Willkommen im Pantheon der Helden

Uncategorized / 14. April 2005

Ganz klar: Armin Mueller-Stahl kommt in meinen Heldenpantheon. Und ich weiß eigentlich gar nicht mal so genau, warum, abgesehen davon, daß mir beim Ansehen des AKTE-X-Films ein Licht aufgegangen ist. Eine wunderbare intellektuelle Ausstrahlung, ruhige Präsenz, eine unverkennbare Stimme (ob im Deutschen oder im stark akzentuierten Englischen) und dieses hörbare Atmen. Starke Auftritte in NIGHT ON EARTH, THE 13TH FLOOR, THE GAME und dem Remake von 12 ANGRY MEN (sprich: Filme, an denen eigentlich alles wunderbar ist) sichern Armin den Zutritt in die heiligen Hallen, in denen er es sich jetzt neben Terry O’Quinn, Bill Paxton und Jeff Bridges bequem machen kann. Ganz klar: Mehr Stahl muß her, zum Beispiel Soderberghs KAFKA, Costa-Gavras‘ MUSIC BOX, oder sein eigener umstrittener GESPRÄCH MIT DEM BIEST, in dem er sich selbst als Hitler inszeniert hat. Großes Vorhaben für die Zukunft: Armin Mueller-Stahl muß in meinem nächsten Film mitspielen. Wer hat da gelacht?

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Christian Genzel
Christian Genzel
Christian Genzel arbeitet als freier Autor und Filmschaffender. Sein erster Spielfilm DIE MUSE, ein Psychothriller mit Thomas Limpinsel und Henriette Müller, handelte von einem Schriftsteller, der eine junge Frau entführt, weil er sie als Inspiration für sein Buch braucht. Außerdem drehte Genzel mehrere Kurzfilme, darunter SCHLAFLOS, eine 40-minütige Liebeserklärung an die Musik mit Maximilian Simonischek und Stefan Murr, und den 2017 für den Shocking Short Award nominierten CINEMA DELL' OSCURITÀ. Derzeit arbeitet er an einer Dokumentation über den Filmemacher Howard Ziehm. Christian Genzel schreibt außerdem in den Bereichen Film, TV und Musik, unter anderem für Film & TV Kamera, Celluloid, GMX, den All-Music Guide, 35 Millimeter, Neon Zombie und Salzburger Nachrichten. Er hält Vorträge zu Filmthemen und kuratierte 2014 an der Universität Salzburg eine Filmreihe zum Thema "Erster Weltkrieg".





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13 Comments

on 15. April 2005

Armin Müller-Stahl. Okay. Jeff Bridges – „The Dude“. Alles klar. Terry O’Quinn. Keine Frage. Aber Bill Paxton? Das ist doch der, der dann auch noch mitspielt. Titanic? Ja, da hat der auch mitgespielt. Spy Kids, Thunderbirds, Twister, Vertical Limit etc. Da wird mir ja vom Aufzählen schon schlecht. Was, in the name of all which does not suck, fasziniert dich an diesem Typen?

on 15. April 2005

Unwissender! Wenn ich das Bill sage, wird er ganz böse und mag dich nicht mehr. Das Überraschende an Paxton ist ja schon alleine, daß man ihn so wahnsinnig oft sieht, und dann verblüfft ist, in wie vielen Filmen man ihn schon gesehen hat. TERMINATOR? PREDATOR 2? U-571? TWISTER war ja ein Mordsspaß – der einzige Katastrophenfilm, der wie ein Abenteuerfilm strukturiert ist. Aber der Oberknüller ist Paxtons eigener FRAILTY, bei dem er Regie geführt hat und sich selbst die unbequemste Rolle gegeben hat: Die des Vaters, der seinen Kindern verklickert, daß er von Gott auserwählt wurde, böse Menschen, in denen Dämonen hausen, zu töten. Eine sagenhafte Leistung, und mutig obendrein! Fantastische Leistung auch im perfiden A SIMPLE PLAN. Gut war er ja auch im melancholischen INDIAN SUMMER, und sein chameleonartiges Eintauchen in die diversen Geschichten ist immer einen Jubel wert. Klar, Bill mag zunächst unscheinbar sein, aber er beweist überraschenden Tiefgang und starke Präsenz.

on 15. April 2005

Das mag schon alles zutreffen, aber für mich ist er immer noch der Jörg Zimmermann des amerikansichen Films. Ha ha ha!

on 15. April 2005

Frevel! Ich sehe schon, du mußt dringend einmal FRAILTY sehen, und dich dann in Klausur begeben, um die Qualitäten von James Camerons Lieblingsschauspieler zu erkennen. Das Schöne dabei: Dir steht eine wunderbare Entdeckungsreise bevor. Das weniger Schöne: Es scheint mir noch ein weiter Weg bis zur Erkenntnis.

on 16. April 2005

Ist „James Camerons Lieblingsschauspieler“ eine Referenz? Cameron hat doch seinen letzten Lieblingsschauspieler (Linda Hamilton) geehelicht. Heißt das, dass Cameron und Paxton jetzt ein paar sind? Es hieß ja vor ein paar Jahren mal, dass Cameron in San Francisco wieder geheiratet hätte. Jetzt verstehe ich endlich die größeren Zusammenhänge. Da kann sich der gute Bill sicherlich auf ein paar Hauptrollen in Sequels freuen. Wobei ich noch überlege, ob er in „Titanic 2“ eher als Ozeanriese oder Eisberg geeignet wäre. In „Twister 2: Jetzt fliegen auch die Pferde“ kann ich ihn mir wiederum sehr gut vorstellen. Da steht er bei den Dreharbeiten wieder 5 Monate vor der Windmaschine und brüllt gegen den ohrenbetäubenden Lärm an.

