg, was mit der Qualität des Gesehenen dann auch absolut kongruent erschien. Und obwohl manche Filmlexika - wie zum Beispiel das Nachschlagewerk TERROR ON TAPE - denselben Fehler machten, fungierte D'Amato über seine Firma Filmirage doch nur als Produzent dieses Horrorfilms, beziehungsweise: Filmhorrors.

Der Spaß an TROLL 2 fängt ja gleich einmal damit an, daß der Film rein gar nichts mit TROLL zu tun hat: Er ist nur so betitelt worden, um sich an den ersteren Streifen anzuhängen. Das ist in Italien durchaus nicht unüblich - meine Güte, da gab es ja sogar einen TERMINATOR 2! - aber heiter ist der Titel dann doch, zumal im Film selbst überhaupt keine Trolle vorkommen. Nicht ein einziger. Die Kreaturen sind eigentlich Goblins, und weil diese kleine Diskrepanz selbst Splendid, dem deutschen Verleih, auffiel, werden in der Synchronfassung brav die Begriffe "Goblin" und "Troll" als absolut synonym verwendet. (Splendid fühlten sich vom sinnbefreiten Fortsetzungstitel ein Jahr später übrigens höchst inspiriert und brachten den vierten ATOR-Film unter dem Titel TROLL - TEIL 3 (bzw. TROLL - DAS SCHWERT DER MACHT) heraus - der dann übrigens tatsächlich von Joe D'Amato inszeniert war und, wir wollen es nicht verschweigen, Monstermasken aus TROLL 2 recycelte.)

1989 drehte der italienische Regisseur Claudio Fragasso in einer amerikanischen Kleinstadt in Utah einen Low-Budget-Horrorfilm, der zunächst GOBLIN hieß, dann aber als TROLL 2 vermarktet wurde - obwohl er nicht nur rein gar nichts mit John Carl Buechlers TROLL zu tun hatte, sondern auch überhaupt keine Trolle im Film vorkamen. In dem 1990 erschienenen Film reist eine Familie in das kleine Kaff Nilbog (aha!), wo die Bewohner in Wahrheit böse Goblins sind, die Besucher mittels vergiftetem Essen in Pflanzen verwandeln und dann essen.

Wie so einige der italienischen Billigproduktionen der Achtziger und frühen Neunziger ist auch der von Joe D'Amato mitproduzierte Streifen TROLL 2 absolut unterirdischer Schund, bei dem man sich nur wundern kann, wie er überhaupt finanziert wurde. Die (Laien-)Darsteller sind grauenhaft, die Effekte billigst, die Handlung bizarr und albern, die Dialoge lachhaft - der Film versagt auf ganzer Linie. Der Unterschied zu diversen artverwandten Trashspektakeln: Um TROLL 2 baute sich über die Jahre hinweg eine Fangemeinschaft auf, die den Film mit Aufführungen und speziellen Events feierte und einen enormen Spaß aus diesem grottigen Unfug zog, der in meinem treuen Nachschlagewerk TERROR ON TAPE mit folgenden Worten bedacht wird: "This has to be seen to be believed - but please don't".

Dinosaurierfreund Don Arrigone berichtet im folgenden Gastbeitrag über CARNOSAURUS - den er zusammen mit den beiden Fortsetzungen (hier und hier) auf den Dachboden brachte, um zusammen mit mir Saurierexperte zu werden. Laß hören, Don!



Denken Sie an das Jahr 1993 und an den Begriff "Dinosaurier". Dann schließen Sie für drei Sekunden die Augen und warten ab, was für ein Film vor Ihrem inneren Auge erscheint. 1 ... 2 ... 3 ... Natürlich, Roger Cormans unvergessenes Meisterwerk CARNOSAURUS. Was? Sie haben eigentlich an JURASSIC PARK gedacht? Bitte, meine Herrschaften, wir wollen doch ernsthaft bei der Sache bleiben.

Der Film beginnt mit Aufnahmen, die wohl einer Tierschutzgruppe entwen-- ... abgekauft wurden: Hunderte von Hennen, eingesperrt in Legebatterien. Von Zeit zu Zeit stoppt der Film kurz, das Bild verfärbt sich rötlich und irgendwelche wissenschaftlichen Informationen werden eingeblendet. Im Hintergrund läuft schaurige Musik, was wohl heißt, daß entweder die Massentierhaltung oder die Hühnchen an sich böse sind.

Und noch so ein Fall, wo sich der deutsche Verleih mit viel Schwung von bekannten Vorbildern inspirieren ließ: KEVINS COUSIN ALLEIN IM SUPERMARKT hieß der Film CAREER OPPORTUNITIES bei uns, obwohl die Hauptfigur nun wirklich gar nichts mit Kevin zu tun hatte. Aber was für ALLEIN MIT ONKEL BUCK und JACK ALLEIN IM SERIENWAHN funktionierte, kann natürlich noch für einen weiteren Film ausgenutzt werden - vor allem, wenn der ohnehin von John Hughes geschrieben und produziert wurde, der ja auch als Autor und Produzent von KEVIN ALLEIN ZU HAUS fungierte. Und ganz ehrlich: Komplett daneben liegt der deutsche Verleih inhaltlich nicht, ist doch CAREER OPPORTUNITIES eine Kreuzung aus zwei bekannten Hughes-Mustern: Junge Menschen verschiedener Herkunft lernen sich unter besonderen Umständen kennen und blicken hinter die Fassade des anderen (siehe THE BREAKFAST CLUB), müssen sich dann aber gegen minderbemittelte Einbrecher wehren (KEVIN ALLEIN ZU HAUS). Und John Candy spielt auch mal wieder mit - wenn auch nur in einer kleinen Nebenrolle.

