2005
Kennt hier jemand Vince Murdocco? Nicht? Das ist natürlich sehr schade, weil Vince nämlich die Titelrolle in dem Panoptikum des schlechten Geschmacks schlechthin gespielt hat: FLESH GORDON MEETS THE COSMIC CHEERLEADERS. Vince war natürlich Flesh Gordon, der standhafteste Weltraumheld, der von den Cheerleadern Babs, Candy Love und Sushi gekidnappt wird, weil auf deren Planeten alle Männer durch die Impotenzstrahlen des böse Emperor Wang the Perverted unfähig gemacht wurden. Zum Glück wird Flesh von seinem guten Freund Dr. Flexi Jerkoff gerettet und kann dann gegen Wang in den Kampf ziehen, der Fleshs Organ gerne transplantieren will, um so die Galaxis zu unterjochen: "Your penis and my brain will be a marriage made in hell!" (Wie üblich stimmt natürlich jedes Wort in diesem Blog aufs I-Tüpfelchen - ich denke mir doch so etwas nicht aus!)

Warum ich das erzähle? Nun, Vincens Karriere hat nach seinem Debüt nicht gerade raketenhafte Züge angenommen, und so hat sich der wackere Held durch Videothekenfutter wie KICKBOXER 2, KARATE TIGER 7 und BLOODFIST FIGHTER 4 geeumelt. Und weil er noch nie eine Nummer 3 in seiner Filmographie hatte, spielt Vince als nächstes in ... X - M E N 3 ! ! !

Und dieser Fund in der IMDB war mir einen ganzen Blogeintrag wert. Gott, geht's mir gut.

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Es ist hochoffiziell: Christian Bale ist der verdammt noch mal brillanteste junge Schauspieler, den wir haben. Und wahrscheinlich auch der extremste. Daß Bale unglaublich gut ist, haben wir ja schon in AMERICAN PSYCHO gesehen - dieses leere Gesicht, die gleichförmige Stimme, die perfekte Abwesenheit einer menschlichen Regung und die Verkörperung des kalten Wahnsinnigen, unter dessen kalkulierter Oberfläche grausame Gewaltphantasien brodeln. Auch in BATMAN BEGINS war Bale magnetisierend, ein von Rachegefühlen zerfressener düsterer Einzelgänger, und wieder passiert bei ihm das Spannende unter der Oberfläche. Wir sehen einen Menschen, in dessen Inneren Tragisches und Schreckliches weggesperrt wurde.

Heute abend habe ich THE MACHINIST gesehen, und ich bin völlig ausgelaugt. Für diesen düsteren, alptraumhaften Psychotrip hat Bale 30 Kilo abgenommen, und man kann ihn fast nicht ansehen. Er ist ein wandelndes Skelett. Aus dem Rücken ragt die Wirbelsäule hervor, der Brustkorb besteht nur noch aus Knochen. Das Gesicht ist völlig eingefallen. Und wieder schleppt Bale Dämonen mit sich herum, die sich quälend langsam zeigen. Es mag nach außen hin aussehen wie ein Horrorthriller, wie eine Mischung aus FIGHT CLUB und I AM, aber eigentlich ist es nur eine tragische Geschichte über Schuld. "Ich habe seit einem Jahr nicht mehr geschlafen," erzählt Bale Jennifer Jason Leigh, und so wirkt er auch: halb tot. Und doch so präsent und fesselnd auf der Leinwand wie kein anderer. Ein Wahnsinnsfilm, ein wahnsinnig guter (und wahnsinniger) Schauspieler.

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Sonntag fand des Hasleckers Filmpremiere statt, und man kann mit Faust und Recht behaupten, daß der Film jetzt stimmiger wirkt. Ein paar ganz kleine Änderungen, aber irgendwie geht der Schluß viel besser auf. Es ändert freilich nichts daran, daß die Fragestellungen des Films immer schwammiger werden, je mehr man darüber nachdenkt, aber ich würde sagen, der Filmschaffende kann zufrieden sein.

Was jetzt ansteht, hat leider gar nichts mit dem Filmemachen zu tun: Weihnachtsgeschenke müssen noch gekauft werden. Da heute erst der 20. ist, bin ich einigermaßen entspannt, werde aber dennoch heute nachmittag schon mal nach Freilassing fahren, um eventuelle Gaben zu lokalisieren und gegebenenfalls gleich zu erwerben. Unschön ist es natürlich, daß mittlerweile alles so schweineteuer ist und ich wirklich überhaupt keine Ahnung habe, was ich denn überhaupt herschenken soll. Es ist so viel leichter, sich was schenken zu lassen: Zettel schreiben und beglücken lassen. Seufz.

