Oktober 2005
Nachdem nun schon jeder und sein Hund von mir mit Einladungen zum Klappe-Filmfestival beglückt wurden, möchte ich auf dieser Plattform noch einmal ganz unverfroren darauf hinweisen, daß am 12. November 2005 um 9 Uhr früh - jawoll, raus aus den Bett! - im DAS-Kino (im Saal) mein Kurzfilm MYSTERY PROJECT aufgeführt wird. Hasi und ich haben den Sound ein wenig gepimpt, und man versteht den Dialog jetzt viel besser, und die Musik ist besser im Raum plaziert. Ich freue mich drauf, den guten alten Einakter über das Filmemachen, Otto Neumaier und einen Muffin auf der großen Kinoleinwand zu sehen, und hoffe, zahlreiche Gäste begrüßen zu dürfen. Auch gezeigt wird Hasis Actiondrama (zack!) FAUSTRECHT, bei dem ich als Co-Regisseur so getan habe, als hätte ich Ahnung von irgendetwas, und dem Rohschnitt nach zu urteilen wird der fantastisch ankommen. Sehr rau, ungeschliffen, echt. Und brutal. Zwischendrin sehen wir noch andere Filme von irgendwelchen anderen Menschen, die ich als echter Künstler natürlich komplett ignorieren werde. Da könnte ja jeder kommen!

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Gefunden im regie.de-Forum:

Jörg äußert dort neue Ambitionen: "Mein Traum wäre es, wieder mal Slapstick, so in Richtung Charlie Chaplin, Dick und Doof und so zu machen. Ich sage Euch, dieser Slapstick ist schwer zu spielen, will mal wissen, welche/r Student/in dies sich zutraut, zu machen. " Natürlich ist er sich der Probleme eines solchen Projektes völlig bewußt: "Das Problem daran ist, dass man dies nur in der sogenannten Blue-/Green-Box Drehen kann. Schließlich muss die Athmosphäre dem Jahre 1900-1920 entsprechen. "

Von den Vorwürfen der versammelten Mannschaft, gar kein Schauspieler zu sein, zeigt sich Jörg wenig beeindruckt und nimmt den hingeworfenen Fehdehandschuh auf: "Ich werde es Euch beweisen, dass ich besser bin, als Ihr alle, in dem ich in einen 90-Minüter eine Hauptrolle spielen werde. Also wer von Euch will das Drehbuch schon mal schreiben?"

Zudem gibt sich der Künstler noch enigmatisch und weiß Überraschendes über das Forenmitglied Sir25 zu berichten: "Der Komparse Sir25 wurde mehrfach als Komparse in der Vergangenheit gesichtet. Wo der Sir25 als Komparse gesichtet wurde, dass wird Euch Sir25 erzählen." Unterzeichnet: Jörg, Schauspieler.

Ach ja, und einen Aufruf an uns alle, die wir Geschichten zu erzählen haben, startet er auch noch:
Filmemacher und Regisseur sucht dringend Drehbücher für Kurzfilme und Sketche für Selbstfilme, die man gut in einen Wohnzimmer oder in einen Büro spielen kann. Bedingung an die Drehbücher wäre, dass in jeden Drehbuch 2 männliche Charakteure mitwirken, die nicht gleichzeitig zusammen im Bild sind, dass jeder der Kurzfilme oder Sketche mindestens 1 Minute lang ist, aber höchstens 5 Minuten kurz ist. Natürlich erwähne ich den Drehbuchautor auf Wunsch in den Abspann der Kurzfilme und Sketche. Alle 3 Monate werde ich dann so um die 5-7 Minuten fertigen Film im Internet veröffentlichen, sollten die Kurzfilme wessentlich kürzer sein. werden bei der Veröffentlichung 3-4 Kurzfilme auf einmal veröffentlicht und dann heißt die Folge, "Am laufenden Band" Die Drehbücher für die Kurzfilme und Sketche wie immer per Email im Anhang an mich. Auf der Titelseite des Drehbuches ist folgendes zu schreiben: "Ich erbitte Nennung meines Vornamens/Nachnamens als Drehbuchautor im Abspann des Filmes", oder, "Ich wünsche keine Nennung meines Vornamens/Nachnamens als Drehbuchautor im Abspann des Filmes"


Dann schwingen wir uns doch endlich mal an die Tasten.

