August 2005
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Es wird gemauschelt, daß die Premiere der fünften ALIAS-Staffel mit Michael Vaughns Tod beginnt. Und zwar richtig, erst umgeballert und dann flatline im Krankenhaus. Dixon liegt dann bestimmt daneben und sagt dauernd: "Ich hatte schon befürchtet, es sei etwas ernstes."

Aber viel dramatischer lesen sich doch die folgenden Spoiler zur dritten Folge: "Sydney and Marshall are on a mission together. The man they are looking for is wearing a Red Sox cap, and Sydney makes mention that she is a Sox fan. Later, Sydney is in her kitchen going through the mail. She finds a hockey magazine, and calls to cancel Vaughn's subscription."

Ob die neue LOST-Folge da mithalten kann? Locke wird Kate abseilen, und während sie so in den Hatch klettert, reißt ... schluck ...

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Auf den Mond damit!
ROLAND EMMERICH: Hey, Malcolm. Wie geht's denn immer so, altes Haus? Sag' mal, ich mach' da grad einen neuen Film, hättest du Lust, mitzuspielen?
MALCOLM McDOWELL: Ich soll doch nur wieder den blöden Bösewicht spielen.

ROLAND EMMERICH: Was denn, kennst du das Drehbuch schon?
Ich habe mich ja 2004 mit Roland Emmerich ausgesöhnt. Damals hat er mir THE DAY AFTER TOMORROW gezeigt, der ganz grandios war und richtig gut, und irgendwie habe ich ihm diese ganzen Beleidigungen davor verziehen - STARGATE, INDEPENDENCE DAY und der gar grauenhafte PARIOT. Man könnte jetzt sagen, daß ich mich heute abend mit ihm wieder ent-söhnt habe. Das liegt an MOON 44, den er im Jahre 1990 verbrochen hat - den habe ich mir nämlich soeben mit meinem Dad angesehen, bei dem der Film einen wunderbaren Schlafreiz ausgelöst hat, bei mir nur den Wunsch nach unterhaltsameren Italo-Trashperlen.

MOON 44 war quasi noch ein Übungsfilm für Roland: Wie kann ich mit ganz wenig Budget etwas richtig gut aussehen lassen? Denn: Die Optik ist ja schon fein und vermag eine ganze Zeitlang über die ganz billigen Bauten und die sparsamen Locations wegtäuschen. Aber, der Emmerich-Kenner vermutet den Haken schon jetzt, es geht mal wieder um gar nichts. Die Handlung würde selbst auf Kurzfilmlänge dünn wirken, auf 95 Minuten aufgeblasen ist's sehr zäh. Da hängen ein paar Ex-Sträflinge als Kampfpiloten auf einem Rohstoffminen-Mond herum und fliegen hin und wieder Einsätze, weil scheppernde Roboter anzugreifen drohen. Und Malcolm McDowell als Admiral der Station ist natürlich der fiese Finsterling, der sich als Verräter entpuppt.

Sonstige Stars oder brilliante Schauspieler? Meep! Michael Paré gilt nicht, der fiel nämlich noch nie in eine dieser beiden Kategorien. Ein Kerl namens Leon Rippy als strenger Sergeant hat auf der Schauspielschule sicherlich etwas mißverstanden, als ihm erklärt wurde, daß man für den Erfolg viel schwitzen muß. Aber Sergeant Schweiß bietet wenigstens ein paar heitere Momente, beim Kakerlakerfuttern zum Beispiel, oder beim Herumfuchteln mit einem Freizeitbeil ("Ich bin kein Mörder!").

Ehrlich, Freunde, das Ding ist doof. Doofe Handlung, doofe Dialoge, doofe Actionsequenzen. Und Sinn macht's letzten Endes eh keinen. Wer sind diese komischen Roboter? Warum sehen die hochgeschätzten Minenroboter aus wie klobige Schaufelbagger? Warum fliegen die Burschen in Helikoptern durch irgendwelche Schluchten, wo doch die Roboter im Weltraum geklaut werden? Ich hab' da mal wieder ein paar Sachen nicht verstanden, fürchte ich.





Moon 44 (Deutschland 1990)
Regie: Roland Emmerich
Darsteller: Michael Paré, Lisa Eichhorn, Dean Devlin, Brian Thompson, Malcolm McDowell, Stephen Geoffreys, Leon Rippy
Länge: 95 Minuten
FSK: 16




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Truckerfilm und Pferdeoper

Zurück nach Italien! Der Ausflug ins Land der Holzfäller war ja ganz nett (hüstel), aber eigentlich fühlen wir uns doch nur auf den Pfaden südeuropäischen Schmalspurfilmschaffens so richtig wohl. Wie passend, daß da gestern das VHS-Tape von DAS SCHLITZOHR VOM HIGHWAY 101 eintrudelte und sich so gleich der Begutachtung anbot.

Holen wir ganz kurz aus: Der in Kuba geborene Tomas Milian war in Italien mal ein Superstar, und das auch wegen einer Filmreihe um den unkonventionellen Hüter des Gesetzes Nico Giraldi. Wer enttäuscht war, daß es nur 7 Teile der POLICE ACADEMY gibt und daß HALLOWEEN 9 so lange auf sich warten läßt, darf sich bei Nico geborgen fühlen: Auf schlappe 11 Teile brachte es die Serie, besagter HIGHWAY ist Nummero 9. Immer drin: Tomas Milian (der später zum Charakterdarsteller in Filmen wie TRAFFIC avancierte) als zerzauster, verfilzter, eyeliner-tragende Bulle aus dem Arbeitermilieu (deshalb immer der Blaumann und der Rosenkohl). Konstanter Nebeneumel: Bombolo, den sicherlich sehr viele Menschen in Italien sehr komisch gefunden haben. Und inszeniert hat die komplette Serie Bruno Corbucci, der nicht nur der Bruder von Sergio ist, sondern auch für den Brüller WENN FRAUEN DING DONG SPIELEN verantwortlich zeichnet.

Diesmal treibt eine Bande von Highway-Banditen ihr Unwesen. "Geradezu genial", wie uns eine Stimme aus dem Off erklärt, überfallen sie Trucker und klauen deren Vehikel. In der Tat lassen sich die Burschen was einfallen: Skimasken, Pistolen, durchdachter Einsatz von Gewalt. Und das am hellichten Tag! Schwupps, schon befindet sich Giraldi als Undercover-Trucker auf der Landstraße (ebenso ungewaschen, gekleidet und rüpelhaft wie vorher, versteht sich) und genießt das Leben. "Vollmachen, aber nicht reinpinkeln," weist der flippige Spaßvogel einen Tankwart an und freundet sich im Nu mit einer Truppe Trucker an, denen er dann ein lokales Pornokino empfiehlt. Er selbst reißt die Ticketverkäuferin mit seinem herbem Charme auf, aber mit nach oben will er dann doch nicht, weil sie Ravioli mit der Hand zubereitet.

Erwähnt werden sollte vielleicht noch, daß Giraldi verheiratet und stolz auf seinen Sohnemann ist, der im Alter von ganz geringen Jahren schon "blödes Arschloch" sagen kann. Aber so ein trautes Familienleben verblaßt natürlich im Vergleich zum aufregenden Leben auf der Landstraße! Die nächste Trulle, die er anschleppt, freut sich so sehr darüber, vor ihrem ohrfeigenverteilenden Besteiger gerettet zu werden, daß sie Giraldi gleich zum nächsten Song-Contest einlädt ("Du singst? So richtig aus dem Mund?"). Dort schmettert sich das Mädel mit einer bombastischen Disco-Ballade in Giraldis Herz, der jetzt darüber jammert, daß er ja noch Ballast zu Hause hat. Überhaupt stellen wir fest, daß das Leben eines Undercover-Ermittlers Tage voller Action und Spannung bietet: Neben dem Song-Contest geht Giraldi mit Schnepfe zum Tanzen, adoptiert einen streunenden Hund, dann besuchen sie einen Truckerfreund und dessen Frau und sitzen am Pool. Irgendwann tauchen die bösen Buben dann ganz von alleine auf, und in einer traditionsreichen Prügelorgie (klatsch, zack, ka-peng, zonk!) gibt's ordentlich was auf die Zwölf.