Der folgende Gastbeitrag stammt von unserem mit Religionsgemeinschaften bestens vertrauten Kollegen Don Arrigone, der das Gruselfilmchen THE RED MONKS zusammen mit mir durchstehen durfte. Wohlan, werter Don!



"Das Meisterwerk von Lucio Fulci" ist auf dem Cover der DVD von THE RED MONKS zu lesen. Das stimmt so natürlich nicht, stammt der Film doch nicht von Altmeister Fulci, sondern vom wesentlich unbekannteren Regisseur Gianni Martucci. Dennoch muß ich zugeben, daß der Titel mein Interesse weckte, finde ich Mönche und Klöster doch allgemein etwas unheimlich – wenn das nun nach einem Seitenhieb gegen die katholische Kirche klingt, dann hat sie das nur selbst zu verantworten. Der Film hat ohnehin wenig mit dem Vatikan zu tun, enthält er doch keine Klöster und auch nur sehr wenige Mönche, und was die erhoffte Spannung angeht ... naja ... lest selbst.

Adrianna Barrington erhält von ihrem Mann Craig eine Karte zum Hochzeitstag - und hält es für einen bösen Scherz, weil Craig vor einigen Jahren an den Folgen eines Autounfalls starb. Er fiel mit Hirnschaden ins Koma, und irgendwann ließ sie die Maschinen ausschalten, die ihn künstlich am Leben erhielten. Jetzt will Adrianna das Gründstück ihres Mannes verkaufen - und auf dem werden die Leichen zweier Frauen gefunden, die vor Jahren verschwunden sind. Und diese Mordserie ist noch nicht zuende ...

Die Erwartungshaltungen bei Tierhorrorstreifen sind, gelinge gesagt, niedrigst. Mal ehrlich: Wieviele gute Tierhorrorfilme gibt es denn? Klar, da ist Spielbergs DER WEISSE HAI, dem zwölfundsiebzigtausend Derivate folgten und der immer noch jeden Monat vier langweilige Kopien inspiriert. Sicher, davor gab's von Alfred Hitchcock den brillanten DIE VÖGEL, danach könnte man Joe Dantes PIRANHA als herrlich ironischen Beitrag auf die Liste setzen. Aber dann wird die Luft auch schon bald sehr dünn. Und nicht nur wegen dem Italo-Heuler KILLER CROCODILE von Fabrizio De Angelis rechnet man präventiv schon mal mit dem Schlimmsten, wenn man die Billig-DVD mit dem Titel CROC - DAS KILLERKROKODIL in den Player einlegt. Größtes Alleinstellungsmerkmal des Films gegenüber den unüberschaubaren Mengen an ähnlich gestrickten Creature Features? Michael Madsen spielt mit. Und über den kann man viel sagen - aber nicht, daß er wählerisch wäre, was seine Filmrollen angeht.

Und doch sage ich euch, liebe Gemeinde: Es geschehen noch Zeichen und Wunder. CROC ist nämlich ein absolut gelungener Genrebeitrag. Ach was, gelungen, jetzt lehnen wir uns mal weit aus dem Fenster: Er ist richtig gut gemacht. Daß man das noch erleben darf!

Der Hauptdarsteller heißt Thomas Mann, aber einen Zauberberg darf man hier nicht erwarten: PROJECT X ist eine im Dokustil gedrehte Party-Komödie, bei der drei Freunde ihren Status an der Schule aufwerten wollen, indem sie die Party des Jahrhunderts organisieren - und die gerät so sehr aus den Fugen, daß irgendwann Nachrichtenteams und SWAT-Teams anrücken. Produziert wurde der Spaß von jemandem, der sich mit lautem Krawallfeiern und instinktgetriebenen Männern auskennt: Todd Phillips, seines Zeichens Regisseur von HANGOVER, ROAD TRIP und OLD SCHOOL. Es bleibt unklar, ob er das Projekt ausgesucht hat oder das Projekt ihn.

Die Handlung ist im obigen Absatz eigentlich schon hinreichend beschrieben - viel mehr passiert nämlich nicht. Beziehungsweise: Es passiert allerhand, aber nichts, was sich nicht unter dem Oberpunkt "Die Party gerät außer Kontrolle" subsumieren läßt. Winz-Rahmenhandlung: Thomas (so heißt die Hauptfigur auch im Film) schmachtet einer feschen Frau auf der Schule hinterher, aber auf der Party (die zu seinem 17. Geburtstag ausgerufen wird) entwickelt sich auch etwas zwischen ihm und seiner besten Freundin Kirby - und nein, an der Kinokasse wurden keine Preise an Besucher ausgegeben, die das Ende dieser komplexen Beziehungsgeschichte vorab erraten haben.

Monsterhorror aus dem Hause Asylum, Folge Zwölftausendsiebenundvierzig: MEGA PYTHON VS. GATOROID. Sprich: Große Schlange gegen großes Krokodil. Die Aufregung ist fast physisch im Raum spürbar. Zeichneten sich doch auch schon die vorigen Spektakel dieser Produktionsstätte durch herausragende Darsteller, komplexe Drehbücher, überzeugende Spezialeffekte, sauberes Handwerk, originelle Inszenierung, mitreißende Musik, cleveren Witz und bombastischen--- ... ah, Moment ... da sind mir wohl meine Notizen durcheinandergekommen. Also, was ich eigentlich sagen wollte: Man darf gespannt sein, ob es sich bei dem Film um miesen Schund oder um höllisch miesen Schund handelt. Asylum deckt da ja durchaus ein gewisses Spektrum ab.

