Juli 2012


1) Godsmack haben eine großartige Coverversion von "Come Together" von den Beatles eingespielt und klingen dabei wie Black Sabbath. Hier redet Drummer Shannon Larkin über das Video.

2) Papa Roach präsentieren ihren neuen Song "Still Swingin'", die erste Single ihres anstehenden neuen Albums THE CONNECTION: Hier. Ich mag die elektronischen Bits und die leicht bearbeitete Stimme.

3) Wes Borland redet über die Aufnahmen für das nächste Limp-Bizkit-Album und über die bevorstehende Veröffentlichung der nächsten Black-Light-Burns-Platte: Hier. Gerade letztere klingt spannend: "It’s noisy and wild and organic [...]. I tried to leave a lot of mistakes in there and also do a lot of circuit-bending, where you take children’s keyboards and wire in a bunch of new electronics that distort and warp the sound. They’re incredibly unpredictable and you can get nasty noises out of them. I used a lot of them to create dirty-sounding soundscapes. I also tried to do as many vocals as I could in one take so you can hear me running out of breath. It adds a type of urgency that we didn’t have on the first record."

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ATTACK OF THE 50 FOOT CHEERLEADER ... vermutlich der welterste Trailer, der mit den Worten "Academy Award winning legend" und "Francis Ford Coppola" anfängt und dann mit drei Close-Ups von Brüsten, diversen leichtbekleideten Mädels, Treat Williams, einer Riesenspinne, einem Catfight, einer Kissenschlacht und einem John-Landis-Cameo aufwarten kann. Man muß schon sagen: Roger Corman weiß, was die Leute in einem Film sehen wollen.



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Na, das ist doch mal halbwegs inhaltsbezogen an den großen bekannten Namen angelehnt: Auf KEVIN ALLEIN ZU HAUS (in dem John Candy in einer Nebenrolle auftrat) folgte ALLEIN MIT ONKEL BUCK (der eigentlich schon vor KEVIN herauskam, aber dank Mitwirkung von Macauley Culkin erst danach bei uns das Licht der Videothek erblickte) - und dann JACK ALLEIN IM SERIENWAHN, der im Original wenig aussagekräftig DELIRIOUS heißt und in dem Autor Jack Gable (Candy) zwar nicht irgendwie alleine ist, aber immerhin in einer TV-Seifenoper gefangen: Nämlich seiner eigenen.

Bill (Aaron Eckhart) steckt schwer in der Krise: Seine Frau (Elizabeth Banks) betrügt ihn mit einem affigen TV-Reporter (Timothy Olyphant), er hat dank seiner Ehe einen verantwortungslosen Posten in der Bank seines Schwiegervaters (Holmes Osbourne), wo er von seinem Schwager (Todd Louiso) gemobbt wird, und er muß sich im Rahmen eines Mentorenprogramms um einen rebellischen Schüler (Logan Lerman) kümmern, obwohl er mit seinem eigenen Leben schon genug Probleme hat. Während Bill versucht, mittels eines Doughnut-Franchise-Ladens finanziell auf eigene Füße zu kommen - was er ohne Zustimmung seines Schwiegervaters und seiner Frau nicht machen kann - beschließt sein Schüler, ihm zu helfen, seine Frau zurückzuerobern: Zum Beispiel mit Hilfe einer attraktiven jungen Verkäuferin (Jessica Alba), die Bills Frau eifersüchtig machen soll ...

Interviews sind eine spannende Sache. Zumindest theoretisch: Man erfährt im richtigen Moment und mit den richtigen Fragen eine ganze Menge darüber, wie die Leute so ticken - und je nach Gesprächspartner können die Antworten tiefschürfend, unterhaltsam, intelligent, sympathisch oder von all dem das exakte Gegenteil sein. Manche Interviews laufen einfach schief - sei es, daß der Interviewte gar nicht reden will (man denke an das legendäre "Interview" mit Boxer Norbert Grupe, der mehrere Minuten lang einfach schwieg), nicht ganz klar im Kopf ist (da gibt es zum Beispiel ein bezeichnendes Visions-Interview mit Filter-Frontmann Richard Patrick, der offenbar high und ganz unironisch den Konflikt in Israel mit der Errichtung von McDonald's-Restaurants und einem Disneyland-Park lösen will) oder schlichtweg auf dem falschen Fuß erwischt wird. Und dann bleibt noch die Frage, wie ehrlich die Antworten in so einer PR-Mühle sein können oder dürfen, wenn jeder Befragte stets brav zu Protokoll gibt, daß es sich beim aktuellen Album um das allerbeste der ganzen Karriere handelt und daß am Set alle unglaublich nett waren und jeder viel Spaß hatte.