Bevor ich mir die anderen 10 Teile der aufregenden Serie ansehe (zugegeben: mir bleiben nur mehr 8, weil ich 2 andere schon kenne), bewege ich mich chronologisch rückwärts und lande im Jahre 1971, wo die Welle der Spaghettiwestern schon am Ausklingen war. Das bedeutet übersetzt, daß nur noch fünfzig statt fünfhundert entsprechende Filme pro Jahr produziert werden. Einer davon ist EIN HALLELUJA FÜR CAMPOSANTO, regissiert von "Anthony Ascott" (= Giuliano Carnimeo), geschrieben von "E.B. Clucher", alias Enzo Barboni, der auch diverse Hill/Spencer-Werke betreut hat.

Wie zum Bleistift den wunderbaren VERFLUCHT, VERDAMMT UND HALLELUJA. Und das dort angewandte Prinzip (pazifistisches Greenhorn landet im wilden Westen und muß lernen, sich zur Wehr zu setzen) funktioniert hier auch, aber mit Doppelungsprinzip: Es sind zwei Greenhorns, praktischerweise Brüder, die beide nicht schießen können, aber zum Glück zwei Gehilfen haben, die sehr gut mit Messern umgehen können. Durch die Stadt streifen zwei mysteriöse Revolverhelden, die sich immer duellieren wollen und dann doch ablassen. Aber konzentrieren wir uns doch auf Pistolero Nummero Uno, der so begabt am Colt ist, daß er einem Banditen die Bartspitzen wegschießen kann und auf mehrere Meter Entfernung mit nur einem Schuß ein Streichholz zu entzünden vermag. Weil begabte Revolverhelden in Italowestern immer namenlos sind, nennt man den Burschen "Camposanto" - das bedeutet Friedhof, und zwar für Ganoven.

Ehrlich, der hat Spaß gemacht! Wir durften bestaunen: Ein Kind, das Munition statt Schnuller zum Lutschen bekommt. Frozzelnde Pistolenhelden. Eine sich eine halbe Minute lang drehende Münze, die groß im Bildvordergrund beim Fallen ein Duell einleiten soll. Oh, und eine Egoshooter-Einstellung, lange vor WOLFENSTEIN 3D. So lob' ich mir das.

"Hört der Italientrip denn irgendwann mal wieder auf?" Sicher. Zumindest lege ich sicher bald mal wieder eine Pause ein. Dann wende ich mich dem Kung-Fu-Film zu!





Das Schlitzohr vom Highway 101 (Italien 1982)
Originaltitel: Delitto sull'autostrada
Regie: Bruno Corbucci
Darsteller: Tomas Milian, Viola Valentino, Bombolo, Giorgio Trestini, Adriana Russo





Ein Halleluja für Camposanto (Italien 1971)
Originaltitel: Gli fumavano le Colt... lo chiamavano Camposanto
Regie: "Anthony Ascott" (= Giuliano Carnimeo)
Drehbuch: "E.B. Clucher" (= Enzo Barboni)
Darsteller: Gianni Garko, William Berger, Chris Chittell, Franco Ressel, Nello Pazzafini


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Der Keller!

Nicht nur in Italien werden schlechte Filme gemacht. Und nicht nur dort werden haarsträubende Exploitation-Streifen heruntergekurbelt, die an die niederen Instinkte von sensationshungrigen und voyeuristisch veranlagten Zusehern (sprich: Menschen wie mir) appelieren. Freilich hat Italien die Nase weit vorne, was den Sumpf des Bahnhofskinos angeht - aber zum Beispiel Kanada kann da auch mit einigen Hämmern aufwarten. Uneingeweihten darf ich den Schlonzfilm DEATH WEEKEND (bei uns PARTY DES GRAUENS) "empfehlen" (ohne Geld-zurück-Garantie, versteht sich), abgebrühtere Zeitgenossen dürfen sich gerne mal ILSA, TIGRESS OF SIBERIA ansehen.

Nun ist besagter Streifen nun schon der dritte Film (oder der vierte, sollte man Jess Francos Beitrag zur Filmreihe mitzählen) der ILSA-Reihe, in der eine sadistische, sexbesessene Gefängnisleiterin abwechselnd Gefangene foltert und sich dann irgendwelche Männer ins Schlafgemach holt, an denen sie sich im Falle eines Unwetters ängstlich festklammern kann. Oder so ähnlich. Da ich die anderen Elaborate zum Thema Emanzipation (darunter der Bad-Taste-Klassiker ILSA, SHE-WOLF OF THE SS) nicht gesehen habe, muß ich vom Einzelnen ins Allgemeine schließen und gehe einfach mal davon aus, daß die vorangegangenen Filme mindestens ebenso blöde und bescheuert waren wie dieser hier, und möglicherweise noch ein klein wenig geschmackloser.

Aber Kunst muß ja nicht immer schön sein! Reisen wir also zu Ilsa ins Gulag 14, ein stalinistisches Gefangenenlager in Sibirien, wo Dissidenten, Umstürzlern und anderem Gesocks gezeigt wird, wo der Hammer hängt. Und das schon zu Anfang des Films, wo ein sehr großes solches Exemplar den Kopf eines Flüchtlings empfindsam verbeult. Weil Ilsa weiß, daß Mitarbeitermotivation das A und O jedes stalinistischen Gefangenenlagers ist, denkt sie sich Tag und Nacht neue Löwen-und-Christen-Spiele aus: Gefangene an den Tiger verfüttern! Arbeitsscheue durchs Eiswasser schleifen! Streitigkeiten per Armdrücken beseitigen (um den Schauwert letzterer Tätigkeit zu steigern, sind neben den Armen rotierende Kettensägen angebracht - jetzt wissen wir, warum Stallones OVER THE TOP so langweilig war)! Nachts schleppt sie immer zwei ihrer Wachen in die Privatgemächer, wo die dann Überstunden schieben müssen. Fairerweise nimmt sie aber jeden Abend andere Kerle mit, damit die Dienstzeiten gleichmäßig verteilt bleiben.


Nach schon 45 Minuten ereilt uns die Nachricht, daß Stalins Regime beendet ist. Gefangene und Wärter bringen sich gegenseitig um, Ilsa flüchtet, das Lager brennt ab. Der inhärente Symbolismus dieser Szenen ist sozusagen augenöffnend. Und schon befinden wir uns in Montreal, 24 Jahre später, wo Ilsa jetzt ein strukturell ähnlich konzipiertes Bordell leitet. Ihr und ihrem Lieblingswächter sieht man die vergangene Zeit kaum an, so glücklich sind sie bei ihrer Arbeit. Prompt taucht der unbeugsame Held auf, der seinerzeit das Lager überlebte und bitterliche Rache geschworen hat. Freilich sucht er gar nicht nach Ilsa, sondern begleitet seine Freunde zum russisch-kanadischen Kultur- (und Flüssigkeits-)Austausch. Beim Herumsitzen im Wartezimmer wird er von Ilsa erspäht und sofort einem brillianten Experiment unterzogen, bei dem Ilschen zusammen mit einem Wissenschaftler per Computer den schlimmsten (unterbewußten) Alptraum eines Menschen ermittelt und diesen dann als virtuelles Kasperltheater inszeniert. (Eine Metaebene ist wohl nicht intendiert.)

Machen wir's kurz: Die russische Botschaft schickt einen Haufen weißer Ninja-Krieger vorbei, die den armen Helden in letzter Sekunde vor der Kastration durch einen Küchenquirl retten. Ilsa flüchtet per Schneemobil ins Eismeer, wo sie, hihi, jämmerlich erfrieren wird. Die Welt ist gerettet, die Bordelle Kanadas sind sicher.

How do these movies get made ...?

Oh, und produziert haben den Tiefflug übrigens Roger Corman und Ivan Reitman. Jaja!