on 16. April 2005

Lassen wir mal die Frauen ausser acht – da sieht es tatsächlich so aus, als würde Cameron jede heiraten, mit der er mal zusammenarbeitet. Hamilton war aber nie seine Lieblingsschauspielerin. Paxton hingegen fungiert ja sogar als Camerons Alter Ego in TITANIC. Und, verdammt noch mal, Paxton ist so cool, daß er mit Cameron auf den Grund des Meeres getaucht ist, um sich die Titanic anzusehen!

on 16. April 2005

Von homoerotischen Beziehungen und der rosa Nautilus-Tour verstehe ich nicht so viel, aber nur weil Greg Grunberg und J.J. Abrams als Kinder heimlich unter der Bettdecke Comics gelesen haben, macht das ersteren auch nicht zu einem Spitzenschauspieler. Warum ist Paxton in Titanic Camerons Alter Ego? Weil beide immer in irgendwelchen Abgründen herumtümpeln und im Endeffekt doch nur Schrott finden?

on 16. April 2005

Werter Kenobi, wir werden unsachlich. Cameron magst du wohl auch nicht? Schade eigentlich. Die Alter-Ego-Sache ist ganz einfach erklärt: Cameron hat ja viel Recherche betrieben, bevor er TITANIC gemacht hat, und ist tatsächlich zum Wrack heruntergetaucht. Paxton in TITANIC ist der Forscher, der nach dem Wrack sucht und uns erzählt, wie es gesunken ist – fallen dir da Parallelen auf?

on 16. April 2005

Natürlich bin ich unsachlich! Ich halte Cameron für einen erstklassigen Regisseur der in einem totalen Actionfilm immer noch eine tolle Geschichte erzählen kann. „Terminator 2“ und „Aliens 2“ sind neben „Empire“ einige der wenigen Fortsetzungen in der Filmgeschichte, die das Original übertrafen. Ich wollte einfach nur ein wenig provozieren!

on 16. April 2005

Also, so gerne ich T2 mag, aber das Original übertrifft er keineswegs. T1 ist kompromißlos & beinahe nihilistisch, und die Lage ist beinahe aussichtslos für Sarah Conner – im Kampf gegen eine unzerstörbare Maschine, und als Helfer nur ein scheinbar durchgeknallter Normalsterblicher. Bei T2 kämpfen sie zusammen mit der guten Maschine gegen eine etwas bessere Maschine, Sarah ist fit wie Arnold, und Arnie wird angewiesen, niemanden zu töten, um den Bodycount niedrig zu halten. Wie gesagt: Ich mag T2, und es ist nach wie vor ein Film, der eine spannende Geschichte erzählt, aber T1 (und auch T3!) geben mehr her. Oh, aber mir fällt da noch eine Fortsetzung ein, die das Original übertrifft: DIE HARDER.

on 17. April 2005

T3 hatte ein paar gute Ansätze (besonders der Schluss), war in vielen Szenen aber ein virtual remake von T2. Ich fand die Schauspieler allesamt sehr gut (Nick Stahl ist großartig in „Carnivale“, Arnie zählt ja nicht zu dieser Gruppe), aber als ich aus dem Kino kam, dachte ich mir: Okay, das kannst du jetzt abhaken. Da bleibt kaum etwas in Erinnerung.
DIE HARDER ist ebenfalls ein guter Actionfilm, der im Stirb Langsam Universum spielt, trägt aber auch nichts zur Serie bei. Da finde ich DH3 (sehr unterhaltsam!) und DH4 (a.k.a. 24) besser.

on 17. April 2005

T3 fand ich von den Charakteren her viel interessanter – John Connor ist mittlerweile ein mehr oder weniger heimatloser Junkie. Wen wundert’s? Nach den traumatischen Kindheitserfahrungen! Seine Mutter, und somit sein einziger Rückhalt, die einzige Person, die ihn gestärkt hat & ihm glauben konnte, ist tot. Ich mochte es eben, daß jemand, der von klein an hört, daß er mal der Retter der Menschheit wird, so endet. Scheint mir realistisch. Insofern hat auch die Beziehung zwischen John Connor & Kate Brewster die zwischen Sarah Connor & Kyle Reese im ersten Teil widergespiegelt: John tritt ebenso als vermeintlich Verrückter auf wie sein Vater. Regisseur Mostow legt viel Wert auf die ruhigen Charakterszenen, was der Geschichte mehr Gewicht gibt. Ist eben auch ein Geschichtenerzähler, dem die Figuren das Wichtigste sind. Und der Schluß ist fantastisch – alle Anstrengungen in allen drei Teilen waren umsonst! Das Schicksal macht doch, was es will, und wir sind dagegen völlig hilflos. Aus. Das Ende hat sehr schön den Kreis zum ersten Teil geschlossen.

DIE HARDER mag nichts Neues erzählen, aber es erzählt die Prämisse des ersten Teiles mit mehr Pfiff, mehr Selbstironie, und originelleren Szenen. Das Setting wird voll ausgereizt und gibt mehr her als das Hochhaus des ersten Teils, wo’s ja nur mehr Räume und mehr Gänge geben konnte. DH3 kracht natürlich gewaltig und macht Spaß, auch wenn der Mittelteil mit der langwierigen Raub-Prozedur eher ermüdet. Wir freuen uns auf das „richtige“ DH4!



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