Neil Strauss ist als altgedienter Rockjournalist mit so ziemlich jeder Interviewsituation vertraut. Der Autor, der nicht nur für den Rolling Stone und die New York Times schreibt, sondern auch als Co-Autor die Autobiographien von Marilyn Manson, Mötley Crüe, Jenna Jameson und Dave Navarro in Form brachte - von seinem faszinierenden Einstieg in die Welt der Pick-Up Artists ganz zu schweigen, die er in dem Bestseller THE GAME festhielt - hat schon mit so ziemlich jedem geredet, der Rang und Namen in der Entertainment-Welt hat, und darüber hinaus noch mit diversen interessanten, schrägen, vergessenen oder einflußreichen Randfiguren. Für sein neues Buch EVERYONE LOVES YOU WHEN YOU'RE DEAD AND OTHER THINGS I'VE LEARNED FROM FAMOUS PEOPLE hat Strauss tief in seinem Interviewarchiv gegraben: Auf über 500 Seiten zeigt er Interviewmomente, die es nicht in die tatsächliche Story geschafft haben und trotzdem aus den verschiedensten Gründen bemerkenswert sind.

Das ist mal ein schöner historischer Fund: Ein 1981 erschienenes Buch mit dem Titel HOW TO MASTER THE VIDEO GAMES, in dem Autor Tom Hirschfeld Tips und Strategien zu 30 seinerzeit populären Spielhallen-Klassikern gibt. Zusammen mit Ken Ustons MASTERING PAC-MAN, Howard Blumenthals THE COMPLETE GUIDE TO ELECTRONIC GAMES und dem schon 1980 erschienenen Buch HOW TO WIN AT SPACE INVADERS zählt Hirschfelds Übersicht aus der Goldenen Ära der Arcade-Spiele zu den frühesten Spielebüchern überhaupt - erst 1982 kam dann eine große Zahl verschiedener weiterer Nachschlagewerke auf den Markt.

1990 feierte das Softwarehaus Sierra sein 10jähriges Jubiläum - die Firma war zwar bereits 1979 gegründet worden, aber ihr erstes Spiel MYSTERY HOUSE wurde erst 1980 veröffentlicht. Aus diesem Anlaß legte das Team rund um Firmenchef Ken Williams und Designerin Roberta Williams das Zugpferd des Hauses neu auf: Das 1984 veröffentlichte KING'S QUEST, das den Grundstein für die erfolgreichen Adventure-Reihen der Firma gelegt hatte und als erstes 3D-Adventure gilt, wurde einer Frischzellenkur unterzogen und mit der Engine neugestaltet, die auch schon bei KING'S QUEST IV Verwendung fand. Das Spiel selbst sollte dasselbe bleiben, nur die Präsentation wurde auf den neuesten Stand gebracht.

Es handelt sich bei diesem KING'S QUEST 1 also um ein Beinahe-1:1-Remake, da nur ganz wenige Elemente verändert wurden. Story und Aufbau bleiben identisch: Der Ritter Sir Graham wird von König Edward losgeschickt, die drei verlorengegangenen Schätze des Landes Daventry zu suchen. Auf seinen Streifzügen durch das Land trifft Graham wieder auf dieselben Märchen- und Sagenfiguren und löst dieselben Puzzles, die auch schon im Original von 1984 zu finden waren.

Knapp 5 Jahre liegt sie nun zurück, die monumentale Ingrid-Steeger-Retrospektive, die im September 2007 mit DIE STEWARDESSEN begann und im Dezember desselben Jahres mit DIE BETT-HOSTESSEN endete (der geplante achte Teil der Retrospektive, DIE SEX-ABENTEUER DER DREI MUSKETIERE, mußte wegen Unpäßlichkeit der Gastautorin abgeblasen werden). Und immer noch erfreut sich diese voluminöse Werkschau der deutschen Nackedei-Ikone größter Beliebtheit, wie ich an Suchbegriffen und Klickzahlen feststellen darf. Da liegt es doch nahe, nach so langer Wartezeit eine zweite Retrospektive hinterherzuschieben: Steeger Legacy, sozusagen, nachdem ja noch so viele Filme ihres frühen kleidungsarmen Schaffens bislang keine Erwähnung fanden und der Entdeckung harren. Fangen wir also mit hochrotem Kopf an, uns dem Steeger-Streifen SONNE, SYLT UND KESSE KRABBEN zuzuwenden, der 1971 in die deutschen Kinos kam.