Also: Da geraten Pythons in die Everglades, weil die Umweltaktivistin Dr. Nikki Riley einen ganzen Schwung aus Forschungslabors befreiter Schlangen dort aussetzt. Leider wachsen die Viecher in kürzester Zeit zu enorm großen Biestern heran, was der Parkleiterin Terry O'Hara mißfällt - weswegen sie einen Packen Steroide und eine geheime Substanz kauft, die ein Protein unterdrückt, durch das Muskelwachstum gehemmt wird. Dieses Zeugs verfüttert sie also an die Alligatoren, damit die auch wachsen und die Pythons bekämpfen können. Der nicht ganz zu Ende gedachte Plan führt leider dazu, daß nur sechs Monate später sowohl Riesenpythons wie auch Riesenalligatoren die Sümpfe unsicher machen - und dabei nicht nur die geplante Benefizaktion im Park gefährden. Riley und O'Hara müssen mit vereinten Kräften gegen das tierische Gesocks vorgehen, und dazu hecken sie einen komplexen, ausgeklügelt inszenierten Plan---- ach, Mist, das sind ja schon wieder die falschen Notizen.

1) Der erste Trailer zu ZERO DARK THIRTY von Kathryn Bigelow ist online - die Geschichte der Jagd nach Osama Bin Laden. Der Trailer sieht spannend aus und Bigelow wird sicherlich einen intensiven Thriller daraus basteln. Es bleibt abzuwarten, ob das Ganze auch kritische Töne anschlägt.



2) Komponist Marvin Hamlisch ist vorgestern im Alter von 68 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben. Hamlisch hatte 1977 den Score zum Bond-Film DER SPION, DER MICH LIEBTE geschrieben - inklusive des Bond-Songs "Nobody Does It Better", der zu den beliebtesten Titelsongs der Reihe gehört (auch wenn ich selber diverse andere bevorzuge). Hamlisch hat aber auch die Musik für die Woody-Allen-Filme WOODY DER UNGLÜCKSRABE und BANANAS geschrieben; er hat Scott Joplins Musik für DER CLOU adaptiert; er hat für die Musik des Streisand/Redford-Films SO WIE WIR WAREN (1973) einen Oscar gewonnen; er hat für Regisseure wie Carol Reed, John Huston, John G. Avildsen und Alan J. Pakula komponiert; er hat die Musik für das Musical A CHORUS LINE geschrieben; und er hat den Score für eine meiner Lieblingskomödien geschrieben: FAST WIE IN ALTEN ZEITEN mit Chevy Chase und Goldie Hawn.

Hier der Vorspann von THE SPY WHO LOVED ME mit Hamlischs Song:


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4 8 15 16 23 42


Wo wir gerade bei den Star-, beziehungsweise: Sternchen-Vehikeln sind, schauen wir uns doch flugs BLONDE AMBITION an, den Papa Simpson für seine Tochter Jessica produziert hat und der auf sage und schreibe acht Kinoleinwänden in Texas $1190 Dollar eingespielt hat, bevor er dann ohne großes Aufsehen auf den DVD-Markt geschoben wurde. Man kann also nicht ruhigen Gewissens behaupten, daß die Anzeichen auf ein bemerkenswertes Film-Erlebnis hindeuten.

Jessica tritt hier als Landpomeranze Katey auf, die mit Großpapa Willie Nelson in Oklahoma lebt, bis ihr Freund nach New York zieht, um dort Model zu werden. Weil Katey monatelang nichts von ihrem Besteiger hört, reist sie hinterher - und erwischt ihn im Bett mit einer anderen! Wer hätte es kommen sehen. Mißmutig wendet sich Katey hilfesuchend an ihre Cousine Haley, die Schauspielerin werden will. Durch diverse Zufälle gerät Katey dann in die Firma C&C, wo sie von zwei intriganten Mitarbeitern als Sekretärin angeheuert wird und so unwissend den beiden falschen Fuffzigern helfen soll, an den Chef der Firma heranzukommen ...

Tja, liebe Freunde, so gern es mir leid tut - aber da müssen wir jetzt durch. THE SIMPLE LIFE hieß die sagenhaft beknackte Reality-TV-Show, in der die sinnlose Hotelerbin Paris Hilton mit ihrer nicht minder nur für das Berühmtsein berühmten Freundin Nicole Richie, Tochter des Commodores-Crooners Lionel Richie, für 30 Tage ihren Luxus hinter sich ließ und sich dem einfachen Leben auf der Farm widmete. Keine Kreditkarten, keine Handys - dafür harte Arbeit und Familiendasein. Man hat ja schon mit den Augen gerollt, wenn man nur davon gehört hat.

Und natürlich zerriß sich die Welt die Mäuler darüber, wie sehr doch die Show bestätigte, daß Hilton und Richie genauso dumm seien, wie jedermann eh schon wußte. Die können ja nicht mal einen Tag lang im Burgerschuppen arbeiten! Und dann fragen sie ihre Gastgeber auch noch, was denn ein Wal-Mart sei - Beweis genug, wie realitätsentrückt die Gören doch sind, wenn sie eine der größten Supermarktketten Amerikas nicht mal vom Namen her kennen. Ohne jetzt behaupten zu wollen, daß die beiden Mädels in Wahrheit an ihrer Doktorarbeit im Bereich Atomphysik schreiben: Da sind eine Menge Leute dem Reality-Konzept gehörig auf den Leim gegangen.


