Der Theaterreport, Teil 3: Was Schauspieler gar nicht mögen. Heute morgen hatten wir eine Matineevorstellung für einen großen Haufen Schüler, und die waren ganz zach. Es ist jedes Jahr eine Aufführung dabei, wo das Publikum irgendwie gar nicht reagiert und selbst bei den größten Brüllern eher ruhig bleibt. Wir vermuten mittlerweile, daß einfach jedes Jahr die gleiche Schulklasse vorbeikommt, und die ist voll mit Schülern, die wegen Englisch sitzengeblieben sind. Nun, zu ihrer Verteidigung muß man sagen, daß sie im 2. Akt ein wenig aufgetaut sind, und daß ihnen die schmuddeligen Witze natürlich ganz enorm getaugt haben. Wie's halt so ist. Inmitten der Schüler saß meine Mama, die am Montag wegen der Sintflut nicht kommen konnte, und der hat's sehr gut gefallen, aber sie hat sich nicht getraut, laut zu klatschen, weil man ihr ja Befangenheit unterstellen könnte. Die beste Performance heute morgen stammte aber von unserer Regieassistentin Lizzie, die beständig als slow clapper versucht hat, das Publikum anzuheizen. Mein Vorschlag: Lacher vom Band. Die heutige Jugendgeneration weiß ja dank Sitcom-Lacheinspielungen nur beim Erklingen konservierten Gekichers, daß etwas komisch ist.

Naja, heute Abend wird das sicher wieder schmissiger. Ab irgendeinem Punkt kommen einem die Aufführungen freilich wie der Murmeltiertag vor, aber nach den 2 Aufführungen morgen sind wir ja auch schon wieder fertig. Und morgen abend wird eh noch mal der Bringer, und anwesende Prominenz unter den Gästen (darunter Doktor Vokal, mein Dad und Obi-Wahn) verleiht der letzten Performance natürlich eine spezielle Note.

-----------------
4 8 15 16 23 42
Share To:

Christian Genzel

Post A Comment: