November 2006

In den Achtzigern war Komiker Chevy Chase ein veritabler Star: Bekannt und beliebt, unnachahmlich komisch und - ganz wichtig! - stets in der Lage, Leute ins Kino zu bringen. Neben seinem völlig über den Dingen stehenden Zen-Golfer Ty Webb in der Anarcho-Komödie CADDYSHACK und dem ironisch distanzierten Journalisten FLETCH bleiben seine Auftritte als wohlmeinender und stets überforderter Familienvater Clark W. Griswald in den VACATION-Filmen im Gedächtnis - eine Rolle, die Chase zu spielen geboren wurde.

Besagte Filmreihe unter dem Banner des satirischen Magazins National Lampoon hatte schon 1983 (DIE SCHRILLEN VIER AUF ACHSE, engl. VACATION) und 1985 (HILFE, DIE AMIS KOMMEN, engl. EUROPEAN VACATION) die Familie Griswald auf Urlaubsreisen geschickt, in denen Familienoberhaupt Clark seine Frau Ellen und die beiden Kinder Audrey und Rusty mit unvergeßlichen Ferien als gemeinsames Erlebnis beglücken möchte - bei denen natürlich schiefgeht, was nur schiefgehen kann. Wo der erste Teil mit schwarzem Humor die uramerikanische Institution Familie sezierte und der zweite Film eine gnadenlose Vorführung touristischer Klischées feierte, zeigt sich der dritte Teil der Serie - mitunter auch als HILFE, ES WEIHNACHTET SEHR gezeigt - bodenständiger und warmherziger.


Diesmal bleiben die Griswalds zuhause, wo Clark in seinem Bemühen, Tradition und Familie zu feiern, das Weihnachtsfest zu einem einzigen Chaos werden läßt. Die angereiste Verwandtschaft - darunter der schon aus dem ersten Teil bekannte Prolet Cousin Eddie - tut ihr übriges, Clark zwischen Tränen der Rührung und Ausbrüchen wütender Verzweiflung hin- und herpendeln zu lassen. Die Katastrophen, die über die Familie hereinbrechen, reichen von kleineren Problemen - der Hund jagt das im Weihnachtsbaum lebende Eichhörnchen und verwüstet dabei die Wohnung - bis zu großen Absurditäten, wenn die Verkettung unglücklicher Umstände dazu führt, daß das Griswald-Haus von einem SWAT-Team gestürmt wird.

Daß der Film funktioniert, ist zum großen Teil Verdienst von Drehbuchautor John Hughes, der mit viel Gespür puren Slapstick, gut beobachteten Alltagsirrsinn und leise, warmherzige Momente verknüpft. Regisseur Jeremiah Chechik schafft es dabei, die Geschichte mit kleinen Details anzureichern, die die komischen und die menschlichen Parts auszeichnen: Die unterschiedlichen Reaktionen von Clarks Eltern und Schwiegereltern, die Balance zwischen den großen und den kleinen Lachern. Chechik erzählt den Film mit einer Portion Ironie - die Vorweihnachtsmontage, die nur aus Konsum besteht, oder das Anrücken der Polizei unter Begleitung des Songs "Santa Claus Is Coming" - aber er nimmt die Figuren ernst genug, um auch sentimentale Momente auskosten zu können.


Natürlich steht und fällt der Film mit Chevy Chase, dessen Timing absolut unfehlbar ist. Er schafft es, den Familienvater, der der eigenen Rührung oft so ausgeliefert ist und dann allen Widrigkeiten zum Trotz an seinem Plan, das schönste Weihnachten aller Zeiten zu feiern, geradezu obsessiv festhält, als glaubwürdige Figur zu spielen. (Daß Chevy Chase in allen möglichen Albernheiten komisch sein kann, wissen wir nicht erst seit dem irrwitzigen SPIONE WIE WIR, aber - wie so oft bei Komikern - schauspielerisches Talent wird ja immer erst Jahre später attestiert.) Randy Quaid geht wie gehabt in der Rolle des gutherzigen und hochnotpeinlichen Cousins auf, während Juliette Lewis zwar ihre gesammelten White-Trash-Kratzbürsten noch vor sich hatte, aber hier als Tochter Audrey immerhin schon den Gesichtsausdruck dafür übt.

Vielleicht mag dieses Review den Film zu ernsthaft, zu tiefgründig erscheinen lassen - denn primär handelt es sich natürlich um eine Komödie, in der das Chaos zur Perfektion wächst. Aber natürlich hat es auch einen Grund, warum SCHÖNE BESCHERUNG der gelungenste VACATION-Film ist, und warum der Film mittlerweile als alljährliche Weihnachtstradition durchgeht: Die Details machen den Unterschied. Frohe Weihnachten!





Schöne Bescherung (USA 1989)
Originaltitel: National Lampoon's Christmas Vacation
Regie: Jeremiah S. Chechik
Drehbuch: John Hughes
Produktion: Hughes Entertainment
Darsteller: Beverly D'Angelo, Chevy Chase, Randy Quaid, Juliette Lewis
Länge: 93 Minuten
FSK: 6


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4 8 15 16 23 42

Die VACATION-Reihe mit Chevy Chase gehört ja bekanntlich zu den besseren Filmen, die das "National Lampoon"-Siegel tragen. Das US-Magazin, das ähnlich wie MAD alles und jeden auf die Schippe nimmt, klebt seit Ende der 70er seinen Name auf alles, was auch nur annähernd ins humoristische Programm paßt - darunter glücklicherweise komplett ignorierte Gurken wie GOLD DIGGERS oder nach schwerem Alkoholkonsum schreiende Albernheiten wie SAM & DAVE mit den beiden Coreys. Nach vier VACATION-Filmen, von denen der letzte - VEGAS VACATION - den Rezensionen nach zu urteilen nurmehr bei der Mutter von Chevy Chase Wohlwollen gefunden hat, schieben die frohsinnigen Burschen von National Lampoon eine Art Spin-Off-Sequel zum dritten Film der Reihe nach - auch wenn die Verbindung zwischen SCHÖNE BESCHERUNG 2 - EDDIE GEHT BADEN und den übrigen Filmen eher tangentiell anzusiedeln ist.

Nicht einmal Chevy Chase, der in der letzten Jahren ja nicht unbedingt als vielbeschäftigter Filmstar unterwegs war, schien die Aussicht auf diesen Film hervorzulocken. Somit dreht sich die Geschichte diesmal um seinen Cousin Eddie, der in Teilen 1, 3 und 4 der Reihe für Unruhe sorgte, und dessen Familie. Um den Anschein von Kontinuität weiter zu wahren, spielt Dana Barron - die Griswald-Tochter aus Teil 1 - auch hier als Audrey mit (auch wenn in jedem Film die Griswald-Kinder immer von anderen Schauspielern gemimt wurden), und Eric Idle taucht auch noch einmal als unfallgefährdeter Engländer auf (als wäre ihm EUROPEAN VACATION, Teil 2 der Reihe, nicht schon zu blöd gewesen). Wohlwollend betrachtet ist das ein sehr viel dichterer Zusammenhang mit den vorangegangenen Filmen, als ihn sonstige hurtig heruntergekurbelte Sequels sonst bieten (das gestrengte Auge des Rezensenten ruht gerade auf den WILD-THINGS-Fortsetzungen).

So haben wir also kurz geklärt, daß die Erwartungshaltungen sehr niedrig anzusiedeln sind. Aber ganz egal, wie tief der Zuseher die Latte hier ansiedelt: Der Film schafft es trotzdem, limboartig darunter hinwegzutanzen. SCHÖNE BESCHERUNG 2 ist in keiner Sekunde komisch und dabei nicht einmal schlecht oder albern genug, um die Aufmerksamkeit sonst irgendwie halten zu können.

Der geeignetste Moment, die Handlung nachzuerzählen, käme wohl an dieser Stelle der Kritik - wenn es denn etwas Handlungsartiges zu erzählen gäbe. Also: Weil Eddie seinen Job im Testlabor verliert und von einem Affen ins Hinterteil gebissen wird, schenkt ihm die Firma aus Angst vor einer Klage einen Gratis-Weihnachtsurlaub auf irgendeiner karibischen Insel. Beim Bootsausflug erleidet die Familie Schiffbruch, langweilt sich dann ein wenig auf einer Tropeninsel, feiert dort abgespecktes Weihnachten und kommt wieder heim.

Der Film bemüht dabei eine Abfolge von billigen Schmähs, die allesamt total gerne really hilarious wären: Ein furzender Hund! Ein Haifisch an der Angel! Ein unbedarfter Passant, der von Eddie versehentlich durch die Gepäck-Durchleuchtung geschubst wird! Wer jetzt noch nicht Tränen lacht, dem ist leider nicht zu helfen: Viel mehr kommt nicht. Eine Reihe von Personen begleitet Eddies Familie aus relativ hanebüchenen Gründen auf der Reise, darunter die erwähnte Griswald-Tochter Audrey, ein ständig lüsterner Großonkel, eine ganz knapp bekleidete Reiseführerin. Zu tun hat keiner etwas, aber dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen hat jeder dem Regisseur geglaubt, daß das Resultat total komisch wird.

Ein Großteil des Problems ist schon das Konzept, Eddie einen ganzen Film zu widmen: In den anderen VACATION-Filmen taucht er als lästiger Verwandter auf, der als Gegenpol zum häuslich-biederen Chevy Chase funktioniert und durch dessen Augen auf's Korn genommen wird. Hier darf Randy Quaid in Spielfilmlänge seine trottelige Proletennummer abziehen, ohne daß diese durch ein Gegenüber überhaupt witzig wird. Dabei bemüht sich Quaid durchaus - aber nicht einmal Robert De Niro und Judi Dench hätten dieser traurigen Ansammlung von abgestandenen Blödeleien Klasse verleihen können.