Eigentlich wollte ich ja noch davon erzählen, daß ich DOOM II durchgespielt habe, aber ich hab's eben nur fast durchgespielt, weil ich beim Endgegner einen Cheat verwendet habe. Da hab' ich eben gedacht, daß die Burschen mir mal den Schuh aufblasen können. Gespielt habe ich natürlich auf Ultra-Violence, der schwierigste Level (es gibt noch einen schwierigeren - Nightmare - aber da stehen die Monster nach ein paar Sekunden einfach wieder auf, was mir viel zu stressig ist, und außerdem sind auf der ganzen Welt nur acht Leute bekannt, die DOOM II auf "Nightmare" durchgespielt haben). PC-Player schrieb ja damals, daß man DOOM II auf Ultra-Violence nicht schaffen kann, aber ich hatt's seinerzeit geschafft, und jetzt eben auch (fast) wieder.

In den meisten Leveln - insbesondere den letzten 10 - kann man ja dann eigentlich nur noch hysterisch lachen, was die Programmierer da auf einen loslassen: Hundertscharen von Monstern, noch und nöcher, von allen Seiten auf einmal, mit Fallen und allen Schikanen. Dann rennen diese fiesen Archfiends herum, die tote Monster zum Leben erwecken können und mit Flammen schießen, denen man nicht ausweichen kann (und die einem dafür dann gleich die halbe Lebensenergie entziehen). Dabei lachen die dann auch noch so gruselig. Ganz besonders heiter (Standardspruch beim Betreten eines neuen Raums: "Ja, sicher ...") wurd's dann in einem der letzten Level, wo gleich zwei Archfiends herumliefen, und der eine den anderen wieder hat aufstehen lassen, und dann marschierten da auch noch zwei Spiderdemons herum, die im ersten DOOM immerhin noch als Top-Endgegner herhalten durften und hier geradezu inflationär hineingeworfen werden. Irrsinn!

Und jetzt? Jetzt muß FINAL DOOM her, das von id Software noch hinterherschoben wurde - schlappe 64 neue Level für DOOM II, gegen die die Originallevels dann wie ein Spaziergang im Park wirken dürften. Die werden wir ja wohl auch noch klein kriegen!

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So, verehrte Festgemeinde: Ich darf freudig verkünden, daß der allseits beliebte MYSTERY PROJECT jetzt auch zum Download bereitsteht, und zwar unter www.ghostlightproductions.de/mp.html. Das ist nur für diejenigen unter euch ratsam, die eine schnelle Verbindung haben, weil das File immerhin 31 MB groß ist. Einfach rechts auf "download" klicken, dann "Ziel speichern unter ...".

Feedback ist stets willkommen!

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Wenig Lob für Magna Cum Laude

Vorsicht: Wer eine Aversion gegen schlechte Kritiken hat, sollte den Bericht zum achten Teil von LEISURE SUIT LARRY (namens MAGNA CUM LAUDE) eher vermeiden.

So demontiert man eine Legende. Die freudige Aufregung, von einem geplanten neuen LEISURE-SUIT-LARRY-Spiel zu hören, hat schnell Misstrauen Platz gemacht: Der achte Teil der Adventure-Kultserie um den Möchtegern-Frauenhelden Larry Laffer hat wenig mit den vorigen Spielen zu tun. Nicht Larry Laffer, sondern sein (ihm nachempfundener) Neffe steht im Mittelpunkt des Geschehens. Erste Sichtung des Spielsystems hat Stirnrunzeln verursacht: Larry 8 (das unter dem Namen LEISURE SUIT LARRY: MAGNA CUM LAUDE unter das Volk kommen sollte) wird im TOMB-RAIDER-Stil programmiert, wo die Spielfigur durch 3D-Landschaften gesteuert wird, die Interaktion mit der Umgebung aber auf ein simples "Benutzen auf Tastendruck" reduziert wird. Und dann der gröbste Schnitzer: Designer Al Lowe, dessen unverkennbarer Humor die vorigen Teile prägte, wird (trotz flugs ins Leben gerufener Online-Petition) gar nicht mit an Bord sein. Dennoch: Wir haben gehofft.

