Januar 2006
Da nimmt man sich schon die ganze Woche lang vor, die werte Leserschaft mit geballter schriftstellerischer Brillianz zu ungläubigem Staunen zu bringen, und was tut sich? Nichts. Und nachdem ich jetzt eine halbe Stunde vor dem Rechner gesessen bin und vergeblich versucht habe, aufregendes Gedankengut in blogfreundliche Worte zu fassen, geb' ich's einfach auf und vertröste auf die kommenden Tage. Da erzähle ich euch dann wahrscheinlich erstmal, daß Salingers RAISE HIGH THE ROOF BEAMS, CARPENTERS ein ganz famoses Buch ist. Ach, das wußtet ihr schon?

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Okay ... bevor wir uns in Teil 3 der Bestenliste stürzen (die zusammenzustellen ein relativ schwieriges Unterfangen ist, weil es einfach so viel Musik gab und ich erst mein CD-Regal auschecken muß, was passiert ist), werfen wir ein kurzes Update unters Volk.

Meine Musikliste wurde geupdatet - siehe rechts. Sie ist mittlerweile (letzter Stand war Ende Oktober) immerhin von 92 auf 95 Seiten angewachsen. Wer soll das denn alles hören?

Ich bin heute einem Euro-Spy-Trash-Fanclub beigetreten, nachdem ich in den letzten Wochen die unglaublichen Abenteuer von Kommissar X (jeden Samstag auf Kabel1) und Jack Clifton alias Agent 077 (Tele5) mitverfolgt habe und mich noch hingebungsvoll dem mindestens ebenso begabten Agent 3S3 (der rettete im MDR die Welt) widmen werde. Zur ersten James-Bond-Welle kamen nämlich aus diversen europäischen Ländern (hauptsächlich natürlich aus Italien) Imitate heraus, an deren Namen man schon erahnen kann, welchem Vorbild sie nacheifern. Unterschiede? Die Surrogate sind viel billiger, die Frauen werden schon beim puren Anblick des Agenten willig, und die Science-Fiction-angehauchten Geschichten um Superwaffen und Atombomben sind um einiges haarsträubender. Nachdem allerdings der letzte Eintrag des Fanclubs im Jänner 2003 gepostet wurde, scheine ich mal wieder alleine auf weiter Flur zu stehen. Seufz.

Der Film-Bestenliste (siehe letzter Eintrag) würde ich noch ganz gerne SIDEWAYS hinzufügen, zu dem ich vermutlich gar nichts sagen muß. Leiser & leichter Humor, viel Verständnis für Figuren und eine wunderbare Virginia Madsen. Macht Regisseur Alexander Payne eigentlich auch irgendwann mal etwas falsch?

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Zeit für den zweiten Teil unseres Jahresrückblicks: Was waren wohl die besten, größten, lautesten, schneidigsten & geschmeidigsten Filme 2005? Nachdem ich ja mitunter drei Filme pro Tag schaue, ist es eher schwer, den Überblick zu behalten, aber ein paar davon sind natürlich im Gedächtnis geblieben. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

SCHLAFLOS. Na klar! Wäre ja auch schade, wenn mir mein eigener Film dieses Jahr nicht wichtig gewesen wäre. Mit mehreren Monaten Vorbereitung, 10 Drehtagen, vielen angenehmen Erinnerungen und einigen eher unangenehmen Lernerfahrungen (die allesamt erst nach dem Dreh kamen) hat der Film einfach 2005 einen so großen Teil meines Lebens ausgemacht, daß ich beim Gedanken an das vergangene Jahr natürlich immer wieder an das (noch nicht fertig geschnittene) Werk denke. Ich freue mich sehr, daß ich diesen Film machen konnte, und freue mich auch darüber, daß ich diese Erfahrung mit vielen sehr begabten und sehr enthusiastischen Menschen (ganz zu schweigen von ein paar sehr guten Freunden) teilen konnte.