Mittlerweile hat es sich zumindest teilweise ja schon herumgesprochen, daß Reality-TV mit der Wirklichkeit so viel zu tun hat wie Günter Grass mit Groschenheften: Rein gar nichts. Alleine die Inszenierung (oh ja, Inszenierung) von THE SIMPLE LIFE spricht Bände über die angebliche Echtheit der Vorgänge: Wenn ein Mann an eine offene Tür klopft, suchend im Haus herumschaut und dabei fragt: "Ist da jemand?", während die Kamera im Haus, mitten im Raum postiert ist, dann müßte doch eigentlich jedem Einfaltspinsel aufgehen, daß es da nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Alle wichtigen Handlungselemente sind freilich auch stets von mehreren Kameras eingefangen, weswegen auf jede Aktion der Mädels auch mit schönster Regelmäßigkeit wahlweise mitleidige oder mißbilligende Blicke der anderen Personen im Close-Up gezeigt werden können. Natürlich wird alles mit großartig suggestiver Musik untermalt - vorzugsweise so ein Hillbilly-Banjo-Gedudel, damit wir auch wissen, daß wir uns im tiefsten Südstaaten-Hinterland befinden - und obendrauf wurde eine Erzählstimme geklebt, dessen Sprecher den Southern Drawl auskostet wie Onkel Billy Joe Bob beim Geschichtenerzählen am Kindergeburtstag.

Viel entlarvender ist aber natürlich die Tatsache, wie konstruiert schlichtweg jede Episode ist. Da werden die Mädels zum Beispiel gleich zu Beginn nicht vom Flughafen abgeholt, sondern finden einen Pick-Up-Truck mitsamt Schlüssel und Wegbeschreibung vor, damit wir gleich sehen können, wie ungeschickt die Luxusgören mit so einem alten Gefährt mit Gangschaltung umgehen (Paris würgt gleich den Motor ab und parkt den Wagen auf dem Gras, weil sie keinen Rückwärtsgang findet). Na sicher! Ein paar Folgen später backen sie einen Kuchen für ein Dorffest, aber weil ihr Auto qualmt, legen sie diese Kuchen auf die Wiese vor dem Haus, bevor sie zum Telefonieren hineingehen - und wenige Minuten später wundern sie sich dann natürlich, warum die Kuchen vom Hund gefressen wurden.


Das ist so klar gescriptet, daß es schon erstaunlich ist, wie sehr es doch so viele Leute für echt - oder zumindest halbwegs echt - gehalten haben. Die Comedy hier funktioniert stets so, daß der Zuseher genau das bestätigt kriegt, was er vorab schon "weiß": Die reichen Luxusgirls können keinen Handschlag selber arbeiten, sind verwöhnt, brauchen viel zu lange im Badezimmer und ziehen sich für jede Arbeit und jedes Event Klamotten an, die den meisten Bordsteinschwalben zu gewagt wären. Die Episoden müssen natürlich so konstruiert sein - weil ansonsten rein gar nichts passieren würde. Da bandelt Paris irgendwann mit einem Jungen aus der Stadt an (oh ja, es entwickeln sich intime Momente direkt vor der Reality-Kamera - na sicher!), und die Gastfamilie ist in großer Sorge und verhängt Ausgehverbote. Warum genau? Weil es sonst keinen Konflikt geben würde, wenn nicht Papa und Mama der Gastfamilie so tun würden, als wären sie Erziehungsberechtigte für diese beiden Frauen Anfang 20. Und so wird eben beständig eines der ältesten Komödienprinzipien der Welt bedient: Großstadtgrünling kommt mit dem Landleben nicht klar. Ach ja, und: Reiche Leute haben keine Ahnung vom Leben der einfachen Bevölkerung.

Halten wir also fest, daß "Reality" keinen Grad an Authentizität bezeichnet, sondern nur für eine bestimmte Ästhetik steht - ein Inszenierungsstil, in dem mit dokumentarisch herumgeschwenkten Kameras im Reportagenstil eine Geschichte erzählt wird. (Das ist ähnlich wie bei "Indie-Rock", der mit "Independent" im Sinne der Unabhängigkeit auch nichts zu tun hat - der Begriff bezeichnet nur einen bestimmten Stil.) Also schauen wir mal, was so in den einzelnen aufregenden Folgen passiert:


#1: Ro-Day-O vs. Ro-Dee-O. Vor ihrem Ausflug ins tiefste Arkansas gehen Paris und Nicole nochmal gehörig shoppen und kaufen nutzlosen Krempel für mehrere tausend Dollalala. Dann fliegen sie los (der Butler von Paris muß nochmal nachhaken, damit die Mädels tatsächlich beide Handys abgeben) und geraten über den Umweg des abgestellten Pick-Up-Trucks (siehe oben - und ich grüble dauernd, ob die Gastfamilie den Truck extra zum Flughafen gefahren hat und dann per Taxi nach Hause gekommen ist!) auf die Farm der Familie Leding. Sie gehen einkaufen und schaffen es dabei nicht, sich an ihr Limit von $50 zu halten. Am Abend kämpfen sie mit Insekten in ihrem Zimmer (die mit lautstarkem "Iiiiiiiiih" und panischem Herumlaufen kommentiert werden), während die Gastfamilie Zecken im Bett und ein Wasserloch mitten im Zimmer völlig normal findet.

#2: Dairy Farmin' Divas. Die Mädels arbeiten einen Tag lang in einer Molkerei, wo sie sich um die Kühe kümmern und dann die Milch in Flaschen abfüllen müssen. Für jede ihnen gestellte Aufgabe sind sie zu doof. Nach einigen Stunden Arbeit genießen sie eine Pause im Whirlpool hinter dem Haus, woraufhin sich ihr Arbeitgeber flugs von ihren trennt. Die Mädels jammern, daß sie noch nie so hart in ihrem Leben gearbeitet haben.

