September 2005

Ein Depp am Pool!

Sonntag nacht - um 3:45 Uhr, um genau zu sein, also quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit - lief auf SAT1 ein 6-Sterne-Knaller, der nicht unerwähnt bleiben darf. DIE SUPERAUFREISSER heisst dieser Film (Original: PRIVATE RESORT), und er ist natürlich nicht zu verwechseln mit DIE SUPERANMACHER, der ja auch nur halb so komisch ist und deswegen immer schon ungefähr um Mitternacht ausgestrahlt wird.


Erkennt jemand den Herrn rechts auf dem Bild? Wer jetzt "Johnny Depp" gerufen hat, outet sich als Fan von 21 JUMP STREET und gewinnt einen Pfeifenständer aus Backpflaumen. Und so sah Depp 1985 aus, in seinem zweiten Film - DIE SUPERAUFREISSER.
Jaja, ich weiß schon - ich blogge auch immer seltener. Das liegt vielleicht daran, daß man, je mehr man sich an Arbeit aufspart, immer weniger Lust hat, diese abzuarbeiten. Bei all den Filmreviews, Kommentaren, Spinnereien und sonstigen Geschehnissen der letzten Zeit hätte ich da eine gute Woche durchzubloggen. Vielleicht ist der Grund aber auch der, daß ich jeden Tag ganz brav ein bißchen am SCHLAFLOS-Schnitt sitze, dann ein bißchen übersetze, ein paar (zumeist geschäftliche) eMails erledige und mich dann freue, nichts mehr tun zu müssen.

Egal! Schon lange wollte ich - angeregt durch den Nostalgie-Trip, den ich mit Schwarz beim Schmuggler vor den spöttischen Augen der Bloggerin Tarmina (Name v.d.Red. geändert) begonnen habe - über die Freuden des guten alten Commodore 64 bloggen. An diesem verhängnisvollen Tag schwärmten wir einmal wieder von den alten Zeiten, und weil unsere Erinnerungen an den Klassiker IMPOSSIBLE MISSION so greifbar waren, hab' ich am Abend dann den C64 angeworfen, die Disk hervorgekramt und mich der ersten Fremdsprache bedient, die ich damals gelernt habe: Basic.

LOAD"MISSION BOOT",8,1

So hieß das früher, wenn man etwas laden wollte. Man mußte dann noch RUN eingeben, damit der Computer auch weiß, daß man nicht etwa das Listing ansehen möchte oder einfach nur spaßeshalber die Floppy beschäftigt hat. Nur wenige Minuten später - was war Spielen damals noch gemütlich, wenn jedes Nachladen 5 Minuten dauert! - baut sich das Spiel auf, und ich bin mittendrin. In meiner Kindheit nämlich.


Das erste Spiel verlief eigentlich nicht so toll - da hab' ich eher wie meine letzte Unterhose gespielt. Der zweite Anlauf aber war wie beim Fahrradfahren: Man verlernt das wirklich nicht. Die korrekten Bewegungen und Spiel-Strategien waren quasi im Unterbewußtsein vergraben - das funktioniert ohne Nachdenken. Und, Mann, was erinnert mich dieses Gelb an meine Zeit im Büro meines Vaters, in einem geräumigen Kellerraum in Espenau, wo ich mit 6 Jahren wochenlang vor diesem Spiel saß.

Geschafft hab' ich das Ding damals nie. Nachdem man alles abgegrast hat, muß man irgendwelche blöden Puzzleteilen zusammenstecken, und das hab' ich nie gerafft, weil's einem keiner erklärt. Nachdem sich Schwarz aber an die richtige Strategie erinnern konnte, hab' ich mich lange hingesetzt und das Ding endlich durchgespielt. Hat ja bloß 21 Jahre gedauert!

Mal sehen, als nächstes könnte ich mir KATAKIS oder ARMALYTE oder irgendein anderes Spiel vorknöpfen, das ich damals nie zu Ende gebracht habe ...

Schwarz himself wollte dann übrigens auch in die Nostalgie abtauchen, und er kommt jetzt regelmäßig vorbei und zockt bei mir IMPOSSIBLE MISSION. Mit ein bißchen Übung darf er sich vielleicht auch bald in die Highscore-Liste eintragen, in der noch meine Highscores von vor 20 Jahren stehen. Wird schon noch, Kollege Schwarz.

Die Überraschung bei uns beiden ist die: Das Spiel ist wirklich gut. Und das nicht nur wegen der Nostalgie. Es ist sauschwer, aber auch immer noch immens spaßig.

In der Computerbranche ist ein Jahr ja wie 5 Jahre im Kino. Ein Spiel von 1984 entspricht also ungefähr einem 105 Jahre alten Film. So ähnlich kommt es einem vor, die Minimal-Grafiken zu sehen und dem Schmalspur-Sound zu lauschen. Aber hier wie dort halten sich manche Klassiker einfach, weil sie etwas Besonderes sind und immer noch begeistern können.

1988 kam übrigens ein Nachfolger - IMPOSSIBLE MISSION II. Den habe ich damals sogar gekauft (mal ehrlich, kennt ihr jemanden, der sich Spiele für den C64 gekauft hat?) und durchgespielt. Gnadenlos. Der Schwierigkeitsgrad war so angelegt, daß Menschen, die den ersten Teil im Schlaf beherrschen, beim zweiten ordentlich ins Schwitzen geraten.





Das werd' ich mir demnächst mal wieder vorknöpfen. Mal sehen, wie lange ich hierfür brauche - aber wenigstens weiß ich, daß ich es eigentlich ja schon mal geknackt habe. Schwarz, der die Fortsetzung noch nicht kannte, hat übrigens beim Testspiel schwer abgelost und widmet sich jetzt doch nur dem ersten Teil.

Weil's schon wieder so lang wird, hebe ich mir die Erzählungen über GHOSTBUSTERS, über AZTEC CHALLENGE, über JUMPMAN und die anderen Klassiker für einen anderen Eintrag auf.

Auf den guten alten Commodore.

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The Wrong Bruce

Nachdem mein letzter Ausflug ins Land der fliegenden Shaolin, der krachenden Fäuste und der ontologischen Irreführungen unseren weisen Jedi-Meister Obi-Wahn dazu inspirierte, sich (mit bislang eher geringem Lustgewinn) ebenfalls auf die Suche nach alten Kung-Fu-Perlen zu begeben, will ich euch einen Bericht über den Film DIE PRANKE DES LEOPARDEN nicht vorenthalten. Räumen wir die brennendsten Fragen gleich beiseite: Laut Vorspann spielt "Bruce Lee" mit (der echte, sozusagen), aber eigentlich ist es nur Archivmaterial, weil The Real Bruce 1980 einfach nicht mehr so den Afro hatte. Statt seiner füllt also "Bruce Le" die Rolle des Bruce aus, was ihm nicht so schwerfällt, weil er genauso aussieht und genauso heißt. Ah, und im Original heißt unser heutiges Exponat übrigens BRUCE'S FINGERS, was uns schon zum Thema bringt: Die Fünf-Finger-Technik.