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Bei den folgenden Zeilen handelt es sich um meine Reaktion auf einen Artikel, der am 19.10. in den Salzburger Nachrichten erschienen ist. Im Artikel geht es um Oliver Hirschbiegels DER UNTERGANG. Zu finden ist er hier.


Herr Wallnöfer wundert sich, wen es interessiert, was Hitler und seine Helfer in ihren letzten Stunden gemacht haben. Der Frage implizit erscheint mir, dass Leben und Taten von Verbrechern nicht thematisiert werden sollen, weil dadurch ihren Handlungen eine Plattform geboten wird. Es kann und darf aber doch keine Lösung sein, das Geschehen totzuschweigen. Hirschbiegels Film ist wahrhaftig keine Sensationsgier oder ein unseriöser Ansatz vorzuwerfen. Wie in seinem vorigen Film DAS EXPERIMENT studiert Hirschbiegel die Psychologie eines Machtgefüges und zeigt, wie Menschen handeln, wenn das System ethisches und moralisches Fehlverhalten toleriert oder gar belohnt. Er zeigt, wie die von Hitler geschaffene Maschine selbst nach seinem Tode weiter funktioniert, dank ideologischer Verblendung und eingeimpfter Machtstrukturen. Letztlich gibt Hirschbiegel dem Schrecken durch die Darstellung Hitlers ein Gesicht – und entreißt dieses dunkle Kapitel der Geschichte somit aus der Abstraktion, stößt den zum übermenschlichen Dämon stilisierten Führer vom Sockel, um klar zu machen: Was wir als Synonym für das absolute Böse verstehen, ist ebenso ein Mensch gewesen.

Diese Darstellung Hitlers als Mensch, der körperlich und geistig von Krankheit gezeichnet ist, ist nicht so zu verstehen, dass wir als Zuseher Mitleid empfinden sollen. Diese Darstellung dient als Spiegel, als bösartigste Version dessen, was in manchen Menschen zum Vorschein kommen kann, wenn die Umstände es ihnen erlauben – wie ja auch Beros sich im EXPERIMENT als sadistischer Wahnsinniger entpuppt, der seinen Minderwertigkeitskomplex durch Macht aufzufangen versucht. Filmisch gesehen ist der Vorwurf der Verharmlosung, beziehungsweise des Erweckens von Sympathien, nicht haltbar: Hitler wird nicht durch aufschwellende Musik sentimentalisiert, sein Auftreten nicht durch dramatische Schnitte begleitet. Hirschbiegel filmt immer aus der Perspektive des Beobachters, verweigert auch einen Kommentar zum Gezeigten. Die Gefühle, die man dem hier dargestellten Hitler entgegenbringt, kommen aus dem Zuseher, nicht aus dem Film.

Leider führt Herr Wallnöfer nicht aus, warum nur die Dokumentation der Perspektive des Films gerecht werden kann – widerspricht aber somit der vorangegangenen Kritik, sich überhaupt filmisch mit dem Thema zu beschäftigen. Freilich kann theoretisch jedes Thema filmisch aufbereitet werden, und das nicht nur aus einer Perspektive heraus oder in nur einer stilistischen Variante – wer entscheidet darüber, welche Thematik für eine filmische Umsetzung geeignet ist? Gleichsam erlauben verschiedene Ansätze unterschiedliche Zugänge zum Thema. Die Dramatisierung der Ereignisse (im Sinne eines nichtdokumentarischen Ansatzes) verstärkt das Erleben des Geschehens und kann andere Schwerpunkte setzen als die rein dokumentarische Aufbereitung.

Der letzte Absatz verrät Herrn Wallnöfers Hauptkritikpunkt: "Unterhalten werden wollen wir ganz anders". Wer in einem Film wie DER UNTERGANG die bloße Unterhaltung sucht, wie sie das tägliche Hauptabendprogramm sonst auch bietet, wird sicherlich in ein eigenes Dilemma kommen: Wer gibt schon gerne zu, sich bei einem Film über das Dritte Reich gut unterhalten zu haben?