Ilsa - Die Tigerin (Kanada 1977)
Originaltitel: Ilsa, Tigress of Siberia
Regie: Jean LaFleur
Darsteller: Dyanne Thorne, Michel-René Labelle
Länge: 86 Minuten


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Heute nacht waren wir beim Bob-Mould-Konzert. Ehrlich! Ich hab's genau gesehen! Helli war dabei, C2, und ein paar andere Leute, an die ich mich nicht erinnere. Weil's so ein intimes kammermusikalisches Set war, saßen wir freilich gleich in der ersten Reihe, damit wir seine Mouldheit zum Anfassen nah begutachten können. Und während er sich mit der Akustikklampfe durch den ersten Song schlich, packte seine Elektronikerin den Gartenschlauch aus und hat die ersten paar Reihen naßgespritzt. Rock'n'Roll halt. Ich hab' ihr den Schlauch dann zugehalten. Die große Überraschung kam dann aber beim zweiten Song: Mould forderte Helli auf, nach vorn zu kommen und zu singen. Letzterer hatte übrigens wieder Haare und Vollbart und alles. Weil Helli sich zur Vorbereitung dem Mouldschen Opus nur unzulänglich zugewandt hatte, saß er dann also vorne und sang ein wenig hilflos mehrere Male "Black Rebel Motorcycle" als Refrain-Ersatz, um dann die Strophen mit Schulterzucken und "däädäädäädä" zu bestreiten. C2 hat das ganze Konzert über eine peinlichst genaue Setlist geführt, anhand derer wir dann nachher festgestellt haben, daß Mould gar nicht viele Songs selber gesungen hat. Schade eigentlich.

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Was machen eigentlich Synchronsprecher so den ganzen Tag, wenn sie nicht gerade im Studio hocken und bekannten Stars ihre Stimmen leihen? Sie machen billige italienische Actionfilme! Zu überprüfen in DER COMMANDER, einem Söldnerfilm von Anthony M. Dawson, in dem eine Truppe käuflicher Krieger in irgendeinen Dschungel rennt (Indonesien?), um die Festung von irgendeinem Drogenbaron in die Luft zu jagen. Da hätten wir zunächst mal den toughesten aller Kämpfer, Bruce Willis. Genaugenommen seine Synchronstimme, Manfred Lehmann. In dessen Team befindet sich Arnold Schwarzenegger. Genaugenommen dessen Synchronstimme, Thomas Danneberg. Und schon steuern wir auf ein interessantes ontologisches Problem zu: Weil Danneberg (der nicht nur Schwarzenegger, sondern auch Terrence Hill, Sylvester Stallone und andere Recken spricht) im COMMANDER den Hauptdarsteller Lewis Collins synchronisiert, wird er selbst von Kollege Rainer Brandt gesprochen. Alles klar?

Geschrieben hat diesen Unsinn übrigens Tom Hanks. Naja, ihr wißt schon: Arne Elsholtz. Der hat ein sicheres Gespür für subtextbeladene Dialoge, wie dieser Austausch zwischen einem glatzköpfigen schwarzen Söldner und einem unrasierten kleineren Teammitglied beweist:

SÖLDNER (SCHWARZ): Gustafson, ich habe gehört, du hast mal einen Dinosaurier erschlagen.
SÖLDNER (WEISS): Nein, nur ein paar Mosquitos auf einer schwarzen Glatze.

Neben den ganzen körpergewordenen Stimmen laufen im Film auch Lee Van Cleef (der sicher Spielschulden bei Dawson einlösen mußte) und Donald Pleasence (der mit dicker Brille und Alte-Oma-Mütze vergeblich versucht, nicht erkannt zu werden) herum. Ui, und John Steiner ist auch zu sehen, und das ist ja immer einen Videoabend wert.

Vom italienischen Dschungelabenteuer zum italienischen Kriegsabenteuer: Das Feuer-aus-allen-Rohren-Double-Feature wurde von KOMMANDO SCHWARZER PANTHER ergänzt, den Umberto Lenzi unter dem Namen "Umberto Lenzi" inszenierte. Ehrlich wahr, kein Pseudonym! Besagter Film, Baujahr 1987, ist übrigens eine italienisch-jugoslawische Koproduktion und ein wahrhaft völkerverbindendes Projekt. Mit italienischem Regisseur, amerikanischem Hauptdarsteller, österreichischem Widersacher und jugoslawischen Nebendarstellern wird hier der Traum vom global village wahr. Wie haben die sich denn alle verständigt? Vermutlich gar nicht, und deshalb ist der Zusammenschnitt diverser Schlachtszenen auch nicht unbedingt als "kohärent" zu bezeichnen.

Jedenfalls geht's um irgendeinen schwedischen Professor, den die Nazis für sich arbeiten lassen, damit er irgendeine Waffe baut. Schon steht ein alliiertes Sonderkommando vor der Tür, nimmt den Professor mit und versucht, ihn zu überzeugen: "Wir kämpfen für die Freiheit, Sie dagegen kollaborieren mit den Nazis!" Angeführt wird der freiheitsliebende Haufen von einem Kerl, der wie Steve Guttenberg aussieht, aber die Augen weiter aufreißt. Böser Antagonist ist Major Dietrich, gespielt vom Österreicher Werner Pochath, der ungefähr so aussieht wie ein blonder Ulrich Matthes nach einem zu langen Kinski-Marathon. Während sich die niederen deutschen Soldaten im Bordell vergnügen, schnauzt der wahrscheinlich vom Endsieg träumende Dietrich seine Privathure an: "Du langweilst mich!" Zum Glück wird er vom Cobra-Alarm-Einsatz-Team am Leben gelassen, weil er sonst nicht den ganzen Film über versuchen könnte, den Prof wieder in seine Gewalt zu bringen. Und so wird viel gerannt, geschossen, gestorben und geschrien, bis zum Schluß die Freedom Fighters wieder beruhigt in die amerikanische Heimat aufbrechen können: Just another day at the office.

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Neue Kritik. Meine Kritik zum neuen Album von Death by Stereo ist jetzt online: hier. Die CD steht jetzt (mental) gleich neben Something Corporate.

Neue Musik. Alien Ant Farm haben neue Musik gepostet! Anzuhören auf der Myspace-Seite. Produziert wurde der Spaß von Jim Wirt, auf die Straße kommt der Stoff im Herbst. Zeit wird's, die letzten zwei Alben befinden sich derzeit wieder auf heavy rotation live bei mir im Auto.

Alte Musik. Am 31.8. wird auf Bobby Burns' eigenem Label ein Primer 55-Akustik-Bootleg veröffentlicht, für schlappe $6. Damn! Her damit! Wie mögen diese Rüpelrocker wohl ohne Strom klingen?

Hobbits bei CTU! Sean Astin in der fünften Staffel von 24! Die ersten zwei Folgen gibt's am 8. Jänner, gefolgt von 2 Folgen am 9. Jänner. Ich halt mir den Termin schon mal frei.

Adrian! Gerade noch mit Obi-Wan über den mit angehaltenem Atem erwarteten ROCKY 6 geplaudert, schon ereilt mich Nachricht, daß Mr. T - ja, der lebt noch - im Film auftauchen wird. Nicht als Gegenspieler, however, sondern als Kommentator. Auch Burt Young wird wieder dabeisein. Dolph Lundgren wartet einstweilen noch auf ein Rollenangebot.

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Ozzy vs. The Siren. Bruce Dickinson hat sich beim letzten Ozzfest mächtig aufgeführt. Nun, fürhin erwartet man das ja von diesen Metal-Recken. Aber Familie O. ist jetzt beleidigt, weil Bruce über Ozzy hergezogen hat: Er brauche keine blöde Reality-TV-Show, und Iron Maiden seien wenigstens "no fucking reunion band". Sharon Osbourne hat Bruce jetzt einen "prick" genannt und einen Pressetext verfaßt, wo sie erklärt, daß die eifersüchtige Maiden-Fronthose ("this little man") den "Ozzfest spirit" nicht habe. So! Steve Harris hat sich mittlerweile bei den Ozzys entschuldigt und erklärt, man sei "embarasssed". So ein Kindergarten! Nachzulesen hier.

Verwüstung pur. Das neue Chimaira-Album hat endlich die Straßen getroffen, wie der Amerikaner sagen würde, und nebenher gleich meinen CD-Player. Mein lieber Herr Gesangsverein! Nach der CD steht wirklich gar nichts mehr. Dagegen waren die Vorgängeralben ja Cat-Stevens-Lull. Die Burschen sind eigentlich die ganze Stunde (58 Minuten) durch auf 240, dreschen und schrotten und scheppern und knüppeln gnadenlos, während Mark Hunter das Singen jetzt einfach wegläßt und nurmehr sein beinahe unmenschlich heiseres Schreien von sich gibt. Wieder hat man das Gefühl, daß Gruppen-Elektroniker Chris Spicuzza weniger zu tun hat als früher (in den Videos hüpft der eh mehr, als daß er Knöpfchen am Sampler drückt), aber in Wirklichkeit sägt und schneidet er im Hintergrund, daß es eine wahre Wonne ist. "I shout these words to those who never listened," heißt es schon am Anfang, und dann wird klargestellt: "No underlying message to figure out". Gut, Jungs. Weitermachen.