Unser Blick in die Kristallkugel verrät: Es wird nicht der letzte VACATION-Film bleiben. In ein paar Jahren wird Produzent Marty Simmons wieder auf die Idee kommen, irgendwen irgendwohin zu schicken. Wie wäre es - um es eine Fortsetzung nennen zu können - mit der Unterwäscheverkäuferin aus Teil 3 und dem Mechaniker aus Teil 1, die gemeinsam zum Familienthanksgiving nach Iowa fahren? Keine gute Idee? Ach so.





Schöne Bescherung 2 - Eddie geht baden (USA 2003)
Originaltitel: Christmas Vacation 2: Cousin Eddie's Island Adventure
Regie: Nick Marck
Drehbuch: Matty Simmons
Darsteller: Randy Quaid, Miriam Flynn, Dana Barron, Eric Idle, Fred Willard
Länge: 80 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung


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Wenn einem Menschen, die man überhaupt nicht kennt, unbedingt etwas schenken wollen, mutet das immer irgendwie merkwürdig an. Der Elektromarkt-Großkonzern MediaMarkt schenkt uns derzeit einen eigenproduzierten Kurzspielfilm namens DADsDEAD (weil man sich dort mit Elektronik besser auskennt als mit Sprache, wurde angesichts des fehlendes Apostrophs lieber eine sozusagen hippe Schreibweise gewählt), der in 37 Minuten die Geschichte eines Vaters erzählt, dessen Tochter in einer Filiale eines - wer weiß es? - Elektromarkt-Großkonzerns verloren geht und dann mit merkwürdiger Fernsehbotschaft ihren Erzeuger in ebendiese lockt.
Dieses Interview mit Martin Schirenc (Pungent Stench) und Michael Roth (Eisregen) wurde vom Kollegen Erhard Furtner geführt. Der Text erschien zuerst online bei FRITZ/Salzburger Nachrichten am 23. November 2006.

17. November 2006, Rockhouse Salzburg: Die Dark-/Death-Metal-Bands Pungent Stench & Eisregen im regionalen O-Ton-Dreiergespräch mit FRITZ.

Ich treffe um 16:30 im Rockhouse ein. Konzertbeginn ist erst um 19:00, aber die ersten Fans haben sich schon draußen vorm Rockhouse versammelt. Erst gibts noch die Gelegenheit, beim Soundcheck von Pungent Stench und Eisregen zuzuhören, danach haben die beiden Bands vorm Gig noch Zeit für ein Interview.

Von Pungent Stench habe ich mit dem Sänger Martin Schirenc geplaudert, und von Eisregen mit Michael Roth, seines Zeichens auch Sänger der Band. Beide entpuppen sich als gut gelaunte, versierte und gebildete Gesprächspartner. So ergibt sich eine längere Unterhaltung über Attitüden, Zensur, Texte, Fans und tagespolitische Themen.

Was kann man über Pungent Stench & Eisregen sagen, was nicht schon vorher gesagt wurde? Beides ausgesprochen gute Bands mit Vorliebe für anspruchsvolle Musik, bestehend aus netten, umgänglichen und natürlich fachlich kompetenten Musikern. Gemeinsam ist beiden auch die immerwährende Interaktion mit diversen Zensurbehörden, schon seit den Anfangstagen der Bands. Doch solche vernachlässigbaren Unpässlichkeiten haben sie nicht vom Wesentlichen abgehalten - nämlich sich in die Herzen ihrer Fans zu spielen.

Pungent Stench, die international bekannte Death-Metal-Combo aus Österreich erreicht dies mitunter durch den schwarzen Humor, der sich wie ein roter Faden durch ihr gesamtes Schaffen zieht. Es wird halt mehr geboten als 08/15-Death-Metal - der harte Sound, verwoben mit dem doomigen Pungent-Groove ist unverwechselbar. Pungent Stench hatte auch einige gemeinsame Projekte & Auftritte mit Stefan Weber, Träger des silbernen Ehrenabzeichens der Stadt Wien.

Eisregen ist eine der innovativsten Bands im deutschsprachigen Sektor und sprengt längst die Schublade des Dark/Black Metal aus dem sie einst emporgestiegen ist. Durch konstanten Output und kreative Texte haben sie sich eine hartgesottene Fangemeinde erspielt, die auch weiterhin anwächst. Doch nun genug der (berechtigten) Lobhudelei und auf gehts zum ausführlichen Interview - im jeweiligen regionalen Originalton:

Erhard Furtner (EF): Glei a wichtige Frage wos sicha de Lesa interessiert: Wann gibt's wieda moi a so nettes Video wie des "Viva la Muerte"?

Martin Schirenc (MS): A so a Homevideo oda wos?

EF: Jo, mit ähnlichem Inhalt.

MS: Es gibt an neichn Clip, der is oba leida von da Plottnfirma obglehnt wurdn und somit nie erschienen. Oiso der kommt donn sicherlich, nochdem ma jetzt nimma bei der Plottnfirma sand, sicherlich amoi auf ana DVD aussa. A DVD is eh a plant, de is oba eigentlich von de Liveshows vom 2003a Joa. Muas oba nu gschnittn wern.

EF: Jo, des kennt ma bei eich eh scho. Wiefü Sachn hobts es eigentlich ghobt, wo net irgendwo zensiert oda gschnittn woan is?

MS: Jo... Oiso es is meistns scho so vom Label sölbst zensiert wurdn. Sprich in so Ländern wie Deitschland, wos ebn was wia an FSK gibt. Do hots dann z.B. koa Textblattl dazua gebn, oda in Amerika a ondas Cover oda lauta so Sachn. Oiso des woa scho Eigenzensur meistens. Und a poa Scheibn sand aufn Index gwesn in Deitschland, und in Australien hots ah Troubles gebn mit ana Plottn.

EF: Jo i konn da versichan, so im modernen Zeitoita des Intanet kriagst des eh ois ah a so.

MS: Oiso des woa eh a so nia a Problem. Mia hams halt dann sölba mitghobt in Ländan wo ses holt net a so gebn hat, bzw. homma bei ana Plottn sogoa Covers druckt ohne Zensur, quasi ohne den ganzn Scheißdreck wo alls auspixelt woa, und hamm des dann hoit um ganz weng Geld vakauft. Dann hot si jeda der nur des reguläre Cover ghobt hot, des eigentliche um wenig Geld nochkaufn kinna.

EF: Oiso bei eich zoit se des dann doch aus, womma zu an Konzert hinkummt, weil ab und zua gibts donn de unzensiertn Sachn zum kaafn.

MS: Najo, i hoff daß net nur wegn dem de Leit kumman, daß sa se auszohlt... Oba jo, auch.

EF: Oiso in da ARGE hätt ich eich moi gsehgn wias letzts moi in Salzburg woats, oba des woa donn relativ unspektakulär für mi - i hätt ma irgendwie mehr... ähm, Gewoit und Splattereffekte erwoatet und so. Oba woa scho ganz nett von da Musik her und so...

MS: Najo, wia soin mir Musik spüln und gleichzeitig Gewoit bringa? I maan i kann a poa Leit in de Goschn tretn, fois des wem taugt.

EF: Naa, i moan so GWAR-mäßig mit Kunstbluat und Kunstsperma.

MS: Des homma nie gmacht. Oiso mir habns aamoi gmacht - i glaub des woa vor 10, 15 Joa oda a so, da homma a bissl a Bühnendekoration ghabt, oba de is dann scho nach 2 Gigs zammgfoin. Total trashig olls.

EF: Oiso sowas zaat eich eh net so bsonders?

MS: Naa, des is ma olls vüü z'vü Aufwand. Des bringts wirklich nur wannst a große Crew mit dabei host. Und i bin net so a Fan vo soiche Shows... I waaß net - da bist dann schnö amoi nur mehr a so a Showpartie. I maan, bei GWAR kauft se a kaa Mensch a Plottn.

EF: I scho.

MS: Jo, oba de leben net von de Plottnvakäuf. I bin a scho oft auf GWAR-Shows gwesn, oba wos de do gspült habn is ma scheißegal gwesn. Des woa eigentle relativ - najo... i sog moi durchschnittlicha Punkrock. Da gehts hoit scho wesentlich mehr um de Show, des is a des wesentlich spektakulärare von de beiden.

EF: Guat, es sats donn weniga für 'Posen'. Oba zumindest in da 'Szene' gibts vü Bands, vor ollem beim Black Metal - wo ma moant des Posen steht im Vordergrund. Hobts mit soiche Leit a scho zammgspült?

MS: Jojo, homma scho a poa ghabt. Monche hobns sogar soweit triebn, daß kaa Kunstbluat, sondern a echts Bluat vawendt hobn. Und waaßt eh, des riacht grauslich. Des is wirklich ekelhaft wannst auf de Bühne kummst, und muast erscht durch den Sud waten. Und i maan jetzt ehrlich, es gibt 3 Millionen Black-Metal-Partien, und 2 Millionen davon haben Bluat drauf - i maan des is jetzt a nix unbedingt Aufregendes. De Shows sand jo a net wirklich durchdacht oda originell de meiste Zeit. Oba guat, i kenn mi do a bissl z'wenig aus, weil i bin net so richtig a Fan von der Mucke.

EF: Oiso derzeit oder früher host e nu nie Black Metal ghorcht?