#3: Sonic Burger Shenanigans. Paris und Nicole besuchen einen Kreis alter Damen, die an einem Quilt arbeiten. Nicole beschwert sich, daß das Design langweilig ist, und schlägt den Frauen vor, doch ein paar Brandlöcher in den Quilt zu machen. Wenig später fangen die Mädels ihren zweiten Job an: Aushilfen in einem Burgerladen. Sie kommen 45 Minuten zu spät. Für jede ihnen gestellte Aufgabe sind sie zu doof. Weil ihnen langweilig ist, blödeln sie bei der Arbeit herum und schreiben "Half Price Anal Salty Weiner Bugers" auf das Schild an der Straße, worüber die Manager nicht lachen kann. Die beiden Mädels werden gefeuert und schleichen sich nachts aus dem Haus in einen Club, obwohl der gestrenge Familienvater eine Ausgehsperre nach Mitternacht verhängt hat.


#4: The One about the Rumors. Die Bürgermeisterin der Stadt macht sich Sorgen, daß sich Paris und Nicole nicht so richtig in das Dorfleben integrieren. Deswegen lädt sie die beiden ein, am bevorstehenden Stadtfest mitzuwirken. Das Schicksal der dafür gebackenen Kuchen wurde oben schon beschrieben, ebenso wie das Outfit, das vor allem Paris zu diesem Event anzieht. Die Mädels betreiben beim Fest einen "kissing booth", wo man sich für einen Dollar einen Kuß abholen kann, und blödeln dabei ausgiebigst herum.

 #5: Shopaholics. Paris und Nicole bekommen einen neuen Job bei einer Viehauktion, wo sie sich erneut um Kühe kümmern müssen. Sie kommen 70 Minuten zu spät. Für jede ihnen gestellte Aufgabe sind sie zu doof. Sie verteilen Glitter auf die Kühe und werden dann losgeschickt, Viehfutter zu kaufen. Beim Shoppen kaufen sie nebenher für knapp $200 Unfug zu Lasten der Kreditkarte ihres Chefs - darunter ein Vogelhäuschen, das sie ihrer Gastmutter Janet zum Muttertag schenken.

#6: Boy Crazy. Die Mädels arbeiten an einer Tankstelle. Es ist durchaus möglich, daß sie für jede ihnen gestellte Aufgabe zu doof sind, aber ganz sicher kann man sich da nicht sein, weil sie die meiste Arbeitszeit damit verbringen, mit Jungs zu flirten. Beide lachen sich fesche Kerle an und schmusen beim Fortgehen ein wenig mit denen herum - was die Gastfamilie erzürnt, weil in der Stadt schlecht über die Mädels und somit auch über die Familie Leding geredet wird. Paris und Nicole halten sich aber nicht an das Ausgehverbot. In einer Bar kriegt Nicole einen Schreianfall, als sie ihre Handtasche nicht findet, und kippt Bleichmittel über den Billiardtisch.


#7: Good-bye and Good Luck. Nicole entschuldigt sich bei der Besitzerin der Bar wegen des ruinierten Billiardtischs. Ansonsten gibt es viele Umarmungen und herzliche Verabschiedungen, obwohl die Mädels in jeder Folge zuvor ihre Unterkunft schlimm fanden, die Arbeit eklig und die Leute nervig. Paris verkündet, daß sie sich zuhause gleich als Erstes stundenlang an ihr Handy werfen wird, weil ihr das am meisten abgegangen ist. Familienpapa Albert Leding hofft, den Mädels einige wichtige Lebenslektionen mit auf den Weg gegeben zu haben.

#8: The Lost Episode. Nachdem die Einschaltquoten so gigantisch waren, schob der Sender noch eine Episode mit weiterem Material aus den vergangenen 30 Tagen hinterher: Nicole weiß nicht, was ein Waschsalon ist, aber Paris erklärt ihr, daß sie sowas schon gesehen hat, als Josh Hartnett in 40 DAYS AND 40 NIGHTS einen aufgesucht hat. Dann fegt ein Tornado über das Haus hinweg, und Nicole ist enttäuscht, daß keine Kühe durch die Luft fliegen. Die Mädels kriegen einen Job bei einem Tierpräparator. Für jede ihnen gestellte Aufgabe sind sie zu doof. Einem ausgetopften Bären tragen sie Make-up auf. Weil Paris Heimweh hat, schickt ihr ihre Mama aus Los Angeles ein großes Freßpaket mit Fastfood.

#9: The Simple Life Reunion. Dieses 45-Minuten-Special wurde neun Monate nach der Show aufgezeichnet - darin treffen Paris und Nicole in einem Talkshow-Setting auf die Leding-Familie und andere Einwohner des Dorfes wieder. Alle Beteiligten äußern sich in sympathischen und höchst unergiebigen Sätzchen. Amerika liebt Paris und Nicole (behauptet die Moderatorin). Paris und Nicole lieben alle Menschen, mit denen sie in Arkansas zu tun hatten (behaupten die Mädels). Papa Leding spricht immer noch von Lebenslektionen. Das Studio wurde geschmackssicher mit Sofas ausgestattet, die teilweise aus Heuballen zusammengebaut sind. An einer Stelle schwärmt Paris in schamlosestem Product Placement, wieviel Spaß das Einkaufen bei Wal-Mart doch macht, weil man da wirklich alles kriegt.


