September 2010
Ab 11. November 2010 läuft Ralf Westhoffs neuer Film im Kino: DER LETZTE SCHÖNE HERBSTTAG. Ich habe schon Gutes vom Film gehört, einen Preis hat er ja auch schon wieder gewonnen, und ich vertraue prinzipiell auch mal darauf, daß Ralf wieder sein Händchen für witzige und lebensnahe Figuren ausspielen kann. (Wie gerne wäre ich auch bei diesem Dreh dabeigewesen, wie zuvor bei SHOPPEN, aber leider fiel der Dreh exakt in den Zeitraum, wo ich DIE MUSE gedreht habe!)

Der Trailer schaut gut aus - nach einer wunderbaren Beobachtung einer Beziehung und einem schönen Mix aus Romanze, Komödie und Drama:





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Eine "Flut neuen Materials" verspricht uns der sechste Teil des standhaften SCHULMÄDCHEN-REPORTs, der nur 6 Monate nach Teil 5 die deutschen Kinos heimsuchte. Den Report zum Report übernimmt diesmal Gastautor Don Arrigone.



Persönlich finde ich ja insbesondere die heuchlerische Doppelmoral der Schulmädchen-Reporte faszinierend, auf die auch Herr Genzel schon mehrmals hingewiesen hat: Einerseits wird hier die knapp unter der Oberfläche des Alltags brodelnde Perversion junger Menschen beschworen – man denke nur daran, was sich Eltern alles nicht einmal vorstellen können, obwohl sie teilweise doch aktiv daran beteiligt sind – andererseits wird die deutlich offensichtlichere Perversion älterer Menschen durch den Dokumentationscharakter verschleiert.

William Shatner hat eine neue Serie: Eine Sitcom namens $#*! MY DAD SAYS, die jetzt im Herbst auf CBS läuft. Die Serie basiert auf einem Twitter-Feed namens "Shit My Dad Says", wo Autor Justin Halpern Sprüche seines Vaters gepostet hat - die Popularität des Feeds führte relativ schnell zu Interesse von Verlagen (wenn Halpern nur die Worte seines Vaters gepostet hat, kriegt der Vater dann auch einen Buchvertrag?). Hier ist der Trailer zur Serie:



Hmmm, hmmm. Ich liebe Shatner, ich liebe ihn wirklich, und ich halte ihn sogar für einen wesentlich besseren Schauspieler, als ihm sonst zugestanden wird (diverse BOSTON-LEGAL-Folgen untermauern das kräftig). Aber das hier sieht doch recht platt aus. Die Witze sind eher kreuzlahm, der Sohn fuchtelt übertrieben in der Gegend herum, und Shatner hat teilweise diesen Gesichtsausdruck, den er schon in der Däneken-Doku MYSTERIES OF THE GODS draufhatte: Kann ich jetzt heim?

Es gibt noch einen alternativen Trailer mit einigen anderen Schmähs im Netz, aber sagen wir mal so: Besser wird's nicht. Wenn das die Highlights sind, dürfte die Show relativ bald flatlinen.

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Und schon sind wir beim fünften Teil der Report-Reihe, die nicht einmal 7 Monate nach Teil 4 in die deutschen Kinos kam und mittlerweile selbst schon zu müde ist, um den Zusehern noch große Sensationen zu versprechen: "Schulmädchen, Schulmädchen, Schulmädchen. Wir beschäftigen uns mit ihnen", lauten die einleitenden Worte, die ein wenig so klingen, als würde selbst Drehbuchautor Günther Heller mittlerweile die Luft hörbar zwischen den Zähnen entweichen. Den bisherigen Kritikern hält man dann aber auch gleich noch das schöne Totschlagargument entgegen: "Oft angefeindet, oft verleugnet, aber von über 20 Millionen Zuschauern in Deutschland gesehen". Wer kommt schon gegen den Erfolg an? WAS ELTERN WIRKLICH WISSEN SOLLTEN lautet der Untertitel dieses fünften Parts, und wer sich als Opfer pädagogischer Fehlleistungen fühlt, kann ja mal bei seinen Erzeugern nachfragen, ob sie denn diesen Report nicht gesehen haben.