MS: Heast, Black Metal hab i ghurcht wia i Venom ghurcht hab. Waaßt eh, und Bathory und Hellhammer und sowas. Oba so dieses 2nd-Generation-Black-Metal, Mitte 90er Joa hot mi scho wenig interessiert. Manche Plottn woan ja halbwegs ok, oba sobalds dann wirkle angfangen haben mit de ganzn Transvestitntypen auf da Bühne, mit de Lack und Netzhemden... des is ma scho von da Optik z'bled gwesn.

EF: Jo, es wirkt a bissl albern... Guat, du bist a jetzt scho in a bissl an gesetztn Alter, vielleicht zaats di do nimma so.

MS: Jo, es kann sein, daß wonn i jetzt 20 war, daß ma des mehr zugsagt hätt. I maan für de jungen Leit is des sicherlich wos Neichs und so. Oba Leder, Niatn, des gibts seit Judas Priest - Ende 70er Joa. Des is a für mi jetzt a nix mehr wo i ma denk, de sand shocking drauf.

EF: I glaub, bei vü junge Black-Metal-Bands gehts mehr darum, daß böse sand, und womma böse sei wüll, muast hoit Niatn trogn und de weiß anmoln.

MS: Guat, angmolt haben se KISS a scho in de 70er Joa heast. Des maan i, de hobn da nix Neichs erfundn. Musikalisch find i, daß Black Metal eigentlich scho imma a bissl so klungen hot wie Musi, de von Leit gschpült wird, de kaane Eier dazua ghabt habn, daß Deathmetal schpüln. Waaßt, oiso des Kreischn und de dünnen Gitarrn, des hot kaa Brachialität, find i. Des is net meins - des is net mei Frequenz.

EF: Jo, oba Judas Priest mogst scho a?

MS: Ja guat, da is da Sänger hoit höher unterwegs und da Rest is guata Rock. Aussadem kann hoit der a singa.

EF: A des schtimmt... Ois wo sehgst du dann de Pungent-Stench-Musi, i maan einordnen is eh schwer, oba wo sehgst du des?

MS: De Wurzeln sand sicherlich Deathmetal. Oba es sand a vüle Einflüsse dabei von dem Zeig, mit dem wir aufgwachsn sand. 70er Hardrock, 80er Heavy Metal, 80er Trash Metal... des wos hoit geprägt hot.

EF: Mochts wieda amoi so a supa Techno-Nummer, wies auf der oan 90er Joa CD obn ghabt hobts? De findt i guat.

MS: Na, eher net. Des woa a mehr a Scherz oda a Gimmick, sog i mal. Kann imma wieda so wos sei. Oba i waaß net, ob des unbedingt so lustig is, womma des nomoi mocht.

EF: Najo, vielleicht mochts wos mit R'n'B, gibt ja vü lustige Sochn.

MS: Najo, des is a so a Musik... de wos i seit de 60er Jahr nimma mehr hern wüll. Sogn ma moi so - is scho ok, oba wos heitzutag an R'n'B rennt, des mog i goanet.

EF: I büld ma ein, es woats jo auf ana Doku ah obn, de wos i voa Kurzem amoi gsehgn hob, 666 - AT CALLING DEATH. I woaß nimma, wer von eich da interviewt wordn is... woast des eh du?

MS: Kann i net sogn, i hob des a nu nie gsehgn. Kann mi nimma so genau erinnern. I hob netta kurz gsehgn, daß da auf youtube sowas gibt. Hob mas oba dann net angschaut.

EF: I hobs ganz lustig gfundn. Weil derjenige von eich, der wos interviewt wordn is, hot da kurz beschriebn, um wos bei Pungent Stench so geht. Der hot dann gsogt: 'Jo es geht um Sex und Gewoit... und vüü Gewoit, und Sex'.

MS: Hmm, jo, des hurcht se scho so an, ois ob i des gsagt habn kunnt. Soit i ma doch moi anschaun.

EF: Na, oba was sonst so gsagt hobts, hat se scho recht versiert anghert im Vergleich zu de andern Bands! Also, bei da letztn CD hobts eich ja beschäftigt mit dem aan Folterskandal, mit Amputationen, usw. Ma merkt, daß eich da wos überlegt hobts. Des sand jo alls ah net de klassichen Thema für ane Death Metal Band.

MS: Na, des net. Überlegt homma se natürlich scho imma wos, oba de Texte haben se mittlerweile scho geändert zu früher. Und i hob jetzt a koan Bock mehr, bloß über an Splatter-Schaas zum singen. I maan, kloa, kommt wahrschlich scho immer wieda moi voa - oba da Zusammenhang und da Hintergrund is scho mittlerweile anders. Grad auf da letztn Scheibn überleg i ma... da gibts eh so vü Sachen de wost ausn Leben nemma kannst und de perfekt für unsane Texte sand.

EF: Jo, des Lebn bietet vü mehr Splatter ois wos ma moant.

MS: Najo, und i glaub es geht jo a net so sehr um Splatter, sondern es geht a bissl mehr ums Abartige. Und mir taan des meistens dann so schreibn - wie soll i sagn - aus der Sicht vom Bösewicht. Und bei de Amputationsgschichtn gehts um an Fetisch, um Leit, de auf Amputierte stehn. Es gibt oba ah de ondane Numma a nu; de Leit de se freiwillig amputiern lossn, oda de des faken und se an Arm abbindn oda sowas in der Richtung. Es gibt do a wirkich hoarte Leit, de se do wirklich Gliedmaßen abnemmen habn lossn. Des is scho kaa Fetisch mehr... Des is bei de a inneres Bedürfnis. De fühln se net ois Mann oda ois Frau, sondern de fühln se ois Amputierte. Es gibt a Leit de wirklich oage Sachn mochn, da woa a Englända, der hot de Hand auf de Schiene glegt kurz bevor da Zug drübagfoan is. Des is natürlich voll des Risiko, weil wann do net schnell wos passiert is der Typ vabliat - der schpült da scho schwer mitn Lebn, damit er sein Wunsch erfülln kann. I maan, i mechat net in dera eana Haut steckn, de taan ma sehr laad muaß i sogn.

EF: Wie komman bei eich donn de Texte zamm?

MS: Bei uns is des so, wann de Numman fertig sand, schreibn ma de Texte dazua. Do sitzt hoit dahaam und überlegst da irgendwos, und dann foin oan hoit a Sochn ein von Tod & Bluat. Da Alex, oiso da Schlogzeiga, und i mochn bei de Lieda 50/50 de Texte, wo halt jeda seine Ideen einbringt, und dann kommt halt irgendwos aussa, oda a net. Des wird olls Mögliche und hot net von vornherein a Konzept oda a klore Line. Es werdn hoit meistens irgenwölchane Schreckens-Stories. Es is meistens wos Aktuelles, wie damois der Folterskandal von Abu-Ghuraib. I maan, do drüber kannst ja ois Hardcore-Band a wos drüber singen, oba de tätn des wahrscheinlich ganz anders mochn als wir. Weil wir habn des a so gschriebn, als wia wonn de aane a Domina warad und des olls aus Spaß mocht.

EF: Jo, warum net? Kann durchaus a so gwesn sein füa si. Woaß ma net.

MS: Du waaßt eh, manche Amis habn des a net so oag gfundn. De hobn gsogt, des is koa Foita; nockat herumliegn und so weita.

EF: I find den Standpunkt eh guat. Weil ma konn des, wias de meistn Leit toan, moralisch verurteiln und sogn des is guat oda schlecht. Oba sowas machts es jo eha söltn; oda eh nie.

MS: I maan ma merkt scho, daß des jetzt net unbedingt todernst is, daß des mir so a bissi verherrlichen oda belächeln. Oba eindeutig an Standpunkt für de oda de Seitn wüll i goanet annemma. Des is bei vüle Sochn a goanet möglich, glaub i, daß i dafür oda dagegn bin. Ebn des Video, wos ma da gmacht hobn, des mit a paar amputierte Leit dabei; des hot de Plattnfirma supa schockiert - "da werdn ma Probleme kriagn, des komma net unta 18 Joa freigebn usw." Da hob i ma dacht, wieso? Is des wos besonders Schlimmes, netta weil aan a Arm föhlt - is des jetzt verwerflich? Wos kann denn der dafia, daß er an Motorradlunfall ghobt hat?

EF: Najo, es sand jo kaane gschtölltn Aufnahmen, des sand Leit, de sand anfoch so.

MS: Jo. Und i maan de hobm a gern mitgmocht - mia toan de jo a net vaoaschn oda schlecht mocha. Kloa, i moan wia ma des Cover gmacht hobn und der hat uns do an Stapl Fotos hingaut - do is ma a erscht amoi a bissl anders woan, wia i de angschaut hob. Oba jo, so is des hoit - es is net imma ois Blumen & Sonnenschein.

EF: Glaubst du, daß de Zensurgschicht wos is zwegn wos se Pungent Stench bessa vakauft? I moa, womma eich jetzt net kennt, waaß ma nua - ah, des sand de, wo fost jede CD zensiert wird.

MS: Naio, des hot aanaseits scho a bissl an Werbecharakter natürle. Vor allem bei junge Leit - des is vaboten und so - kloa, des trazt scho Leit. Oba unsa Plottnfirma hot des nie ausgschlochtet, ganz im Gegenteil. De ham de ganze Zeit nur rumgsudert: "Jo, des kinnts net mochn, um Gottes Wülln. Oda naa, de Texte druck ma net ob..." De hobn des übahaupt net ausgschlochtet kommerziell - wos eigentlich a mochn hättn kinnen, weil Straf zoit habns deswegn eh oft genug.

