März 2012

Wieder einmal darf ich mir einen schönen Verdienst auf den Lebenslauf schreiben: Ich habe nicht nur mein Land im Alleingang vor zahlenstark hereinbrechenden Feindformationen beschützt, sondern es dabei auch noch zum Präsidenten geschafft. Und das von einem kleinen Kahn aus, der den Hundertscharen von angreifenden Flugzeugen und Helikoptern kaum gewachsen zu sein scheint!

Die Rede ist natürlich (!) von WAVY NAVY, einem C64-Spiel aus dem Jahre 1983, das ich vor ein paar Tagen wieder hervorgekramt und endlich gemeistert habe. Im Kern stellt das kleine Programm aus dem Hause Sirius Software einfach eine Variation des Klassikers GALAGA bzw. natürlich SPACE INVADERS dar: oben greifen viele Gegner in Formation an, unten steuert man ein einsames bewaffnetes Transportmittel und versucht, möglichst lange zu überleben.

Wir kennen ja schon die Auswüchse, mit denen obskure Billigproduktionen sozusagen per Beihilfe beworben werden: "Mit dem Star aus ..." heißt es da gerne auf dem DVD-Cover, wenn der Hauptdarsteller in einem prominenten Film den Boxkampfbesucher #32 gab; "Von einem Produzenten von ..." wird mitunter auch gesagt, weil die Produzenten bei Independent-Produktionen ja gerne mal so zahlreich über die Bildschirmcredits purzeln, daß sie eigene Fußballmannschaften mit kompletter Ersatzbank aufstellen könnten – einer wird schon dabei sein, der mal einen halbwegs bekannt klingenden Titel produziert hat! – und der Werbespruch "Von einem Autoren, der schon viel bessere Filme gesehen hat" wird sicherlich auch in Kürze auf irgendeinem Direct-to-Mülltonne-Release prangen. Viel origineller macht das freilich der Schenkelklopfer ORCS, der uns wissen läßt: "Die Monster aus HERR DER RINGE sind zurück!" Ach so, echt? Sind die da alle persönlich zum Dreh gekommen?