Sagenumwobene Kung-Fu-Techniken waren ja seit jeher ein Muß jedes Martial-Arts-Films, in denen sich ein unbedarfter Schüler auf die Suche nach einem Kampfstil macht, mit dem einfach alles und jeder Superman zu Brei geklopft werden kann: Der betrunkene Affe. Der flatternde Kranich. Der einarmige Bandit. Der hochschwangere steirische Bodybuilder. In diesem Fall ist es eben die Fünf-Finger-Technik, die so heißt, weil dabei jeder Finger zur todbringenden Waffe wird. Niedergeschrieben ist diese Technik in einer Kladde, die verdächtig nach meinen Schulheften aus der zweiten Klasse aussieht, und prompt stiehlt ein garstiger Mensch namens Li Hung das Heft und lacht sich ins Fingerfäustchen.

Bruce ist einstweilen mehr damit beschäftigt, seine Schwester zu retten. Die will er nämlich flugs mal besuchen, ding-dong, aber statt Schwester Phoebe steht irgendeine Tante oder Gouvernante oder arbeitslose Schauspielerin in der Tür, die Bruce verrät, Phoebe wohne nicht mehr da. "Wo wohnt sie denn jetzt?" will Bruce wissen. "Sie ist mit einem Drogensüchtigen zusammengezogen," erklärt uns Tantchen mit dem emotionalen Tiefgang eines Jörg Zimmermanns. Schon sehen wir Phoebe (von der in der deutschen Synchronisation jeder glaubt, sie würde "Föhbe" heißen) im Hotel Hasch, wo ihr Freund emphatisch auf sie einredet: "Föhbe, du mußt anschaffen gehen. Nur für einen Monat, dann kann ich meine Schulden bezahlen, und wir können heiraten." Föhbe ist sich unschlüssig.



Wieder ding-dong, schon befreit Bruce seine Schwester aus den Klauen des bad boyfriends, und dann geht's drunter und drüber: Er versteckt sie bei einer arbeitslosen Schauspielerin, die nicht seine Tante ist, sondern sehr jung und potentiell duschszenengefährdet (leider wird hier dramaturgisches Potential verschenkt), und dann mopst Li Hung einfach beide. Bruce ist sauer, heuert diverse Sidekicks an, die kein Mensch auseinanderhalten kann, und holt sich Schwesterchen und Fingerfarben-Kladde zurück. Letzteres liest er dann zum ersten Mal, erlernt in nur wenigen Minuten die tödliche Technik, bevor Li Hung wieder Frauen und Schriftstücke in seine Sammlung einverleiben will. "Hier seid ihr sicher," sagt Bruce zu den ganzen Schnallen, bevor sie dann das dritte Mal (ich kam mit dem Zählen nicht mehr mit) entführt werden.

Bruce ist jetzt aber zuversichtlich: Er kann ja jetzt die Fünf-Finger-Zähltechnik. So geht er zu seinem Meister und demonstriert: Er kann ihm tatsächlich ein wertvolles Übungsgerät zu Kleinholz schlagen. "Für den Anfang ganz nett," lächelt der Meister und staunt dann aber nicht schlecht, als Bruce eine Bierdose mit nur einem ausgestreckten Finger öffnen kann. Bei Gelegenheit solltet ihr das mal ausprobieren, um euch von der Ungeheuerlichkeit der Übung zu überzeugen. Während Bruce also sein Bierchen zischt, nickt der Meister zufrieden: "Ich sehe, ihr seid bereit, zu lernen."

Im Endkampf gegen Li Hung kämpfen dann alle Sidekicks gegen irgendwelche Henchmen, und ich hab' mich hauptsächlich daran orientiert, wer mit nacktem Oberkörper herumrennt. Der hat nämlich meistens gewonnen. Bruce himself tritt gegen den Shadowboss an, der die Kladde auch schon gelesen hat und sich somit als immun gegen die unbesiegbar machende Wieviel-Finger-waren's-doch-gleich-Technik erweist. "Versuch's doch mal mit dem Daumen," höhnt Li Hung (der Daumen wird wohl sonst nicht zu den fünf Fingern gerechnet), und dann - Matsch! - hat er auch gleich zwei Daumen im Gesicht. Seine Überraschung wird von den Filmemachern gekonnt auf den Zuseher transferiert, der sich mit einem Standbild (Daumen im Gesicht) und dem eingeblendeten Wort "Ende" konfrontiert sieht. Naja, wen interessiert auch das Umarme und Geseiere am Schluß.

Demnächst in diesem Theater: BRUCE LEE - DER UNBESIEGTE (mehr Bruceploitation mit Le, not Lee) und DAS TODESLIED DES SHAOLIN. Es elfoldelt totale Konzentlation.





Die Pranke des Leoparden (Hongkong 1976)
Originaltitel: Bruce's Fingers
Regie: Joseph Kong
Darsteller: Bruce Le, Michael Chan Wai Man, Lo Lieh
FSK: 16 (gekürzt)


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Gerade jetzt, wo die Spannung beinahe nicht mehr auszuhalten war, wird uns endlich die Auflösung der Lagerfilm-Trilogie präsentiert. Sozusagen klammheimlich werkelte der Vater des Selbstfilms, der eigenbrödlerischste Kreative der Szene, Jörg Zimmermann in Köln am fulminanten Finale der Geschichte rund um Personalchef Thomas Fritz und seinen Lagerchef Bernd Meier. Von den Mainstream-Medien immer noch unbeachtet steht jetzt der wahnwitzige Wendepunkt der Serie zur Disposition, dessen technische Neuerungen zusammen mit der überraschenden Geschichte für Aufruhr sorgen sollten. Zu finden: hier.