Zeit für eine kleine computergeschichtliche Exkursion: Die LEISURE-SUIT-LARRY-Reihe wurde seinerzeit – Ende der 80er bis Mitte der 90er – von der Firma Sierra produziert, die auch andere beliebte Adventure-Reihen wie KING'S QUEST und SPACE QUEST im Programm hatten. 1996 verkaufte Firmeneigner Ken Williams die Firma (über ein paar Umwege) an Vivendi, und die neue Firmenleitung hatte nichts Besseres zu tun, als alle alten Mitarbeiter zu entlassen (allen voran die Designer, die den Spielreihen ihre eigene Identität gegeben haben) und die erfolgreichen Reihen brachliegen zu lassen. Weil in dem Heckmeck um den Verkauf seinerzeit einige nicht ganz blütenreine Machenschaften im Spiel waren, stehen auch immer noch diverse Juristen vor der Tür, die den Drahtziehern einige Jährchen aufbrummen möchten, die etwas Verschlossenes an sich haben. Ken Williams dagegen befindet sich mittlerweile in Pension und kommuniziert mit den Fans per Website: www.sierragamers.com - ein guter Ort, um ein wenig tiefer in die lohnenswerte Sierra-Geschichte einzudringen.


Umso aufregender, daß Vivendi jetzt die LEISURE-SUIT-LARRY-Reihe reaktivieren möchte. Und umso enttäuschender, daß das Spiel, das jetzt endlich in den Läden steht, sich zu den alten Klassikern verhält wie EPISODE I zum originalen KRIEG DER STERNE. Polemisch formuliert: Die Legende Larry Laffer wird derart demontiert, daß eine Anzeige wegen Vandalismus angebracht erscheint.

Natürlich geht es auch in MAGNA CUM LAUDE darum, möglichst viele Frauen anzubaggern. Larrys Neffe, Larry Lovage, zieht durch ein typisches Studentenleben und ist hoffnungsfroher Kandidat für eine Single-Show, die ihm endlich Tür und Tor zum weiblichen Geschlecht öffnen soll. Wo aber die früheren Spiele eine pfiffige Rahmenhandlung mit teils banalen, teils hammerschweren Puzzles boten, herrscht hier gähnende Langeweile: Larry läuft unmotiviert durch Studentenwohnheim, Campus und Stadt, quasselt Frauen an und vertreibt sich (bzw. dem Spieler) die Zeit mit selten dämlichen Mini-Spielen, deren Gehalt knapp unter dem von Tic-Tac-Toe liegt.

Das Ganze sieht dann also so aus: Man läuft auf eine Frau zu, drückt die "Benutzen"-Taste, um mit ihr zu reden, und steuert dann in einem kleinen Geschicklichkeitsspiel ein kleines Spermium um Hindernisse herum, um die Konversation zu lenken. Das geht mit zwei Tasten – oben und unten – und beinhaltet grüne Symbole, die man aufsammeln sollte, und rote Symbole, die man vermeidet. Und wenn dann die Spannung einen ihrer vielen siedenden Höhepunkte erreicht, kommt eine Tanzsequenz, in der man vorgegebene Tastenkombination im richtigen Rhythmus duplizieren soll: rauf-rauf-runter-links.


Ehrlich: Das ganze Spiel besteht aus solch niveaulosen Beschäftigungstherapien. Ob man am Automaten Tischtennis spielt oder in Super-Mario-Manier Schlägertypen am Campus entkommen soll - es passiert rein gar nichts, was den Spieler auch nur annährend herausfordert. Oder interessiert. Oder gar unterhält. Wer mag, darf auch zwischendurch zum Beispiel Photos schießen, die man dann herumstreunenden Studenten andreht. Aber ganz ehrlich: Man kann's auch lassen.

Und der Humor? Hält sich konsequent auf Zoten-Niveau. Ganz verkrampft verrucht werden da in schrägen Kameraperspektiven große Brüste durchs Bild geschoben, anzügliche Formen sind en masse zu finden, und ein Sexwitz jagt den anderen. Jaja: Die frühen Spiele waren auch frech, aber wesentlich verschrobener, und lange nicht so peinlich wie das, was hier aufgefahren wird. Die deutsche Synchro ist technisch gut gemacht, quält aber den Spieler damit, daß auf einmal über Wolfgang Petry und PUR geredet wird.