Something Generic. Für Bands wie Something Corporate wurde, glaube ich, das EP-Format erfunden. Über eine Länge von 5, sagen wir großzügigerweise mal 6, Songs kann man sich das ja anhören und dann ohne Blick auf die CD-Hülle raten, welche gesichtslose Highschool-Rock-Band (für's College reicht's noch nicht) dahintersteckt. "Nett. Recht nett. Nicht wahnsinnig erregend, aber nett", könnte man jetzt ein Sprachsample aus MEL BROOKS' VERRÜCKTE GESCHICHTE DER WELT einspielen. Und gekostet haben sie genau einen Euro - was beschwert sich der Junge denn da eigentlich? Ganz einfach: Die Tatsache, daß die CD nur einen Euro gekostet hat, macht die Musik ja nicht aufregender, nur preiswerter.

Krieg im Zeitraffer. Eine der vielen Freuden des italienischen Unterhaltungskinos ist es ja, immer wieder englische oder amerikanische Halb-Stars und has beens zu sehen, die eben auch nicht arbeitslos bleiben wollen. Wie es Umberto Lenzi geschafft hat, so viele bekannte Namen für sein (intendiertes, nicht geschaffenes) dramatisches Kriegsepos NUR DREI KAMEN DURCH (Preisfrage: Wieviele der Hauptfiguren überleben? Wir verlosen unter den richtigen Antworten ein Dinner for Two mit Urs Baumann) zu bekommen, bleibt schleierhaft. Zumal er 1977, also zwei Jahre vor diesem Werk, mit DIE GROSSE OFFENSIVE die exakt gleiche Geschichte mit ebenso vielen Stars schon in den Sand gesetzt hat. Egal: So schickt das Script George Peppard, George Hamilton (als Franzose!), Capucine, Hotte Buchholz und ein paar andere Gesellen durch diverse Kriegsscharmützel, als gälte es, den kompletten zweiten Weltkrieg in 90 Minuten zu packen. Und das mit 6 Hauptfiguren, großen Schlachten, viel Action und ein wenig Herzschmerz! Dummerweise kann man die Figuren anfangs nicht mal auseinanderhalten, weil sie so ungelenk eingeführt werden, und so kratzen einen die Luft- und Panzerschlachten auch nicht sonderlich. Unterhaltsamster Teil? Umberto Lenzi nennt sich als Autor und Regisseur "Hank Milestone", wahrscheinlich in der Hoffnung, man könne ihn mit Lewis Milestone (ALL QUIET ON THE WESTERN FRONT) verwechseln. Nene, Umberto, so nicht.

TH-was-Sound? Heinz Erhardt ist ein Komiker in der (behaupte ich jetzt einfach mal) großen Tradition von Mel Brooks, Woody Allen, Louis de Funès und ein paar anderen Gesellen. Bei all diesen Menschen transzendierte die von ihnen geschaffene Figur, die comic persona, nämlich ihre Filme und deren Wirklichkeit. Mal ehrlich, welchen Rollennamen hat Heinz Erhardt doch gleich in DREI MANN AUF EINEM BOOT? Wie hieß Woody Allen doch noch in MANHATTAN? Welchem Beruf ging Louis de Funès in BALDUIN DER SONNTAGSFAHRER nach? Eben. Völlig egal. Wir nehmen quasi den Komiker als eigene Figur wahr, unabhängig von seinen (meist ihm angepaßten) Rollen in der Geschichte. Das hat jetzt aber gar nichts zu tun mit dem, was ich über den Heinz-Erhardt-Streifen DER HAUS-TYRANN erzählen möchte, aber es soll natürlich nicht verschwiegen werden, daß ich Heinz sehr verehre. Jedenfalls haben mein Dad & ich uns am Wochenende besagten Film (aus dem Jahre 1958) angesehen und stellten fest, daß der Ton nicht ganz THX-Standard entsprach. Genaugenommen war das Rauschen lauter als der Dialog, aber zum Ausgleich klang letzterer so dumpf, daß man meinen könnte, alle Darsteller würden mit zugehaltenem Mund und Steppdecke über dem Kopf aus einem Kilometer Entfernung zu einem sprechen. Den Fernseher lauterdrehen half natürlich nicht, weil dadurch nur das Rauschen lauter wurde. Zum Glück verstanden wir dennoch die Szene, wo sich Heinz Erhardt vor Grethe Weiser aufplustert: "Halten Sie mich eigentlich für einen Trottel?" - "Natürlich nicht. Aber man kann sich ja irren."

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The horror!

Wirklich wahr: Das zuletzt erwähnte POLIZEIREVIER war zwar superschlecht, aber es hat mich nicht davon abgehalten (man könnte gar sagen, es hat mich dazu inspiriert), ein Italo-Double-Feature nachzulegen. Und das war eine richtige Granate!

Da war zunächst mal DIE JÄGER DER GOLDENEN GÖTTIN. Warum der Streifen so heißt, wissen wir nicht so genau, weil weder Göttin noch Gold gejagt wird, aber mit dem englischen Titel JUNGLE RAIDERS bleibt man ebenso doof und sieht doch, daß es sich um die italienische Nachbarschaft von JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES/RAIDERS OF THE LOST ARK handelt. Und so geht's auch los: Ein Dschungel, eine Höhle, mysteriöse Vorzeichen, dann eine Statue, hinter der unser gewiefter Abenteurer eine tödliche Falle vermutet. Dann eine Hetzjagd durch den Dschungel, ein Wasserflugzeug ... gemütlich wird da eine Checkliste mit allen Zutaten des Spielberg-Erfolges heruntergebetet. Hauptdarsteller Christopher Connelly sieht irgendwie aus wie der ältere, unfrisierte Bruder von Harrison Ford - in einer dunklen Gasse bei pechschwarzer Nacht, versteht sich.


Und siehe da, plötzlich eine eigene Idee! Indy ... sorry ... Duke ist nämlich nicht alleine unterwegs, sondern mit einem ängstlichen US-Millionär, der dann mit der Statue entkommt, während Duke ein paar Indios eine Handvoll Dollar in die Hand drückt - für die gute Show, die sie geliefert haben. Prompt steht auch schon Dukes eigentlich gestorbener Partner Suffkopp (den richtigen Namen habe ich doch glatt vergessen) wieder herum und wischt sich das Kunstblut ab. Ab hier gibt's dann eine halbwegs ernste Jagd nach irgendeinem Rubin, und dauernd tauchen die Schergen von Tiger auf, einem glatzköpfigen bösen Menschen, der irgendwann alle Schlümpfe haben will und dafür Söldner aus seinem Palazzo heraus in den Dschungelkampf schickt. Es gibt viel Feuer und noch mehr Explosionen, hin und wieder hält Lee Van Cleef sein Gesicht in die Kamera und fragt, ob er endlich seinen Gehaltsscheck kriegen kann - wohl auch der Grund, warum er immer nur herumsteht und sinister dreinblickt. Stark dann auch der mysteriöse Partner von Dukes neuer Freundin, der beim Fund des Rubins sofort die Pistole zückt, sein Schweigegelübde bricht und in akribischem Detail seinen kompletten Plan erläutert. Dumm halt, daß Tiger zugehört hat und ihn erschießen läßt - vielleicht weniger wegen des geplanten Verrats, sondern weil jetzt Tiger auch zu Wort kommen mag.

Inszeniert hat diesen groben (und irgendwie unterhaltsamen) Unfug übrigens Anthony M. Dawson, der eigentlich gar nicht so heißt, weil Italiener selten mit amerikanischen Namen auf die Welt kommen. Aber wie so viele seiner Kollegen muß auch Antonio Margheriti oft so tun, als würde er hochwertige (und teure) US-Produktionen abliefern, weil die Italiener nicht in ihre eigenen Filme rennen. Den besoffenen Captain Haddock (oder so) spielt dementsprechend ein gewisser Alan Collins, der eigentlich Luciano Pigozzi heißt und neben vielen besoffenen Charakterrollen hauptsächlich dafür bekannt ist, daß er in vielen Bruno-Mattei-Filmen prominent im Vorspann genannt wird, im tatsächlichen Film aber gar nicht auftaucht.