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Weil mich das Wolfenstein-Fieber nicht losläßt, muß ich dem aus den Klauen der Finsternis entrissenen Schicksalsspeer noch etwas nachlegen. Und so, schwuppdiwupp, wurde auf eBay das originale WOLFENSTEIN 3D ersteigert, mit satten 60 Leveln und noch viel mehr Nazis zum Umballern. Ich werde mich also schon bald ins Schloß Hollehammer einschleichen, um die Pläne zur Operation Eisenfaust zu stehlen, den bösen Dr. Schabbs umzunieten, Hitlergeister zu vernichten und General Fettgesicht die Stirn zu bieten. Und das selbstverfreilich alles auf Death Incarnate.

Beim Stöbern im Netz bin ich auf Alternativtitel gestoßen, welche in einem Hintbook der Programmierer gelistet wurden. Über die Ernsthaftigkeit der Vorschläge bin ich mir nicht sicher, aber zu meinen Favoriten gehören eindeutig "Luger Me Now", "How Do You Dusseldorf?", "Geruchschlecht", "Tank You Very Much" und natürlich - als obligatorischer Scherz über die Deutschen - "Castle Hasslehoff".

Apropos Hasslehoff: Der hat sich jetzt die Rechte zum KNIGHT-RIDER-Film wieder geschnappt, weil die Firma, die das umsetzen wollte, die Geschichte STARSKY-AND-HUTCH-mässig aufzuziehen gedachte - ohne sprechendes Auto. Jetzt arbeitet David himself an dem neuen Film, der als ernsthafte Geschichte in direkter Fortsetzung der TV-Serie konzipiert ist: Michael Knight mit Auto, Seite an Seite mit seinem Sohn, auch mit Auto. "Ein Mann und sein Sohn und ihre Autos kämpfen gegen das Unrecht." Hat doch einen gewissen Klang, findet ihr nicht? Ganz großes Kino!

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Überraschung! Heute morgen liegt ein eMail in meinem Postfach von meinem alten (natürlich nicht, aber so sagt man ja) Schulfreund Tobias Kurzmaier. Ob's mich denn noch gibt, und ob er meine aktuelle Telefonnummer haben könnte. Eine flotte Antwort später klingelt schon nach kurzer Zeit das Telefon, und Tobi meldet sich lautstark wie in alten Tagen: "Chris, mein Freund! Ich grüße dich!"

Wir haben uns seit mindestens 2 Jahren nicht gesehen. Da hätten wir natürlich viel aufzuholen. "Chris, in einem Satz - wie geht es dir?" Ähhh ... gut? Alles weitere besprechen wir dann wohl doch lieber, wenn wir uns mal wieder treffen. Vorher kam allerdings noch eine Bitte: Tobi muß für BMW ein Event organisieren (schließlich hat er eine PR-Firma), und dafür braucht er tolle Filmszenen mit Winterlandschaften, Schnee und Eis. "Ich nehme an, die Szenen sollen positiver Natur sein?" will ich wissen. "Naja, also der erste Film, der mir zu 'Schnee' einfiel," verrät er mir, "war STALINGRAD, und da haben die mich nur mit offenen Mündern angestarrt". Also gut, positiv.

Was fällt mir da ein? Erstmal nichts. FARGO ... A SIMPLE PLAN ... THE ICE STORM ... alles irgendwie schwarzer Humor, fiese Typen, depressive Stimmungen. Vielleicht irgendein Willy-Bogner-Film? Oder ein x-beliebiger Bond-Film in Schnee und Eis? Mal überlegen, was ich Tobi da noch vorschlagen kann ... habt ihr, werte Leser & Freunde des Eises, eine zündende Idee?

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"Alles ist verloren." Das hat heute morgen der Death Knight gesprochen, als ich in zu seinen Ahnen geschickt habe. Flugs den Speer des Schicksals ergriffen, den Todesengel beseitigt und mir verdientermaßen das Ende von SPEAR OF DESTINY angesehen.

SPEAR OF DESTINY ist quasi ein Nachfolger zu WOLFENSTEIN 3D - der Mutter aller 3D-Shooter, wo man aus Sicht der Spielfigur durch dunkle Gänge hetzt und reihenweise Viecher erledigt. WOLFENSTEIN 3D hatte damals nicht nur wegen der sagenhaften Technik für Furore gesorgt, sondern auch aufgrund der Tatsache, daß man als alliierter Soldat B.J. Blazkowicz durch ein Nazischloß hetzt und dabei nicht nur Dutzende von SS-Offizieren und anderem Gesocks niederschießt, sondern auch Hitler-Portraits bestaunen und das Horst-Wessel-Lied mitsummen kann. Neue Technik + spannendes Spiel + viel schlechter Geschmack = viel Aufmerksamkeit.