Wer sich die Spannung erhalten will, sollte die folgenden Zeilen erst nach Ansehen des elegischen Epos durchlesen. Wer hätte gedacht, daß es mit der Firma Papier Müller ein derartiges Ende nehmen würde? Allzu deutlich zeigt sich im plötzlichen Konkurs der Firma die Ernüchterung Zimmermanns über die sozialen Probleme, die durch eine rot-grüne Regierung verschlimmert wurden. Von immenser Brisanz auch der unversöhnliche Schluß, in dem der gekündigte Herr Meier das Büro zum letzten Mal verläßt und nicht weiß, wohin er sich wenden soll - es mag als Allegorie für die erhoffte, aber im Chaos versunkene politische Wende in Deutschland verstanden werden. Meisterlich der durchdringend dokumentarische Stil Zimmermanns, der auf falsches Pathos und kitschige Musik verzichtet, um die Zerrissenheit der Figuren nüchtern zu sezieren.

PLEITE, so der programmatische Titel des Werkes, kann als erster Hartz-IV-Selbstfilm der Geschichte gedeutet werden. Erst mit dem jetzigen Werk verstehen wir die betrübte Stimmung der ersten beiden Teile, deren bekannte - und dort noch leichtfüßig verwendete - Grußformel "Also dann, tschüß" hier einen harschen, abweisenden Unterton erfährt. Als einfacher Mann hat Zimmermann natürlich den Finger viel näher am Puls der Arbeiterzeit, versteht die sozialen Bedrängnisse der unteren Schicht besser als jeder andere. Seine Filme sind ein Aufschrei gegen die unwissende Ungerechtigkeit, die uns die deutsche Regierung (und den Menschen, die sich dafür halten) Tag für Tag angedeihen läßt.

Tschüß.

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Lai, Le, Lee, Lo, Lu.

Letztens habe ich mir ja den schon seit Monaten bei mir Staub sammelnden italienischen Militärklamauk ZWEI TROTTEL AN DER FRONT angesehen und euch meine Reaktion erspart: Der Titel war eh Programm. Das heutige Herumgeblödel auf diversen deutschen Fernsehkanälen (viele Menschen äußern sich zu den Wahlen) verlangt es aber, sich aus Europa heraus zu begeben und Hilfe von außen zu holen. Und so fand ein Hong-Kong-Streifen namens BRUCE LI GEGEN DIE SUPERMÄNNER seinen Weg in meinen Rekorder.

Mal von vorne. Bruce Lee tat in den Siebzigern genau das, was 2Pac heute macht: Er veröffentlicht nach seinem Tod mehr als vorher. Wer denn die tausend Tapes von 6Pac hortet oder neu einspielt, wissen wir nicht so genau, aber im Falle von Bruce Lee waren die armen Produzenten ob seines plötzlichen Todes gezwungen, olles Archivmaterial neu zu schneiden, Handlungen drumherum zu spinnen und Pseudo-Fortsetzungen seiner großen Erfolge auf den Markt zu werfen. Das tat Lees posthumer Popularität aber keinen Abbruch, und als dann das Archivmaterial aufgebraucht war, trat eine Gruppe Kampfsportkünstler auf den Plan, die dem Original zum Täuschen ähnlich sahen und flugs mit irreführenden Namen wie "Bruce Li", "Bruce Le" oder "Bruce Lai" versehen wurden. The Show must go on.
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"In science-fiction films the monster should always be bigger than the leading lady."

-- Roger Corman, Produzent von über 350 Billigfilmen, Förderer von Jonathan Demme, Martin Scorsese, Joe Dante, James Cameron. Aus der IMDB: A running gag in Hollywood was that Corman could negotiate the production of a film on a pay phone, shoot the film in the booth, and finance it with the money in the change slot.

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"If you make an American film with a beginning, a middle and an end, with a budget of less than five million dollars, you must be an idiot to lose money."

-- Menahem Golan, Produzent der israelischen Filmreihe EIS AM STIEL, zusammen mit Yoram Globus Chef der in den 80ern enorm erfolgreichen Produktionsfirma Cannon (DELTA FORCE, BLOODSPORT, AMERICAN NINJA, 35 Filme alleine im Jahr 1987).

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"This thing in the Hatch can be called by two different words: One is three letters and starts and ends with two letters that are right next to each other in the alphabet. The other is seven letters long and starts and ends with the same letter."

Hier, bei zwei senkrecht, habe ich auch noch so ein ungelöstes: Nahrungsmittel mit zwei Buchstaben. Hmmm.
Und kennt jemand ein Wort mit vier Buchstaben für "Abschluß"?

Das ist mir echt zu hoch.

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Ich hatte mir ja fest vorgenommen, mal ein paar Tage nichts über Zimmermann und den Selbstfilm-Boom zu posten, aber was hilft's - wenn ich was mache, mache ich es gründlich und geradezu obsessiv. Und der Zimmermann im Haus erspart ja bekanntlich die Axt im Kopf! Wenn also der Selbstfilm-Guru von neuen Projekten erzählt, kann ich das nicht einfach ignorieren.

Vorerst darf ich noch ankündigen, daß die Danger Brothers (die mit Jörg den bislang unveröffentlichten Film DR. DOC gedreht haben) die Domain www.selbstfilme.de haben registrieren lassen, auf der sicherlich in der nächsten Zeit eine Art HQ des noch jungen Genres entstehen wird. Als Ehrerbietung an den Meister gibt es auch gleich ein passendes Artefakt:



Kommen wir aber nun zum Treatment des neuen Epos, das Jörg jetzt angehen will! Es handelt sich, wie Eingeweihte schon wissen, um den hier schon angesprochenen ZWILLINGE ODER DIE VERWECHSLUNG IM BÜDCHEN. Dazu läßt uns der Meister folgendes wissen:


Hallo, die Filmstube Köln plant ein Filmprojekt, und Du kannst von Anfang an dabei sein. Es handelt sich um eine Sitcom oder auch um eine Comedy.