Was bleibt uns also? Die feine 3D-Graphik? Okay. Und dann noch der Wunsch, daß Vivendi die anderen Sierra-Reihen in Ruhe läßt. Wenn die Neuauflage eines Klassikers so aussieht wie MAGNA CUM LAUDE, dann möchten wir eigentlich lieber gar nichts spielen. Ehrlich.




Hinweis: Dieser Text erschien zuerst am 6. Dezember 2005 bei Fritz!/Salzburger Nachrichten.

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Die Abstände werden immer länger, je kürzer die Tage werden: In Genzels Blog, respektive Wilsons Dachboden, stauben ja schon seit längerem die Buchstaben quasi ein, bis neuer Krempel in alten Kisten dazugestellt wird. Wie immer darf ich euch crazy fans versichern, daß sich alles bessern wird und der Sieg des Guten nicht aufzuhalten ist! Schon bald kann Genzel von zu Hause aus ins Internet und kann dann nicht nur öfter bloggen (weil ja die Blog-Schreib-Stimmung eher abends anklopft als tagsüber), sondern auch öfter arbeiten, weil er nicht mehr für jeden e-Huster auf die Anglistik muß.

Soeben geordert: Total rares und beinahe privat verkauftes Material von Primer 55. Bobby Burns, ehemaliger Schrammler bei den lautstarken Rüpeln (mittlerweile ist er bei den noch lautstärkeren Rüpeln von Soulfly untergekommen), verkauft über seine Website bzw. sein "Label" ollen Krempel. Da gibt's ein Akustik-Bootleg von Primer 55 - das ist schon alleine deshalb interessant, weil sich Akustik-Versionen der Primer-Songs ungefähr so aufdrängen wie Unplugged-Sessions von Mr. Oizo - sowie eine Single, die die letzten 3 Songs enthält, die von der Band aufgenommen wurden. Das alles bestelle ich natürlich aus lauter Arbeitseifer, und nicht etwa, weil ich ein Fan von den Typen bin. Jaja!

Die Runde macht derzeit der Rohschlaf von SCHNITTLOS, oder so, und er stößt durchaus auf Resonanz. Daß letztere auch noch positiv ausfällt, freut mich natürlich ungemein, auch wenn es immer noch viel zu tun gibt. Ich hoffe, daß die Soundtrack-Produktion bald vorangehen kann, damit wir schön langsam Richtung Feinschnitt marschieren können. Jedenfalls weiß ich mittlerweile genau, wie der Schnitt verbessert werden kann, und hoffe auch, daß Alex mittlerweile den Ton vernünftig angelegt hat, damit wir den 2006-Termin denn auch einhalten können ...

Da machen wir doch auch gleich Werbung für unseren Lieblingshasi: Am Sonntag, den 18.12., findet um 11h früh die richtige Premiere seines neuen Krachers FAUSTRECHT statt - im Das Kino. Auch gezeigt werden Kurzfilme von Dominique Baudet und Anita Egenberger, die man halt mitguckt, wenn sie sich schon soviel Mühe gegeben haben. Die gewalt(ät)ige Story von Hasleckers neuem Opus dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, aber diesmal wird's - dank neuer Soundeffekte - noch mehr krachen und knacken! Als PR-Gag könnte Hasi ja vor dem Kino grobe Schlägereien inszenieren, oder nach Vorführung des Films kämpfende Sträflinge ins Kino lassen. Zack!

Oh, und was noch unbedingt mitgeteilt werden muß: Das Mockumentary TUTMOSIS, verzapft von Haslecker & myself, findet bei den Organisatoren des Anti-Kulturstadt-Films großen Anklang und wird also eventuell wirklich das Licht der Welt erblicken. Jetzt brauchen wir einen geeigneten Schauspieler, der den aufrechten Künstler mimt, welcher sich mit Gezielter Konsumstörung, Spontantanz, Klangcollagen mit Fahrradhupen, Schüttbildern zur Entfremdung des Künstlers vom Werk sowie einem (Luft holen!) unvollständigen Roman zwischen Liebesgeschichte und den Erfahrungen der Aufarbeitung des Vietnamkrieges im östereichischen Schulunterricht (puh!) in Salzburgs Kunstszene (k)einen Namen macht. Dürfte ein großer Spaß werden! Und natürlich ist auch Otto Neumaier wieder mit von der Partie, diesmal als gestrenger Vater, der unserem Protagonisten rät, doch endlich mal was Gescheites zu arbeiten.

Ofen und aus!