Charaktergesicht Thomas Nash ist nicht nur seit einigen Jahren in Österreichs Independent-Filmszene als Schauspieler und Autor umtriebig - z.B. in der von ihm geschriebenen Kurzfilm-Komödie POPCORN oder in der wunderbar schräg-trashigen Bunker-Liebesgeschichte DIKTATOREN KÜSSEN BESSER - sondern produziert auch eigene Musik, vornehmlich im elektronischen Bereich. Nach einigen kleinen Releases in Eigenregie - darunter die wahnwitzige Psychedelik-Single "Mr. Moon" - hat er jetzt einen neuen Song namens "One Night Stand", den er zusammen mit Mike Rofone unter dem Projektnamen "alCREWholic" aufgenommen hat. Das Video dazu stammt von Christian Hörlesberger:




Was für eine Nummer! Ein geschmeidiger Reggae-Groove, der wohl stundenlang so weitertuckern könnte; dazu leicht abgehobener Singsang und ein hübsch sinnfreier Text, der mit seiner Mischung aus ironischem Augenzwinkern und simpler Reimerei auch aus der Neuen Deutschen Welle hätte stammen können. Zeit für ein Interview mit Nash!
Thomas, das ist ein echt souveräner Groove, den ihr da unters Volk bringt. Ist der Song bzw. die Idee dazu so partyselig entstanden, wie man meinen könnte? Wie sind Lied und das alCREWholic-Projekt zustandegekommen?

Es haben mich tatsächlich ein paar Gläser Wein zu dem Text inspiriert, zumindest zur dritten Strophe "Zwei Flaschen Wein und eine Flasche Sekt, und so weiter und so fort und alles ist perfekt!" Allerdings war ich nicht in Gesellschaft, sondern alleine in meinem Wohnzimmer. Ich habe diese Strophe dann ungefähr dreißig Mal voller Inbrunst gegen die Wand gesungen und mir ging's verdammt gut dabei. Der Text ging mir dann aber auch in den nächsten Wochen und Monaten nicht mehr aus dem Kopf, also dichtete ich weitere drei Strophen hinzu. Gleichzeitig hatte ich schon seit längerem einen Groove im Kopf, der ebenfalls nicht und nicht verschwand, also dachte ich: "Okay, der klebt an mir wie ein Gecko an der Wand, der will einfach nicht entfleuchen, also muss er gut sein." Ich habe dann diesen Text mit dem Groove verbunden und fand sofort, dass das eine sehr interessante Mischung ergab. Zu diesem Zeitpunkt, das war Sommer 2008, war aber noch nicht geplant, eine Nummer daraus zu machen, vielmehr webte ich die 4. Strophe in einen Dialog des Drehbuchs DON RUDOLFO ein, welches im Februar 2009 von bild[er]folge als Kurzfilm verfilmt wurde.

Als ich dann im Mai 2009 Mike Rofone am Set der Kurzfilmkomödie SECRET SERVICES kennenlernte und er mir von seinem Studio berichtete, fragte ich ihn, ob wir nicht gemeinsam den Abspannsong von DON RUDOLFO komponieren wollen. Er willigte ein, und schließlich entstand nicht nur ein Abspannsong, sondern eine komplette Single. Es war also kein von Anfang an geplantes Projekt. Später stieß dann noch Andreas Ladik aka Burning Vibes zu uns dazu und komponierte einen Remix, den es nun auch auf der Single-CD gibt.

Der Song klingt ganz anders als deine bisherigen musikalischen Unterfangen, wo ja sehr viel im Techno-Trance-Bereich war. Siehst du trotzdem eine Linie zu den vorigen Tracks?

Das für mich interessanteste Musikgenre ist die elektronisch-orientalische Musik, und der Kamasutramix (Track 4 auf der Single) geht auch sehr in diese Richtung. Bei "One Night Stand" war mir aber klar, daß das eine leichtfüßige Partymucke werden soll, wobei es ja in Wahrheit ein Genremix ist: Wir sind mit der Musik immer noch im elektronischen Bereich unterwegs, und auch der Text, obwohl er sich wie ein Ballermanntext anhört, ist nicht wie ein Ballermanntext gesungen, sondern eher distanzierter, sphärischer. Aber ja, der Song unterscheidet sich schon grundsätzlich von allem, was ich bisher gemacht habe, wobei das bei "Mr. Moon" auch schon so war. Ich mag es, verschiedene musikalische Stile auszuprobieren und gegebenenfalls zu mischen. So entsteht dann auch mal was Neues.

Das Interessante an dem Stück ist, daß man es als Ironie sehen kann, wenn man will - quasi als Sauflied-Persiflage. Aber man muß nicht, man kann es auch einfach als Partysong verwenden. Ist diese Ambivalenz beabsichtigt? Wie ironisch seht ihr selbst den Song?

Es ist beides. Es ist definitiv Ironie dahinter, und es ist auch einfach nur ein Partysong. Unser Ziel war es, dass die Nummer Spaß macht.