Nach dem großkalibrigen Abenteuer mußte noch ein bodenständigerer Film her - Zeit für FLOTTE BIENEN AUF HEISSEN MASCHINEN, den die Videobox als "superrealistischen Film" ankündigt. Verantwortlich für diese erschütternd authentische Milieustudie ist denn auch Michele Massimo Tarantini, der das zuletzt konsumierte POLIZEIREVIER ebenso auf dem Gewissen hat wie auch eine erfolgreiche italienische Komödie namens KOMMT PUDELNACKT, DAS ERBE LACHT. Menschenskinner, da erzählt uns ein Neorealist vom wahren Italien und verschwindet beinahe in der Vergessenheit.

In FLOTTE BIENEN spielt ein Knabe mit viel Pomade, der einer Motorradgang angehört. Natürlich gibt es da auch einen ganz anderen Jungen, der einer ganz anderen Motorradgang angehört, aber beide frequentieren die gleiche Disco und tragen - wie unter echten Männern so üblich - ihre Streitigkeiten auf der Tanzfläche aus. Dann aber - oh Glück, welch Wendepunkt! - taucht eine junge Amerikanerin namens Cindy auf - laut Videobox "ein heißes Gerät allerweiblichsten Strickmusters". Cindy ist im Skript 18, auf dem Schirm 36, aber im Kopf 12 geblieben. Und so zanken sich die Jungs jetzt ganz arg um die Schnalle, die wahrscheinlich immer gerade den ganz doll liebhat, der gerade am coolsten tanzt.


But hello, so kann's ja nicht weitergehen. Pomadenboy wird böse, weil einer aus der Gang auf einmal ein Messer in der Hand hält, und schlägt zur Klärung der angespannten Verhältnisse ein Motorradrennen gegen den Zug vor. Insgeheim hoffen wir natürlich, daß der zum Angreifen realistische Streifen sich jetzt in tragische Höhen aufschwingt, weil vielleicht einer der Jungs vom Zug überfahren wird, aber Tarantini will ja Hoffnung verbreiten. Und so verliert die Pomade zwar (weil er gar nicht antritt, ätsch), verfolgt dann aber seinen Rivalen in einer adrenalinstarken Verfolgungsjagd und verprügelt ihn. That's the way, a-ha, a-ha, I like it. Zum Schluß wird noch geschwoft, Schleckfrisur gewinnt einen Tanzwettbewerb mit seiner neuen Freundin, während der olle Widersacher jetzt mit Cindy glücklich werden darf. "Wir waren vielleicht nicht besser als ihr", spricht 3-Wetter-Tafty mit versöhnlichem Unterton, "nur nicht so arrogant." Das saß.

Übrigens: In dem Film sitzen gar keine flotten Bienen irgendwo drauf. Das hat sich der deutsche Verleih so zusammengedichtet. Denen verdanken wir auch Dialoge wie den folgenden:
POMADE: Na dann mal schönen Abend, Alterchen. Grüß deine Frau und den Kanarienvogel.
ALTER MANN: Ich habe doch keinen Kanarienvogel.
POMADE: Na gut, dann die Schildkröte. Aber nicht in die Suppe werfen.
So, liebe Freunde, das muß erstmal reichen. Schaut bald mal wieder vorbei, wenn ich wieder aus den Untiefen des italienischen Kinos berichte. Bald schon werden wir sicher eine Tarantini-Retrospektive im DAS-Kino bewundern können. Dann bewegen wir uns freilich sofort weg vom Massenpublikum und entdecken stattdessen erneut die Underground-Klassiker von Mariano Laurenti.





Die Jäger der goldenen Göttin (Italien 1985)
Originaltitel: La Leggenda del Rubino Malese
Alternativtitel: Captain Yankee / Jungle Raiders
Regie: "Anthony M. Dawson" (= Antonio Margheriti)
Darsteller: Lee Van Cleef, Christopher Connelly, Marina Costa, "Alan Collins" (= Luciano Pigozzi), Dario Pontonmutti, Mike Monty






Flotte Bienen auf heißen Maschinen (Italien 1979)
Originaltitel: Brillantina Rock
Alternativtitel: Crazy Disco
Regie: Michele Massimo Tarantini
Darsteller: Monty Ray Garrison, Cecilia Buonacuore, Auretta Gay, Mauro Frittella, Mimmo Bua, Sergio Borelli



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Was für ein schräger Filmabend das doch gestern mal wieder war. Nicht nur Ef saß auf meiner Couch, sondern auch Dome und dessen stiller Bruder Aane (wofür auch immer das stehen mag). Bei soviel Psychologie im Raum kann einem ja nur das Gehirn verbogen werden.

Das fing an mit einem Italo-Blödsinn: DAS VERRÜCKTE POLIZEIREVIER, mit den üblichen Verdächtigen - Edwige Fenech, Alvaro Vitali, Gianfranco D'Angelo. Und dieser weißhaarige Kerl mit der dicken Brille. Im Kino lief der Streifen seinerzeit als POLITESS IM SITTENSTRESS - und es ist geradezu unglaublich, daß solche Filme damals im Kino rannten und auch noch Geld eingespielt haben! Jedenfalls war das Werk selbst für uns Schrott-gestählte Cineasten ein fürchterliches Geplänkel, immer dumm, aber leider nicht albern genug, um witzig zu sein. Irgendwo war ein guter Witz drin, Alvaro Vitali hat wie gehabt blöd in die Kamera gegluckst (auch daraus könnte man ein Schnaps-Spiel machen), und Fenech hat sich irgendwo (oder vielleicht auch mehrmals) ausgezogen. Puh-ha, was für ein Spaß. Ef gab ab irgendeinem Zeitpunkt immer nur noch ein "schlaaaaaab" von sich, was auf deutsch "schlapp" heißt und Mißfallen andeutet. Aber hey, aufgeben ist feige, und wenn wir ausgemacht hätten, hätten wir nicht diese Depperlprügelei um Edwige gesehen, wo einer der Knallchargen nachfragt: "Bumsen oder Niederlage?"

Nach 80 Minuten Qual haben wir uns dann noch THE HITCHER gegönnt, der selbstverständlich sehr gut angekommen ist. Ef hat den ganzen Film über argumentiert, daß Rutger Hauer eigentlich der Gute ist (man könnte ihm mangelndes Gespür für kausale Zusammenhänge vorwerfen), während Dome in einer psychologisch exakten Analyse der Rutger-Figur "unausgelebte Machtbedürfnisse" attestierte. Und dann ist da immer noch dieses schnaubende Lachen von Ef an den unpassendsten Stellen - zum Beispiel, wenn Rutger erzählt, wie er jemandem die Füße abgeschnitten hat. Filmschauen mit Ef, das ist wie Urlaub von der Realität.

Da THE HITCHER übrigens voll brutaler Polizeieinsätze ist, schlug Ef vor, den Film Helli ans Herz zu legen. "Das gefällt ihm sicher gut."

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Schön langsam werden die Dinge konkreter, was die neuen Werke Carpenters angeht, und ich kann es kaum erwarten, endlich einmal wieder etwas Neues vom Meister zu sehen. Da steht ja zunächst mal das FOG-Remake an, für das mittlerweile ein feiner Trailer im Netz steht. Sieht nach einer runden Sache aus. Carpenter dürfte als Mit-Produzent sichergestellt haben, daß Wainwright und seine Mannen die Geschichte nicht verhunzen.