Der Nachfolger war eigentlich kein richtiges Sequel, sondern nur ein Set mit 20 neuen Levels und ein paar neuen Grafiken und Endgegnern. Die Story: Man soll Hitler den Speer des Schicksals entreißen, welcher der Legende nach seinen Träger unbesiegbar machen soll. So einfach ist das. Offenbar glauben die Alliierten ebenso wie Hitler an die Macht des Speers, sonst wäre es wohl nicht so wichtig, besagtes Artefakt in die Finger zu bekommen, aber vielleicht ist man auch einfach lieber kurzfristig ein leichtgläubiger Trottel als langfristig ein Kriegsverlierer. Egal: Auf ins Castle Nuremberg, wo Hunderte von Soldaten nur darauf warten, niedergeschossen zu werden.


Tja, und das habe ich die letzten Wochen auf Death Incarnate gespielt, der höchsten Schwierigkeitsstufe, und heute morgen war's vorbei. Der letzte Level mit dem Death Knight hat mich viel Nerven gekostet - nicht nur, daß der Bursche immens zäh ist ("you may be playing on Death Incarnate, but with two chainguns and two missile launchers, this guy is Death Incarnate!", verrät uns das Handbuch), er hat auch mindestens zweiundneunzigtausendsiebenhundertschwupptrillonen Henchmen um sich versammelt, darunter viele der von mir so verhaßten Zombie-Soldaten - Ergebnisse der Mutationsexperimente des bösen Dr. Schabbs, dessen Ubermutant ich schon zwei Level weiter unten gerade mal so erledigt hatte. "Tod ist mein Leben", sagt der Death Knight, wenn er einen sieht, und das glaube ich ihm sofort.

Überhaupt ist die Sprachausgabe immer sehr witzig: "Mein Leben!", haucht jeder umgeschossene SS-Mann, "Ach so!" sagt Endgegner Barnacle Wilhelm. Da hat wohl jemand ein deutsches Phrasenbuch auf dem Flohmarkt erstanden. Der erste Endgegner trägt den wundervollen Namen Trans Grosse (Bruder von Hans Grosse und Greta Grosse, die schon im Original umgeballert wurden) - das ist wohl ein falsch übersetztes "Oversize". Trans sagt übrigens "es ist schade", wenn er stirbt. Nicht doch. Die Sprachfetzen überbieten leider nicht den Text von Adolf himself, den man im Original auch noch wegschießen durfte: "Die, Allied Schweinehund", hieß es zur Begrüßung - "Eva, auf Wiedersehen" dann beim Todesröcheln. Kein Wunder, daß das Spiel in Deutschland nicht nur indiziert, sondern gleich beschlagnahmt wurde.

Nun habe ich zwar auf Death Incarnate gespielt, aber leider trotzdem den zweiten Geheimlevel nicht gefunden, und somit habe ich auch wieder nicht 100% des Spiels gesehen. Da muß ich wohl beizeiten wieder ins Schloß ...

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Traurige Nachrichten so früh am Morgen: David Reilly, eine Hälfte der Band God Lives Underwater, ist gestern früh gestorben, "due to complications from longstanding stomach problems". Eine Nachricht seines Plattenlabels findet sich hier.

Reilly hatte eigentlich seine schwierigste Zeit schon wieder hinter sich. Irgendwann nach dem Album LIFE IN THE SO-CALLED SPACE AGE (1998) hat er sich mit zuviel Drogen selber ins Aus befördert und kaputtgemacht. In den letzten paar Jahren war er auf dem Weg der Besserung: Eine Solo-EP bereitete den Weg für ein neues Soloalbum, das jetzt nie entstehen wird. Die Songs zu UPOFFTHEFLOOR, die schon 2001 veröffentlicht werden sollten, gingen damals mit ihrem Label 1500 Records unter und wurden erst 2004 von einem kleinen Label namens Locomotive Records veröffentlicht. Auf diesem immens guten Album, das mich seit Weihnachten 2004 begleitet (und mich immer an Hasis FAUSTRECHT erinnert, weil ich es zu dem Zeitpunkt rauf und runter gehört habe), geht Reilly so hart und ehrlich mit sich ins Gericht, daß es fast wehtut: "Disappointment’s all I know and all I do, but I say I won’t", singt er an einer Stelle, "I’m to blame for all of the things that went wrong" an einer anderen. Das zieht sich durch alle Tracks, und am Schluß weiß man, daß hier jemand mit sich selber ringt und erfolglos probiert, sich und sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Bei der verspäteten Veröffentlichung des Albums wirkte Reilly aufgeräumt und hoffnungsvoll.