BATMAN BEGINS. Eindeutig der Film des Jahres. Wo mich 2004 noch der leise, wunderschöne LOST IN TRANSLATION 6x in die Kinos lockte, war's 2005 wohl eher mal großes Blockbuster-Kino, das mich restlos begeisterte. Allein ästhetisch gesehen ist BATMAN BEGINS eine umwerfende Erfahrung, von den starken Bildern über die mit Leben vibrierenden Stimmen, vom düsteren Orchesterscore zum stimmigen Design. Regisseur Christopher Nolan weiß nicht nur sein fantastisches Ensemble von Charakterdarstellern - Christian Bale! Cillian Murphy! Michael Caine! Morgan Freeman! sogar Rutger Hauer! - gemäß ihrem Talent einzusetzen (sprich: er gibt ihnen viel Raum, ihre starke Präsenz wirken zu lassen), sondern weiß auch eine psychologisch stimmige Geschichte mit der nötigen Ruhe und Bodenständigkeit zu erzählen.

THE MACHINIST. Wo wir gerade bei Christian Bale sind: Hier sieht man das method acting to end all method acting. Es ist unheimlich, wie sehr sich Bale hereingesteigert hat, diese Figur glaubwürdig darzustellen - und wie es das Glück (und wohl sein Gespür) so will, ist der Film drumherum auch ein ungemein fesselndes Portrait eines Menschen, den eine tonnenschwere Schuld langsam aufreibt. Der Film schleicht, tut weh, geht an die Substanz. Großes Kino.

BROKEN FLOWERS. Bill Murray macht ja eigentlich gar nichts. Er bewegt sich nicht, er verzieht kein Gesicht. Und dabei bleibt er immer interessant anzusehen. Jarmuschs jüngster Streich ist natürlich eine sehr, sehr langsame Geschichte - das überrascht aber doch eigentlich auch nur die Menschen (und vor allem Kritiker), die sich mit seinem bisherigen Oeuvre noch nicht beschäftigt haben. Aber wieder ist seine Welt mit schrägen, lebensnahen Figuren bevölkert, und die großen und kleinen Probleme des Alltags werden mit gleicher Gewichtung und ganz leisem Augenzwinkern betrachtet. Und Murray bleibt stoisch wie eine Riesenschildkröte. Bis zum Schluß. Dann rennt er los, die Kamera wirbelt um ihn herum, und das letzte, was wir hören, ist das Tuten eines Zuges. Aufbruchsstimmung.

DIE SELBSTFILM-TRILOGIE. Gut, lassen wir doch mal die ganzen großartigen Filme beiseite und geben ganz offen zu, daß wir letztes Jahr mit dem Rumgefilme von Jörg Zimmermann mehr Zeit verbracht haben als mit dem Studium der großen Meister. Woran liegt's? Natürlich sind Jörgs Filme einfach so grottenschlecht, daß der Unterhaltungswert den der Bruce-Li-Kloppereien (die ja 2005 auch einige Aufmerksamkeit meinerseits bekommen haben) locker überbietet - und das nicht nur, weil Jörgs Trash nach fünf Minuten durchgestanden ist. Aber ist es nicht vielmehr so, daß uns der Kerl so fasziniert, weil er uns abwechselnd leidtut, amüsiert, zu ungläubigem Staunen anregt, zu eigenem Blödsinn anregt, und dann wieder leidtut? Ich behaupte jetzt einfach mal, daß Jörgs Filme (und seine Person an sich) ein Blick in eine Welt darstellen, von der wir immer noch nicht glauben können, daß es sie überhaupt gibt.

Gut, und was war wohl der schlechteste Film 2005? Na, das ist doch ganz einfach. "George, do you really think that the 16937 animated starships in this scene are really necessary?" - "Umm ... what is a scene ...?" EPISODE III - das beste Argument gegen das digitale Kino.

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Okay, das neue Jahr ist ja nun schon 16 Tage alt, und nach Neujahr blickt man eigentlich nicht mehr zurück. Wozu auch? Vorne ist's ja immer viel spannender. Aber versprochen ist versprochen, und Blaukraut bleibt Brautkleid, und deshalb bequeme ich mich jetzt endlich mal dazu, auf das vergangene Jahr 2005 zurückzublicken.