EF: Früher woa des z.B. nu a so, wia i ghert hob, daß irgendwölche besorgte Mütter bei eanane Kinder CDs gfundn hobn, und se dann ebn an irgenda Zensurbehörde gwandt habn.

MS: Jo, a so rennt des nu imma ob. De Zensurbehördn taan jo net ins Plottngschäft gehn und sogn - mia suachn des oage Zeig. Des is wia gsogt eh meistens so, daß a Vota oda a Mutta im Kindazimma a Plottn findt, wos maant, des is jetzt net unbedingt altersgerecht für ihrn 14jahrign Gschratzn. Donn gengand de zum Jugendschutzamt oda zur Polizei und zaagn des an. Und in Deitschland gibts jo a nu diese FSK, de wos bei uns net gibt. De sand a Komitee des se de Plottn anhert. Wir hobn jo 2 Plottn, de sand am Index. Do werden de Texte komplett übersetzt und analysiert. Wanns englische Texte sand, habns oft sogoa an eigenen Schriftsteller, der de Texte professionell übasetzt, damit ah da Liedcharakta erhoitn bleibt.

EF: Oiso de mochn se des net leicht, wonns eich zensiern?

MS: Na, de miassn da scho triftige Gründe bringan. Se kinnan a net nur sogn "Des is Pfui-Gack, und des geht net". Weil i maan, du kannst jo a Einspruch erhebn. Du konnst des jo a gerichtlich anfechtn. Se schreibn jo dann ah an Aufsotz über den Song, warum des jetzt do net so geht.

EF: Guat. Oiso des mit da Zensur is bei eich jetzt eh 15 Jahr dessölbe, und werd eich mittlaweile einfoch wurscht sei?

MS: Naa. Wuascht is ma in Wirklichkeit net, weil a Plottn de wos am Index steht, wird jo a in Deitschland nimma vakauft. Und des is da greßte Metalmarkt in Europa, eigentlich sogoa von da ganzn Wölt. Und a deitsches Label, des de Plottn in Deitschland herstelln wüll, derf des dann net amol mehr.

Michael Roth (MR): Also, es gibt 2 verschiedene Listen im Indizierungssystem: Es gibt 'ne Liste A und 'ne Liste B. Wenn de auf die Liste A kommst, kann deine Platte weiter an die Leute ab 18 verkauft werden. Wenn de auf Liste B kommst, ist das schwer jugendgefährdend, das heißt Aufführungs- und Verbreitungsverbot. Solche Platten werden dann auch beschlagnahmt.

EF: Ah okay, du host da oiso a scho deine Erfahrungen?

MR: Ja, wir haben auf jeder Liste eine.

MS: Hmm, i waaß goanet, wo mia do jetzt obn sand.

MR: Des System gab's damals noch gar net, des ist erst ab 2004 eingeführt. Wir waren die erste Band überhaupt, die auf die B-Liste gekommen ist - das war 2004.

MS: Jo, bei uns woa des mehr in de 90er Joa. Des haaßt, wann do bei eich wos zensiert is, gibts donn a füa de Plottn extra a Version mit a 16er Freigob?

MR: Ne, nicht für die Platten auf der B-Liste. Die werden komplett verboten, egal was sonst noch drauf ist.

MS: Jo, es is wahrscheinlich dann in etwa so ähnlich wia bei Nazi-Bands - de werdn a komplett verbotn, egal, wie oit dast bist. De Gschäfte kriagn Probleme, wann ses führn, de Plattnlabels, wann ses weita herstelln, bzw. vakaufn.

MR: Ja, das Problem ist, die nehmen sich halt 3-4 Titel pro Platte raus, und wenn du aber ein anderes nicht-zensiertes Lied spielst von der Platte, könnte das als Werbung für diejenige Platte ausgelegt werden - also darfst des auch nicht spielen.

EF: Oiso in Deitschland derfts es live einige Sachn anfoch net schpüln... Bei uns dann scho, oda?

MR: Ja, genau. Die FSK ist ja eine rein deutsche Angelegenheit.

MS: I glaub, bei uns is des ja olles kaa Problem, solangst net nationalsozialistische Wiedabetätigung betreibst. A sunst host eh kaa Problem.

MR: Das Problem ist, daß wir hier mit Eisregen genau so etwas abkriegen vom Image der Nazi-Bands. Naja, wenn du auf der B-Liste drauf bist, dann bist du ja unter 50-60 Nazi-Bands, und die einzige Ausnahme. Wenn du ein Konzert spielst, sind dann natürlich auch einige Bullen da, die kucken, ob du auch nichts mit rechten Texten bringst. Obwohl wir uns nie mit solchen Sachen beschäftigt haben. Wir hatten schon bis zu 200 Zivilpolizisten bei einem Konzert - das halte ich für ein bisschen viel Aufwand.

EF: In der Hinsicht is jo de Internetgschicht ganz guat füa eich, weil da konnst das ja dann obaladn und trotzdem anhern. Wia stehts es zu dem Thema?

MS: Najo, i sog des hot 2 Seitn. Weil olles, wos im Intanet obagladn wird, wird jo net vakauft - meistens... I maan, es gibt natürle scho a poa Leit, de kaufn des dann scho, wanns eana sehr guat gfoit. Najo, oba mittlerweile gibts ja so vü Veröffentlichungen - a so a 16jähriga Bursche, der a Handyrechnung hat woaßgott wia hoch und Playstation a nu schpüln muaß, der kann se des natürlich nimma mehr leisten; de ladn se des dann runter. Des sand natürle Vakaufsentgänge, und vor allem des Label hat Vakaufsentgänge. Des wirkt se natürle aus auf des Budget für de Band. Wannst sogst, du wüllst a neiche Plottn machn und dann ins Studio gehn, dann werdns sogn "Jo, es hobts de letzte schlecht vakauft. Des Budget wird um de Hälfe gekürzt". Oba a Plottn aufnemmen kost ebn imma nu genauso vüü. Des kost jo jetzt a net nix auf amol.

EF: Oiso es gspürts des scho irgendwie?

MS: Natürle, des gspürst scho ois Band! I maan, de T-Shirts kannst da holt nu net obaladn, des is des guate. Von dem lebst eigentlich als Band - von de Konzerte und von de Shirts, dest vakauft host. Füa de Plottnfirma is des natürle schlecht. I maan, i kenn jo a Leit, de bei Major-Labels oabeitn, de gspürn des total oag. So Major-Acts wia da Robbie Williams, de voa 1-2 Joa so 50.000 vakauft habn in Östarreich, vakaufn jetzt 6.000 Stück. Do stecken Summen dahinter - i maan, der kriagt an Deal für 130 Millionen Euro für 7 Plottn, des muast erst amoi einspüln ois Plottnfirma.

EF: Und wie laufts weita jetzt in nächsta Zeit?

MS: Es gibt a poa Tourpläne für Frühling, und bis dorthin soit eigentlich a neiche LP draussn sein. Des haaßt auf CD, oba es wird ah wieda a limitierte Stückzahl an LPs gebn. So um de 10.000-15.000, des mocht de Plottnfirma auf Wunsch von uns. Oba des geht imma glei weg, des is glei vakauft. Vü Sommla hoit, de lodn ses hoit net oba, de wolln a Scheibn in da Hand hobn oda Vinyl. Vinyl klingt leiwonda ois CD und vom Cover siehgst a mehr, und manchmoi is dann a nu irgenda Bonus-Track drauf.

EF: Horchst du eigentlich überhaupt Bands an de wos wos Ähnlichs mochn wia es? Oda hoits eich es de Inspiration von wo anders?

MS: Oiso, i her net so vü Musik eigentlich, weil i ja sölba vü Musik schpül. Oba i geh vü auf Konzerte, des tua i scho. Plottn kaufn tua i net vü, muaß i sogn. I kümmert mi a net recht vü um zeitgenössische Musik, des is ma ois relativ wurscht. Wann i wos her, dann eher Musik, de was net gleich oda ähnlich is wie des wos mia mochn. I her vü Zeig aus de 60er, 70er Joa, wos a net jetzt unbedingt Metal is. Oba scho meistens rockiger. Es muas oba jetzt net ultraheavy sei oda sauschnöll sein. Melvins mog i zum Beispül, des is a net Metal im klassischen Sinn.

EF: Von eich [Eisregen] kenn i jo z.B de HEXENHAUS, auf der hobts jo a relativ vü elektronische Einflüsse veroabeit - wie kommt des?

MR: Ja, die HEXENHAUS ist eh nich so das repräsentative Eisregen-Album. Das ist zum 10jährigen Bestehen von Eisregen herausgekommen. Da stand der Funcharakter schon ein bisschen mehr im Vordergrund. Elektronische Einflüsse hat mehr unser Drummer eingebracht, weil der hört viele sehr schräge Sachen. Aber wir hatten auch schon ab und zu so elektronische Sachen drin, wie z.B. bei unserem dritten Album LEICHENLAGER.

EF: Gerüchteweise hob i ghert, a Einflußfaktor von eich sand Bethlehem? De sand zumindest a relativ merkwürdig, wos de Texte betrifft.

Michael Roth: Also Einflüsse würd' ich's nich nennen, aber es ist auf jeden Fall eine Band, die ich privat auch gern mal höre. Der Bartsch is komplett wahnsinnig... Der hat schon gut einen laufen.

EF: Es sats a irgendwie a Band mit an undankbarn Image; frauenfeindlich...