Der Text ist ja sehr einfach und erinnert damit nicht nur an deinen früheren Song "Mr. Moon" mit seinem fast dadaistischen immer wiederholten Nonsenssatz, sondern auch z.B. an viele Songs der Neuen Deutschen Welle, zum Beispiel von Trio, Grauzone oder Arno Steffen. Gibt es für einen Song wie "One Night Stand" textliche Bezugspunkte? Wie wichtig sind Texte in Popsongs?

Ich bin ja eigentlich absolut kein Text-Hörer, daher gibt es da auch keine Bezugspunkte. Für mich rocken Beat und Melodie. Der Text selbst, das gesungene Wort, hat für mich wenig Gewicht. Viel ausschlaggebender ist da schon das Wie, wenn gesungen wird. Ich fühle mich ja vor allem in der elektronischen Musikszene wohl, und da werden ja üblicherweise eher wenig Worte verloren. Aber ich glaube, daß es viele Leute gibt, denen der Inhalt des Gesungenen wichtiger ist als die Komposition an sich, und die dann "One Night Stand" aus diesem Blickwinkel heraus betrachten.

Eine Reaktion, die ich auf den Song gehört habe, lautete: "Nash geht auf's Ballermann-Niveau". Was denkt ihr euch dazu?

Diese Schlussfolgerung kann ich nachvollziehen bei einem Text wie diesem, wir haben ja selbst oft gewitzelt, daß wir einen dirty, funky Housesong mit Skihüttentext kreieren, wobei wir bis zum Schluß nicht gewusst haben, wo wir "One Night Stand" eigentlich einordnen sollen. Ein Ballermannsong ist es jedenfalls nicht wirklich. Filmkomponist Gerrit Wunder etwa meinte dazu: "Dadurch, dass der Gesang mit dieser Distanziertheit und Ironie rüberkommt, entsteht ja schon wieder eine intellektuelle Qualität."

Wie entstand das Video? Wo habt ihr gedreht?
Nachdem uns klar war, dass wir "One Night Stand" als Single rausbringen werden, wollten wir auch ein Musikvideo dazu drehen. Der Entstehungsprozess war ein längerer, aber am Schluß hatten Mike und ich ein ziemlich dichtes Drehbuch, für das wir wiederum Christian Hörlesberger begeistern konnten, ein Muskvideo-affiner Regisseur. Ich habe schon 2003 bei einem seiner Musikvideodrehs mitgespielt.

Die Innenszene wurde in Wien gedreht, im Café Liberty, das uns dankenswerterweise vom Regisseur Erik Etschel zur Verfügung gestellt wurde, und die Außenszenen drehten wir in Bisamberg und Hagenbrunn, Niederösterreich.

Auch beim Video gilt wohl, daß man es ironisch sehen kann, aber nicht muß: Letzten Endes zeigen da die coolen Partyleute dem hilflosen Nerd, wie man richtig feiert und damit dann auch flachgelegt wird. Oder man sieht die augenzwinkernde Überzeichnung der leeren Dauerpartymentalität. Wie seht ihr das?

Beim Video war vor allem eines wichtig: Es muß Spaß machen, sich das anzusehen. Die freche, aber auch ironische Partygrundstimmung mußte rüberkommen, und Christian Hörlesberger hat es voll auf den Punkt gebracht. In seinem Regiekonzept an die Crew schrieb er: "One Night Stand ist eine kranke Sommerparty-Nummer, die ein ebenso verrückt-krankes Video erfordert." Wobei ich das Video ja jetzt gar nicht so krank finde, mit "krank" verbinde ich eher etwas Morbides, und das Musikvideo ist ja eigentlich ein richtiger Gute-Laune-Clip ohne irgendeine Art von düsterer Beinote. Das letzte Drittel erinnert mich auch irgendwie stark an Studentenparties um zwei Uhr nachts, die kullern dann auch schon hackedicht am Boden herum und haben immer noch eine Bierdose in der Hand. Studenten werden sich in dem Video sofort wieder erkennen, hahaha.

Wie sind die bisherigen Reaktionen auf den Track?

Ziemlich zufriedenstellend. Uns war natürlich von vornherein bewußt, daß es Leute geben wird, die den Track für fragwürdig halten, und das muß auch so sein und ist gut so. Es ist ja auch eine Ode an den Alkohol und das soll ruhig kontrovers diskutiert werden. Insgesamt haben wir aber viel positives Feedback erhalten, von "erfrischend neu" über "absolut partytauglich" bis zu "mit guter Promotion könnte es der Track echt zu was bringen". Interessant auch, das die Nummer sowohl bei Kindern und Jugendlichen wie auch bei der Generation von 50+ gut anzukommen scheint. Gerade die 50+-ler haben mich aber überrascht, das war jetzt nicht gerade das angepeilte Klientel.