Fangen wir doch mal mit den 5 besten Büchern an, die ich 2005 gelesen habe - das ist nämlich ganz einfach:

1. William Dear: THE DUNGEON MASTER (1984)
Dear ist ein Privatdetektiv, der sich auf die Suche nach James Dallas Egbert III macht, einem 16jährigen Genie mit einem IQ von 180, das an der Universität Michigan offenbar beim Dungeons-and-Dragons-Spielen im Tunnelnetz unter dem College verschwunden ist. Packend wie ein Krimi, psychologisch spannend, ungemein faszinierend. Dear schreibt sehr fesselnd, und die (wahre!) Geschichte ist mir so nahegegangen wie sonst keine andere im letzten Jahr.

2. J.D. Salinger: FRANNY AND ZOOEY (1955/57)
Salinger ist sowieso der Autor des Jahres 2005, und sein CATCHER IN THE RYE ist weltberühmt - aber die wahre Brillianz seiner Schreibkunst liegt in den Kurzgeschichten. Sehr intelligent kann Salinger kleine Welten durch Andeutungen aufbauen, deren Geheimnisse tief zwischen den Zeilen verborgen blühen. FRANNY AND ZOOEY faßt zwei seiner Kurzgeschichten zusammen, die von der Familie Glass erzählen - mit Franny Glass' Sinnkrise im Mittelpunkt. Es passiert nichts Spektakuläres, und es wird viel (meist aneinander vorbei) geredet - aber mehr Wahrheit und Weisheit als in Salingers Geschichten wird man schwerlich finden (gewisse Songs von Schwarz sägen eventuell am Thron).

3. David Kushner: MASTERS OF DOOM (2003)
Es gibt eine Handvoll berühmter Programmierer und Spiele-Designer - allen voran Richard Garriott, aber auch Ken Williams, Peter Molyneux, Sid Meier oder "Wild" Bill Stealey - aber John Romero und John Carmack waren die ersten Rockstars der Szene. Mit WOLFENSTEIN 3D, DOOM und QUAKE haben sie die Computerspiele revolutioniert und nebenbei für mehr Kontroversen als zuvor gesorgt. Kushner verfolgt den Werdegang und die späteren separaten Wege der beiden Johns und schafft es, das Genie der beiden genauso greifbar zu machen wie ihren Größenwahn (Romero) bzw. ihre soziale Inkompetenz (Carmack).

4. Joseph Heath & Andrew Potter: NATION OF REBELS (2004)
"Why Counterculture Became Consumer Culture". Heath und Potter lassen kein gutes Haar an den Mythen der Gegenkultur, an den festgesetzten Vorstellungen der Menschen: Daran, daß Bill Gates ein kapitalistisches Schwein ist, während Steve Jobs aus reiner Nächstenliebe viel bessere Computer unter das Volk bringt. Daran, daß Bands im Underground bleiben müssen, weil der Sprung zu den großen Labels ein sofortiger Ausverkauf ist. Daran, daß Rebellionen den Kapitalismus stürzen könnten. Witzig & provokant zerlegen die beiden Autoren Dutzende von Beispielen aus allen Bereichen und zeigen auf, wie das "Anders-Sein" die Wirtschaft ankurbelt und "cool" eigentlich nur "exklusiv" bedeutet. Essential reading.

5. Haruki Murakami: SOUTH OF THE BORDER, WEST OF THE SUN (1992)
Mit bestem Dank an Otto, der mir das Buch - das auf Deutsch GEFÄHRLICHE GELIEBTE heißt - zum Geburtstag geschenkt hat ("Der deutsche Titel ist so blöd, da habe ich dir die englische Ausgabe besorgt"). Ich weiß nicht, ob es einen Autor gibt, der lyrischer und poetischer schreibt als Murakami. Die Magie des Buches ist schwer zu beschreiben, aber schon nach wenigen Seiten webt sich eine bittersüße Sehnsucht durch die Geschichte, in der ein Mann Mitte 30 von seiner Jugendliebe Shimamoto wieder aufgesucht wird, mit der er, seit sie beide 12 waren, keinen Kontakt mehr hatte, und deren Bild ihn immer verfolgt hat. Das Wiedersehen wird zu einer wehmütigen Auseinandersetzung mit dem, was hätte sein können, und mit dem, was nie sein kann.

