Das tat wirklich nötig. Ehrlich! Die Rede ist natürlich von Hasi, der beim Schnitt des Spitzer-Musikvideos derart verzweifelt, daß er schon als Arbeitsmethode die Jack-Daniels-Becher-Methode ausprobiert hat (bei der man neben der Arbeit möglichst viel JD bechert, of course). Wenn so eine unangenehme Arbeit auf dem eigenen Schreibtisch herumliegt und sich nicht schleichen mag, blockiert das ja oft die kreative Energie, zieht die Stimmung herunter und resultiert in pessimistischen Phasen. Es tat also wirklich nötig, daß wir Hasi mal wieder mit auf eine Schnitzeltour nehmen - der Freilassinger Müller hat ihn ja noch gestreßt ("So viele Herzblut-Filme, und alle werden um 5-10 €uro verschleudert ..."), der Kaffee und das anschließende Schnitzel aber hatten beruhigende, geradezu optimistisch stimmende Wirkung auf unseren Lieblingskameramann. Und so ward einmal mehr eine grandiose Idee geboren, deren Umsetzung hoffentlich nicht die gleiche Schublade wie das Ben-Affleck-Projekt teilt: Eine Teenie-Sex-Komödie, witzig, spritzig, frech, und schwuppsdiewupps verkauft an PRO7. Ich orientiere mich beim Ideensammeln einstweilen an Klassikern des Bahnhofskinos (darunter HELM AUF - HOSE RUNTER oder FLOTTE TEENS UND HEISSE JEANS) sowie der Mutter aller Klassenfahrtsfilme, NATIONAL LAMPOON'S KLASSENFAHRT. Man darf gespannt sein!

Bis es soweit ist, werkle ich aber noch am WARUM-Skript, in dem der Erhängte mittlerweile schon abtransportiert wurde. Das Ende ist quasi in Reichweite, und nun ereilt mich Nachricht aus Neustadt, daß diverse Figuren so geändert werden, daß ich mir die ganze Mühe beim Ausknobeln eigentlich gar nicht hätte machen müssen. So etwas frustriert freilich, und obgleich für eine Nebenrolle Tatort-Kommisarin Ulrike Folkerts becirct wird, hält sich mein Enthusiasmus in Grenzen, da die Rolle, in der sie von den Verantwortlichen gesehen wird, in meinem Skript eine Männerrolle mit wenig Text ist. Seufz ...

Und weil wir gerade beim Film sind, höre ich die ungeduldige Leserschaft (sprich: diejenigen unter Euch, die nicht beim Dreh anwesend waren) lautstark nach Berichten zu Sobocops neuem Mach-, Verzeihung, Meisterwerk rufen. Weil ich weiß, daß Alex hier eventuell zuliest, bin ich freilich in einer kleinen Zwickmühle, aber er weiß ja mittlerweile wohl, wie wichtig anderen Leuten Dispos sind. Sagen wir doch einfach mal: Es war eine Gaudi, und Alex lernt noch. Schließlich war es nicht seine Schuld, daß die Ton-Uschi (Preisfrage: Wieviele Frauen kümmern sich beim TV-Sender 9LIVE um den Ton?) kurzfristig abspringen mußte, oder daß dieser andere Kerl im Krankenhaus liegt. So war es dann ganz heiter, zunächst einen Mathematiker-Freund (oder war's ein Informatiker?) von Alex angeln zu sehen, nur um dann am nächsten Tag our very own C2 auf Geräuschsuche zu beobachten. Die Feuerwehr ist übrigens nicht angerückt, das Haus steht noch, und die Darsteller (die echten quasi) werden in Zukunft mehr Vorsicht bei der Berufswahl walten lassen. Meine eigene Darbietung (eines herablassenden Drogendealers, by the way) scheint glaubwürdig genug gewesen zu sein, sonst hätte ich mich vor Sibille dann nicht am Tag darauf für meinen Wortschatz rechtfertigen müssen. Lieber Alex, mir hat's Spaß gemacht, und die Tatsache, daß vieles noch nicht perfekt läuft, ändert nichts an deinem Talent, Geschichten zu erzählen. Bleib dran.

So, und jetzt gehe ich nach Hause. Gute Nacht, alle miteinander.

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Christian Genzel

Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr. Derzeit entwickelt er seinen zweiten Spielfilm BROT UND SPIELE, eine Komödie mit Thomas Limpinsel, Götz Otto und Steffen Wink über alte Kindsköpfe und noch ältere Computerspiele, und dreht eine Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm.

Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für GMX, den All-Music Guide, das 35-Millimeter-Filmmagazin und Film & TV Kameramann. Außerdem hält er Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".

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