MR: Naja, Image... Wie man's nimmt. So frauenfeindlich können wir nich sein, die Theresa, unsere Geigerin, war immerhin 8 Jahre mit dabei, und daß sie jetz nicht mehr dabei ist, hat eher private Gründe. Ich bin auch seit 14 Jahren verheiratet - da kann ich persönlich auch nicht so der Frauenfeind sein. Ich mein, wie man das in den Texten darstellt - das ist natürlich eine andere Sache. Da geht es auch darum, einen gewissen Effekt zu erzielen. Und ein weibliches Opfer ist mir eigentlich immer lieber als ein männliches. Ich sag mal, Eisregen ist in der Beziehung eigentlich sehr filmorientiert und verarbeitet mehr diese Einflüsse - weniger die aus der musikalischen Szene.

EF: Wannst von Fülmen redst - wölche Fülme habn do an Einfluß, wölche schaust recht vü?

Michael Roth: Ich schau schon einiges, hab einige Schränke voll Zuhause stehn. Aber jetzt auch nicht nur auf Splatter bezogen, schon verschiedene Genres. Was ich sehr gerne mag, sind die ganzen italienischen Filme, nicht nur horrorbezogen, sondern auch die italienischen Polizei- oder Mafiafilme seh ich ganz gerne.

EF: Oiso wann i an italienische Fülme denk, falln ma eher so de albernen ein, wie HIPPIE NICO VON DER KRIPO, die ganzn Erotikfülme oder de mit Alvaro Vitali.

MR: Nee, also die brauch ich wirklich weniger. Ich meine da mehr so Leute wie Lucio Fulci oder Dario Argento, Joe D'Amato. Die haben ja nicht nur im Horror-, sondern auch in anderen Genres gearbeitet. Die sind ja auch sehr flexibel, die gehen von einem Western- zu einem Horrorset, von einem Polizei- zu einem Pornoset. Die haben halt mehr das gemacht, was gerade Geld gebracht hat.

EF: Hobts ihr do ähnliche Intentionen, wos kommerziellen Erfolg anbelangt?

MR: Kommerziell is halt immer Auslegungssache. Ich mein', wir verkaufen mittlerweile unser Zeug nicht so schlecht und leben von dem, was wir machen. Wenn man das als kommerziell auslegen will - kann man ja durchaus auch. Letztens hatten wir sogar eine Chartplatzierung in Deutschland. Aber von der Sache her an sich machen wir immer noch unkommerzielle Musik im eigentlichen Sinne. Aber es ist halt trotzdem etwas, was sich verkauft - das ist eben die andere Sache. Da irgendwie einen Messwert anzulegen ist eben schwierich. Die Sache ist halt immer auch, daß die Verkaufszahlen der 'normalen' Bands sehr weit zurückgegangen sind. In der Metalszene hängen die Leut eben wirklich dran, und kaufen sich das Original, wenn's ihnen gefällt, auch wenn sie sich's eigentlich vom Netz runterziehen könnten. Deswegen ist es in den letzten Jahren auffällig, daß viele Metalbands hohe Chartplatzierungen haben, z.B. Slayer.

MS: Jo, schau da moi in Österreich Vakaufscharts an. Do sand a immer wieder Metalbands dabei, a soiche, de net grod Metallica haaßn. Weil de ganzn Poptypen nur mehr an Scheiß vakaufn. De Kids hörn se net de Plottn an, weils de LP interessiert, sondern de lodn se holt den aan tollen bekanntn Song runter und da brauchts de ganze Plottn goanet.

MR: Ja, und das ist halt in der Metalszene nich so gegeben. Das sind eben Leute, die wollen das ganze Album hören und interessiern sich auch für die anderen Alben der Band. Das ist doch schön, daß da das Erdige noch ein bisschen gegeben ist.

EF: Jo, und vor ollem a womma geduldig is, kriagt ma de ältern CDs bei eBay a um 3,50.

MR: Ja, eBay ist schon ein cooles Pflaster, auf alle Fälle. Mir ist aber der andere Fall wesentlich lieber, wo ich mal ein Demo von uns verkauft habe um 550 Euro. Ist auch gut bei unseren CDs, die auf der B-Liste sind, die also nicht mehr hergestellt und vertrieben werden dürfen. Allerdings, wenn dann bei eBay KREBSKOLONIE auftaucht, wird das Angebot sofort gelöscht. Wenn du es allerdings reinstellst als "Eisregen - 2. Album", wissen die Leute Bescheid und eBay nimmt's nicht raus. Geht dann meistens über 100 Euro weg das Stück - ist schon ein heftiger Preis.

EF: Hmm, da foit ma ei - a Freindin von mia [Mag. phil. Ingrid] hat mi gebeten, a Frage zu stelln über des Liad mit den 1000 toten Nutten... "Waarum - warum dieses Liad??"

MR: Also, "1000 tote Nutten" ist eher wirklich schon ein gesellschaftskritisches Lied. Weil da ging's da drum, einen möglichst plakativen Liedtitel zu haben. Es ist eher eine Kritik an dem ganzen Medienkonsum - weil wenn man sich nachmittags eine Talkshow anstellt, ist das eigentlich wesentlich kränker. Da kam ich eben so drauf, einen Protagonisten zu erfinden, der durch diese Talkshows durchgereicht wird - mit eben der praktisch denkbar geisteskränksten Tat, die einem da einfällt, und das war in dem Fall sein Ziel, 1000 Nutten umzubringen. Und in dem Lied geht's dann da drum, daß er mit der Story Erfolg hat und so von Talkshow zu Talkshow weitergereicht wird und auch bei der Bravo erwähnt wird. Und ich denke mal, wenn das jemand wirklich so machen würde, hätte er auch das Medieninteresse unserer Gesellschaft, wo er's eigentlich überhaupt nicht verdient. Darum geht's eigentlich in dem Lied. Ja, abgesehen davon, ist Eisregen sowieso eine ziemlich geschmacklose Band. Es gibt sehr große Fanatiker und es gibt eben welche, die unsere Texte überhaupt nicht abkönnen. Das ist halt jedem selbst überlassen.

EF: Sand eich eigentlich scho bei beiden Bands, also Eisregen und Pungent Stench, a scho absolut durchgeknallte Fans unterkommen, de do mehr sehgn in Pungent Stench oda Eisregen, als wos eigentlich is?

MS: Bei uns net so, bei uns is des ondas. Oba bei ihnen is des total krass teilweise, hob i scho gmerkt. Bei uns wissens scho, wos los is, de hobn da scho an Spaß. De Pungent-Fans sand da scho eher de lockareren Death-Metal-Fans. Oba so wia bei eana jetzt, wo se jemand vor dir eicha Logo mit an Glasscherbn in Arm schneidet - da denkt ma scho eher an Psychatriepatienten - des is net guat.

MR: Also ja, bei uns gab's mal Leute, die wollten ein Autogramm haben, und ich wollt denen ganz normal eins mit Stift und Papier geben. Und da meinte er, nee ich möchte das auf dem Oberarm reingeschnitten haben. Es gab schon Leute, die haben sich vor mir bei der Monitorbox die Arme bei einem Konzert aufgeschnitten und haben mir die ganze Monitorbox vollgeblutet. Das sind dann schon Sachen, wo man sich so seine Gedanken macht... Und wir hatten mal in Berlin gespielt; ich hatte noch saudreckiche Schuhe an... während dem Konzert hatte ich den Fuß auf die Monitorbox gestellt - nach dem Konzert war der dann komplett sauber, weil ihn einer unbedingt während dem Konzert sauber lecken wollte. Also manche Leute sind echt ziemlich schräg drauf...

EF: Bei euchane Texte is des so, daß mas immer mehrdeuting intapretiern kann. Is eich des scha moi vorkemma, daß deswegen Meinungsverschiednheiten ghabt hobts mit Fans, de des in a ganz ondane Richtung interpretiert hobn ois es sölba - werden de donn a sauer?

MR: Wirklich sauer eigentlich weniger. Die haben dann schon noch Respekt, auf alle Fälle. Ich hab' noch nie Probleme mit Fans gehabt, denen ich erklärt hab' - ich mein, Auslegungssache ist das immer, daß meine Intentionen, die hinter dem Text standen, andere waren. Entweder sie verstehen's halt manchmal gar nicht, oder sie akzeptieren das manchmal gar nicht, wenn sie schon so eingeschossen sind. Aber mein Gott, das ist halt so. Bei uns ist das so, daß ich die Texte vorher schreibe und daß wir erst danach die Musik dazu machen. Die Musik wird dann so gestaltet, daß die Atmosphäre vom dem jeweiligen Text möglichst gut rüber kommt. Deswegen ist die Musik auch recht abwechslungsreich, sag' ich mal.

MS: Jo, bei eich san de Texte anfoch a wichtiger ois bei uns. Bei uns is scho de Musik ausschlaggebend und de Texte sand a Bonus. Bei ihnen lebt die Band scho sehr von den Texten.

EF: Jo. Ois regulärer Hörer herst des net aussa, wem wos wichtig is. Deswegn find i des recht interessant, so wias es des jetzt dazöhlts.

MS: Jo, muast di moi bei an Konzert von eana einasteh - da singt wahrscheinlich de Hälfte vom Saal jedes Wort mit. Do gibts wirklich a Viertl oda sowas, de hern nur Eisregen. De interessiert alles andere nicht - de kannst Bands hinstelln wasd wüllst, der steht in da erstn Reihe, weil da hot er sein Plotz reserviert und schaut di an und du siechst, der frogt se nur: "Wann schleichst di du denn endlich von da Bühne". Guat, i sog, damit muaß ma leben. Oba es gibt dann a scho so wölche, de se bekehrn lassn und nachn Gig dann sagn: "Supa, es hobts a leiwand gspült. Hob eich scho öfter gsehgn jetzt". Oba du host es schon schwer mit denen - es is a bissl so wia bei de Onkelz, des is so a leichte Religion bei ihnen. Weil de Onkelz-Fans sand kane Rock-Fans, des sand Onkelz-Fans - und genauso bei Eisregen. Des is amoi so, de kommen olle hin mit an Eisregen-Shirt.