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Heute im Aldi steht neben uns in der Schlange ein hagerer, unrasierter Kerl, den wir von daaaaamals kennen: Der Typ hatte mal ein Computergeschäft namens Control Computer, die zunächst in Pfaffing zu finden waren, dann nach Wasserburg umgezogen sind und seitdem verschwunden sind. Sollte es den Laden noch geben, ist das spurlos an uns vorübergezogen. Jedenfalls war dieser Typ, dessen Name mir nicht einfällt, immer ein wenig seltsam, und hat einen bei Computerproblemen immer ungefähr so angesehen, als hätte man ihn nach den Tonrillen auf einer DVD gefragt. Und es war ja nicht nur, daß man sich richtig blöd vorgekommen ist, wenn man ihm einen Rechner zur Reparatur gebracht hat - sein Gesichtsausdruck hatte da auch immer etwas Genervtes, so einen Werfen-Sie-zwei-Aspirin-ein-und-kommen-Sie-Montag-wieder-Blick. Egal.

Jedenfalls waren mein Dad und ich noch am Überlegen, ob wir ihn ansprechen sollen, da winkt mir eine Frau mit Brille hinter der Kasse zu, und nach zweimaligem Hinsehen erst erkenne ich Sabine, die mit mir in die Klasse gegangen ist und von der ich seinerzeit sehr geschwärmt habe. Das ist ja nun eine Zeitlang her, genaugenommen acht Jahre, aber irgendwie scheint sich gerade die Vergangenheit im Aldi herumzutreiben und mir sogar zuzuwinken. Ein kurzer Austausch - klar, mir geht's gut, wie geht's dir, geht's dir auch so gut wie mir? - und schon weiß man, daß das blonde Mädel aus der Klasse, das immer aussah wie Kelly Bundy, jetzt schon ein zweites Kind hat, und daß sicherlich im Dezember wieder ein Klassentreffen ansteht. Nachdem unser werter Wahn (Obi-, natürlich) ja schon letztens genüßlich vom Klassentreffen berichtete, als sei es ein literarisches Rezensionsexemplar (die Rede war mitunter von "zentralen Figuren"), kann ich dann vielleicht auch Geistreiches und Gruseliges vom Treff der K20 aus Gars zu Blogge bringen.

Aber offenbar sind die wenigsten meiner Klasse so völlig losgelöst vom damaligen Umfeld: Die Menschen, mit denen man in die Schule ging, sind jetzt Studienkollegen oder Stammtischfreunde, und so mancher geht offenbar sogar zu den vorweinerlichen Abenden unserer alten Schule. Und ich? Renne höchstens mal nach acht Jahren jemandem von damals im Aldi über den Weg, und find's jetzt schon schade, daß ich nicht eine Welle angegeben habe, welch großartiger Filmemacher ich nicht schon sei, damit die Kunde in die Welt hinausgetragen werden möge. Ihr wundert euch jetzt sicherlich, was eigentlich der Punkt bzw. der tiefere Sinn dieses Geschreibsels ist, und ich darf euch versichern: Es gibt eigentlich keinen. Aber vielleicht schält sich ja beim Klassentreffen einer heraus?

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Gestern nacht im Salon Genzel: Das unglaubliche, immerrollende und elefantastische Quatro-Feature mit den Critters. Jawollja, ich habe gestern alle vier CRITTERS-Filme am Stück gesehen und es sogar geschafft, danach nicht von kuscheligen kleinen Tribbels mit vielen Zähnen zu träumen.

Das klingt natürlich schlimmer, als es sich anhört: Drei der vier Filme sind knapp über 80 Minuten lang, der vierte läßt sich immerhin mit 91 Minuten Zeit. Zusammengerechnet könnte man also auch 8 Folgen 24 schauen, oder die Indy-Trilogie, oder alle BACK TO THE FUTURE-Filme am Stück. Alles schon dagewesen. Natürlich war's beim vierten dann schon ein wenig zach, aber ich habe natürlich tapfer durchgehalten, bis alle Fuzzelfellbälle vernichtet waren.