Schon der Vorspann faßt den kompletten Film sozusagen als Miniatur zusammen: Aufnahmen vom Strand, nackte Menschen im Sand, nackte Menschen im Wasser, nackte Menschen reden, nackte Menschen schweigen. Dazu eine beschwingte Nummer mit Mitsingen, deren Refrain unbedingt zitiert werden muß: "Nackedi, Nackedu, Nackedei-dei-dei / Ja, wir sind so frei / Was ist denn schon dabei". Und während da so heiter musiziert wird, frühstücken wir doch flott die schönen Alternativtitel des Films ab, der in Deutschland auch als NACKTE LIEBE IM HEISSEN SAND lief und in Österreich wahlweise als NACKTER SEX AUF SYLT oder als - beinahe mein Favorit - BUSEN, PO UND SCHARFE MÄDCHEN unters Volk geworfen wurde (der Titel wirft bei näherer Betrachtung einige überraschende Fragen auf, wenn doch Busen und Po offenbar gar nicht zu den scharfen Mädchen gehören!). Auch der amerikanische Name soll nicht unerwähnt bleiben: READY, WILLING AND ABLE. Oh ja, dieser Kulturbeitrag wurde bis nach Übersee exportiert.

Im letzten Eintrag (hier) ging es darum, wie enorm in den Zeiten vor dem Internet der Bedarf nach Komplettlösungen zu allen möglichen Spielen war - so groß, daß nicht nur Spielemagazine damit ganze Sonderhefte bestücken konnten, sondern daß diverse Verlage - Systhema, Sybex, Data Becker, Markt & Technik - dazu gleich ganze Bücher und Buchreihen veröffentlicht haben. Manche Spieletitel waren populär genug, daß sich sogar mehrere Verlage ihrer angenommen haben - darunter auch die Sierra-Adventures, deren beliebteste Reihen die Publikation von mehreren thematisch identischen Lösungsbüchern angeregt haben (und die auch in den größeren Lösungs-Sammlungen selten fehlen durften).

So. Nachdem ich alter Computerspielhase in letzter Zeit hier die Games längst vergangener Tage habe Revue passieren lassen, kommt jetzt der Moment, wo Opa vom Krieg erzählt: Nach wehmütigem Blick auf 16-Farben-EGA-Grafik in einer Auflösung von 160x200 und einstimmigem PC-Pieps-Sound erinnere ich nämlich jetzt noch kurz an eine Zeit, in der es kein (öffentlich zugängliches) Internet gab und man dementsprechend lange an einer kniffligen Spielsituation festhing.

Was konnte man tun, wenn es im Spiel nicht weiterging? Heute ist der Blick in Online-Lösungen und eigene Foren größtenteils nur eine Minutenfrage, weshalb es umso mehr wie eine Geduldsprobe anmutet, daß einem seinerzeit mitunter wochen- und monatelang nichts überblieb, als alles Mögliche und Unmögliche zu probieren - in der Hoffnung, doch noch auf die Lösung des Problems zu kommen. Die Spielezeitschriften halfen mit abgedruckten Komplettlösungen, und es war durchaus verkaufsfördernd, für knüppelharte Rollenspiele und anspruchsvolle Adventures die Lösung einen Monat vor der Konkurrenz im Heft stehen zu haben. Dementsprechend waren die Magazine - allen voran natürlich die Marktführer Power Play und ASM - mit seitenlangen Tips-und-Tricks-Rubriken bestückt, bei denen man jeden Monat erneut hoffte, daß brauchbare und aktuelle Lösungshilfen enthalten sein würden. Die ASM brachte sogar eine beständige Reihe von Sonderheften heraus, die nur aus Lösungen, Karten und anderen Spielhilfen bestanden.