Sehr schade.

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Gestern abend wurde sie endlich ausgetragen, die Schlacht um Ruhm & Ehre, die Sir Nose et moi schon vor einigen Wochen starten wollten. Damals haben wir verzweifelt meine Wohnung auf der Suche nach meinem zweiten Joystick auf den Kopf gestellt - dieser ist bis heute auch noch nicht aufgetaucht. Wie Schwarz aus erster Hand & meine treuen Leser aus tränenreichen Einträgen schon wissen, ist der C64 dennoch in stetiger Verwendung, und als mein würdevoller Gegner gestern freundlicherweise aus Deutschland sein eigenes Kriegsgerät mitbrachte (einen laut Verpackung unkaputtbaren Nobelstick mit Mikroschaltern und allen Schikanen), konnte das ARTILLERIE DUELL endlich beginnen.


Gespielt haben wir natürlich auf der schwersten Stufe, als Generäle, zu den anschmiegsamen Klängen von Chimaira und den Deftones. Gewonnen hat natürlich der Spieler mit Heimvorteil, sprich: General Genzel, und zwar mit 15:8, und das auch nur, weil um halb 2 nachts die Konzentration schon einigermaßen nachgelassen hat. Bevor Schwarz jetzt auf seinem Anfängerglück herumreitet, das ihn als schmächtigen Private einige Glückstreffer bei mir landen ließ, sei verraten, daß auf der Stufe General innerhalb von 15 Sekunden die Barrel- und Powder-Einstellungen vorgenommen werden müssen und mit Windstärken (Rücken- und Gegenwind!) von bis zu 30 (Einheit unbekannt) gearbeitet wird. Da bleibt so manche Kanonenkugel dann doch einfach mal in der Luft stehen.

Nebenbei soll übrigens noch erzählt werden, daß auf der Verpackung von Bernhards Joystick die Worte "stabile Bauweise" (o.ä.) mit einem Hammer-Icon versehen wurden. "Hammer-Icon" soll jetzt nicht als "Das Icon ist ja der Hammer" verstanden werden, sondern als kleines Bildchen, das einen Hammer nachzeichnet. Aus einem mir nicht nachvollziehbaren Grund wollte Sir Nose aber keinen entsprechenden Belastungstest zur Überprüfung seiner Garantieansprüche durchführen. Ich erinnere mich an die Zeiten der Kultzeitschrift 64'ER, in der Joysticktests grundsätzlich auch mit Falltests aus 1 bzw. 2 Meter Höhe verknüpft wurden. Da trennte sich freilich schnell die Spreu vom Weizen.

Wegtreten!

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"He may be dead, but he's still our lead actor."

Um mich auf die Shaolin-Kracher vorzubereiten, die mir der weise Obi-Wan als Lektion mit auf meinen Weg gegeben hat, habe ich gestern einen geradezu wahnwitzigen Kung-Fu-Streifen begutachtet, der da den Namen DER LETZTE KAMPF DER TODESKRALLE trägt. In der Hauptrolle: Bruce Lee. Und zwar der echte. Ein kurzer Blick auf das Entstehungsjahr mag uns verwundern, stellt sich doch die Frage, wie der 1973 gestorbene (räusper) Schauspieler in einem Film von 1981 herumhüpfen kann, ohne Fäulnis und tödliche Langeweile zu verbreiten. Ist es vielleicht Li? Lei? Le? Nein, liebe Freunde der onthologischen Problemfälle, es ist Lee himself, beziehungsweise Archivmaterial, das für die Resteverwertung MEIN LETZTER KAMPF nicht verwendet wurde. Schon der letztgenannte Film - im Original GAME OF DEATH - besteht aus solchem Rumfort-Material (mit "Rumfort" werden Spezialitäten bezeichnet, die rumliegen und fort müssen), der vorliegende LETZTE KAMPF DER TODESKRALLE heißt dementsprechend GAME OF DEATH II und verwurschtelt auch noch das letzte bißchen Zelluloid, auf dem Bruce zu sehen ist.