Wir sehen anhand der spannenden Ereignisse der Show: Das ist TV-Trash allererster Kajüte. Und weil alles auch handlungsmäßig so offensichtlich manipuliert ist - ansonsten gäbe es nichts zu erzählen! - betrachten wir das Ganze abschließend mal als Geschichte und nicht als Wirklichkeit.

Ist THE SIMPLE LIFE also eine sehenswerte Geschichte? Nein. Und das hat nichts damit zu tun, daß Paris und Nicole dumm sind oder als oberflächliche Tussen durch das Geschehen stapfen - sondern damit, daß die Sendung so sehr auf den offensichtlichsten Witz abzielt und immer nur wieder die Zuseherhaltung bestätigt, daß nicht ein einziger überraschender Moment übrigbleibt. Jede Minute ist quasi eine Variation eines Blondinenwitzes, und freilich beweist vor allem Ms. Hilton damit enormen Geschäftssinn - ganz offensichtlich wollen die Leute sie als unmöglich doofes Huhn sehen, und ob sie es ist oder nur spielt, ist hier völlig nebensächlich. Aber wenn schon Comedy nach dem steinalten Prinzip "Reiche Menschen aus der Stadt sind mit richtiger Arbeit auf dem Land überfordert" bzw. "Blonde Tussen sind zu doof für die Welt", warum dann nicht einige Wendungen einbauen? Warum nicht die Mädels erst an den Aufgaben scheitern lassen, sie aber dann mit eigener Logik gewisse Vorgänge ad absurdum führen lassen? Warum kann nicht irgendwo eine Entwicklung stattfinden, in der die Mädels mit ungewöhnlichen Mitteln die Herausforderungen knacken, oder wenigstens nicht nur deshalb an ihnen scheitern, weil sie sich dumm, ignorant und kindisch aufführen?

Die Antwort ist ganz einfach: Weil es dann kein Mensch mehr für eine Reality-TV-Serie gehalten hätte.




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Nein, das hier ist keine Anleitung, die einem wertvolle Tips gibt, wie man seine 15 Minuten Ruhm erhaschen kann - auch wenn das Buch so aufgezogen ist. Vielmehr handelt es sich bei WIE MAN BERÜHMT WIRD um einen ironischen Blick auf den Ruhm an sich - in all seinen Entwicklungen und Erscheinungsformen: Kinderstars, D-Listen-Promis, Paparazzi, Nobelpreisträger, Sportler, Entzugskliniken, und alles weitere, was wir aus den Klatschspalten der Presse kennen.

Autor André de Guillaume strukturiert das Büchlein wie einen Ratgeber: Welche Wege gibt es zum Ruhm? Welche Schritte und Verhaltensweisen muß ich dabei beachten? Welche Probleme können auf mich zukommen? Es ist ein amüsanter Blick auf unsere Promikultur, den de Guillaume da zusammengeschrieben hat, und der Text steckt voller bissiger, aber letztlich gutmütiger Seitenhiebe. Schon im Vorwort heißt es sehr schön: "Wir lieben Promis. Wir lieben sie, weil sie reicher, hübscher und schlanker sind als wir. Wir lieben sie, weil sie mit anderen Promis zusammen sind und noch reicheren, hübscheren und schlankeren Promi-Nachwuchs produzieren. Wir lieben sie, weil sie alles größer und besser machen als wir: größeres Haus, bessere Hochzeit, größeres Alkoholproblem, bessere Scheidung". Autsch.

Hier haben wir mal ein Subgenre, das selten bedient wird, und bei dem es schön ist, daß es dennoch weiterlebt: Den Sketchfilm. Richtig viele Streifen gibt es nicht in dieser Untergattung, in der Sketche und alleinstehende Parodien nur durch einen losen Rahmen zusammengehalten werden und dabei auf eine Handlung komplett verzichtet wird - die Monty Pythons haben sowas gemacht (THE MEANING OF LIFE und DIE WUNDERBARE WELT DER SCHWERKRAFT), aber der wahre Klassiker des Prinzips ist natürlich das KENTUCKY FRIED MOVIE, dessen von John Landis inszenierter Anarcho-Witz die Autoren Jerry & David Zucker und Jim Abrahams bekanntgemacht hat, die sich dann später mit (sehr sketchhaft gehaltenen) Parodien wie DIE UNGLAUBLICHE REISE IN EINEM VERRÜCKTEN FLUGZEUG, DIE NACKTE KANONE und HOT SHOTS einen Platz im Komödienhimmel gesichert haben. Eigentlich nur konsequent, daß David Zucker auch einer der Produzenten des vorliegenden Films ist, der bei uns NEWS MOVIE heißt und im Original als THE ONION MOVIE veröffentlicht wurde.

Der ehrenwerte Don Arrigone, der für uns schon frohen Mutes den SCHULMÄDCHEN-REPORT, 6. TEIL rezensiert hat, meldet sich mit einem Gastbeitrag über den Rutger-Hauer-Klopper HOBO WITH A SHOTGUN zurück.



Fans von Rutger Hauer haben es seit den späten Achtzigern nicht mehr leicht. In großen Produktionen wie BATMAN BEGINS oder SIN CITY taucht der sympathische Blondschopf nur noch in Nebenrollen auf, und längst nicht alle Filme, in denen ihm doch die Hauptrolle vergönnt war, erreichen den Unterhaltungswert eines SPLIT SECOND. All jene, die ihm trotz dröger Schinken wie dem berechenbaren FATHERLAND die Treue hielten, wurden 2011 allerdings ein weiteres Mal belohnt: Auch wenn HOBO WITH A SHOTGUN weder Rutgers Karriere retten wird, noch das verdiente Alterswerk ist - Spaß macht er auf jeden Fall.