In jedem Teil kann der geneigte (in welche Richtung auch immer) Cineast übrigens coole Darsteller - bekannte und unbekannte - erspähen. In Teil 1 wird Billy Zane beim Poppen im Heu (also, eher davor oder danach - er ist vollständig bekleidet) von den Nagern verspachtelt, und der geniale M. Emmet Walsh blickt als breit mauschelnder Sheriff den ganzen Film überhaupt nicht durch. In Teil 3 rennt Leo DiCaprio mit, und während er rein rechnerisch 16 oder 17 beim Dreh gewesen sein muß, ginge er auch glatt als 13 durch. Auch in der Nummer Drei: William Dennis Hunt, der echte Emperor Wang The Perverted, der schon in der Granate FLESH GORDON MEETS THE COSMIC CHEERLEADERS zu misanthropem (gell, Tinchen) Geschau sprach: "Your penis and my brain will be a marriage made in hell!"

In Nummer vier spazieren Angela Bassett und Brad Dourif durchs All, weil ja der vierte Teil einer Horrorfilm-Reihe immer im All spielen muß (vgl. HELLRAISER 4, LEPRECHAUN 4). Naja, Brad hatte da seine richtig anspruchsvollen Zeiten schon wieder hinter sich und schaut halt die ganze Zeit so, wie er immer guckt, wenn er gerade an Brathuhn denkt und die Welt glaubt, er hecke gerade Axtmördereien aus. Angela dagegen darf duschen (auch wenn der gezeigte Hintern sicher einem Double gehört) und sich prügeln, wobei ihr letzteres sicher den Weg zum Tina-Turner-Biopic gesichert hat.

Nummer zwei hat keine Oscargewinner drin, aber immerhin haben wir Barry Corbin (jawollja, aus AUSGERECHNET ALASKA), den Ubergeek Eddie Deezen, und zwei blanke Möpse, weil sich einer der Bounty Hunters - der dazu neigt, sich stets in die Person zu verwandeln, die er gerade sieht - zu sehr mit dem Playmate des Monats identifiziert. Die Verwandlung findet übrigens inklusive Heftklammer statt. Und gestern habe ich auch zum ersten Mal geschnallt, daß dieser Bounty Hunter den Namen "Lee" trägt, womit er sich wunderbar mit seinem Chef "Ug" ergänzt.

Irgendwo habe ich ja mal gehört, daß über CRITTERS 5 nachgedacht wird - Zeit wird's ja, schließlich ist Teil 4 1991 gedreht worden. Aber dann bitte wieder mit Don Opper, der in allen vier Teilen den superschrägen, nervösen und nicht so ganz hellen Critterjäger Charlie gibt. Vielleicht sollte ich New Line Cinema einfach ein Drehbuch schicken? "Dear Bob Shaye, I want to make CRITTERS sequel. How many want?"

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Rohschlaf schnittlos. Nein - Schnittschlaf rohlos. Schlafschlaf schnittschnitt. Naja, wie auch immer: Das Wochenende im MPR-Studio in München hat sich als sehr produktiv entpuppt, und Alex Rogge und ich sind mit dem Rohschnitt von SCHLAFLOS fertiggeworden. Dieser wird jetzt genauestens beäugelt, mit Musik versehen, ton- und bildmäßig aufgepeppt, und wird dann abgepackt und originalverkorkst zum Feinschnitt. Es muß also noch viel getan werden, aber immerhin ist ein ganz großer Schritt jetzt einmal getan. Bis zur Weltherrschaft dauert es also gar nicht mehr lange.

Pferdejazz. Das große Fun-Records-Paket ist also eingetrudelt, mit unzähligen CDs, CD-Singles, LPs, Maxis und anderen Tonträgern, darunter auch die Elton-John-Gedenksammlung für das Wohnheimtinchen sowie teutonische Klänge für die Schwarzwaldklinik. Was ja leider nicht mehr auf Lager war, ist das Album KISSES von der Gruppe Das Pferd, und um die Enttäuschung zu mildern, habe ich das Tape hervorgekramt, auf das mir mein Kumpel Steven Wilson (es handelt sich hierbei nicht um den Menschen, nach dem dieser Dachboden benannt wurde) seinerzeit fünf Tracks der sozusagen legendären Langrille gepackt hat. Frau Bebop in Rosenheim, deren Plattenladen nach ihr selbst benannt wurde, schüttelt immer nur den Kopf, wenn sie Das Pferd immer noch auf meiner Suchliste stehen sieht - after all these years. Jedenfalls ist es quasi Pflicht, ein Album zu besitzen, auf dem ein Track namens "Die Sirenen erwachen wenn die Vernunft schlafen geht" zu finden ist, und wenn dann Peter Brötzmann, dessen Saxophonspiel die häufigen Plosivlaute seines Namens widerspiegelt, ein wenig Sax vor dem Kampf beisteuert, führt ja eh kein Weg mehr drumherum.

