März 2011

Der brave Agent Jonathan Rhys Meyers geleitet die Naturgewalt John Travolta auf der Jagd nach Rauschgifthändlern und Terroristen durch Paris. So einfach ist das, und wenn Travolta mit Glatze und fiesem Bart durch den Film walzt, mit zynischen Sprüchen und gnadenloser Gewalt Menschenleben im Sekundentakt auspustet und der Film uns das Prozedere als Buddy Movie präsentiert, dann kann man wohl kaum anders, als von einer "guilty pleasure" zu sprechen. Natürlich ist FROM PARIS WITH LOVE brutal, kalt, proletenhaft und in seiner Gewalt so reaktionär wie seinerzeit die gröbsten Krawallfilme von Chuck Norris und Konsorten - die bösen Jungs, allesamt Ausländerpack und zur Sicherheit der Welt lieber gleich erschossen als sichergestellt, erhalten hier noch nicht einmal die Güte, irgendwie als Figuren vorgestellt zu werden, bevor sie dem Aufräumkommando Travolta als Kanonenfutter dienen dürfen. Aber meine Güte, Film ist keine Realität, und ein Actionspektakel wie FROM PARIS WITH LOVE gibt nicht mal vor, eine solche überhaupt abzubilden - wozu also moralische Anfälle kriegen? Dafür produziert der Trip zuviel Adrenalin, dafür macht Travolta, der sich ja schon immer in den fiesen und widerlichen Rollen am wohligsten ausbreitete, in seiner lässigen Brutaloshow einfach zu viel Spaß. Und hey, er darf sogar einen "Royale with cheese" verzehren und dabei lächeln.

Der momentane Guns n'Roses-Gitarrist D.J. Ashba hat sich schon letzten November über ein neues Album geäußert: "We're talking about that right now. We've been throwing around a bunch of ideas and it should be good, man. We've got a lot of good stuff on the plate coming out. It won't take as long, I promise." (Quelle: hier.) Keinen Streß, Jungs! Selbst wenn das Album 2023 herauskommt, wäre das immer noch schneller als beim letzten.

Bootsy Collins veröffentlicht am 29. April ein neues Album mit dem Titel THA FUNK CAPITAL OF THE WORLD. Gäste auf dem Album: Ice Cube, Snoop Dogg, Chuck D, George Clinton, Buckethead, Bobby Womack, Sheila E., Samuel L. Jackson (!), und und und, und irgendwie hat's selbst Jimi Hendrix geschafft, als Gast gefeatured zu werden. Einen ersten Track ("Don't Take My Funk", mit Womack und Bootsys Bruder Catfish Collins) kann man bei Rolling Stone streamen: hier. Klingt gut!

Am 12. April kommt das fünfte Album von 3 Doors Down heraus: TIME OF MY LIFE. Die erste Single ("When You're Young") kann man schon hier hören. "It's not as mainstream as our last record. I felt like we kind of let some folks down with that effort. This record is about making some artistic strides and creating a record we can stand behind. I poured myself into the process. Howard Benson pushes you to be better than you think you are," spricht Frontmann Brad Arnold laut Wikipedia über das Album. Geht das nur mir so, oder klingen 3 Doors Down, wenn sie weniger Mainstream machen, exakt genauso wie sonst auch? Aber vielleicht ist ja der Rest des (sicher wieder soliden) Albums unter der Führung des Zwölftonproduzenten Benson (der schon die musikalische Avantgarde von Daughtry bis Papa Roach betreute) schwer unkommerziell. Hihi.

Kaum legt sich die Verblüffung, daß Sunna wieder existieren und ein (sehr feines) zweites Album aufgenommen haben, wird schon ein drittes für die nahe Zukunft angekündigt: AFTER THE 3RD PIN heißt es, und die Jungs haben sogar schon Cover und Tracklist bekanntgegeben (hier) ... nur her damit!

Das dritte Album von She Wants Revenge, VALLEYHEART, ist für ca. Mai angekündigt. Die erste Single mit Video gibt's schon auf YouTube zu sehen (siehe unten) - Justin klingt irgendwie plötzlich sehr nach U2, muß ich sagen. Kein schlechter Song, aber irgendwie ... hmm ... muß ich erstmal sortieren, daß das gar nicht nach den vorigen zwei Alben klingt.





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Yesss! Die vor kurzem in Amerika veröffentlichte 3-Disc-BluRay-Fassung von APOCALYPSE NOW erscheint am 9. Juni nun endlich auch bei uns. In den Staaten war Coppolas brillianter Trip ja schon seit langem viel luxuriöser aufbereitet als bei uns - dort gab es beide Fassungen (die Kinofassung und die sehr interessante Redux-Fassung, die aber den Erzählrhythmus teils empfindlich stört) mitsamt Audiokommentaren und anderem Behind-the-Scenes-Material; bei uns war die Originalfassung schon lang vergriffen und die Redux-Fassung hatte als einziges Feature das sogenannte "alternative Ende". Die BluRay-Fassung wartet nun nicht nur mit exzellentem Transfer und tonnenweise Bonusmaterial auf, sondern auch mit George Hickenloopers spielfilmlanger Doku HEARTS OF DARKNESS - will heißen: Wer bei der Ankündigung dieser BluRay-Box nicht aufgeregt aus dem Sessel springt, mag einfach kein Kino. So einfach ist das.