Wird es mehr Songs von alCREWholic geben? In welche Richtung würde das gehen?

Wenn es ein Nachfolgeprojekt geben wird, dann wahrscheinlich wieder etwas aus der Dance/Trance/Electronic-Richtung. Im Moment ist es aber erst mal wesentlich, "One Night Stand" auf den Markt zu bringen.
Besten Dank an Thomas für das Gespräch! Die Single kann auf verschiedenen Portalen heruntergeladen werden - iTunes, Amazon (Link siehe unten) - oder als tatsächliche CD über die Bandwebsite bestellt werden. Thomas Nash selbst ist auf http://www.thomasnash.at/ zu Hause.




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Man kann wirklich nicht behaupten, daß der Film C.H.U.D. aus dem Jahre 1984 eine bekannte Produktion sei oder sich als Videothekenklassiker entpuppt hat - aber wen kratzt das schon, schließlich verdient auch obskurer Horror noch obskurere Fortsetzungen. Ich kenne C.H.U.D. II - BUD THE CHUD natürlich, weil ich in meinen formativen Jahren pflichtbewußt nicht nur jeden "Tip des Tages" der TV Spielfilm aufgezeichnet und angesehen habe, sondern auch jeden "Flop des Tages" - der Balance halber und weil sich im obskuren Ramsch ja doch immer wieder Faszinierendes verborgen hat. Nun sticht der im Mai '95 im Nachtprogramm von RTL2 ausgestrahlte C.H.U.D. II auch wirklich nur aufgrund meiner anekdotischen Erinnerung aus den Low-Budget-Untiefen der Achtziger hervor, und die Tatsache, daß ich den Film gesehen und ihn mir gemerkt habe, sagt definitiv mehr über mich als über den Film aus.

Eigentlich ist C.H.U.D. II auch keine wirkliche Fortsetzung von C.H.U.D., in dem menschenfleischhungrige Humanoiden aus der Kanalisation über harmlose Stadtbewohner herfielen (das Akronym steht, und das habe ich mir freilich aus einschlägiger Fachliteratur über all die Jahre gemerkt, für "Cannibalistic Humanoid Unterground Dwellers"). Vielmehr ist das Horrorkomödchen als Anhängsel an RETURN OF THE LIVING DEAD zu sehen, und Internetgerüchten zufolge (wir glauben alles, was geschrieben steht!) war der Film auch eigentlich als Fortsetzung zu letzterem Streifen gedacht, bevor er zu einem C.H.U.D.-Sequel umgemodelt wurde. (Autor Ed Naha bestreitet das zwar offenbar, aber der hat sich für den Film eh ein schmissiges Pseudonym zugelegt - "M. Kane Jeeves" - und möchte vielleicht so oder so nicht auf dieses Skript angesprochen werden. Und wo wir gerade so privatbiographistisch erzählen: Ed Naha ist mir natürlich durch seine Buchfassungen zu ROBOCOP und ROBOCOP 2 ein Begriff, die ich mit 12 sehr gerne gelesen habe. Jetzt mal lieber nicht nachrechnen.)

Weil also zwei Highschool-Schülern eine in einer Besenkammer der Schule aufbewahrte Leiche (die im Biologieunterricht verwendet werden soll!) beim Herumblödeln abhanden kommt (welch selige Erinnerungen werden da an die eigene Schulzeit wach), klauen die beiden sicherheitshalber einen neuen Körper aus dem nahegelegenen Krankenhaus. Bei dieser Leiche handelt es sich allerdings um einen C.H.U.D., der vom Militär zur Schaffung des perfekten Soldaten herangezüchtet wird. Zuhause fällt den Jungs die Leiche in die Badewanne, der Fön gleich hinterher, und prompt steht der untote Geselle wieder auf und knabbert sich durch die Kleinstadt, wobei in alter Zombietradition jeder Gebissene selber zum C.H.U.D. mutiert. Also alles schlüssigst erzählt, obwohl die C.H.U.D.s ständig nach "Fleisch" schreien, aber in jeden Körper nur einmal schnell reinbeißen und dann weiterwanken.