Ebenfalls erwähnenswert: Peter Biskind, DOWN AND DIRTY PICTURES (2004). Wie schon in EASY RIDERS, RAGING BULLS zeichnet Biskind ein starkes Bild einer Filmära - diesmal der Independent-Szene der 90er, rund um Miramax und Sundance. Nach dem Buch möchte man nurmehr die Tür vor Harvey Weinstein versperren.

Noch ein Buch, das es fast in die Liste geschafft hätte: HOLLYWOOD ANIMAL (2004) von Joe Eszterhas. Daß Joe ein wenig selbstverliebt ist, dürfte eigentlich keine Überraschung darstellen, aber daß er genau weiß, wie man eine Geschichte - in diesem Falle seine eigene - erzählt, an und für sich auch nicht. Knapp 900 unglaubliche Seiten, und alleine die Geschichte über den Prozeß gegen seinen Vater ist den Kauf wert.

Und natürlich: Das schlechteste Buch 2005. Doch, doch, das gibt's auch. Die "Ehre" geht dieses Jahr Wolfgang Hohlbein für sein Werk FEUER (2004) zuteil. Hohlbein, den ich sonst als sehr kompetenten Autor von spannungsgeladener Phantastik schätze (die NEMESIS-Reihe dieses Jahr war zum Beispiel unmöglich aus der Hand zu legen), erzählt hier eine völlig abstruse, nie endende Geschichte, bei der er nach 600 Seiten dann selber die Lust verloren hat, sie zu Ende zu erzählen. Schlimme Dialoge, haarsträubende Entwicklungen und eine größtenteils schlichtweg langweilige Handlung: ab ins FEUER.

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Das ist gruselig: Heute hat nicht nur John Carpenter Geburtstag - er wird 58 - sondern auch Jörg Zimmermann (38). Ich erwarte natürlich einen respektlosen Witz über die unerwartete Verbindung der beiden Filmschaffenden seitens Obi-Wahn.

Also dann: Happy Birthday, John! Wir freuen uns auf THE 13th APOSTLE und auf PSYCHOPATH!



Und auch Jörg wünschen wir natürlich alles Gute. Und tschüß!

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Tag 2 des Internet-Experiments.

Weil das Internet jetzt so richtig funzt, bin ich rein aus Prinzip jetzt erstmal nur noch online. Da wird gesurft, gedownloadet, gechattet, gebloggt und geskypet, bis das Modem glüht. Natürlich kann kein normaler Mensch so lange surfen: Was soll man sich denn nach 3 Stunden noch ansehen? Die üblichen Seiten sind lange abgegrast, die eMails kommen auch nicht minütlich (und wenn, dann nur in der Spam-Variante), und downloaden muß ich ja grad eh nichts. Hilft natürlich nichts, weil das Internet hier ja nun nicht brachliegen darf: Ich will ja meine Dankbarkeit (wem gegenüber auch immer) ausdrücken. Da trifft es sich schon sehr gut, daß man auf Frickeltechs Paniklabor-Seite via Webcam zusehen kann, wie er sein Mittagsgemüse direkt aus dem Topf verputzt und auf Anfrage auch die Sojasaucen-Kanister (!) vorführt. Nebenher können Kollege Haslecker und ich jetzt völlig kostenfrei über Skype telefonieren, auch wenn das im Moment sehr blöd aussieht mit dem trotteligen Mikrophon, das da noch herumlag.

Apropos Haslecker: Wir haben heute auch wieder brav an der Geschichte arbeitet, an der wir gerade sitzen. Weil ich ein Verschwiegenheitskläuschen untermalt habe, darf ich von den Details gar nichts erzählen, aber natürlich wird euch Großartiges erwarten. Morgen mittag geht's auch schon weiter, und bis Ende Jänner wollen wir die Story zumindest in exposéartiger Formschönheit dem fleißigen Produzenten in München präsentieren können, der übrigens auch den ganzen Tag lang im ICQ zu finden ist (inklusive Sonn- und Feiertage).