Mein lieber Herr Kerkermeister! Nach nur wenigen Tagen ist THE DUNGEON MASTER von William Dear ausgelesen, und es bleibt ein mitreißender Bericht über das merkwürdige Verschwinden eines noch merkwürdigeren Jungen. James Dallas Egbert III, so heißt der 16jährige mit vollständigem Namen, hatte mit 13 die Highschool abgeschlossen und ging mit 14 aufs College - kein Problem mit einem IQ von über 180. Und plötzlich verschwand er spurlos - angeblich beim D&D-Spielen in den Heizungstunneln unter dem College. William Dear, der Privatdetektiv, der für die Suche nach ihm angeheuert wurde, schreibt hier seine Spurensuche nieder, seine rätselhaften Funde und die gesamte Tragödie, die sich abgespielt hat. Das liest sich spannend wie ein Krimi, ist aber psychologisch sehr stimmig und sehr interessant, und man vergißt doch nie, daß es sich um die Wirklichkeit handelt, um etwas, das real geschehen ist. Dringende Leseempfehlung.

Mordsmusik. Das neue Album von Professional Murder Music, DE PROFUNDIS, ist auch schon da, und es hat mit Bonus-DVD und Porto aus Amerika schlappe €15 gekostet - wieso ist es eigentlich so viel teurer, nach nebenan zum Media Markt zu gehen? Jedenfalls unterteilt sich die CD in zwei Parts: Im ersten finden sich Akustik-Versionen von Songs des Vorgängeralbums LOOKING THROUGH, die extrem fein sind und zeigen, daß hinter dem ganzen Krach viel Songschreibekunst steckt. Insbesondere "Clear", auf dem letzten Album schon ein großartiger Song, hat hier Gänsehautqualitäten. Im zweiten Teil sind Coverversionen zu hören - die Band eignet sich quasi Songs von Radiohead, U2, PJ Harvey, den Stone Temple Pilots und David Bowie an und läßt sie wie Eigenkompositionen klingen. Gute Arbeit, die Herren. Und weitermachen!

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MYSTERY PROJECT. Gestern auf der Leinwand im Das Kino. Sah natürlich ein bißchen verwaschen aus, weil sich Mini-DV eben nicht so fantastisch gut auf den big screen aufblasen läßt, aber ich glaube, der Film ist ganz gut angekommen. Ich habe diverse Lacher gehört und hatte selber auch meinen Spaß. Natürlich kam hinterher ein Mensch von der Jury, der mich aufgeklärt hat, was an dem Streifen anders hätte sein müssen - die Perspektive! die Struktur! - aber dieses kleine, unschuldige Filmchen ist eben, was es ist. Manche nehmen es zu ernst, andere verstehen gar nicht, worum es geht. Aber hey, zumindest wurde bei mir nicht bemängelt, daß der Film "keine Philosophie" habe, wie besagtes Jurymitglied dann einem anderen (putzifeinen) Film vorwarf.

Interessant immer wieder, wie ich den Film sehen kann, ohne mich über Georg zu ärgern. Das ist, als wäre er ein ganz anderer Mensch da oben - nein, eigentlich ist es einfach nur so abstrakt, daß ich eben im MYSTERY PROJECT eine Filmfigur sehe, den grenzgenialen Oberchaoten, und nicht den realen Menschen, der mir soviel Kopfschmerzen bereitet. Tröbi ist immer noch wunderbar. Und Jean-Luc auch. Ich mag den Film, und wenn's sonst nur ein paar Leute tun, dann sei's drum. Aber wie gesagt: Viele haben gestern gelacht. Da können wir doch gar nicht so weit am Ziel vorbeigeschossen sein, oder?

FAUSTRECHT. Hasis neuestes Opus, dessen Entstehung ich auch beiwohnen durfte. Fantastischer Look. Brutal, roh, ungeschliffen. Sehr gewalttätig. Nur hinterläßt der Film dann hinterher einfach nur Fragezeichen, und vielleicht könnte man hier das Philosophie-Kriterium von oben zu rate ziehen. Was will uns der Film sagen? Wenn es um Rechte geht, warum geht es dann in einer Situation darum, in der gar nicht anders reagiert werden kann? Wenn es um den Gefangenenalltag geht, warum werden die Wärter dann als solch autoritäre Sadisten dargestellt? Egal. Es geht um den Moment, das Aussehen, und wie es sich anfühlt. Ich mag das Resultat.