Hier kommt erst mal die Exposé, damit Ihr wisst, um was es geht:
Kurz nach 05:30 Uhr ist der Büdchenbesitzer im Büdchen und wartet auf die neue Lieferung der aktuellen Zeitungen. Doch dann kommt der Lieferwagen an das Büdchen, doch die Lieferung für das Männermagazin ist diesmal nicht dabei, da der Spediteur in einen Stau stecken geblieben ist.
Danach sortiert der Büdchenbesitzer Jörg die Zeitungen ins Regal.
Als das Büdchen öffnet, will natürlich Felix das neue Männermagazin kaufen, welches erst später kommt. Zuhause bei Felix frühstückt Felix mit Linda, schmieden Urlaubspläne.
Da aber an diesen Tag ein Feiertag ist, planen Felix und Linda, Grillen zu gehen.
Gegen 09:15 Uhr bringt der Lieferant die zweite Lieferung, diesmal ist das Männermagazin dabei.
Gegen 10:30 Uhr kommt Fabian, Zwillingsbruder von Felix ans Büdchen, der Büdchenverkäufer verkauft fälschlich an Fabian das Männermagazin für Felix.
Fabian macht sich auf den Weg zu seinen Zwillingsbruder Felix, Linda sieht die Zeitung, Fabian will alles aufklären. Felix kommt in das Wohnzimmer, Felix will sich rechtfertigen, es kommt zu einen Streit zwischen Linda und Felix, der mit den Rausschmiss von Felix endet.
Felix und Fabian ziehen erst mal zum Büdchen, dann sieht der Büdchenbesitzer Jörg doppelt.
Danach ziehen Fabian und Felix an das Rheinufer und beratschlagen, was zu machen ist.
Gegen 14:00 Uhr kommt Fabian bei seiner Schwägerin vorbei, da ist Linda am Ausräumen der Wohnung beschäftigt und hat weitere Männermagazine gefunden.
Fabian ruft einen Mietwagen/Taxi, fährt mit den Sachen von Felix wieder zu Felix am Rheinufer. Danach lassen Felix und Fabian den Tag ausklingen.
Am Abend fährt Fabian nach Hause, während Felix noch mal am Imbiss vorbeigeht, dann noch an der Tankstelle, etwas zu Essen und Trinken kaufen.
Am Abend kommt Felix wieder an das Rheinufer, baut sein Zelt auf, legt sich hin.

Die neuesten Infos zu diesen Projekt sind HIER zu finden! Gesucht wird noch eigentlich alles, also meldet Euch reichlich.
Jörg


Hmm, ob ich mich als "Obdachloser Punk #2" bewerben soll? Leider werden keine Fahrtkosten übernommen ...

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Wir sind Zeuge eines historischen Wandels. In wenigen Jahren wird man auf das Jahr 2005 zurückblicken und es weltweit als Geburtsstunde des Genres "Selbstfilm" anerkennen. Eventuell wird man Vorreiter definieren, Nachzügler für ihre Innovationen loben oder schlichtweg Grenzen innerhalb des stilistisch doch sehr eng definierten Genres ausloten.

Aber halten wir doch einen kurzen Moment inne: So eng definiert ist das Genre ja gar nicht. Im strengsten Sinne ist ein Selbstfilm wohl ein Film, den man selbst gemacht hat, wo eben jede Kompetenz auf eine einzelne Person fällt. Eben so, wie uns Meister Zimmermann das vormacht. Nun plant letzterer allerdings, die ersten zehn Plätze seines Selbstfilmwettbewerbs zusammen einen Selbstfilm drehen zu lassen. Ist es also doch möglich, im Team selbst zu drehen? Wäre unter diesen Aspekten mein eigener Streifen SCHLAFLOS gar ein Selbstfilm?

Die Geschichte wird es wohl zeigen. Eventuell spaltet sich das Genre in diverse Subgenres auf, darunter eines, welches den Selbstfilm nur im strengsten Sinne versteht, ein anderes, wo eine einzelne Person sehr viel selbst macht, und vielleicht lockert sich der Begriff dahingehend, daß auch Dieter Hallervordens DIDI UND DIE RACHE DER ENTERBTEN (7 Rollen sowie Co-Regie!) als Selbstfilm verstanden wird und für seine Pionierarbeit innerhalb des Genres Wertschätzung erfährt.

Der zuletzt hier vorgestellte Film ALLTAG brach ja mit der bislang als selbstverständlich akzeptierten Konvention, ein Selbstfilm müsse ganz alleine entstanden sein. Der für die Hommage verantwortliche Nicolas Geissler, der sich übrigens ob meiner eingehenden Kritik in seinem Wunsch bestärkt gefühlt hat, dem Selbstfilm neue Impulse zu geben, arbeitete ja mit mindestens einer anderen Person zusammen, die leider im Abspann nicht genannt wurde. Nun, Nicolas und sein Moon-Man-Team lassen sich durch die bemängelten Abweichungen von Jörgs Dogma-Regeln nicht beirren und legen prompt ihren zweiten Selbstfilm vor: DAS FEST. Zu sehen hier.

Um es vorweg zu nehmen: Die Kritikpunkte bleiben die gleichen. Daß es dem Akteur an Ernsthaftigkeit zu mangeln scheint, mag verzeihlich sein, aber die völlige Abwesenheit eines Abspanns wirkt auch im zweiten Anlauf dem Zuseher gegenüber ungewöhnlich schroff. Immer noch wird Zimmermanns catchphrase "also dann, tschüß" zu einem kurzen "tschüß" verkürzt und ihr somit die rhythmische Intensität genommen. Immerhin wollen Geissler & Co. neue Wege beschreiten, indem sie zum ersten Mal in der noch relativ jungen Geschichte des Selbstfilms eine dritte Person (noch dazu eine Figur weiblichen Geschlechts!) einführen, die der Dialogkonzeption (insbesondere in weiteren Exponaten) einen gehörigen Schuß Komplexität hinzuzufügen verspricht.

Liebe Leser - Wir sind dabei, wie Geschichte gemacht wird. Ich möchte meine treuen Begleiter dazu anregen, sich auch an der Öffentlichkeitsarbeit für dieses noch im Untergrund beheimatete Genre zu beteiligen und eventuell selbst Werke beizusteuern, um das Establishment aufzurütteln: Ars Pecunia Gratis.

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Präsident Leo! Martin und Leo sind weiterhin auf dem amerikanischen Geschichtstrip: THE RISE OF THEODORE ROOSEVELT wird Scorseses nächstes Projekt werden, und DiCaprio spielt die Titelrolle. Wenn das so weitergeht, sehen wir Leo bald auch noch als General Patton, W.D. Griffiths und Louis Armstrong. Scorsese und CGI machen's sicher möglich.

Die Windmühlen, zweiter Versuch. Jedem Filmemacher (und den meisten Filmfreunden) blutet das Herz beim Ansehen von LOST IN LA MANCHA - eine Doku über Terry Gilliams ersten Versuch, THE MAN WHO KILLED DON QUIXOTE zu verfilmen. Damals ist schiefgegangen, was nur schiefgehen konnte, und der Film wurde nie fertiggestellt. Jetzt will Gilliam einen zweiten Versuch wagen, und er hat schon seinen Kumpel Johnny Depp angerufen, der schon beim ersten Versuch Feuer und Flamme für das Projekt war. Mal sehen, ob sie den Fluch brechen können - auch Orson Welles ist schon an einer Don-Quixote-Verfilmung gescheitert ...

Endlich frei! "I always felt like I was working for a record company," spricht Korn-Frontmann Jonathan Davis. Nachdem der Vertrag bei Epic ausgelaufen ist, hat man bei Virgin unterschrieben und ist endlich frei von den Fesseln der bösen Plattenindustrie: "Now I feel like we have a true partner. I'm looking forward to this new chapter in our career." Neues Album am 22. November.