Es erklingen gerade die Jazz-Noir-Klänge von Bohren & Der Club Of Gore, die den Tag perfekt abschließen. Wer Bohren & Der Club usw. nicht kennt, stellt sich einfach mal vor, Sigur Ròs würden eine Vinylsingle herausbringen, die mit 45 Umdrehungen gespielt werden muß, aber hier mit 33 auf dem Plattenteller liegt. Mit anderen Worten: Die Burschen bewegen sich fast nicht mehr. Und weil die lang hallenden E-Pianos, die fernen Atmoklänge, das schleppende Tempo und das ferne Saxophon nächtlicher und einsamer klingen als die Helsinki-Episode aus NIGHT ON EARTH, ist das Artwork des Albums BLACK EARTH auch konsequent in Schwarz gehalten: Schwarze Buchstaben auf schwarzem Hintergrund. Diese CD knipst von alleine das Licht aus. Gute Nacht.

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Genzel bequemt sich ins Jahr 2006!

Während ich immer noch darauf warte, daß sich Inode und die Telekom bequemen, die Störung bei meinem Anschluß zu beseitigen - immerhin hat gestern jemand angerufen, um mir zu sagen, daß daran gearbeitet wird - lassen natürlich auch diverse Jahresrückblicke auf sich warten. Nun, wenn das Jahr 2005 zu weit zurückliegt, streiche ich natürlich alle Schulterblicke nach hinten und sehe lieber nach vorne, wo sich 2006 schon ganz vielversprechend anläßt.


Gestern gesehen: REIGN OF FIRE, und eigentlich nicht nur, weil Christian Bale drin ist. Der hat eh nicht viel zu tun, weil er neben Matthew McConaughey die undankbarere Rolle hat, während letzterer mit viel Freude den harten Burschen heraushängen läßt - gut, aber nicht hundertprozentig überzeugend, weil er in den Augen viel zu soft ist für einen ultraharten Krieger , der gerne mal seine Männer ins Verderben schickt. Der Film selbst? Sieht gut aus, ist sehr laut, hat den wohl atonalsten, dissonantesten, düstersten Orchesterscore seit langer Zeit (die CD habe ich jüngst wieder in meinem Regal entdeckt). Und macht eigentlich überhaupt keinen Sinn. Im Making-Of erklärt Regisseur Rob Bowman, der Spezialist für Geek-TV (X-FILES, STAR TREK: THE NEXT GENERATION), daß die Charaktere immer das absolut Wichtigste sind, aber der Film ist natürlich als reiner Effektfilm angelegt, der von keinerlei charakterlichem Tiefgang zeugt. Voller Überzeugung verrät uns Bowman dann das Geheimnis des Streifens: "Scary movies are best when they are scary."


Filmfreunde und Filmschaffende geraten ins Schwärmen, wenn der Name Mario Bava fällt - einer der wichtigsten italienischen Regisseure im Bereich des Phantastischen. Bava ist der Lieblingsfilmemacher von Tim Burton, wird ebenso von John Carpenter endorst - auf den er auch großen Einfluß gehabt zu haben scheint. Letzteres kann ich nicht so genau wissen, weil ich bis gestern noch nicht einen einzigen Bava gesehen habe. Dank der schönen e-m-s-Edition von DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT (eigentlich LA MASCHERA DEL DEMONIO, oder im Englischen wahlweise BLACK SUNDAY, THE MASK OF SATAN oder REVENGE OF THE VAMPIRE) habe ich diesem Umstand gestern abend ein Ende bereitet und freue mich auf den nächsten Bava-Streifen. Natürlich ist ein Horrorfilm von 1960 schwer angestaubt und gegenüber unseren heutigen Exponaten sehr, sehr unschuldig - damals aber war der Film durchaus gewagt und grausam, und die Atmosphäre dieses märchenhaften Gothic Horrors bleibt heute noch greifbar. Vor allem visuell ist der Schwarz-Weiß-Streifen fantastisch gemacht: Bavas Reputation scheint sich zu großem Teil auf seine stark stilisierten, geradezu poetischen Bildern zurückführen zu lassen.

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