MR: Ja, oder die kaufen sich noch eins.

MS: Jo, kaufn taan sa se sowieso nu aans. Bei uns stehngands halt mit olles do, Morbid-Angel-Shirts, Deicide, Pungent Stench, olles durch de ganze Bank. Oba de bei eana stengand auf Eisregen, olls ondane is Scheisse. Oba umgekehrt gibts a wieda Pungent-Fans, de bei eich wieda so reagiern. Also teilweise sand de Lager schon a bissl gespalten, oba insgesamt übaschneidt sa se doch recht stark.

EF: Bei eich sands jo jetzt scho 10 Jahre Bühnenjubileum und bei eich werdns boid 20. Glaubts, daß wer von eich so endn wird wia da Ozzy?

MS: Oiso, wann is so endt wia da Ozzy... oiso do würd ma jetzt scha wos merkn. Da Ozzy woa jo in mein Oita scho a Wrack - der hot si a so vüü einezogn. Des hob i bis jetzt net, und i glaub a net, daß i jetzt damit anfong. Vor allem, da Ozzy is jetzt wenigstens reich. Traurig is halt, wannst sunst ah so beinond bist.

EF: Dann konnst nur hoffn, daßt wenigstens dein Spaß ghabt host bis dorthin.

MS: Jo, oba du kannst di dann eh nimma mehr dran erinnern.


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"Rocky is old. His face looks like a wreck and his mumbling speech are at their worse."

Erste Reaktion auf ROCKY 6: Hier.

Egal, was irgendwer sagt: Ich freu' mich auf den Film. Ich will Stallone wieder im Kino sehen. Ich will wenigstens ein bißchen ROCKY-Flair. Ich halte Stallone für einen unterschätzten Schauspieler, Autor und Regisseur, und glaube, daß er uns durchaus etwas über das Älterwerden zu erzählen hat. Und wenn nicht? Naja, wen kratzt's?

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Nur das Beste

Die Compilation THE BEST OF DEPECHE MODE, VOLUME 1 nimmt sich vor, die komplette Bandgeschichte auf eine CD zu packen.

Wenn man Best-of-Alben kauft, kommt man in die Hölle. Ehrlich. Die munter zusammengekrokelten Neukombinationen aus Altbekanntem öffnen direkt das Tor zu Luzifers finsterem Reich. Womöglich wird nun die Frage nach Ausnahmen laut, die lieblos zusammengeschusterte Ramschkisten-Compilations von Musikern, die sich gar nicht mehr wehren können, von sorgsam ausgeführten Werkschauen unterscheiden - aber wenn mal einmal mit Ausnahmen anfängt, zieht man bald gar keine moralischen Grenzen mehr. Ergo bringen uns weder "rare und unveröffentlichte" Tracks auf solchen Querbeet-CDs noch sonstige angebliche Geschenke wie Videos und Kochrezepte dazu, obigen Grundsatz abzuschwächen: Die wollen uns doch nur das Geld aus der Tasche ziehen.

Eigentlich könnten wir mit der Kritik hier und jetzt aufhören, aber es soll ja Menschen geben, die keinerlei theologische, ästhetische oder monetäre Befangenheit zeigen und modische Best-ofs gerne in Blickweite etwaiger Gäste auf die Kaffeetische legen. Sprechen wir also ein wenig über das vorliegende Exponat, das mit dem Titel THE BEST OF, VOLUME 1 eine gewisse Unvollständigkeit suggeriert (wobei die Band die angefangene Nummerierung ohnehin nur als bedeutungslosen - quasi: - Witz versteht). Wie quetscht man nun 26 Jahre Bandgeschichte mit einem Dutzend veröffentlichter Alben in nur 74 Minuten Spielzeit? Easy: Einfach durchzappen.

Und das funktioniert erstaunlich gut - die Zusammenstellung springt munter von den Anfängen ins Jetzt, zurück zu kleineren Hits, vorwärts zu den großen Welterfolgen, chronologisch völlig ruhelos und doch klanglich ganz sinnvoll aneinandergereiht. Das funktioniert nicht zuletzt auch deshalb, weil der Sound der Gruppe sich durch die Jahre zwar entwickelt hat, aber doch stets homogen blieb, immer um den leicht monotonen Singsang von Dave Gahan kreisend.

Während also die Hits abgefeiert werden, die sich längst im kollektiven Unterbewußtsein eingegraben haben und ja durch diverse Cover-Permutationen stets am Leben erhalten wurden, zeichnen die liebevoll geschriebenen Liner Notes die Bandgeschichte nach. Rückblickend betrachtet war natürlich immer alles ganz klar und sehr großartig, auch wenn Anfang der 80er die Gruppe einfach eine unter vielen New Romantics-Acts war. Das Melancholische, Theatralische, Sehnsüchtige und doch ganz Unterkühlte teilen sie mit ihren Zeitgenossen Ultravox, Joy Division, Icehouse, Japan. Aber Depeche Mode sind die Überlebenden dieser Art-Pop-Bewegung: Wo sich andere Bands auflösten, ganz neue Wege beschritten oder schlichtweg in die Redundanz manövrierten, blieben Depeche Mode unbeirrt auf Kurs, immer tiefer durch ihre eigene Sogwirkung gelenkt. Warum die Gruppe den Erfolg beibehalten konnte, weiß freilich auch der Autor der Liner Notes nicht.

Reden wir noch ganz kurz über die Hölle. Die Zusammenstellung gibt es in zwei Versionen zu kaufen: Eine etwas günstigere, auf der 17 Hits und ein neuer Song ("Martyr", auch als Single erhältlich) zu finden sind, und eine teurere, die mit einer DVD bestückt ist, auf der viele Musikvideos der Band sowie weitere Videoclips zu finden sind. Weil die Zusammenstellung ästhetisch gelungen ist, verringert sich die Aufenthaltsdauer in die Hölle minimal, und durch den Erwerb der DVD-Edition - wenn schon, denn schon - wird wohl ein gutes Wort eingelegt, damit man dort nicht gleich die qualvollste Aufgabe zugeteilt bekommt. Aber, so sehr wir es wollen würden: Keine Ausnahmen. Die Hölle bleibt.





Dieser Text erschien zuerst am 22.11.2006 bei Fritz!/Salzburger Nachrichten.

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Ob ich mir denn eigentlich immer nur Unfug ansehe, will unser Chefred. wissen. Von wegen! Manchmal sehe ich mir auch richtig schlechten Unfug an - wie zum Beispiel ROBOT JOX 2 - KRIEG DER STAHLGIGANTEN, mitunter auch einfach ROBOT WARS genannt und trotz zusammenfassender Worte zu Beginn in keinster Weise mit Stuart Gordons ROBOT JOX verbunden.

Zu den hartnäckigsten Lieferanten unterirdisch schlechter Videothekenware gehört ja seit den Achtzigern Charles Band und seine Firma Full Moon Entertainment, die aus den Aschen seines Vorgängerlabels Empire entwuchs. Wie so oft bei den für den ganz schnellen (und ganz anspruchslosen) Konsum gemachten Direct-to-Video-Releases versprechen Coverartwork und Trailer stets mehr, als der tatsächliche, minimal budgetierte Film dann einhalten kann. Und ob Teil 2 jetzt irgendwas mit Teil 1 zu tun hat - abgesehen vom Konzept, daß große Roboter aufeinander eindreschen - mag angesichts des gemeinhin überschätzten Gedächtnis des typischen Videothekengängers auch hinfällig sein. Immerhin strapazieren die Full-Moon-Produktionen selten die Geduld des Zusehers allzu lang: Nicht selten sind die Filme schon nach 70 Minuten wieder vorbei. Cheers.


Band hat beide ROBOT JOX-Filme produziert und ließ für Nummero Zwei seinen Papa Albert Band Regie führen (prominentestes Mitglied des Band-Clans ist übrigens Charles' Sohn Alex Band, seines Zeichens Sänger der Gruppe The Calling - eine trivial anmutende Information, die allemal interessanter scheint als der gesamte vorliegende Film). Die Handlung spielt im Jahre Zweitausendnochirgendwas, die Erde ist mal wieder verwüstet, und ein letzter Großroboter stampft unverdrossen durch die Wüste und wird von einem schlechtgelaunten Chef von irgendwas als Touristentransporter eingesetzt. Leider klauen ein paar forsche Japaner in Zusammenarbeit mit maskiertem Bodenvolk den Roboter und machen sich mit dessen Laser an irgendeiner Giftmülldeponie zu schaffen - warum sie dies tun, braucht weder uns noch den Drehbuchautoren zu belasten.

Zum Glück tritt Captain Drake auf den Plan, der als draufgängerischer Roboterpilot die beste Wahl zu sein scheint, die Welt oder den Roboter oder die Giftmülldeponie zu retten. Wo der misanthrope Chef Drake noch vorwirft, ihm fehle der Killerinstinkt, kontert Drake mit einem schmusigen "Sehen Sie in diese Augen" und stellt seinen besten Hundeblick zur Schau. Dann schlägt der Chef sämtliche Warnungen Drakes in den Wind: Die Japaner könnten eventuell irgendwas planen, oder die Bodensoldaten könnten Unruhe stiften, oder der Film wäre sicher nicht weniger grottig, wenn Chef mal lachen würde. Aber weil Vorgesetzte in B-Action-Movies immer grimmig schauen und ignoranterweise nie auf erfahrene Menschen und ihre Warnungen hören wollen, haben die Japaner freie Hand. Wie wird so eine Spaßbremse eigentlich Chef? Wieso wird er nicht beispielsweise Filmproduzent, oder Feuerwehrmann?