Am Ende von KING'S QUEST III: TO HEIR IS HUMAN befreite Prinz Alexander seine Schwester Rosella aus den Klauen eines dreiköpfigen Drachen und brachte sie heil ins Schloß von König Graham zurück. Graham, der die ersten beiden KING'S-QUEST-Abenteuer bestritt, warf den beiden seinen Abenteurerhut zu - und bevor wir wußten, wer ihn fangen würde, endete das Spiel. Die zwei Jahre späte erschienene Fortsetzung KING'S QUEST IV: THE PERILS OF ROSELLA knüpft exakt in diesem Moment an: Bevor einer der beiden den Hut fangen kann, bricht Graham aufgrund eines Herzinfarkts zusammen. Rosella klagt verzweifelt, daß sie alles tun würde, um ihren Vater zu retten - da spricht die Fee Genesta aus dem Land Tamir über den magischen Spiegel zu ihr und erzählt ihr von der magischen Frucht, die in ihrem Land wachsen würde, und daß sie Rosella nach Tamir holen könnte, dort aber ihre Hilfe bräuchte.

So gut auch die Verkaufszahlen von KING'S QUEST II waren und so wohlwollend das Spiel von den Fans aufgenommen wurde, haftete der Fortsetzung doch ein wenig das Stigma an, nur "mehr desselben" zu sein, anstatt wirkliche Neuerungen zu bieten. Für das 1986 erschienene KING'S QUEST III mußten Sierra und Designerin Roberta Williams also ihre beliebte Reihe wirklich weiterentwickeln, um nicht bald als "Schnee von gestern" zu gelten - und die Herausforderung spornte das Team an: Teil 3 der Fantasy-Saga ist komplexer und aufwendiger gemacht als die beiden Vorgänger und bietet darüber hinaus eine tatsächliche Story, die sich im Lauf des Spiels entwickelt.

Der gute König Graham, den wir in den ersten beiden Teilen begleiteten, darf in KING'S QUEST III: TO HEIR IS HUMAN pausieren: Das Spiel dreht sich um den jungen Gwydion, der seine Jugend als Sklave des finsteren Zauberers Manannan verbringt. Weil Manannan stets Angst hat, daß sein aktueller Zwangsbediensteter die Kunst der Zauberei erlernen und ihn angreifen könnte, bringt er seine Sklaven jeweils zu ihrem achtzehnten Geburtstag um und entführt einfach einen neuen Jungen, den er dann für alle Dienste im Haus einspannt. Gwydion ist mittlerweile siebzehn und hat somit nicht mehr viel Zukunft vor sich - es sei denn, er kann sich aus der Gefangenschaft des Zauberers befreien ...

Der erste AMERICAN PIE schlug 1999 ein wie eine Bombe. Zusammen mit dem Erfolg von SHE'S ALL THAT (dt. EINE WIE KEINE) und 10 THINGS I HATE ABOUT YOU pumpte die sensationell kassenträchtige Teeniekomödie neues Blut in ein Genre, das ohnehin ein Dauerbrenner ist und sich eher im Zeitgeist als im tatsächlichen Inhalt ändert. Im Teeniefilm geht es schon seit jeher hauptsächlich um Sex - beziehungsweise um den Wunsch, welchen zu haben - und sekundär um alle Fragen des Heranwachsens: Popularität, Freundschaft, Identität, das ganze Paket. AMERICAN PIE war für die nachfolgende Welle an Teeniekomödien um einiges einflußreicher als die anderen genannten Filme - und zwar im Hinblick auf das Bad-Taste-Element: jene Prise Geschmacklosigkeit, die ebenfalls schon seit langer Zeit im Genre verankert war, durch die Komödien der Farrelly Brothers gerade seinen Weg in den Mainstream fand und im ersten PIE durch kreativen Einsatz von Körperteilen und -flüssigkeiten dafür sorgte, daß in den nächsten Jahren so ziemlich jeder einschlägige Streifen den entsprechenden Tabubruch noch steigern wollte.

Dabei ist es schade, daß die Reihe so gern auf seine derben Momente reduziert wurde: Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen fand AMERICAN PIE fast immer einen menschlichen Moment in den Obszönitäten. Darüber hinaus war die Geschichte so viel mehr als nur eine Aneinanderreihung von Zoten: Der Film präsentierte uns glaubwürdige, sympathische Figuren, mit denen man mitfühlen und -leiden konnte und die damit das Teenagerdasein auf (natürlich, wie im Genre üblich) überspitzte Weise richtig einfingen. Und ja, in seinem Kern war der Film die Geschichte einer Freundschaft, die an den richtigen Stellen mit einer Prise Sentimentalität punkten konnte: Man denke da nur an Jims ebenso bemühten wie hochnotpeinlichen Vater, der ihn vor dem Abschlußball so innig umarmt und nicht mehr loslassen mag.