Der Film beginnt mit der Ankunft unseres namenlosen Obdachlosen in "Hope Town", wobei dem Publikum bald bewußt wird, daß weder der Name der Stadt noch die anfangs betont fröhliche Farbgebung Programm sind. Denn kaum angekommen, muß der Hobo erleben, wie einige Verbrecher einem Mann eine Halskrause in Form eines Kanaldeckels anlegen, ihn anschließend in den Gulli stoßen, und ihm schließlich an einem Auto befestigten Stacheldraht um den Hals binden. Enden kann dieser höchst konstruierte, aber zugegebenermaßen innovative Gewaltexzess natürlich nur in einer Enthauptung und einer beeindruckenden Blutfontäne, unter der dann auch prompt eine Frau im weißen Bikini tanzt - ein halbherziger Versuch, dem in dieser Hinsicht äußerst zahmen Streifen etwas Sexappeal zu verleihen.


Noch am selben Abend muß unser wohnungsloser Held in leidvoller Erfahrung lernen, daß solche Ereignisse in Hope Town, nun in deutlich düstereren Farbtönen gezeichnet, keineswegs eine Ausnahme darstellen. Zwar gelingt es ihm, die Prostituierte Abby vor Slick, dem Sohn des Verbrecherbosses Drake, zu retten, doch als er den spätpubertären Schuft der Polizei übergibt, entpuppt sich diese als korrupt. Anstelle des Delinquenten wird der Obdachlose bestraft: Unter Mithilfe der Polizei ritzt ihm Slicks Bruder Ivan das Wort "Scum" in die Brust. Schließlich wird er zum Müll geworfen und als "street trash" verhöhnt - eine der Anspielungen auf andere Exploitation-Filme bzw. das Genre an sich.

Der Hobo freundet sich nun mit Abby an und erzählt ihr von seinem Traum: Eigentlich will er sich sein Geld durch ehrliche Arbeit verdienen, und zwar indem er Leuten gegen Geld den Rasen mäht. Dafür braucht es bekanntlich entsprechendes Gerät, und bis er sich solches leisten kann, ist er auf Betteln angewiesen. Am nächsten Morgen ist er allerdings von Hope Town, wo schon einmal ein pädophiler Weihnachtsmann ungestraft kleine Kinder entführt, derart angeekelt, daß er sich entschließt, seinen Traum zu verwirklichen, koste es, was es wolle ($49,99). Er verdient sich das fehlende Geld, indem er sich von einem sadistischen Kameramann dabei filmen läßt, wie er auf Glasscherben kaut. Damit beweist HOBO WITH A SHOTGUN, daß er sich durchaus bewußt ist, wie er selbst zu unterhalten versucht, denn außer Rutger vermag bisher nur die Gewalt zu "faszinieren".

Es kommt, wie es laut Titel kommen muss: Gerade als unser Held sich endlich den Rasenmäher kaufen will, wird der Laden überfallen, und statt zum Gartengerät greift er zum Gewehr, das praktischerweise gleich viel kostet. Ohne groß zu zögern schickt er die Räuber über den Jordan, bevor wir in einer Montage sehen, wie er nun weiter in Hope Town aufräumt. Dank cooler Oneliner und überraschend pointierter Zeitungschlagzeilen wie "Hobo stops begging. Demands change" stellt diese Sequenz einen der Höhepunkte des Filmes dar.


Der weitere Film steuert dann recht zielstrebig und ohne große Überraschungen, dafür mit viel unnötiger Gewalt, der abschließenden Auseinandersetzung zwischen dem Hobo und Drake entgegen. Für Unterhaltung sorgt lediglich noch die Konfrontation mit dem Duo The Plague, die entfernt an Robocop gemahnen - nur, daß die Bauteile hier eindeutig vom Schrottplatz stammen. Cooler Achtziger-Jahre-Rock bei ihren Auftritten, grelle Beleuchtungseffekte, sowie äußerst innovative Tötungsmethoden gleichen dieses Manko allerdings mehr als nur aus und liefern die Grundlage für einen durchaus unterhaltsamen Showdown.

Es dürfte inzwischen klar geworden sein, daß HOBO WITH A SHOTGUN primär durch Gewaltorgien zu unterhalten versucht, und es erst in zweiter Linie eine Rolle spielt, wie stark sich der Film seiner selbst bewußt ist. Gerade wenn dieser Aspekt dominant wird und die Ereignisse genügend ironisch gebrochen werden, läuft der Film zu seinen (leider zu wenigen) Höchstleistungen auf. Ansonsten ist es eben eine Geschmacksfrage, inwiefern man sich für kreativ inszenierte Blutbäder begeistern kann. Und auch Trashfans haben guten Grund, geteilter Meinung zu sein. Anspielungen auf Exploitationfilme wie SILENT NIGHT DEADLY NIGHT sind ein schöner Zug, doch durch die bewußte Hommage erhebt sich HOBO auch über jegliche Kritik: "Das ist nicht schlecht, das ist Absicht."




Hobo with a Shotgun (USA 2011)
Regie: Jason Eisener
Drehbuch: John Davies
Kamera: Karim Hussain
Darsteller: Rutger Hauer, Brian Downey, Gregory Smith, Nick Bateman, Molly Dunsworth, Rob Wells

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Viele Leute glauben, daß die Firma The Asylum nur hemmungslos beknackte Monster-Trashfilme auf den Markt wirft. Von wegen! Nebenher wirft die Produktionsstätte nämlich auch hemmungslos beknackte Sexkomödien auf den Markt. Wie diese hier zum Beispiel: BIKINI SPRING BREAK, die exakt drei Sekunden braucht, bis nackte Oberweiten zu sehen sind, und in den restlichen 87 Minuten ganz genau das bietet, was Titel und Poster versprechen. Das ist wahrer Kundendienst.