Als nächstes steht "Cigarette Burns" an, das Ein-Stunden-Segment für die MASTERS OF HORROR-Anthologie. Hierzu ist nun ein sehr, SEHR langer Bericht im Netz, in dem Co-Autor Drew McWeeny (der das Skript zusammen mit Scott Swan geschrieben hat) von den Dreharbeiten und seinen Treffen mit und Erinnerungen an John Carpenter berichtet. Durchaus lesenswert. In "Cigarette Burns" spielen übrigens Norman Reedus und Udo Kier - das wird ein Spaß! Es scheint um die Jagd nach einem sagenumwobenen Film zu gehen, der nur einmal aufgeführt wurde. LA FIN ABSOLUE DE MONDE heißt das fiktive Werk, bei dessen Uraufführung scheinbar ein ganzes Kino abgebrannt sei. Es klingt ganz so, als würde Carpenter sich hier wieder in die Gefilde von IN THE MOUTH OF MADNESS begeben. Warum ist es noch so lange hin bis 2006?

PSYCHOPATH, Carpenters nächster eigener Kinofilm, befindet sich übrigens schon in pre-production. Danach folgt dann der hier schon erwähnte THE 13TH APOSTLE. Wird's ein Comeback? Oder werden die Kritiker doch wieder nicht müde zu erwähnen, wie brilliant Carpenter früher nicht war, und daß sein Output seit THE THING konstant den Bach runtergegangen sei? Unwissende!

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Echt, schon wieder Jörg? Jaja, der ist rührig. Und sein neuestes Projekt soll nicht verschwiegen werden: Er sucht jetzt via regie.de-Forum kostenlosen Schauspielunterricht, damit er ernstgenommen wird, und bietet im Gegenzug an, in einem Filmprojekt kostenlos und ohne Gewinnbeteiligung (!) mitzuwirken. "Man kann nicht nur immer nehmen, man muss auch mal geben!", so Jörg. Wer kann da nein sagen ...

... die vielen Mitglieder des Forums zum Beispiel. Die machen sich nämlich schwer lustig über unseren Lieblings-Selbstfilmer und lachen ihn aus. Dabei ist Jörgs Argumentation doch sehr überzeugend: "Warte nur, wenn ich eines Tages die Hauptrolle in einen ARD-/ZDF-/Kino-Film habe, der sogar auch in Amerika ankommt, dann würden plötzlich Eure No-Budget-Filme, in denen ich mitgewirkt habe, von einer Minute auf die andere Minute an Wert steigen und Du würdest reich."

Man stelle sich vor, Jörg in einer Hauptrolle beim Polizeiruf 110! Am besten gleich in einer Doppelrolle, als Kripobeamter und trotteliger Helfer zum Beispiel. Schon bald wird Hollywood anklopfen - ein Stichwort, bei dem Jörg ins Schwärmen gerät: "Für Hollywood würde ich sogar NRW verlassen und in Hollywood Drehen, wenn auf der Strecke Frankfurt-Hollywood hin der A 380 und zurück der B 747 unterwegs ist."

Ob Jörg ihn dann nach Hollywood mitnehme, will ein Forenmitglied wissen. Jörg, nicht auf den Kopf gefallen, stellt Bedingungen: "Falls Du w bist, dann ja, sonst nein!" Auch in Köln hat man das Prinzip des Nach-Oben-Schlafens schon verstanden. Natürlich ist Jörg kein Mann für eine Nacht: "Mit 'w' meine ich was weibliches, also eine Frau, mit der ich durch dick und dünn gehe, mit der ich 11 Kinder anschaffe, und ich dann Oberschiri der Kinder werde!"

Man merkt, daß sich ein stiller Romantiker in der nüchternen Schale des Avantgarde-Lagerfilmregisseurs verbirgt - 11 Kinder, dick und dünn, potzblitz. Was (oder womöglich wem) da dann "angeschafft" wird, geht uns natürlich nichts an, aber vielleicht kommt ein Schauspiel-Clan ähnlich den Baldwins oder den Culkins dabei heraus. Freimütig erklärt uns Jörg aber auch, was er mit "anschaffen" meint: "Du weißt es, wie ich es meine, wie Mann und Frau das macht."

Und schon hätten wir ein mögliches Thema für den nächsten Selbstfilm.

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Das Phänomen Jörg Zimmermann greift um sich: Bald wird im Netz ein weiterer Fast-Selbstfilm zu finden sein, der da den schönen Titel "Dr. Doc" trägt. Drehbuch von Jörg, Hauptrolle freilich auch, with a little help from einer Bande namens Danger Brothers. Drehbericht hier.

Jörg arbeitet einstweilen emsig (ein weiteres schönes Wort) an seinem neuen Werk "Zwillinge, oder: Die Verwechslung im Büdchen". Die Geschichte läßt sich nur in seinen eigenen Worten erzählen:
Kurzabriss zur Handlung: Der Zwilling 1 kommt gegen 06:00 Uhr in der früh an das Büdchen und will neben der Tageszeitung auch noch das Männermagazin kaufen, welches noch nicht eingetroffen ist. Gegen 10:30 Uhr kommt Zwilling 2 an das Büdchen und der Büdchenbesitzer verkauft irrtimlicher Weise das Männermagazin an Zwilling 2. Zwilling 2 ist auf dem Weg zu seinen Zwillingsbruder, Zwilling 1, und trifft auf die Schwägerin. Prompt kommt es zu einen Familiestreit. Wie die Sache zwischen Zwilling 1 und dessen Frau ausgehen wird, dass wird man im fertigen Film bewundern können.

Interessanterweise wird Jörg nicht die beiden Zwillinge spielen, sondern den 37-jährigen, schnauzbärtigen Büdchenverkäufer. Es ist dem Künstler Jörg Z. hoch anzurechnen, daß er andere Größen neben sich erlaubt, und daß er seinen thematischen Horizont erweitert - man merkt, das Lager ist mittlerweile zu klein für ihn und seine Ideen.

Spannend ist auch Jörgs Finanzplan: 30 Minuten Comedy à € 3.000,-- (was habe ich mich doch umsonst mit einer detaillierten Kalkulation abgeplagt!), das macht € 900.000,-- (bitte nicht nachrechnen, liebe Filmförderung), aber weil er mit 1.000.000 verkauften DVDs à € 5,-- rechnet, ist der Gewinn natürlich sensationell hoch. Vielleicht kann er ja auch noch Crewmitglieder einsparen und selber Posten wie Materialassistent oder Steadycamoperator übernehmen, dann senken sich die Minutenkosten entsprechend und Jörg kann sich eine Villa in Köln kaufen, von der aus er sein Selbstfilmimperium leiten wird. Alleine, versteht sich.

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Tod wie gehabt

Mit ihrem vierten Album DEATH FOR LIFE kloppen sich Death By Stereo wieder durch ihre Metal-Hardcore-Mischung. Unterhaltsam, aber entbehrlich.

Es ist ganz leicht, Verrisse zu schreiben. Der innewohnende Sarkasmus formuliert die Entrüstung über die Frechheit von Album eigentlich von alleine, und da Schadenfreude bekanntlich die reinste Freunde ist, macht es auch noch Spaß, etwas in die Tonne zu treten. Minimal schwieriger gestalten sich Kritiken zu CDs, die man wirklich mag, die wirklich groß sind, weil man da mit so vielen schnuckeligen Superlativen um sich wirft und doch immer Angst hat, dem Meisterwerk nicht gerecht zu werden. So richtig biestig sind aber die Kritiken zu Alben, die weder gut noch schlecht sind – irgendwie "nett", wie die Tapete in den Heinz-Erhardt-Filmen, irgendwie "unterhaltsam", wie so eine Kasperl-Talkshow, irgendwie "okay" - und doch vollkommen entbehrlich.

Aber hallo! Greifen wir mal nicht zu weit nach vorne und stellen lieber die heutige Band vor, die uns mit neuem Material umwirbt: Death By Stereo nennen sich die Burschen, weil der kleine Corey Haim das in dem 80er-Jahre-Vampirfilm THE LOST BOYS sagt, als einer der Blutsauger durch einen Kurzschluß in der Stereoanlage gegrillt wird. Derart elektrisiert wird beim vorliegenden Album DEATH FOR LIFE vielleicht niemand, aber Strom haben die Todesmannen nicht nur in den Gitarren. Mit einer adrenalinstarken Mischung aus Metal, Hardcore-Punk, Thrash und viel Gebrüll scheppert sich das Quintett durch unsere Trommelfelle, und das jetzt schon im vierten Anlauf.

