Mai 2011
Letztes Wochenende warteten zwei große Pakete auf mich, die randvoll mit Schallplatten und einigen CDs gepackt waren: Es war mal wieder Zeit, einige Billigfunde abzugreifen und dabei das eine oder andere Schmuckstück für die Sammlung zu sichern.

(Wie gehabt führt ein Klick auf die Albumcovers zu Amazon, und wenn ihr da was kauft, unterstützt ihr diesen Blog. Danke dafür!)

Das hier sind die Platten, die im Paket enthalten waren:


The Cars: Heartbeat City (1984). Seit ich auf der letzten Plattenbörse das unglaublich lässige Album PANORAMA von den Cars gekauft habe, bin ich schwer begeistert von den Jungs (die vor kurzem eine Reunion-CD veröffentlicht haben, die angeblich die alten Werke gelungen fortsetzt!) rund um Ric Ocasek. HEARTBEAT CITY war ein Mega-Seller und hat ihren Hit "Drive" sowie das minder bekannte "You Might Think". Aber nicht minder cool ist beispielsweise der harte Groove von "Stranger Eyes". Exzellentes Album!


The Cars: Door to Door (1987). Das sechste und letzte Album der Cars, bis zum erwähnten Reunion-Album 2011. Noch nicht gehört - es soll nicht mehr ganz so aufregend sein, aber "You Are the Girl" war noch ein (US-)Hit und klingt sofort eingängig.


Üblicherweise zeigt sich eine ordentliche Spur Patriotismus, wenn es deutsche Filmschaffende nach Hollywood schaffen. Wolfgang Petersen beispielsweise, der trotz jahrelanger US-Blockbuster immer noch unser Wolle bleibt. Auch Roland Emmerich, dessen Filme wir zwar gerne für ihre schlichten Handlungen belächeln, aber den wir trotzdem immer noch liebevoll den Spielberg aus Sindelfingen nennen - es sei ihm der Erfolg ja gegönnt. Meine Gute, selbst Jürgen Prochnow wird für seine internationale Karriere von uns immer noch gerne mal bewundert, auch wenn die größtenteils darin besteht, in finsteren B-Movies ebenso dreinzuschauen.

Umso bemerkenswerter die Reaktion auf Florian Henckel von Donnersmarcks Zug nach L.A., den er infolge der Oscar-Auszeichnung seines Erstlings DAS LEBEN DER ANDEREN antreten durfte: Für seinen zweiten Film, ein $100-Mio.-Starvehikel namens THE TOURIST, durfte Florian nichts außer einer Flutwelle an Häme einstecken. Man spürt förmlich den Wunsch der Leute, den Großkotz mit der festgeschraubten Goldstatue in der Hand wieder auf den Boden zurückzuholen - da sieht man durchaus, wieviel Wohlwollen der gute Mann flugs vernichtet hat mit seinen Geschichten über den Bildungsauftrag des Adels und seine Verwandschaft zu Goethe, und natürlich auch mit seiner Antwort auf Spielbergs augenzwinkernde Oscargratulation: "You'll never get over this", hat ihm der bärtige Starregisseur da schelmisch gesagt, und Florian erläutert nun, daß Spielberg wohl viel mehr Wert auf Preise lege als er selbst. Oh ja, der adlige Herr nimmt sich selbst sehr ernst und wichtig.


Die französische Band Space wurde 1977 gegründet und wird einem schönen Subgenre zugerechnet, das in den späten Siebzigern dank generellem Interesse an Science Fiction (Nachwirkungen der Mondlandung 1969!) und besonderer Begeisterung über George Lucas' Sternenepos für kurze Zeit aufblühen konnte: Space Disco. Tanzbarer Kosmos sozusagen - Weltraum, Roboter, Raumschiffe, fremde Planeten, das ganze Paket.

Space war das Kind von Didier Marouani, der unter dem Pseudonym "Ecama" für die Kompositionen der Band zuständig war. Zusammen mit Roland Romanelli und Yannick Top (ex-Magma) nahm er das Album MAGIC FLY auf, das auch gleich mit dem Titeltrack ihren größten Hit beinhaltete: "Magic Fly" landete in Deutschland auf Platz #1 und verbrachte 32 Wochen in den Charts; auch in anderen Ländern war die instrumentale Single sehr beliebt. Ein pulsierender Disco-Beat, flirrende und kosmische Synthflächen darüber, ein futuristischer Touch, und eine simple Keyboard-Ohrwurm-Melodie, die gleichzeitig naives Staunen und leicht verlorene Melancholie über alles legt - "Magic Fly" ist ein wundervoller Flug durchs All, der gerne in Endlosschleife laufen könnte. Auch in den anderen Stücken wird der Kosmos besichtigt: "Ballad for Space Lovers", "Tango in Space".