Gli ultimi zombi? Wie uns Steven Wilson immer wieder eindrucksvoll zeigt, kann man mit ein und demselben Album viele Male Geld verdienen. Linkin Park meistern das mit Bravour, jetzt will auch Rob Zombie sein Debutalbum HELLBILLY DELUXE noch mal auf den Markt bringen, mit neuem Artwork und einer DVD featuring Videos zu jedem einzelnen Song. HELLBILLY SUPER DELUXE heißt das Werk dann, und es macht sich im Regal sicher toll neben AMERICAN MADE MUSIC TO STRIP BY - der Remix-CD des HELLBILLYs. Komm schon, Rob! Da geht noch mehr!

Ach so, echt, oder? "Another tip on the hatch: Some of you were there this morning." Shower? Bathroom? Bed? Kann's ja auch alles nicht sein. Und weil's so schön ist, noch ein Hinweis: "The word that begins and ends with the same letter is not a plural, and it is not SOULS or WINDOW. Here's another hint: One of the castaways has already seen this thing before. The others might have as well, but I know for sure that one of them, one of the MAAAAIIIIN ones, has seen it before." Airplane? Heroin? Corpse? Light? Death? Grrrr .....

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Mit Dank an Schwarz: Auch ich gehöre jetzt zu den Eingeweihten, die über die Bielefeld-Verschwörung Bescheid wissen. Die von uns stets in Ostwestfalen vermutete Stadt existiert nämlich gar nicht. Ein wenig Internet-Recherche hat da erstaunliche Fakten ans Licht gebracht: Eine Gruppe, die schlicht SIE genannt wird, orchestriert von einer bislang unbekannten Zentrale aus eine weltweite Täuschung, mit der Menschen vorgegaukelt wird, es gebe die Stadt tatsächlich. Per Gehirnwäsche wird ausgewählten Opfern suggeriert, sie seien schon einmal dort gewesen. Es gibt Autobahnabfahrten, die ins Leere führen, gefälschte Kennzeichen, eine eigens eingerichtete Fußballmannschaft, und sogar eine offizielle Webseite, auf der schlecht gerenderte Photos die Existenz der Stadt beweisen sollen. Derzeit sucht beispielsweise eine Scheinfirma per Anzeige auf Crew United Schauspieler für einen angeblichen Film, der in Bielefeld gedreht werden soll.

Der Kieler Informatikstudent Achim Held stieß 1994 als Erster auf die Täuschung und veröffentlichte sogleich eine Schrift im Internet. Seitdem schalten SIE immer wieder Webseiten ab, die Informationen zur Täuschung beinhalten, aber zum Glück sind IHNEN die aufrechten Hacker dieser Welt stets einen Schritt voraus. Wer die gefälschte Stadtseite genauer untersucht, wird auf Ungereimtheiten stoßen, die auf dieser Aufklärungsseite erklärt werden. Praktischerweise kann man auch gleich T-Shirts ordern, mittels denen die Restbevölkerung aufgeweckt werden soll. Falls man den subtileren Weg der Informationsverbreitung bevorzugt, offeriert der Shop auch entsprechende Boxershorts, die beispielsweise einem Abend des harmlosen Kuschelns auf dem Sofa mit Freund oder Freundin einen gewaltigen Aufklärungsschock hinzufügen.

Warum nun inszeniert diese Gruppe besagte Verschwörung? Während sich die Experten hier noch nicht sicher sind, gibt diese Webseite einige Hinweise. Es handelt sich möglicherweise um eine Gruppe um den Sternenbruder und Weltenlehrer Ashtar Sheran, die an der Stelle, wo Bielefeld liegen soll, heimlich ihre Landung vorbereiten. Möglicherweise hält aber auch die CIA an besagter Stelle den mutmaßlich beseitigten John F. Kennedy versteckt, damit er der Öffentlichkeit nichts von der inszenierter Mondlandung erzählen kann.

Geht auch ihr in die Welt hinaus und klärt eure Umgebung über die Bielefeld-Lüge auf. Wundert euch nicht, wenn diese Nachricht durch Intervention seitens IHNEN gelöscht werden sollte - die Wahrheit kann und wird nicht länger versteckt bleiben. Im Zweifelsfalle könnt ihr immer unseren Guru Jörg Schieb konsultieren, der möglicherweise Antworten parat hat.

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Schon wieder schreien. Neve Campbell ist zwar nicht dabei, aber die beiden Arquettes (David und die angeheiratete Trulle) stehen prompt auf der Matte, wenn SCREAM 4 angekündigt wird. Welch überraschende Wendungen mögen uns wohl diesmal bevorstehen? Welch innovative Geschichten erzählen uns die Macher? Gar keine? Ach so.

Halbpension. Eigentlich ist Sean Connery ja in Rente gegangen. Blicken wir kurz mal zurück: Er sollte ja beim LORD OF THE RINGS mitspielen - das wollte er nicht: "Wer schaut schon so einen Schwachsinn?". Dann sollte er beim MATRIX-Sequel mitspielen - das verstand er nicht. Dann kam jemand mit THE LEAGUE OF EXTRAORDINARY GENTLEMEN daher, und das wollte und verstand er und hat damit auch prompt einen (verdienten) Megaflop gelandet. Dann begab er sich unter die Regie von Brett Ratner, um JOSIAH'S CANON zu machen - und zerstritt sich mit Ratner, den er für einen Trottel hielt. Er begab sich in den Ruhestand, kündigte an, nie wieder schauspielern zu wollen, und stattdessen wollte er an seiner Autobiographie arbeiten. Die hat er jetzt ad acta gelegt: "Meine Geheimnisse nehme ich mit ins Grab". Dafür spielt er jetzt wieder, und zwar in ... JOSIAH'S CANON, unter der Regie von .... jaja, Brett Ratner. Wir gehen wieder auf Anfang ... Ruhe bitte, wir drehen.

Re-Dux. Mit der Karriere von Johann-Klaus von Dumpf -- entschuldigung: Jean-Claude Van Damme -- ist es ja exakt wie mit einer Ente: Sie geht stetig den Bach runter. Aber auch die muscles from Brussels haben einen contingency plan: Warum nicht mal wieder Frank Dux spielen, in einem Sequel seines schönsten Erfolges BLOODSPORT? Vergessen wir mal für einen Moment, daß es drei Sequels zu dem Knochenbrecher-Streifen gibt ... Dux kommt wieder, aber das gilt sicher nicht für die 80er, in denen diese Pseudo-Martial-Arts-Filmchen cool waren. Fragt mal Michael Dudikoff.

