Geheimtip: Die Band Nightmare of You ist gerade als Vorband von Head Automatica unterwegs und veröffentlicht im September ihr erstes Album. Die beiden Songs, die auf der Webpage http://www.nightmareofyou.com/ zu hören sind, laufen heute bei mir in Dauerrotation.

Schnitzelreport: Die Fageralm hat wieder offen und serviert auch wieder brav große Kaliber der Marke "Nur Ben kann hinterher noch etwas essen". Die Schnitzeltester Genzel und Obi-Wan jedenfalls sind nach dem gestrigen Besuch sehr zufrieden. Auf der Heimfahrt hat Obi-Wan dann übrigens seine erste Begenung mit Korn gehabt, aber ich glaube nicht, daß er zum momentanen Zeitpunkt beim Müller steht und alle Alben der Band kauft.

Bauarbeiten: Auf der Anglistik wird gerade heftigst renoviert. Das sorgt für Unruhe, gelegentliche Lärmbelästigung und Sorge, daß der Neubau dann doch wohl nicht so bald kommt, wenn jetzt noch viel Geld in das längst nach dem Abriß rufende Haus gesteckt wird. Wie wir aus zuverlässigen Quellen erfahren haben, wurde ja schon 1975 den Studenten der Akademiestraße gedroht, sie könnten bald im Container landen, und wir gehen davon aus, daß auch wir unseren Kindern das noch erzählen können.

Bauer-Schauer: Gestern habe ich leider nur 2 Folgen von 24 schauen können, aber langsam mache ich mir Sorgen um Jack Bauer. Der Typ wird ja immer irrer. Ein bewaffneter Raubüberfall, nur um einen Verdächtigen festzuhalten, bis die (nicht genehmigte) Satellitenübertragung eine Verfolgung garantieren kann? Tief durchatmen, Jack. Du hättest dem Kerl vielleicht auch einfach die Reifen aufstechen können. Jedenfalls bleibt die Serie definitiv so lange unterhaltsam, wie sich Jack innerhalb von drei Sekunden stets auf 180 bringt.

Gummialiens: Was für ein wunderbarer, aufregender Film EXPLORERS (von 1985) doch ist. Die ersten zwei Drittel lang. Mit gerade magischer Unschuld erzählt Joe Dante da die Geschichte von drei Jungs (darunter der blutjunge Ethan Hawke sowie River Phoenix), die dank eines unglaublichen Fundes ein Raumschiff bauen, um das All erkunden zu können. Problematisch wird der Film dann, wenn sie tatsächlich im All sind und die Aliens treffen, die sie hergelockt haben. Als wäre man plötzlich in einem anderen Film! Da wackeln dann Alien-Karikaturen in Gummikostümen herum und sprechen wie game show hosts, weil sie seit Jahren nur amerikanisches Fernsehen schauen und glauben, daß die Menschen alle so reden. Was für eine Enttäuschung, daß ein solches Abenteuer dann mit einem derart blöden Witz (denn darauf läuft es letztendlich ja hinaus) enden muß. Auf dem Papier war das vielleicht noch witzig, und Joe Dante wollte vielleicht wieder ganz subversiv sein - ähnlich wie in GREMLINS oder in SMALL SOLDIERS - aber dann müßte der gesamte Film ironisch aufgezogen sein, und nicht so (im positiven Sinne) naiv. Man könnte vielleicht einfach nach 60 Minuten ausschalten, dann hat man ein grandioses Abenteuer gesehen, dessen Fortführung man sich dann selber ausmalen kann.

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Christian Genzel

Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr. Derzeit entwickelt er seinen zweiten Spielfilm BROT UND SPIELE, eine Komödie mit Thomas Limpinsel, Götz Otto und Steffen Wink über alte Kindsköpfe und noch ältere Computerspiele, und dreht eine Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm.

Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für GMX, den All-Music Guide, das 35-Millimeter-Filmmagazin und Film & TV Kameramann. Außerdem hält er Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".

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