April 2011

KARATE KID (2010). Im Vorfeld hat ja alles irgendwie immer nur skeptischer gemacht: Wer braucht ein Remake des wunderbar gelungenen KARATE KID von 1984? Warum wird der Protagonist vom Teenager zum mehrere Jahre jüngeren Kind umgeschrieben? Warum muß der immer etwas zu alberne Jackie Chan den liebgewonnenen Mr. Miyagi (bzw. hier: Mr. Han) spielen? Und was wird Regisseur Harald Zwart beisteuern, der davor DER ROSAROTE PANTHER 2 inszenierte? Man kann weiß Gott nicht behaupten, daß man wirklich gespannt auf das Ergebnis gewesen wäre.

Filmkritiker Roger Ebert hat unlängst eine Rede bei der TED-Konferenz gehalten - eine Organisation, die als Plattform für die Präsentation von Ideen eintritt. Vor einigen Jahren hatte Ebert diverse Operationen infolge einer Krebserkrankung, die ihm seinen Kiefer gekostet haben und somit die Fähigkeit, zu sprechen. Die Rede hält Ebert mit Hilfe einer Computerstimme, seiner Frau Chaz und zwei weiteren Kollegen:





Die meisten Details über Eberts Erkrankung und seine Suche nach einer computerisierten Stimme dürften regelmäßigen Lesern seiner Website bekannt sein. Und dennoch macht einem die Rede seine Situation erst richtig klar und eröffnet eine tatsächliche Perspektive, wie uns die Technologie und das Internet tatsächlich eine Stimme geben. Und wie Ebert mit seiner Lage umgeht und was er darüber sagt - das ist der Triumph des menschlichen Geistes. Sehr berührend auch, den Umgang zwischen ihm und seiner Frau zu sehen - vor allem gegen Schluß, wo sie kurz mit den Tränen kämpfen muß.

Eberts Stimme ist und bleibt hörbar in allen seinen Texten zu Filmen und der Welt drumherum, egal, wie sehr man mit einzelnen Urteilen nicht einverstanden sein mag - er bleibt ein einzigartiger, unverkennbarer Autor, der es immer wieder schafft, neue Perspektiven zu eröffnen.

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Korn bieten momentan ein neues mp3 zum Download auf ihrer Website an: Get Up. Der Track stammt von einer EP, die circa Mai erscheinen soll, und ist eine Zusammenarbeit mit Skrillex, dem Electronik-Project des ehemaligen From-First-to-Last-Frontmanns Sonny Moore.

Und was für ein Track! Die Gitarren donnern, die Synths flimmern und pulsieren aufgeregt, der Oszillator sägt durch alles durch, und nach einer schön melodiösen Bridge schreit Jonathan Davis im harten Refrain nur. Das dürfte eine wirklich spannende EP werden - und besonders freut mich, daß Korn nach ihrem (durchaus feinen) Rückzug in ihre Vergangenheit auf REMEMBER WHO YOU ARE wieder nach neuen Gegenden und Texturen suchen.

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Ich liebe die alte PLANET-DER-AFFEN-Filmreihe. Das Original ist ein veritabler Science-Fiction-Klassiker, aber auch die Fortsetzungen haben es geschafft, gesellschaftskritische Ideen neu und spannend zu verpacken. Ich mag sogar den fünften Teil, KAMPF UM DEN PLANET DER AFFEN, der eigentlich überflüssig ist, aber mit einer der schönsten Rechtfertigungen eines Bösewichts in der Filmgeschichte aufwarten kann (als er darauf hingewiesen wird, daß er mit seinen Aktionen einen langjährigen Frieden bricht, knurrt er nur: "Ja, der war ja auch so schrecklich langweilig").

Vermutlich, weil ich die Originale so sehr mag, habe ich mir Tim Burtons Remake von 2001 nie angesehen, und ich sperre mich eigentlich nicht großartig dagegen, aber es zieht mich auch wenig zu dem Film hin. Jetzt greift ein neuer Film den Stoff auf: RISE OF THE PLANET OF THE APES, eine Art Origin-Geschichte, die sich freilich mit dem schönen Zeitschleifen-Background von FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN beißt (wo erläutert wird, daß die Affen auf unserem Planeten aus der Zukunft kommen, in der die Affen auf unserem Planeten leben) - aber trotzdem nach spannendem SciFi-Kino mit Genforschungsstory aussieht:



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Der Shot mit dem Affen, der den Schlafenden im Bett beobachtet, ist creepy. Und ebenso die letzte Einstellung mit der Großaufnahme des Affen mit dem so menschlichen Blick.

Neben James Franco und Andy Serkis spielen übrigens Brian Cox, John Lithgow und David Hewlett! Regie geführt hat ein Engländer namens Rupert Wyatt, den ich nicht kenne und der gerade einmal 5½ Jahre älter ist als ich ...

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"It’s a wonderful way to spend your life", hat Sidney Lumet auf die Frage geantwortet, warum er Filme mache. Dasselbe kann man wohl antworten auf die Frage, warum man sich seine Filme ansehen muß.

Heute ist Lumet im Alter von 86 Jahren an einer Lymphknotenerkankung gestorben. Er hinterläßt über 40 Filme, darunter schwergewichtige Klassiker wie DIE 12 GESCHWORENEN (1957) - eines der spannendsten Kammerspiele der Filmgeschichte - DOG DAY AFTERNOON (1975) - mit Al Pacino in dem wohl tragisch fehlgeplantesten Banküberfall überhaupt - und NETWORK (1976) - Lumets bekanntester Film und ein bissig-zynisches Porträt darüber, wie das Fernsehen kaltblütig den Nervenzusammenbruch eines Moderators in klingelnden Profit ummünzt. Das Erstaunlichste an NETWORK ist vielleicht, daß der Film sich nach 35 Jahren immer noch aktuell anfühlt.