Aber wir verlieren den roten Faden. Mitten in der Handlung und doch völlig davon unberührt rennen zwei Frauen herum, die irgendwelche angeblich verschrotteten Waffen suchen und diese dann in einem Keller auch finden (freilich müssen wir uns dabei auf ihr Wort verlassen, da uns der Film nur irgendwelchen Metallschrott zu zeigen vermag). Die blonde von den beiden wird dann von dahergelaufenen Rüpeln gejagt, und der wissende Leser mag die Spannungsintensität des gesamten Handlungsstranges erahnen, wenn er weiß, daß mir viel Zeit blieb, darüber nachzudenken, wie die Mädels wohl mit körperbetonterer Kleidung aussähen.

Zum Glück ist's gleich vorbei: Die Schwarzhaarige fällt irgendwie aus der Handlung raus, die Blonde trifft auf Captain Drake, der einen ebenso angeblich verschrotteten Altroboter namens MEGA-1 findet und reaktiviert und damit gegen den vom Japaner entwendeten MRAS-2 antritt. In sagenhaften zwei Minuten gibt es ein wenig Stop-Motion-Kampf zwischen den angeblich 25 Meter hohen Robotern, und dann gewinnt Drake auch schon und küsst die blonde Frau. Wer hätte es geahnt.

Wie schon erwähnt: Es ist wenigstens kurz. Albert Bands Regie ist ein statisch inszeniertes Kasperltheater mit der aufwühlenden Energie von drei Säcken Zement, die Handlung ist völlig wirr und sinnlos, und die Effekte sind niedlich und dabei wenig erbaulich. Eigentlich merkwürdig, daß es nie einen dritten Teil gegeben hat.





Robot Jox 2 - Krieg der Stahlgiganten (USA 1993)
Originaltitel: Robot Wars
Regie: Albert Band
Drehbuch: Jackson Barr
Produktion: Full Moon Entertainment
Darsteller: Don Michael Paul, Barbara Crampton, James Staley, Lisa Rinna
Länge: 76 Minuten
FSK: 12

Dieser Text erschien zuerst am 20.11.2006 bei mannbeisstfilm.de.

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Alles, was man über COLPI DI LUCE - in Beinahe-Deutsch NEONKILLER - wissen muß, läßt sich in folgendem Satz sagen: Der Film ist ein italienischer Actionfilm aus dem Jahre 1985. Weil wir aber eine vermeintlich seriöse Filmkritik nicht einfach nach einem Satz beenden können, müssen wir wohl oder übel ein wenig ausholen. Also: Das italienische Unterhaltungskino ist ja ohnehin so eine Sache für sich (der - in welche Richtung auch immer - geneigte Leser darf sich gerne meine längeren Essays zum Thema zu Gemüte führen), und in den Achtzigern hatte sich die dortige Filmindustrie durch immer billigere Klone erfolgreicher US-Filme schon so sehr ins Aus gedrängt, daß nurmehr Trash nachkam.

Können wir jetzt aufhören? Na gut, erzählen wir noch ein bißchen. In NEONKILLER geht es um einen verrückten Professor (mit argwöhnischem Mißtrauen gegenüber der Wissenschaft hadern ja viele publikumsnahe Streifen), der einen sagenhaften Laser erfunden hat, mit dem er Gegenstände vaporisieren kann. Man richtet die Laserkanone auf ein Ziel, das explodiert, und alles im Umkreis von ein paar Dutzend Metern verglüht jämmerlich. Das testet der Prof mit der Kassengestell-Brille auch gleich an einem Güterbahnhof aus, wo dummerweise zwei sich liebende Teenager dahinschmelzen.

Immerhin hat der Film jetzt schon sein Terrain abgesteckt: Ein nacktes Mädel (mit der Dialogzeile "Laß uns keine Zeit verlieren"), ein wahnsinniger Bastler, ein paar leuchtende Spezialeffekte und viel Glibber beim Zerschmelzen der armen Opfer. Schalten wir flott um zu einem Banküberfall, der rein gar nichts mit der Handlung zu tun hat, und bei dem die beiden asozialen Gesellen von unserem lässig auftretenden Helden mit einer Pistole weggeputzt werden, die er in einem halben Hähnchen versteckt hat. Besagter Held ist übrigens Erik Estrada, der in zwanzigtausenddreihundertsiebenundfünfzig Folgen von CHIPS mindestens ebenso grimmig geschaut hat wie hier, als er den Rabauken Blei in die Bankräuberpappe blättert.

Natürlich wird Estrada auf den sinistren Prof angesetzt, der hinterrücks ein Crashcar-Stadion laser-isiert und in einem sehr unauffälligen Fernsehübertragungswagen entkommt. Es gibt ungefähr drei Dutzend Autoverfolgungsjagden durch die Straßen von San Francisco, zwischendurch verprügelt Estrada eine karatekämpfende Schwarzhaarige in einem Bestattungsinstitut, und eine Frau, die aus offenkundigen Gründen wenig Zeit auf dem Bildschirm verbringt, stirbt mit viel Rudern der Arme und grobem Training der Gesichtsmuskulatur. Großes Kino auch jener Moment, in dem die Polizei den Hauptverdächtigen in einer Telefonzelle ortet, mit Blaulicht und Sirene anrückt und sich dann wundert, warum der Bursche schon weggelaufen ist. Glücklicherweise sind die Dialoge ganz erbärmlich synchronisiert, sonst hätten wir den Plot beinahe ernst nehmen können.

Nun ist Regisseur Enzo G. Castellari ja eigentlich einer der Guten. Immerhin hat der Mann den Spätwestern KEOMA im Lebenslauf stehen. Somit ist zumindest sichergestellt, daß die Actionsequenzen kompetent und einigermaßen temporeich (dem Tempoempfinden der Achtziger entsprechend) inszeniert sind. Eine Schießerei in einer Fabrikhalle beispielsweise ist sehr effektiv gemacht, die anschließende Auseinandersetzung mit einem bulldozerfahrenden Henchman ebenso. Der Film ist dabei teils überraschend blutig, mit Dutzenden von großen Schußlöchern und bis aufs Skelett zerschmelzenden Statisten. Aber mit einer so dürftigen Story und dem ebensolchen Budget kann auch Castellari keine Wunder vollbringen: NEONKILLER ist nicht unbedingt fad, aber auch nie wirklich aufregend. Beinahe wünscht man sich, daß Bruno Mattei im Regiestuhl gesessen hätte, weil dann der grobe Unfug der Handlung zumindest seine filmische Entsprechung durch zusammengeklautes Archivmaterial und horrible inszenatorische Inkompetenz gefunden hätte.



Neonkiller (Italien 1985)
Originaltitel: Colpi di Luce
Regie: Enzo G. Castellari
Buch: Enzo G. Castellari, "Titus Carpenter" (= Tito Carpi)
Produktion: Faso Film
Darsteller: Erik Estrada, Michael Pritchard, Peggy Rowe
Länge: 86 Minuten



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Die seligen Achtziger, die Dekade der aus dem Boden sprießenden Videotheken und des ihre Regale füllenden Billigschrotts. Wöchentlich trudelten Dutzende von schnell heruntergekurbelten Filmchen ein, deren Budget das dieser Website locker unterbieten dürfte, und deren Videocover meist das Aufregendste am ganzen Film waren. Weil findige Verleiher feststellten, daß manche Titel offenbar besser ziehen als andere, wurden in beinahe stochastischer Kombinatorik beliebige Titel zusammengeschustert, die gleichsam Aufregung und Altvertrautes suggerieren sollten. Besondere Schlüsselwörter rund um die aus heutiger Sicht recht behäbigen amerikanisierten Martial-Arts-Filme blieben stets "Ninja", "Tiger", "Karate", "American", "Dudikoff" sowie "Fighter", "Kickboxer" oder "Schwergewichtsweltmeister dritter Klasse im Feng Shui". Irgendwie muß man das Fußvolk ja dazu kriegen, sich den Mist auszuleihen.

Das vorliegende Exponat KARATE TIGER 2 ist allein deshalb ein paar Absätze wert, weil es eigentlich gar keine Filmreihe namens KARATE TIGER gibt. Oder dann doch, obwohl die einzelnen Filme eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben. Mal von vorne: 1985 kam ein billiger Film namens KARATE TIGER in die Videotheken, der der Welt einen belgischen Muskelmann namens Jean-Claude Van Damme bescherte. Der Film, der im Original NO RETREAT, NO SURRENDER heißt, war erfolgreich genug, daß Produzent Ng See Yuen ein Sequel hinterherschieben sollte. Während die Handlung mit dem Erstling rein gar nichts zu tun hat, hätten doch Van Damme und der Hauptdarsteller des vorigen Films, Kurt McKinney, wieder als Gegenspieler mitgewirkt. Van Damme hat allerdings nachgedacht (wer hätte gedacht, daß diese Worte einmal geäußert würden) und befand, eine Fortsetzung würde seine Karriere nicht fördern. Kurzerhand sprang er ab und überzeugte McKinney, ihm zu folgen. Ohne Darsteller des ersten Teils und fortlaufende Handlung kam also NO RETREAT NO SURRENDER 2: RAGING THUNDER, beziehungsweise eben KARATE TIGER 2.