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Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Schaffen eines so vielversprechenden Künstlers wie Jörg Z. von der Umwelt aufgegriffen und auch künstlerisch rezipiert wird. Und so ist jetzt der Selbstfilm ALLTAG entstanden, der als Hommage an die Lagerarbeiter-Trilogie in zwei Teilen gedacht ist, die seit einiger Zeit im Netz für Furore sorgt. Zu finden ist das Werk hier.

Leider ziehen es die Autoren vor, anonym zu bleiben - und hier liegen ja schon zwei Brüche mit der Tradition des Selbstfilms vor: Der Film wurde von einem mehrköpfigen Team gedreht (man beachte die Kamerafahrt), und es fehlt der bis ins kleinste Detail ausgetüftelte Abspann. Die Filmemacher fangen sehr schön die europäischen Momente der Zimmermann-Filme ein - etwa, wenn eine Tasse Kaffee am Automaten in Echtzeit gefüllt wird - und bemühen sich, die stilistische Bandbreite der Originale in Einstellungen (Füße auf dem Boden) und Schauspiel (kurze Blicke in die Kamera) nachzuahmen. Freilich haben die Macher das Dialog-Prinzip des wortgewandten Kölners nicht verstanden: Das fängt bei der Verfälschung der bekannten Phrase "also dann, tschüß" an und hört nicht bei den Ping-Pong-Ping-Zeilen der Protagonisten auf, wo es versäumt wird, eine Figur stets das eben Gesagte wiederholen zu lassen.

Prinzipiell freut es uns natürlich, wenn ehrliches, aufrichtiges Filmschaffen erkannt wird und ihm Respekt gezollt wird. Dass es den ALLTAG-Machern allerdings an der nötigen Ernsthaftigkeit fehlt, um die Kunst Zimmermanns zu begreifen und adäquat umzusetzen, ist mehr als schade. Aber vielleicht folgen ja noch weitere Reaktionen auf DER NEUE LAGERCHEF und DAS GESPRÄCH, bevor der Meister selbst wieder von sich hören läßt.

Als kurze Randnotiz sei kurz angemerkt, daß Jörg himself nun über ein Blog verfügt. Die Freude über diesen Fund weilte nur kurz, da er dort nicht oft zu posten scheint. Vielleicht sollte man ihm mit ein paar Kommentaren aufmunternde Worte zusenden?

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Heute morgen lief mir Wolfgang Görtschacher über den Weg. Ob ich heute abend ins Rockhouse komme, wollte er wissen. Da spiele nämlich Manfred Mann's Earth Band. "Was denn, die leben noch??" platzte ich heraus - die hatten ja in den 60ern mal einen Riesenhit mit "Do Wah Diddy".

Ich find's ja mal schön, wenn sich alte Recken aufschwingen und unbeirrt des modernen Jugendwahns weitermachen. Die Rolling Stones können touren und Platten aufnehmen, bis man sie horizontal von der Bühne trägt. Nun weiß ich aber nicht genau, ob Manns Gruppe auch noch aufnimmt, oder ob sie wie die Eagles mit dem Programm der 70er im Gepäck durchs Land tingeln.

Hier brachte Wolfgang jetzt einen interessanter Aspekt auf: Bei Beethoven stört es uns ja auch nicht, wenn wir 500 Jahre später immer noch die Fünfte heruntergedudelt bekommen. Der Unterschied, so erklärte er, ist halt der, daß er bei der einen Gelegenheit einen Frack trägt und bei der anderen mit Lederhose und Bierchen in der Hand genießt. (Ich habe sicherheitshalber nicht nachgefragt, welche der beiden musikalischen Darbietung die Lederhose verdient.)

Das bringt mich durchaus zum Nachdenken: Warum stört es uns nicht, wenn wir den ollen Kram von Mozart hören, aber es ist lächerlich, wenn Drafi Deutscher in einer dieser SAT1-Zombie-TV-Shows wieder mal "Marmor, Stein und Eisen" schmettert? Fangen wir mal so an: Beethoven himself spielt ja nicht mehr - und es liegt nicht am bösen Willen - und er hat Zeit seines Lebens immer weiterkomponiert und sich nicht auf vergangenen "Hits" (die Fünfte ist ja in den Billboard-Charts gleich auf Platz #1 eingestiegen) ausgeruht. Auch die Stones machen neue Songs. Aber die Eagles? Die haben ja irgendwann einfach aufgehört, und tun jetzt immer noch so, als wären sie noch Mitte 20. Drafis Liebe bricht auch in hundert Jahren nicht, selbst dann, wenn die Säfte versiegt sind und der Hut zu Staub zerfällt.

Fragen wir mal andersherum: Wer spielt die Songs von Manfred Mann noch live, wenn Manfred Mann's Earth Band zu Manfred Mann's Heaven and Hell Band transformiert ist? (Es würde sich gerade ein Witz über Jefferson Airplane bzw. Starship anbieten, aber der mag sich gerade nicht so recht manifestieren.) Schön, das ist völlig nebensächlich, da Beethoven nie selbst gespielt hat und seine Musik immer darauf ausgelegt war, daß sie von einem Orchester gespielt wird.

Im Prinzip stört's mich ja gar nicht, wenn die Eagles in fünfhundert Jahren immer noch durch Europa touren und "Hotel California" spielen, als sei das Hippietum eine aufregende neue Entwicklung. Die wollen ja auch leben. Aber irgendwelche Kriterien muß es doch geben, mit denen man solche zurückgebliebenen Kapellen, die vom Verkauf von Erinnerungen leben, von solchen Musikern zu trennen, die weiterhin kreativ sind. Mich würd's ja auch freuen, die Dire Straits in ihrer Originalbesetzung spielen zu sehen, unter Verzicht sämtlichen Materials nach MAKING MOVIES. Aber es wird nicht passieren, weil sich die Zeit nicht zurückdrehen läßt und Mark Knopfler eben mittlerweile an ganz anderen Dingen interessiert ist. Ich selbst entwickle mich ja auch weiter, finde Helloween nicht mehr die coolste Band der Welt, interessiere mich auch dafür, wohin Hancock jetzt geht.

Ich glaube mittlerweile, die Antwort hat irgendwas mit der Lederhose zu tun.