Das hat viel Zack und wenig ruhige Momente, und unterhält über die Länge von 40 Minuten ganz anständig. Es hilft durchaus, dass Death By Stereo stromlinienförmiger und melodiöser sind als vergleichbare Kapellen. Auf zwei Tracks taucht Avenged-Sevenfold-Frontmann M. Shadows auf (deren neues Album bei allem überfrachtetem Bombast dann doch viel faszinierender ist als das vorliegende Album) - aber wie das meist so ist bei dem ganzen Geschrei: Man muss schon sehr genau hinhören.

Klingt doch alles ganz schmuck, oder? Doch, doch. Aber es lässt einen dann doch über weite Strecken einigermaßen kalt. Und irgendwann ist dann die Luft raus, weil eben doch nicht genug passiert, um wirklich zu fesseln. Es bleiben "I Give My Life", ein Fuß-aufs-Pedal-Song mit einem Refrain, der wirklich im Ohr bleibt, und das etwas ruhigere "Forever and a Day" – die Ballade quasi. Nehmen wir mal an, es gäbe diese beiden Songs als Single für eine Handvoll Euro – da könnte man glatt eine richtige Empfehlung aussprechen.





Dieser Text wurde am 15. August 2005 geschrieben und erschien zuerst am 23. August 2005 bei Fritz!/Salzburger Nachrichten.

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In unehrlichen Zeiten wie diesen, wo sich VW-Vorstandschefs durch käuflichen Sex bestechen lassen, Politiker uns nurmehr anlügen und die ARD unverschämterweise mit Schleichwerbung abkassiert, während sie doch unsere Steuergelder einsacken, ist es gut, wenn es aufrechte Menschen gibt, die uns die Wahrheit sagen. Unverblümt, ungeschönt, direkt.

Einer dieser Menschen ist Fred Durst. Fred, seines Zeichens volksnaher Ex-Tätowierer, gescheiterter Navy-Rekrut und paranoider Frontmann der einst so großen Limp Bizkit, befand sich ja schon seit jeher auf einem Kreuzzug gegen alles, was falsch ist auf dieser Welt. Auch diejenigen, die es nie hören wollten, hat er immer wieder wissen lassen, daß die ganzen Bands im Radio "saugen" (um es einmal neudeutsch zu formulieren) - subversiverweise tat er dies stets mittels des angeprangerten Mediums. Er sprach aus, was andere über Columbine nie zu sagen trauten: Es ist schon okay, sich zu wehren, man darf halt nur nicht übertreiben. Und selbstverständlich wird er seinen Jungen nicht auf eine Sonntagsschule schicken, weil er ja dort nur von lüsternen Priestern befummelt und - Verzeihung - gefickt wird.

Schön, daß Fred nicht müde wird, uns die Wahrheit zu sagen. Dies wird er im Herbst wieder tun, mit THE UNQUESTIONABLE TRUTH (PART 2). Eine Fanseite hat jetzt die vielversprechende Trackliste parat: 1 - The Sound, 2 - The Weapon, 3 - The Panties, 4 - The Rebellion, 5 - The Lie, 6 - The Spirit, 7 - The Revolution. Da haben wir ja alles dabei, was wir brauchen, um die Lügen der Welt endgültig zu vernichten: Geist, Waffen, Rebellion, Klang und Wut und schlußendlich die Revolution. Herzstück der Tirade wird aber sicherlich Lied Nummero 3 sein, wo uns Fred endlich sagt, was es alles über die Höschen junger Damen zu wissen gibt.

Zum Glück wird dies nicht das Ende des wackeren Kreuzzugs sein, denn Fred verspricht noch für dieses Jahr ein Greatest-Hits-Album mit viel Zeugs, das es bislang nie zu hören gab (als ob die Zahl der Zuhörer über die Größe des Hits entscheiden würde, pah!), danach dann ein komplettes Album, weil - ach so? - die EPs mit der Wahrheit uns eigentlich nur ruhig stellen sollten, und zur Krönung die "greatest limp tour ever". Hoffentlich kommt da auch jemand. "Timing is everything", verrät uns der weise Fred und zeigt mit einem aus drei Worten bestehenden Blog-Eintrag vom 3. August, daß doch eine sensible Denkerseele in ihm wohnt: "is mysterious appealing?"

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Schon erschienen sind die neuen Alben von Dope und Chimaira, die ich mir noch kaufen muß. Die Mushroomhead-DVD kommt am 15. und wird bei Play geordert.

16. August - Taproot: Blue-Sky Research
22. August - Black Rebel Motorcycle Club: Howl
29. August - Herbie Hancock: Possibilities
30. August - 30 Seconds to Mars: A Beautiful Lie
30. August - Cold: A Different Kind of Pain
13. September - KMFDM: Hau Rock
19. September - Korn: Souvenir of Sadness
27. September - Ill Nino: One Nation Underground
27. September - System of a Down: Hypnotize
4. Oktober - Soulfly: Dark Ages
4. Oktober - Deftones: Rarities, Covers & Videos (CD/DVD)
11. Oktober - Sevendust: Next
1. November - Slipknot: bislang unbetiteltes Livealbum
8. November - Nonpoint: To the Pain
6. Dezember - P.O.D.: Testify

Noch ohne Release Date: Neue Alben von Rob Zombie (angeblich Herbst), Powerman 5000 (angeblich 2006), und der nicht in Frage zu stellenden Wahrheit zweiter Teil ....

Ich hoffe, beim neuen Yps-Heft ist eine Gelddruckmaschine als Gimmick dabei.

Ich bemerke, daß die meisten dieser Ankündigungen von Bands sind, die vom NuMetal-Wahn übergeblieben sind. Wenn die sich also alle auflösen, habe ich vielleicht irgendwann Ruhe. Andererseits kann ich mich ja nicht auf Release Dates von Bands freuen, die ich nicht kenne, und weil da doch immer welche nachkommen, wird die Liste ewig fortgesetzt ...

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Prompt kommt Rückmeldung aus Neustadt, wo mein WARUM-Skript gestern bei einem Produktionstreffen angesehen wurde:

"Es hat schon feuchte Augen gegeben! Das könnte ein richtig gutes Stück Arbeit werden :-) Wir finden es schon jetzt sehr gelungen... "

Hoffentlich haben die aus den richtigen Gründen geweint. :-)

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Nachdem Schwarz & ich gestern den übercoolen neuen BMRC-Song entdeckt haben (sofort auschecken, Freunde!), habe ich mir zu Hause mal wieder das erste Mike-Ness-Soloalbum gegönnt, das wohl schon ein paar Jahre keinen CD-Player mehr von innen gesehen hat. Und es ist immer noch so staubige, coole und souveräne Americana wie am ersten Tag. Ness, der ja sonst mit seiner Punk-Entourage Social Distortion unterwegs ist (bei denen auch hin und wieder Roots-Einflüsse zu hören sind), hat sich mit seiner ersten "eigenen" Platte tief vor den Größen des Blues, Country & Bluegrass verbeugt. Da wird Hank Williams gecovert, alles flimmert und staubt, und wir lernen: "We're not punished for our sins - but by them". Springsteen taucht auf "Misery Loves Company" auf, Brian Setzer gretscht bei "Crime Don't Pay". Großer Höhepunkt dann der "Dope Fiend Blues", wo Ness einmal mehr aus der Drogenhölle (die er selbst lange genug durchgemacht hat) berichten kann: "And in the end, you know a dope fiend ain’t got no friends / And a junkie is a junkie to the bitter end."

Nicht ganz so cool war dann der zweite Wolf, den ich mir danach noch gegeben habe: TEEN WOLF TOO, ohne Fox, dafür mit dem absolut nichtssagenden Jason Bateman. Die Story ist natürlich eine 1:1-Kopie des Erstlings (nur wird diesmal geboxt, nicht gebasketballt), und das nicht mal gut kopiert. Die Darsteller sind schlimm und schlimmer, und eigentlich ist es völlig egal, daß es um einen Wolf geht, weil es offenbar keinen interessiert, daß am Campus ein Werwolf umhergeht. So gesehen hätte sich Bateman auch in eine Gummipalme, eine Damenhandtasche, ein Klavier oder eine Galapagos-Schildkröte verwandeln können, dann wäre uns eventuell das schlechte Makeup erspart geblieben. Weil der Film wundersamerweise gefloppt ist, bliebt uns ein TEEN WOLF 3 erspart - höchste Zeit, die Serie neu zu starten, mit einer Story im Weltraum und einem Gastauftritt von Steve Buscemi.