Der Film folgt fünf dauerhaft spärlich bekleideten Mädels, die in einer Blaskapelle spielen und für einen Wettbewerb innerhalb kürzester Zeit nach Florida fahren müssen. Der Rest der Band nimmt den Flieger, aber unsere fünf Schätzchen müssen mit dem Bus reisen, weil kein Geld dafür da war, die Instrumente ebenfalls per Flugzeug zu transportieren. Weil die etwas unterbelichtete Zoe unterwegs Normalbenzin statt Diesel tankt, bleibt ihr Bus aber liegen, und die Damen sitzen in einem kleinen Kaff fest, wo gerade der Spring Break gefeiert wird. Dort bieten sich viele alternative Methoden, um Geld für die Weiterreise zu sammeln: Ein Wet-T-Shirt-Contest zum Beispiel, oder Frauencatchen in Götterspeise. Da sag noch mal einer, daß die Handlung von Sexploitation-Komödien immer doof und konstruiert ist!

Ich geb's einfach mal zu: Ich mag COLLEGE ANIMALS und COLLEGE ANIMALS 2 - vor allem der erste ist ein temporeich inszeniertes Verwechslungschaos. Für den vorliegenden Film ist diese Information allerdings total irrelevant. Warum? Weil COLLEGE ANIMALS 3 mit den ersten beiden nichts zu tun hat und im Original auch gar kein Film dieser Reihe ist: Der dritte Teil von COLLEGE ANIMALS (auf Englisch: DORM DAZE) heißt COLLEGE VAMPIRES (im Original: TRANSYLMANIA), während der hierzulande als COLLEGE ANIMALS 3 angebotene Film eine eigenständige Klamotte ist, die im Herkunftsland FRATERNITY HOUSE heißt. (Nein, es ist keine Seltenheit, daß ein Verleih Filme zu Pseudo-Fortsetzungen umtitelt - siehe das Verwirrspiel um die KARATE-TIGER-Reihe.)

Der Streifen spielt auf einem Campus am letzten Tag des Semesters, wo sich schon Partylaune breitmacht und die beiden Studenten Evan und Jake jammern, daß ihre wunderbare College-Zeit nun vorbei ist. Mit Hilfe des hochsemestrigen Studenten "Fossil" versuchen sie, ein weiteres Semester herauszuschlagen - zum Beispiel dadurch, daß sie ins Dekanat einbrechen und die Antworten ihres letzten Tests ändern, um durchzufallen. Nebenher folgen wir dem jungfräulichen Studenten Scooter, der mit Fossils Hilfe endlich flachgelegt werden soll, und weiters diversen Anwärtern auf eine Mitgliedschaft in der Studentenverbindung, die sich dafür allesamt auf verschiedenste Weise erniedrigen lassen müssen.

1) Also, wer bei diesem Bild nicht aufspringt und begeisterte, unartikuliere Laute von sich gibt, der hat gehörigen Nachholbedarf. Scream Factory arbeiten an einer aufregenden BluRay-Edition von Carpenters SIE LEBEN, und alleine das neue coole Artwork macht das gute Stück zu einem sofortigen Must-Have. Abgesehen natürlich von neuen Bonus Features! Bleibt zu hoffen, daß es diese Edition auch nach Europa schafft. Mehr Infos: Hier.



2) Der Trailer zum neuen Bond-Streifen. SKYFALL. "Less of a random killing machine ... more of a personal statement". Mit diesem Film und dem im September erscheinenden BluRay-Bond-Set werden die letzten paar Monate des Jahres wohl zu 95% von James Bond bestimmt sein.

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1990 kam HART AUF SENDUNG heraus, im Original PUMP UP THE VOLUME, ein fantastischer Film über einen schüchternen, einsamen Teenager, der über einen im eigenen Keller betriebenen Piratensender all das ansprechen kann, was seine Gleichaltrigen beschäftigt, und der damit unerkannt zum Sprachrohr vieler Mitschüler wird. 2012 präsentiert uns Disney den TV-Film RADIO REBEL, in der eine schüchterne Jugendliche in ihrem eigenen Schlafzimmer einen Podcast betreibt und darin all das anspricht ... und so weiter. Nein, RADIO REBEL ist kein Remake - der Film weckt nur beständig Erinnerungen an eine viel bessere Geschichte mit wesentlich mehr Tiefgang.

Gestehen wir RADIO REBEL gleich zu, daß sich die Autoren um eine anders gelagerte Handlung bemüht haben. Schon relativ früh findet der Stiefvater von Tara (so heißt das Mädchen mit dem Podcast) heraus, daß sie hinter der Sendung steckt, von der so viele Leute reden - und bietet ihr an, die Show über einen professionellen Radiosender auszustrahlen. Tara bleibt an der Schule weiterhin anonym - nur ihre beste Freundin weiß Bescheid - und damit ergeben sich immer neue Situationen, in denen ihre Identität auffliegen könnte; vor allem, weil sie mit harmlosen Aufrufen zum Rebellentum (Tanzen im Unterricht!) den Zorn der Direktorin auf sich zieht und nebenher gegen eine fiese Zicke zu kämpfen hat, die es auf den süßen Mitschüler Gavin abgesehen hat - der aber seinerseits ein Auge auf Tara geworfen hat ...