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Wir haben schon so lange nichts mehr von dem geplanten POLICE ACADEMY 8 gehört, daß wir alle geglaubt haben, es sei hoffnungslos. Not so! Paul Maslansky, großer Produzent der noch größeren Serie, hat sich jetzt an die Medien gewandt: Es braucht noch ein bißchen Zeit, aber es kommt. Wieder mit dabei: Steve Guttenberg! Bubba Smith! Leslie Easterbrook! Und natürlich: Michael Winslow! Und - das scheint in letzter Zeit Mode zu werden - eine Reihe jüngerer Agen... äh, Polizisten, die dann die Serie in Teil 9 und so weiter weitertragen werden. Am Drehbuch werkelt übrigens Tim Kazurinsky, der in den Folgen 2-4 den Milchtoast Sweetchuck gespielt hat. Ich baue jedenfalls schon Mal die Zelte an der Kinokasse auf, um mir einen sicheren Platz bei der Premiere reservieren zu können.

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Und das gleich zweifach! Zunächst mal ist die Rede von einem LOST-Film, der entweder am Ende der zweiten oder am Ende der dritten Staffel folgen soll - je nach Zuseherzahlen. Interessanterweise sagt man, daß am Ende des Films diejenigen, die übrig bleiben, gefunden werden. Was denn, jetzt doch keine acht Staffeln? Oder stürzt das Rettungsflugzeug dann einfach über der Nachbarinsel ab?

Viel cooler: Der 24-Film. Mit Kiefer, of course. Und der gibt im Interview folgendes zu Protokoll - ich darf wörtlich zitieren: "We have talked about it. Our biggest problem right now is getting the writers to find enough time to write a screenplay." Right now, guys, your main priority is to find the right screenwriter. Millions of lives depend on it.

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Der Horror!

Versprochen ist versprochen! Kümmern wir uns also flott um den GROSSANGRIFF DER ZOMBIES, den Umberto Lenzi da auf uns hetzt. Im Original hieß der Streifen INCUBO SULLA CITTÀ CONTAMINATA (das kann man, wenn man will, mit "gefangen in der verseuchten Stadt" übersetzen), auf englisch wurde es zunächst zu NIGHTMARE CITY, dann zu CITY OF THE WALKING DEAD. Weil es sich um eine italienisch-mexikanisch-spanische Co-Produktion handelt, gibt es auch einen spanischen Originaltitel, der da INVASION DE LOS ZOMBIES ATÓMICOS lautet. Ihr seht: Die Lage ist kompliziert.

Naja, eigentlich gar nicht. Zumindest, was die Handlung angeht. Da wird in einer namenlosen Stadt die Ankunft von Professor Kleinaltmann (oder wie der hieß) erwartet, der - uh oh - mit einer ungekennzeichneten Militärmaschine ohne Funkkontakt einfliegt. Die Tür geht auf, heraus kommt nicht nur ein messerwetzender Prof (der studentische Zuseher ist solche Bilder ja gewohnt), sondern eine stattliche Anzahl von wüsten Rabauken, sprich: Zombies, die gleich mal das am Flughafen stationierte Militär ausradieren. Zack!

NIGHTMARE CITY ist deshalb in die Zombie-Filmgeschichte eingegangen, weil die miesepetrigen Untoten hier nicht besoffen durch die Gegend torkeln, sondern wie die Losgelassenen rennen, springen, jagen, und nebenher Waffen verwenden und im Team arbeiten. (Einen sieht man sogar mit einem Hund Fußball spielen, aber wem das zu unrealistisch erscheint, sei vertröstet, daß es sich nur um einen "goof" im Bildhintergrund handelt.) Schade eigentlich, daß das Zombie-Makeup so blöd aussieht - es könnte auch GROSSANGRIFF DER KARTOFFELKÖPFE heissen - sonst hätten wir wirklich Schiß vor den Vandalen.

Schon nach kurzer Zeit wird dem geneigten Zuseher klar, warum heutige Zombiestreifen immer als "blutleer" tituliert werden. Da werden Kehlen durchgeschnitten, Brüste abgehackt, Köpfe zermatscht, und in einer Fulci-ähnlichen Sequenz sticht ein Zombie einer kreischenden Frau mit einer Eisenstange ein Auge aus. Autsch.


Trotz des hohen Matschfaktors sind manche Szenen eher amüsant als gruselig: Großes Kino beispielsweise der Moment, wo die Wilden eine TV-Aerobic-Sendung überfallen, in der eine Gruppe leichtbekleideter Hüpfschnitten eher unkoordiniert herumtanzen, bevor sie verhackstückt werden. Immerhin sind manche Zombies so anständig, sich nach dem Dinner den Mund abzuwischen. Im Schaltraum des Senders beobachtet dann ein Techniker die Szene auf dem Monitor und wundert sich: "Das gehört doch überhaupt nicht zu unserer Sendung!" Ich sag's ja immer: Es ist so schwer, gutes Personal zu finden.

Erfreulicherweise nimmt sich der Film immer wieder ein paar Sekunden Zeit, uns mit nackten Brüsten zu beglücken. Da sind die Italiener wenigstens nicht so verklemmt wie die Amerikaner! Gewisse Handlungsbrüche sind verzeihlich, wenn so gründlich abgefrühstückt wird. Und als Ruhepol dient uns ja immer Hauptdarsteller Hugo Stieglitz (ja, der heißt wirklich so), der - seinen Gesichtszügen nach zu urteilen - von der Zombieinvasion ungefähr so beeindruckt ist wie ein Eskimo von leichtem Schneefall.

Jawoll, meine Herren, der war spaßig! Und trotz des Trash-Faktors doch recht ungemütlich. Schön dreckig, schnuckelige Musik. So mag ich meine Zombies.

Und jetzt ist es endlich an der Zeit, von meiner momentanen Suche zu erzählen. Es gibt da nämlich einen Streifen, der sich OK CONNERY nennt - auf deutsch: OPERATION KLEINER BRUDER. Die Hauptrolle in besagtem (bislang nicht aufzutreibendem) Film spielt ein gewisser Neil Connery - Bruder von Sean. Neil spielt in diesem mutmaßlichen Kleinod den Bruder von 007 und kämpft sich durch einen Italo-Rip-Off der James-Bond-Filme - in dem sogar Bernard Lee ("M") und Lois Maxwell (Miss Moneypenny) mitspielen! Auch zu sehen sind Adolfo Celi (Largo in FEUERBALL), Daniela Bianchi (Bond-Girl in LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU) und Anthony Dawson (Professor Dent in DR. NO). Na, wenn das mal kein Spaß wird! Wenn ich ihn nur endlich irgendwo finden würde ...