"Macht der Kerl denn eigentlich nichts anderes als Musik hören und Filme glotzen?", mag sich der eine oder die andere unter euch wundern. Natürlich! Gestern habe ich die erste Fassung des WARUM-Skripts fertiggestellt und an das Produktionsteam geschickt. Nun harre ich der Dinge, die da kommen mögen (und werden). Folkerts kriegt auch ein Exemplar und wird angeregt, die Schwester zu spielen - nicht zu viel "Rolle", bitteschön, hieß es von oberster Stelle, weil Folkerts sehr beschäftigt ist. Zur Not muß sie halt ein bißchen schneller spielen.

Jetzt kann ich mal den anderen Krempel abarbeiten, der sich da angestaut hat: CD-Kritiken für Mike schreiben. Drehbuch-Kritik für die Münchner Produktionsfirma schreiben. Carpenter-Essay für Wolfgang schreiben. Übersetzung des philosophischen Texts nicht mehr länger herumliegen lassen. Und war da nicht noch ein Film, der geschnitten werden muss ...?

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Das tat wirklich nötig. Ehrlich! Die Rede ist natürlich von Hasi, der beim Schnitt des Spitzer-Musikvideos derart verzweifelt, daß er schon als Arbeitsmethode die Jack-Daniels-Becher-Methode ausprobiert hat (bei der man neben der Arbeit möglichst viel JD bechert, of course). Wenn so eine unangenehme Arbeit auf dem eigenen Schreibtisch herumliegt und sich nicht schleichen mag, blockiert das ja oft die kreative Energie, zieht die Stimmung herunter und resultiert in pessimistischen Phasen. Es tat also wirklich nötig, daß wir Hasi mal wieder mit auf eine Schnitzeltour nehmen - der Freilassinger Müller hat ihn ja noch gestreßt ("So viele Herzblut-Filme, und alle werden um 5-10 €uro verschleudert ..."), der Kaffee und das anschließende Schnitzel aber hatten beruhigende, geradezu optimistisch stimmende Wirkung auf unseren Lieblingskameramann. Und so ward einmal mehr eine grandiose Idee geboren, deren Umsetzung hoffentlich nicht die gleiche Schublade wie das Ben-Affleck-Projekt teilt: Eine Teenie-Sex-Komödie, witzig, spritzig, frech, und schwuppsdiewupps verkauft an PRO7. Ich orientiere mich beim Ideensammeln einstweilen an Klassikern des Bahnhofskinos (darunter HELM AUF - HOSE RUNTER oder FLOTTE TEENS UND HEISSE JEANS) sowie der Mutter aller Klassenfahrtsfilme, NATIONAL LAMPOON'S KLASSENFAHRT. Man darf gespannt sein!

Bis es soweit ist, werkle ich aber noch am WARUM-Skript, in dem der Erhängte mittlerweile schon abtransportiert wurde. Das Ende ist quasi in Reichweite, und nun ereilt mich Nachricht aus Neustadt, daß diverse Figuren so geändert werden, daß ich mir die ganze Mühe beim Ausknobeln eigentlich gar nicht hätte machen müssen. So etwas frustriert freilich, und obgleich für eine Nebenrolle Tatort-Kommisarin Ulrike Folkerts becirct wird, hält sich mein Enthusiasmus in Grenzen, da die Rolle, in der sie von den Verantwortlichen gesehen wird, in meinem Skript eine Männerrolle mit wenig Text ist. Seufz ...

Und weil wir gerade beim Film sind, höre ich die ungeduldige Leserschaft (sprich: diejenigen unter Euch, die nicht beim Dreh anwesend waren) lautstark nach Berichten zu Sobocops neuem Mach-, Verzeihung, Meisterwerk rufen. Weil ich weiß, daß Alex hier eventuell zuliest, bin ich freilich in einer kleinen Zwickmühle, aber er weiß ja mittlerweile wohl, wie wichtig anderen Leuten Dispos sind. Sagen wir doch einfach mal: Es war eine Gaudi, und Alex lernt noch. Schließlich war es nicht seine Schuld, daß die Ton-Uschi (Preisfrage: Wieviele Frauen kümmern sich beim TV-Sender 9LIVE um den Ton?) kurzfristig abspringen mußte, oder daß dieser andere Kerl im Krankenhaus liegt. So war es dann ganz heiter, zunächst einen Mathematiker-Freund (oder war's ein Informatiker?) von Alex angeln zu sehen, nur um dann am nächsten Tag our very own C2 auf Geräuschsuche zu beobachten. Die Feuerwehr ist übrigens nicht angerückt, das Haus steht noch, und die Darsteller (die echten quasi) werden in Zukunft mehr Vorsicht bei der Berufswahl walten lassen. Meine eigene Darbietung (eines herablassenden Drogendealers, by the way) scheint glaubwürdig genug gewesen zu sein, sonst hätte ich mich vor Sibille dann nicht am Tag darauf für meinen Wortschatz rechtfertigen müssen. Lieber Alex, mir hat's Spaß gemacht, und die Tatsache, daß vieles noch nicht perfekt läuft, ändert nichts an deinem Talent, Geschichten zu erzählen. Bleib dran.

So, und jetzt gehe ich nach Hause. Gute Nacht, alle miteinander.

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BLOG RE-LOADED! Eine ganze Woche nichts gebloggt! Was ist los mit Genzel? Steigt ihm der Rum zu Kopfe oder ist er sich schlichtweg zu gut für diese Webseite? Keine Bange, liebe Freunde der gestelzten Wortwahl, ich lasse euch nicht im Stich und versorge die Blog-Community mit frischen Zeilen, wie üblich bunt gemischt und streng sortiert.

SIBILLE RE-LOADED! Endlich befindet sich meine kleine Sibilouchka wieder auf heimatlichem Boden. Damit an meinem Badezimmerspiegel endlich ein Photo meiner aktuellen Freundin hängen kann, habe ich am Samstag gleich eine ausgiebige Portrait-Session mit ihr gemacht und hoffe auf ein paar gelungene Bilder. Durch den Sucher sah Sibille jedenfalls aus wie ein Filmstar der 30er Jahre.

BLUE STEEL RE-LOADED! Endlich! Ben Stiller und Owen Wilson arbeiten nach schier unendlich langer Zeit doch einmal wieder zusammen. Der heutig gefilmte Stammtisch heißt ZOOLANDER 2. Sicher laden sie Vince auch ein.

KIEFER RE-LOADED! Wenn sich Kiefer und Winona on-screen küssen, sieht das irgendwie komisch aus, aber dann sagt Kiefer einfach irgendwo mal: "Stop the fucking car - NOW!" Dann ist die Welt wieder in Ordnung. Gesehen in: 1969, mit einem sehr zugekifften Robert Downey Jr.

SOBOLLA RE-LOADED! Sobocop kümmert sich zwar nicht mehr um sein Blog, aber es steht ja am Wochenende auch der Dreh seines neuen Kurzfilms an. Mit dabei als manipulativer Drogendealer ... ach, ich brauche keine Namen nennen: Sie kennen ihn alle. Sie lieben ihn alle. (Insert: Begeistertes Klatschen.) Und weil er keine Zeit hatte, spiele ich stattdessen besagten Finsterling. Als Rollenstudium schaue ich mir ein paar Folgen Sesamstraße an, da rennt ja immer so ein zwielichtiger Kerl herum und vertickt Buchstaben.

TV RE-LOADED! Bis im September endlich wieder der Abrams-Wahnsinn weitergeht (Der Hatch! Die Toten! Die Nackten! Die Schwangere und die, die aussteigen!), gönne ich mir gute alte Sitcoms aus den 80ern: THE GOLDEN GIRLS. Erste Staffel. Sehr witzig, und es ist noch witziger zu sehen, wie sehr sich Fernsehen produktionstechnisch in den letzten Jahren gemausert hat. Aber was das Comedy-Writing angeht, sind die ollen Sitcoms doch immer noch richtig clever. Da kann ich mir als heranwachsender Autor doch noch den einen oder anderen Kniff abschauen. Und Spaß macht's nebenher auch!

FOX RE-LOADED! Michael J. Fox. TEEN WOLF. Alles klar?

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