Gereicht hat's leider nicht ganz für einen Spielfilm, und drum stirbt Bruce denn auch nach 40 Minuten, und sein Bruder darf ihn rächen. Aber wir wollen ja nicht zu eilig erzählen. Zu Beginn nämlich lernen wir Bruce-Zombie Billy Lo kennen, der zusammen mit seinem Kumpel Chin Ku auf dem Sportplatz herumalbert. Irgendein Herausforderer kommt, und Chin Ku ist so cool, daß er mit voller Teetasse kämpft und beim Herumprügeln genüßlich seine Kräutermischung nippt. "Ich wurde ja auch mal herausgefordert" - mit diesen Worten gibt Billy auch einen Schwank zum Besten, in dem er mit einem Koreaner in einem Gewächshaus nicht nur Blumentöpfe zertrümmert hat. Ach ja, die guten alten Zeiten.

Bevor aber eventuell vor lauter nostalgischer Rührung über vergangene Kämpfe "Photograph" von Nickelback auf dem Soundtrack ertönen könnte, sehen wir einen gelbgewandeten Meister, der mit seinen Schülern trainiert, als eine Figur am Horizont auftaucht. "Es ist ein Freund. Es ist Billy Lo. Er hat uns lange nicht besucht", sagt Dotterkleid, ohne den Mund zu bewegen, damit man dem Archivmaterial auch ein bißchen Information hinzufügen kann. Billy und Meister Gelb wandern geruhsam durch den chinesischen Wald, und letzterer bringt seinem Lieblingsschüler auch gleich noch etwas bei: "Du bist jetzt unbesiegbar. Aber du mußt vorsichtig sein." Billy nickt ernst. "Ich werde deinen Rat befolgen."


Und wieder gibt's eine Reise in die Erinnerung: Die beiden denken an Billys kleinen Bruder Bobby (die Brüder Danny, Kenny und Benny bleiben unerwähnt), der sich lieber sorgsam gezeichnete pornografische Schriften ansieht, anstatt Kung Fu zu üben. Ach, der wird schon noch. Wir sehen - eine Einblendung informiert uns freundlicherweise über das Material - "Bruce Lee at the age of 6": sehr klein und schon ein Chinese, und er hat natürlich nur Unfug im Kopf. Dann folgt "Bruce Lee at the age of 15" und natürlich "7 Uhr - Raus aus den Bett" ... halt, das stand in einem anderen spannenden Film.

Beim gemütlichen Frühstück fällt Billys Blick dann auf eine Zeitung: Chen Cool ist tot. "Er war doch noch so jung", überlegt Billy und wittert foul play. Bei der aufwendig inszenierten Totenwache seines Freundes läßt man ihn nicht an den Sarg heran. Er zieht ein wenig durch die Stadt, verprügelt einige sinnlose Schlägertypen, trifft Chen Kus Tochter, die völlig asynchron die Lippen zu einem Kantopop-Kracher in einem versifften Nachtlokal bewegt. Die gibt Billy ein Videotape, das er sich aber nicht ansehen kann, weil wieder total sinnlose Menschen in Weiß herumschlägern, und dann ist's ja auch schon Zeit für die Beerdigung seines Kumpels, wo ein Hubschrauber den mit einem Hakenkreuz versehenen Sarg klaut. (Ich denke mir das übrigens nicht aus.) Der lästige Billy, der sich an den Sarg klammert, wird von einem Scharfschützen erledigt und stürzt zu Tode.

So, und schon nach 40 Minuten kann endlich die richtige Story beginnen. Bruce, Billy, oder wie er halt gerade heißt, ist tot, und so darf sein Bruder Bobby Lo (richtig, der mit den Pornoheften) ans Werk. Der schaut sich flott das Videotape an, wo er Chen Ku in einem sogenannten Todestempel sieht, den er freilich sofort inspizieren muß. Der Besitzer des Tempels entpuppt sich als wildwuchernder Vollbart mit einem Herrn namens Lewis dran, und der macht mit Bobby gleich eine Führung durch sein Domizil: Herumtigernde Löwen (und umgekehrt) spazieren da durch den Park, stets auf der Suche nach Menschenfleisch. "An die verfüttere ich die Kerle, die mich herausfordern," lacht Lewis und zeigt Bobby auch gleich seine dressierten Kampfpfauen. Bobby ist ehrlich beeindruckt. Bevor uns jetzt der alte Grzimek aber noch etwaige Kamikazeschnecken zeigt, kommt sein einarmiger Butler angetrabt: "Die zwei Yuen-Brüder wollen euch herausfordern, Meister". Zwei total sinnlose Typen kommen angekasperlt, lassen sich kurz den Friedhof für Herausforderer zeigen und werden prompt von Lewis kaputtgekloppt.

