Derzeit in Heavy Rotation: Das Album von Head Automatica. Das sollte eigentlich gar nicht so gut sein, weil's selbst auf seinen knapp unter 40 Minuten bei zwei Dritteln irgendwie ein bißchen den Schmiß verliert. Macht aber nichts, weil: Das Ding rockt, das Ding funkt, das Ding hat Sex und macht Laune. Offenbar hat sich Daryl Palumbo bei seiner Hauptband Glassjaw (gibt's die noch oder haben die sich aufgelöst?) genug Seelenschmerz von der dünnen Brust gebrüllt, denn hier singt er richtig gut gelaunt und ganz ohne Verzweiflung. Keine Ahnung, worum's in den Texten geht, aber wenn ein Song schon "I Shot William H. Macy" heißt, können Zeilen wie "Let me devalue what's inside you" nicht wirklich ernstgemeint sein. Dazu feine Produktion vom Gorillaz-Knöpfchendreher Dan the Automator, der den Coolness-Faktor ziemlich hoch schraubt, und zwei eher rockige Nummern sind vom Klingt-alles-gut-aber-gleich-Producer Howard Benson ganz druckvoll gemacht. Ohrwürmer: "Please Please Please (Young Hollywood)", das ist der Hit, und dann noch "Brooklyn is Burning", und die beiden dann in der Endlosschleife. One day, I'm gonna be cool.

Gute Neuigkeiten: Endlich eine Kamera gefunden, die einen DV-Eingang hat! Drüben auf der Linguistik (nicht auf der anglistischen, sondern auf der richtigen) ist man gut ausgerüstet und gewährt mir auch die Verwendung der Geräte. Oh Freude! Die nächsten Tage bin ich also dabei, Sicherheitskopien von den SCHLAFLOS-Tapes zu ziehen, und dann kann's schon losgehen mit dem Schnitt! Und wer sich beschwert, daß das so lange dauert, darf Jean-Luc beim Schnitt von THE FEST assistieren, der im September 2003 gedreht wurde und immer noch nicht fertig ist.

Ach ja, und Oppo & ich haben schon drüber gesprochen, aber es sei hier nochmal schriftlich festgehalten: ALIAS 4.17 war eine Enttäuschung sondergleichen. Großes Schulterzucken, und großes Fragezeichen ob einer wirklich fiesen Splatterszene, bei der sich Jack mit einem Brieföffner in der Hand herumstochert. Mensch, Abrams, wat haste dir verloofen.

Was hat das alles mit einem Kernkraftwerk zu tun? Schahaha! Mustapha!

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Christian Genzel

Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr. Derzeit entwickelt er seinen zweiten Spielfilm BROT UND SPIELE, eine Komödie mit Thomas Limpinsel, Götz Otto und Steffen Wink über alte Kindsköpfe und noch ältere Computerspiele, und dreht eine Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm.

Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für GMX, den All-Music Guide, das 35-Millimeter-Filmmagazin und Film & TV Kameramann. Außerdem hält er Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".

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