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Am 18. März erscheint John Boormans EXCALIBUR auf BluRay - und diese wunderbare Erzählung der Arthus-Sage ist so bildgewaltig und schwelgerisch inszeniert, daß ich glaube, daß die BluRay den Film zu einem völlig neuen Erlebnis machen wird. Leider ist's wieder nur der 140-Minuten-Cut des Films (angeblich war Boormans ursprüngliche und nie veröffentlichte Fassung drei Stunden lang), aber vielleicht haben wir ja Glück und es wird wenigstens sein Audiokommentar der amerikanischen DVD-Fassung übernommen. Und wenn nicht, wird die BluRay trotzdem gekauft: Definitiv einer meiner Lieblingsfilme.

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Es gibt so Filme, von denen glaubt man irgendwann gar nicht mehr, daß sie noch auf DVD erscheinen - und auch wenn DVD eigentlich schon gar nicht mehr zeitgemäß ist und ein BluRay-Release dieses Film noch fantastischer wäre, ist es doch wunderbar, daß endlich EIN ZUG FÜR ZWEI HALUNKEN bei uns erhältlich ist. Robert Aldrichs exzellentes Actiondrama von 1973 spielt zur Zeit der Depression und dreht sich um den sadistischen Zugführer Shack (Ernest Borgnine), der die schwarz auf seinem Zug mitfahrenden Hobos bis aufs Blut bekämpft und dann vom herumziehenden Lee Marvin herausgefordert wird. Das Zeitkolorit und die wunderbare Landschaft setzen ein grandioses Flair, und Marvins und Borgnines Kampf über die gesamte Filmlänge hinweg bleibt ein spannendes und erbittertes Westernduell. Der deutsche Titel deutet ein wenig an, daß der Film vielleicht albern wäre - aber die Bud-Spencer-Assoziation ist ganz falsch: Das hier ist ein uramerikanischer Kampf bis aufs Blut. (Im Original heißt der Film EMPEROR OF THE NORTH bzw. EMPEROR OF THE NORTH POLE.) Die DVD von Kochmedia wartet unglaublicherweise sogar mit dem Audiokommentar eines Filmhistorikers, einem 7-minütigen Making-of-Clip sowie einem 28-seitigen Booklet auf! Und wunderbar restauriert ist der Film offenbar auch. Also: sofort bestellen und die liebevolle Veröffentlichung honorieren!

Hier gleich noch ein paar Poster und Bilder aus dem Film:







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Zum Glück muß unsereins nicht schon um acht ins Bett, weshalb dieser Film gestern als zweiter Teil der großen Peter-Alexander-Nacht auf BR3 aufmerksam studiert werden konnte (nach DIE ABENTEUER DES GRAFEN BOBBY, vor IM WEISSEN RÖSSL). UND SOWAS MUSS UM 8 INS BETT kam 1965 ins Kino, präsentierte sich in altmodischem (und wohl billigerem) Schwarz-Weiß und führt den guten Peter durch ein Schulspektakel, das als Aufwärmrunde für die spätere Reihe DIE LÜMMEL VON DER ERSTEN BANK verstanden werden darf. Alles unter inszenatorischer Aufsicht von Werner Jacobs, der zuvor schon diverse Alexander-Filme und andere Schlagerlustspiele, zum Beispiel mit Freddy Quinn, drehte und später das Kinopublikum mit Heintje, "Lausbubengeschichten", Heinz-Erhardt-Streifen und natürlich den erwähnten Paukerfilmen ... was wäre hier das richtige Wort? ah ja: ... verzauberte.


Einmal mehr kann ich meinen Lebenslauf um einen großen Verdienst erweitern: Vor kurzem habe ich die Bruderschaft der Träumer zerschlagen und somit den Drogenhandel auf Lamarge unterbunden.

SPIRIT OF ADVENTURE erschien 1991 und erhielt damals hauptsächlich deswegen Aufmerksamkeit, weil es eines der wenigen Rollenspiele war, das von einer deutschen Firma programmiert wurde - Attic, die zuvor die Horror-Adventure/RPG-Mischung LORDS OF DOOM gemacht hatten und später mit diversen Spielen rund um DAS SCHWARZE AUGE auftraten. SPIRIT OF ADVENTURE war in Look und Spielprinzip eindeutig (wie viele der damaligen Rollenspiele) vom großen Referenzprogramm THE BARD'S TALE beeinflußt - und natürlich so mörderschwer, daß ich damals nur kapitulieren konnte.