Nachts wird Bobby von einem maskierten Kerl angegriffen, der sich aus dem Staub macht, als Bobby ihm die Maske herunterreißt. Beim Frühstück mit Lewis äußert Bobby dann schwerste Bedenken: "Ich glaube, jemand will Euch umbringen." Lewis, dessen Frühstück neben blutigem Wildbret auch ein frisches Glas Wildblut besteht, lacht nur. Und wird prompt in der kommenden Nacht von einem Attentäter aufgehängt und erstochen - da geht jemand auf Nummer Sicher. Bobby wird einstweilen von einer nackten und völlig überschminkten Frau namens Angel besucht, die ihn verführen will. Der Lovesong für Bobby Lo dauert aber nicht lange, weil Angel einen auf Lotte Lenya macht und einen Giftstachel im Ring versteckt hat. Bobby wirft sie beiseite und hat dann alle Hände voll mit dem Löwen zu tun, der plötzlich durchs Fenster springt. Den Kung-Fu-Kampf mit dem Kerl im Löwenkostüm muß man gesehen haben, um ihn zu glauben.


Wer steckt wohl hinter den Freveltaten? Bobby verdächtigt den einarmigen Drummer ... Entschuldigung: Butler, der ihn nach kurzem Kampf (bei dem sich herausstellt, daß der Kerl einfach nur seinen zweiten Arm im Ärmel versteckt hat - welch gerissener Trick!) zum wirklichen Todestempel führt, der im Untergrund versteckt ist.
An dieser Stelle macht die bislang so stringente und schnörkellose Handlung minutenlangen Kämpfen mit sinnlosen Henchmen Platz, die in Moonraker-Glizeranzügen herumlaufen, sich aber leider keine Schußwaffen leisten konnten. Bobby knüppelt einfach alles nieder, was sich bewegt, und es erinnert ein wenig an alte C64-Spiele, wo in jedem Level einfach mehr Gegner und größere Endgegner lauern.

Selbst eine gemeine Laserfalle kann Bobby aber nicht aufhalten - er hangelt sich einfach mit einem improvisierten Enterhaken durch die Luft - und schon steht er dem Sänger von Endo gegenüber, der als Mönch getarnt mit schwerem Gerät auf ihn losgeht und einen Endkampf liefert, der sich gewaschen hat. Irgendwann krachen die Knochen, und das Podest im Raum, auf dem Chen Kus Sarg steht, dreht sich herum, und dahinter hockt ... wer weiß es? Wer weiß es? Irgendjemand? Wer weiß es? ... Chen Ku himself, der uns erzählt, wie er vor drei Monaten in den Drogenhandel eingestiegen ist und deswegen den aufrechten Freund Billy beseitigen lassen mußte. Wieder wird gekämpft, noch länger diesmal, und Chen Ku ist wirklich fit. Aber auch seine Tödliche-Schwert-Taktik, die mit einem Stock durchgeführt wird, kann Bobby nicht bezwingen, und plötzlich springt der Mönch wieder auf und wird aus Versehen von Ku niedergestochen. Krach, Knack, Hi-ya, Urrrgh, Flitz-Flatz, Schwupp. Ihr erahnt den Ausgang des Films sicher schon.

Hurra, das war ein Schnipselwerk sondergleichen. Um irgendwie Bruce Lee in die Handlung zu integrieren, wird eben einfach 40 Minuten Blödsinn erzählt, bevor es an die richtige Story geht. Weil für die ersten 40 Minuten auch nicht ausreichend Archivmaterial vorhanden war, sieht man "Bruce" meist mit dem Rücken zur Kamera oder in einer Total-Totalen. Geredet wird grundsätzlich, wenn man den Redner nicht sieht, und die Stand-Ins, die für die Szenen engagiert wurden, tragen mitunter nicht mal Klamotten in der richtigen Farbe. Was im zweiten Teil dann abgeht, ist viel besser, und man kann die Kampfchoreographie von Yuen Woo-Ping (der später MATRIX und KILL BILL betreut hat) durchaus gut finden. Haarsträubende Einfälle gibt es aber zuhauf, ebenso wie Rückblenden an Ereignisse, die nicht Bobby, sondern Billy erlebt hat, Flashbacks, die uns einfach die letzten 5 Minuten des Films nochmal erzählen, und völlig sinnlose Dialoge. Bruce Almighty, was hat man dir da angetan!

GAME OF DEATH II ist übrigens der wirklich letzte Bruce-Lee-Film, danach gab's nur noch die Imitatoren. Von denen hab' ich ja auch noch massig VHS-Tapes herumliegen ...





Bruce Lee - Der letzte Kampf der Todeskralle (Hong Kong 1981)
Originaltitel: Si wang ta
Regie: Ng See Yuen
Darsteller: Bruce Lee, Kim Tai Chung, Hwang Jeong-Ri
Länge: 91 Minuten
FSK: 18


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Eine ganze Woche nicht gebloggt! Früher hätte es sowas nicht gegeben. Der eine oder die andere unter euch mag jubiliert haben, aber ich kann euch versichern, daß die Sektkorken zu früh geknallt haben: Es gibt mich noch, und ich bin nicht so sehr am Boden zerstört, daß der bloße Gedanke an die Anstrengung, die das Streichen des Fingers über die Tastatur bedeutet, Ohnmachtsanfälle auslöst. Mit anderen Worten: How can a slow fucker be so tough? Nein, das war jetzt das falsche Zitat. Das richtige fällt mir gerade nicht ein, wird aber nachgereicht.

Schöne Neuigkeiten im Lande Film: SCHLAFLOS hat jetzt - und das bleibt natürlich erstmal unter uns, OK? - einen neuen Cutter. Alexander Rogge heißt der gute Mann, der schon mit Fassbinder gedreht hat und diverse Guido-Knopp-Dokus betreute. Gestern haben wir uns im Café Trombose (Tromboli, Tarambombom, oder wie das jetzt heißt) in München getroffen und über den Film geredet. Natürlich folgt bald eine offizielle Ankündigung, und dann fliegt der Schnitt nur so dahin, njjjjärrrrrggg, und der Film wird gleich umgetauft zu NEED FOR SPEED: MACH 4.

Eventuell hat meine treue Leserschaft aber auch im Minutentakt die F5-Taste gedrückt, um endlich wieder mehr über den italienischen Schundfilm zu lernen. Ich entschuldige mich in aller Form und ganz lautstark und händige gerne als Entschädigung das VHS-Tape von URLAUBSREPORT ALLEINSTEHENDER FRAUEN aus, den ich hier beinahe gänzlich unkommentiert lasse. Nur so viel: Renzo Montagnani! Lino Banfi! Edwige Fenech! Barbara Bouchet! Und mindestens einer von denen zieht sich nach schon 45 Minuten aus. Falls ihr zum Tape auch noch ein Sabberlätzchen braucht, verrechne ich aber Leihgebühren. He he usw.

Sir Schwarz-a-lot (man stelle sich das mal als Tätigkeit vor!) goes USA, und offenbar gefällt's ihm dort ganz gut - soviel läßt sich ja mit handelsüblichem literaturwissenschaftlichem Werkzeug (zu kaufen im Bauhaus, oder bei Obi, sprich: Kurs bei Opporation Gothic) aus seinen Blogeinträgen herauslesen. Was wollte ich doch gleich sagen? Ach ja. Ich habe bei seiner Abreise vergessen, ihm zu sagen, wen er alles grüßen soll, und außerdem hätte ich ihn noch gerne darauf hingewiesen, daß er nicht nur keine LOST-Folgen schauen darf, sondern auch keine Spoiler mehr lesen darf. Sonst liest er aus den Dingern ja heraus, was letzte Woche passiert ist.

Zum Abschluß noch die Preisfrage: Was ist das T, das immer klingelt? Unter den richtigen Antworten wird ein Telefon zum Selbstkostenbeitrag verlost. Und go!

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