Der Film ist durchgängig in Low-Budget-Ästhetik getaucht: Das "Militär" besteht aus Robert Vaughn, dem B-Promi zur Aufwertung der Cast, sowie einem bebrillten Untergebenen, und sie verbringen zunächst mal viel Zeit damit, in einem grauen Raum herumzustehen und sich expositorisch zu unterhalten. Auch der C.H.U.D. wird im Krankenhaus in einem grauen Raum aufbewahrt, und natürlich fragt man sich gar nicht mehr, warum das geheime Militärprojekt so karg ausgestattet und gar nicht bewacht ist, wenn sich die Jungs ja offenkundig nicht mal selber schöne Büroräume leisten können. Im Haus des einen Schülers, wo der C.H.U.D. wiederbelebt wird, gibt es haufenweise Szenen, die in exakt gleicher Kameraeinstellung in einem leeren Korridor spielen: Links geht's in Bad, rechts geht's ins Zimmer der kleinen Schwester, was braucht man mehr an Information.

Im Gegensatz zum ernst aufgezogenen ersten Teil ist C.H.U.D. II allerdings primär als Komödie intendiert. Das fängt schon beim ersten Untoten an, "Bud the Chud", der über das plötzliche Geschrei der furchtsamen Schüler selber erschrickt und plärrt und anschließend wie mit Gummigliedmaßen aus der Badewanne klettert und verzweifelt versucht, seinen Körper irgendwie zu beherrschen. (Gerrit Graham, der Bud spielt, ist ein durchaus begabter Komiker und tauchte anschließend als Gangster in POLICE ACADEMY 6 und als finsterer Dr. Pankow in PARKER LEWIS auf.) Die Zombiebedrohung ist auch eher albern gehalten - da machen sich die Untoten über einen Burgerschuppen her und "bestellen" den Kerl hinterm Tresen - und fällt auch entsprechend zahm aus, nicht zuletzt, weil das gesamte Prozedere fast völlig blutleer gezeigt wird. Und dann wird noch gewitzelt, bis der Zombiearzt kommt: Da überlegt einer der Schüler, ob die Untoten vielleicht zu einem Grateful-Dead-Konzert gehen (Tusch!), da versucht einer der C.H.U.D.s, seinen abgetrennten Kopf wieder aufzuheben, tritt aber jedesmal vor dem Bücken versehentlich dagegen und muß seinem rollenden Nüschel weiter hinterherlaufen (Tusch!), und dauernd werden Kalauer der allereinfachsten Art gerissen. Im Zweifelsfall hampelt der C.H.U.D. einfach mal bei dem Aerobicprogramm mit, das er im Fernsehen sieht.

Aber gut, ein schlichtes Gemüt wie meins läßt sich davon ja glatt mal 84 Minuten lang einnebeln und stört sich auch rein gar nicht daran, daß die Fortsetzung mit Teil 1 wirklich so wenig zu tun hat, daß hier nicht mal die Monster dieselben sind wie im Erstling. Das Witzigste an C.H.U.D. II ist aber freilich die Tatsache, daß Regisseur David Irving später das Filmdepartment der NYU geleitet hat. Man stelle sich das vor: Das ganze Wissen, das in die Erstellung dieses Films geflossen ist, steht abrufbereit zur Verfügung!





C.H.U.D. II: Bud the Chud (USA 1989)
Alternativtitel: C.H.U.D. - Das Monster lebt
Regie: David Irving
Drehbuch: "M. Kane Jeeves" (= Ed Naha)
Musik: Nicholas Pike
Kamera: Arnie Sirlin
Darsteller: Brian Robbins, Bill Calvert, Tricia Leigh Fisher, Gerrit Graham, Robert Vaughn, Robert Englund
Länge: 84 Minuten
FSK: 16


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Ich bin ja vielleicht mittlerweile der einzige Mensch auf der Welt, der M. Night Shyamalan mag, beziehungsweise seine Filme. THE LAST AIRBENDER habe ich noch nicht gesehen, aber mir haben ja sogar die weitreichend gehaßten LADY IN THE WATER und THE HAPPENING sehr gut gefallen. Entweder bin ich Shyamalan-Apologet, oder seine starken Arthouse-Tendenzen in Mainstream-Genrefilmen sprechen mich einfach an. Offenbar stört mich aber auch nichts von dem, was viele andere Leute an ihm als egozentrisch oder selbstverliebt wahrnehmen (als wäre es bemerkenswert, wenn ein Regisseur ein gewisses Ego hat - da stehen die Großen der Filmgeschichte wie John Ford und John Huston Shyamalan sicherlich genausowenig in nichts nach wie James Cameron oder Ridley Scott).

Trotzdem ist diese Parodie von College Humor richtig klasse geworden. Ein Shyamalan-Film über Shyamalan! Böse, freilich, aber auch sehr komisch.




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