  

Großangriff der Zombies (Italien/Spanien 1980)
Originaltitel: Incubo sulla città contaminata
Alternativtitel: City of the Walking Dead / Nightmare City
Regie: Umberto Lenzi
Darsteller: Hugo Stieglitz, Laura Trotter, Mel Ferrer


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So, da habe ich euch nun tagelang nichts von den tollen italienischen Filmen erzählt und ihr habt alle geglaubt, dass der Anfall wieder vorbei ist. Von wegen! Schauen wir doch kurz, was uns die letzten Tage beschert haben.


Umberto Lenzi kennen wir ja mittlerweile schon. Und dessen italienisch-jugoslawische Co-Produktion KOMMANDO SCHWARZER PANTHER auch. Das war 1987, und wie es der Zufall und die Billig-Produktionsfirma so will, hat er schon 1986 mit der exakt gleichen Crew und ein paar anderen Schauspiel-Nulpen ein ähnlich konzipiertes Zweiter-Weltkrieg-Abenteuer auf den Markt geworfen: BRIDGE TO HELL. Und wieder rennen wir mit irgendwelchen Partisanen mit, denen ein amerikanischer Held auf die Sprünge hilft im Kampf gegen Heerscharen von doofen Nazis. Die sagen übrigens dauernd "schnell", und sonst nicht so viel. Dafür haben sie Schäferhunde, die dramatisch über Wiesen rennen können und doch nie mit den Schauspielern in Kontakt kommen: Vermutlich Archivmaterial. Die drei Helden (kommen ein Amerikaner, ein Jugoslawe und ein Österreicher ...) demolieren fairerweise nicht nur das Kriegsgerät des Gegners, sondern legen mit einem Flugzeug nach dem anderen Bruchlandungen hin. Und schließen sich dann der nächsten Partisanengruppe an, um endlich mal voran zu kommen.

Wo der PANTHER einfach nur doof war, ist die BRIDGE ideologisch haarsträubend. Motivation unserer Soldaten ist nämlich primär, ein zufällig am Weg liegendes Kloster seines Kunstschatzes zu berauben und die eingesackten Pokale dann zu Hause gewinnbringend zu verscherbeln. Man verschafft sich also unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Zutritt zum Kloster, packt die Kelche in eine Kiste und haut bei Nacht und Nebel wieder ab. Stets an der Backe klebt den dreien dabei eine fesche Rothaarige, die es einfach nicht schnallt, dass die drei sie nicht deshalb zum Baden in den See schicken, weil sie glotzen wollen, sondern weil sie sich verkrümeln möchten. Klappt aber nicht. Ebenso wie letztendlich der Kunstraub, weil jemand im Kloster die Kelche in letzter Sekunde gegen Steine ausgetauscht hat und unsere Helden die Truhe umsonst hat mitschleppen lassen. Macht ja fast nichts, denken sich unsere Freunde und schließen sich wieder irgendwelchen herumlaufenden Partisanen an (Jugoslawien war voll davon, scheint mir): "Dann kämpfen wir uns eben bis nach Berlin durch und klauen den Reichsschatz!"

Nach dem verfilmten Landser-Heft war doch ein wenig unschuldigeres Kino angebracht, und so fand das Tape von BLUTGERICHT seinen Weg in meinen Rekorder. Der ist von 1964, als das italienische Kino noch voll von Sandalen, Pappmaschéefelsen und steif agierenden Muskelmännern war. Im vorliegenden Exemplar - inszeniert von Alberto De Martino - hockt ein böser Herrscher namens Sar in Sparta und knechtet das Volk gar bitterlich, bis sich eine Gruppe wackerer Widerstandskämpfer aufschwingt, den Stinkstiefel abzuwählen.

Sehr niedlich, wie da noch in scheppernden Rüstungen und wehenden Lendenschurzen aufeinander eingeprügelt wird, und wie unser aufrechter Recke Keros vor Idealismus geradezu zu platzen scheint. Keros' erste Freundin heißt übrigens Aspasia, und die will Sar heiraten, was Keros einigermaßen enttäuscht, aber Aspasia hat eigene Pläne und verwendet eine Kugel mit giftigen Spitzen (versteckt in einem Geldbeutel), um Sars General frühzeitig in Rente zu schicken. Keros kommt einigermaßen flott über den Trennungsschmerz hinweg und freundet sich mit der putzigen Blondie an, deren richtigen Namen ich vergessen habe. Die wird dann zwar von Sar entführt, ist aber pfiffig genug, einfach von dessen Streitwagen herunterzuhüpfen. Und wundervoll ist auch der glatzköpfige Wanderschauspieler, der sich Keros anschließt und immer mit rudernden Armen chargiert. Sehr traurig, daß der nette Mann sterben muß, aber wenigstens spricht er selbst während seines röchelnden Abgangs noch einen dramatischen Monolog. Vollblutschauspieler eben.

Bevor sich jetzt jemand beschwert, daß meine Einträge wieder zu lang werden, vertage ich den Bericht über Lenzis Zombies. Die waren übrigens so mind-blowing, fascinating, uber-amazing und fetzig, daß ich davon ausgehe, daß sie sich jetzt im Hatch befinden.


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"Keep in mind that you see what's in the hatch in the first episode but won't understand it until episode three," heißt es hier. Ach so? Vielleicht steht "redrum" an der Wand, oder JJ Abrams steht unten und fragt: "Was ist der Unterschied zwischen SPD und CDU?" Ach nein, da würden wir ja hören, nicht sehen.

Aber der Tip hier scheint interessant zu sein: "What's in the Hatch? Hint: In a way, it's something you've never seen before. But in a way, it's something you see every day and are probably seeing right now. Okay, another hint: It begins and ends with the same letter."

Was ich jetzt gerade sehe ... einen Monitor? Einen Computer? Die graugekleidete Fassade des trostlosen Anglistik-Gebäudes? Okay, ich gebe auf. Sagt's mir doch einfach.

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Slater verschwindet! Wie macht man eine Fortsetzung zu HOLLOW MAN, wenn doch der originale Unsichtbare zum Schluß gestorben ist und das ganze blöde Labor gesprengt wurde? Ganz einfach, wir erzählen die Geschichte von einem anderen Unsichtbaren, der sich mit einem dritten Unsichtbaren vermutlich direct-to-video einen gnadenlosen Kampf liefert ... in der Hauptrolle: Christian Slater! Applaus!

Die Insel, again. Also, kurz zum mitschreiben: Tod im Oktober, weiblich. Raus aus der Serie später, männlich, aber nicht tot. Fünf bis acht neue Charaktere. Absolut un-fucking-believable, mind-blowing, amazing, supergutes Zeugs im Hatch, bei Zeus. Und, so versprechen die Produzenten: "More death". LOST again on September 21.

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