So weit, so überschaubar. Loren Avedon, der Hauptdarsteller von Nummer Zwei, unterschrieb gut gelaunt einen Vertrag über drei Fortsetzungen, die - jetzt war's ja auch schon egal - überhaupt nichts mit den anderen Filmen zu tun haben würden. Van Damme drehte derweil einen Streifen namens KICKBOXER, den der deutsche Verleih relativ ungeniert als KARATE TIGER 3 - DER KICKBOXER unters Volk warf. Als nun NO RETREAT, NO SURRENDER 3 mit dem Untertitel BLOOD BROTHERS erschien, entstand nach und nach ein wundervolles Durcheinander, dessen Entwirrung dem geneigten Rezensenten einen Platz in der nächsten Quizshow sichern dürfte: Teil 3 kam hierzulande als KICK BOXER 2 - BLUTSBRÜDER auf den Markt, wurde anderswo aber freilich noch als KARATE TIGER 3 gehandelt. Die Fortsetzung von Van Dammes KICKBOXER wurde hierzuladen ebenfalls als KICKBOXER 2 veröffentlicht, mit dem Untertitel DER CHAMP KEHRT ZURÜCK.

Und jetzt wird's spannend. Der deutsche Verleih sah ja, daß die Filme ohnehin keinerlei Verbindung zueinander aufwiesen, und kaufte einen völlig anderen Martial-Arts-Film namens BEST OF THE BEST, den sie als KARATE TIGER 4 in die Videotheken stellten. Der vierte Teil der NO SURRENDER-Reihe mit dem Titel KING OF THE KICKBOXERS (gerne auch ohne das NO SURRENDER-Präfix gelistet) wurde zu KARATE TIGER 5 - DER KÖNIG DER KICKBOXER (blieb aber in anderen Ländern KARATE TIGER 4). Teil 5 wurde gar nicht in die Reihe mit aufgenommen, sondern wurde zu AMERICAN SHAOLIN, aber zum Glück gab es ja noch KICKBOXER 3: THE ART OF WAR, der nun zu KARATE TIGER 6 - ENTSCHEIDUNG IN RIO wurde. Machen wir's kurz: Teil 7-9 der vermeintlichen Serie sind völlig andere Produkte, Teil 4 und 5 der KICKBOXER-Reihe hießen auch bei uns entsprechend, und um den Spaß zu verdichten, gibt es völlig andere Filme mit den Titeln AMERICAN KARATE TIGER, BLOOD BROTHERS, AMERICAN KICKBOXER und so weiter und so fort.


So. Wer bis hierhin gelesen hat, dürfte auch einigermaßen interessiert sein an der Handlung des Streifens, um den es hier eigentlich gehen soll - Beschwerden über das Ausufern obiger Auseinanderklamüsereien bitte an die Chefredaktion leiten, die den anderen Rezensenten dann aufgrund nachlässiger Recherche das Gehalt halbieren dürfte. Wo waren wir? Ach ja: Ein Amerikaner namens Scott reist frohen Mutes nach Bangkok, um dort seine Verlobte Sulin zu besuchen. Weil er nicht weiß, daß Sulin steinreich ist und in einem Haus wohnt, in dessen Wohnzimmer eine ganze Golfanlage Platz hätte, haust er in einem heruntergekommenen Hotel mitten in der Stadt, wo aufdringliche Zuhälter einem im Minutentakt sich langweilende Frauen auf's Zimmer schicken. Nach kurzem romantischem Dinner mit Sulin und Affenhirnsuppe wird im Hotel geschmust, aber dann krachen finstere Rabauken durch die Tür und nehmen das Prinzeßchen mit. Weil Scott selbstverteidigenderweise ein paar seiner Angreifer zu grob behandelt, wird er von der thailändischen Polizei hops genommen und wegen Mordes angeklagt.

Lassen wir das, die Handlung nachzuerzählen ist einerseits zu mühsam und andererseits total überflüssig. Lassen wir den gefesselten Zuseher doch schlicht in dem Wissen, daß Scott sich Unterstützung eines weiteren Amerikaners namens Mac und einer jungen Cynthia Rothrock holt, nach Kambodscha ins Dschungelcamp fliegt und dort ordentlich austeilt. Ab der Hälfte des Films treffen wir auch den finsteren Obergeneral, dessen Name sich nicht wirklich festgesetzt hat, der aber vom deutschen Hünen Matthias Hues (in seinem Leinwanddebüt) gespielt wird. Hues sieht exakt so aus wie ein Endgegner in einem Videospiel und hat seine DOUBLE-DRAGON-Recherchen sicherlich sehr oft unterbrochen, um böse Grimassen vor dem Spiegel zu üben. Bei den Sequenzen, wo er schauspielerisch überfordert war, hat man eventuell aber auch sein Gesicht schräg gegen eine unsichtbare Glasscheibe gepreßt - den Unterschied merkt keiner. Den Humoristen in mir freut es, daß auch Hues noch so richtig lachen kann, weil heutige Bösewichter einfach immer als sehr freudlose Menschen dargestellt werden.


Hues landet übrigens im Alligatortümpel, in den er Sulin und Cynthia versenken wollte, aber was exakt ihn erledigt hat, bleibt offen: Die hungrigen Krokodile, der Jeep, der ihm auf den Kopf fällt, oder die Explosion selbigen Fahrzeugs. Cynthia kann irgendwann nicht mehr mitkämpfen, weil sie einige zwanzig Kugeln im Körper hat, aber Mac ist zuversichtlich: "Sie wird durchkommen".

Erwartet jetzt noch jemand eine ernsthafte Beurteilung der Qualitäten von KARATE TIGER 2? Hihihihihiiiiihihihhiiiiihihihiiihhii. Pardon me while I have a strange interlude. Aber sind wir mal ganz ehrlich: Man kann sich schlimmere und langweiligere Filme antun.

Inszeniert hat den Kracher übrigens Corey Yuen, der dann später bei X-MEN und LETHAL WEAPON 4 die Kampfchoreographien geleitet hat und derzeit im Kino als Regisseur Holly Valance und ein paar andere Darstellerinnen (wir verwenden den Begriff in seiner losesten Definition) in DEAD OR ALIVE durch einige Turnübungen schickt. Und aus!





Karate Tiger 2 (Hongkong/USA 1988)
Originaltitel: No Retreat, No Surrender 2: Raging Thunder
Regie: Corey Yuen
Produktion: Seasonal Film Corporation
Darsteller: Loren Avedon, Max Thayer, Cynthia Rothrock, Matthias Hues
Länge: 90 Minuten
FSK: 16

Dieser Text erschien zuerst am 20.11.2006 bei mannbeisstfilm.de.
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Der amerikanische Komponist Basil Poledouris ist gestern an Krebs gestorben. Poledouris ist in den 80ern und 90ern mit seinen Scores zu CONAN DER BARBAR, ROBOCOP, JAGD AUF ROTER OKTOBER, STARSHIP TROOPERS und auch FOR LOVE OF THE GAME bekannt und berühmt geworden, hat aber zu den gefeierten Groß-Orchestrierern Zimmer, Howard, Goldsmith, Williams et al. irgendwie immer nur die zweite Geige gespielt.

Als Tribut spiele ich gerade den CONAN-Soundtrack, der - ohne Übertreibung - einer der besten Filmsoundtracks aller Zeiten ist. Nicht nur ich sehe das so: Das IMDB-Message-Board ist voll von begeisterten Fans, die CONAN als Meisterwerk der Komposition herauspicken - was ungehört nie jemand glaubt, weil die Musik einen Film begleitet, den niemand ernst nimmt. Poledouris' Score ist grandios, episch, voller Bombast und wieder ganz leisen Passagen. Die Dynamik ist unglaublich - der Komponist versteht, wie man verhaltene Parts einsetzen muß, um dann zu vollem Effekt auffahren zu können. Die Musik ist reich an Melodien auf der einen Seite, voller Dramatik und Bewegung auf der anderen. Poledouris deckt ein großes Spektrum an Emotionen ab und schlägt auch gerne kleine Haken, setzt Überraschungen.

Ursprünglich wollte Produzent Dino De Laurentiis Pop-Musik als Untermalung des Films. Regisseur John Milius bestand aber auf einem orchestralen Score, der die Dramatik der Bilder pointieren sollte. Sein Freund Poledouris fand sich mit der Aufgabe betreut, Musik zu finden, die eine völlig unbestimmte Zeit suggerieren sollte - irgendwie prähistorisch, irgendwie mittelalterlich, aber nirgendwo genau plaziert. Er hat sich an klassichen Komponisten orientiert, an gregorianischen Gesängen, an mittelalterlicher Folklore, und aus all diesen Elementen einen so berauschenden Score gemacht, daß das Album auch als völlig eigenstehendes Werk anzuhören ist (und zwar auch von Menschen, die mit dem Film rein gar nichts anfangen können).

"This score is the most wonderful music ever written by the hand of man as far as I'm concerned. [...] It is the benchmark of what a film score can be. It is layered in passion and contains a power that I wasn't even aware that music could convey", schreibt ein User in der IMDB. Die Skeptiker unter euch mögen vielleicht angesichts unserer Beschreibungen hoffnungslose Übertreibung und Verklärung wähnen, aber es ändert nichts daran: Die Musik ist mitreißend, wunderschön, und "Funeral Pyre" schafft es nach all den Jahren immer noch, mir die Gänsehaut über den Rücken zu jagen.

R.I.P. Basil Poledouris.

Now playing: CONAN THE BARBARIAN - Original Motion Picture Soundtrack (1982)
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