CREEP. Franka P. in einem britischen Horrorschocker, der sich eben nicht gewaschen hat, aber dies bei all dem Blut, Schleim und Siff dringend tun sollte. Da ist ein Regisseur mit den bizarrsten Horrorfilmen aufgewachsen und wirft uns als Zuseher in eine Geschichte, bei der wir gar nicht wissen, was uns der Film zumuten wird, wie weit er gehen wird. Das Monster und seine Existenz sind so dermaßen bizarr, die Welt, die sich dort zeigt, und seine Maschinismen so kaputt, daß wir dem Geschehen hilflos ausgeliefert sind. Der Vergleich mit THE HILLS HAVE EYES drängt sich auf, oder an die anderen verrückten Horrorfilme, die nicht den geordneten Weltbildern der Slasher folgen, eben weil hier nicht das Böse in die normale Welt einbricht, sondern uns der Film suggeriert, daß die Welt eigentlich immer so ist. Creepy. Regisseur Christopher Smith sollte man im Auge behalten, und Method Actor Sean Harris, der sich als - ja, als was? Als Kreatur? - die Kante gibt, ebenso. Nur Franka, die hören wir lieber deutsch sprechen.

WILLARD. Im Moment scheint sich bei mir wieder der Sinn fürs Makabre, für das Schwarze und Bizarre abzuzeichnen. Willard, ein Remake eines Films von 1971, ist die liebliche Geschichte eines sehr in sich gefangenen Menschen, dessen einziger Freund eine Ratte ist, und der sich bald als Herr - oder doch Spielzeug? - einer Tausendschar Ratten sieht. Crispin Glover (George McFly!) spielt einmal mehr verrückt, schräg, geradezu neu-gothisch, aber hinter seiner Exzentrik steckt viel Können und auch Emotion. Es mag kein guter Horrorfilm sein, weil er nicht unheimlich ist, und es mag keine Charakterstudie sein, weil er dazu viel zu wenig von dieser Welt ist, aber es ist ein fantastisch gespielter, gut gemachter Trip in eine Welt, in der das id und die Neurose in einer Horde Nager manifestiert immer wieder den Weg zu dir finden, auch wenn du die Mauselöcher mit Klebeband verschließt.

FILMSTUBE KÖLN, NOVEMBER 2005. Döner für 2 Euro! Das Interview mit Jörg ist so aufschlußreich und doch so nichtssagend. Gehemmt und schüchtern wie gehabt spricht der Kölner über das, was er gerne macht, und wenn er mit Ehrfurcht in der Stimme "Regie führen!" sagt, ist er das kleine Kind, das gerne Astronaut sein will. Irgendwie wußten wir es doch schon, aber hier sehen wir es nochmal genau: Jörg ist einfach ein ganz simpler Kerl, der den großen Traum vom kleinen Film lebt. Und mittlerweile bin ich am überlegen, ob er wirklich so arm ist, weil er irgendwie in seiner eigenen kleinen Welt lebt, in der Lagerchef-Selbstfilme eine tolle Errungenschaft sind und in der leuchtende Augen sich der Magie der bewegten Bilder gegenüber noch nicht müde zeigen.

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Wer in letzter Zeit die erhitzten Diskussionen im Regie.de-Forum verfolgt hat, ist vielleicht wie ich selbst Zeuge einer erstaunlichen Erkenntnis geworden. Jörg ist nicht etwa einfach nur der verschrobene Schmalfilmregisseur, für den er weithin gehalten wird. Nein, er ist der tumbe Held, der durch wu wei das oppressive System untergräbt, der naive Idealist, dessen unbedarfte Beharrlichkeit beinahe Züge der Deutschen Romantik aufweist und das Establishment durch eben jenes Chaos aufrüttelt, vor dem es sich durch Überheblichkeit schützen will. Jörg ist quasi der Donald Duck der Kurzfilmszene, der im ständigen Konflikt mit den Dagoberts, MacMoneysacs und Gustav-Gans-Figuren der etablierten Filmschaffenden steht, aber mit seiner Kurzfilmtrilogie Tick-Trick-Track (kaum zu unterscheiden, aber nur im Trio stark) und dem Handbuch der Filmstube Fieselschweif jenen Menschen im Forum als Spiegel für ihre eigenen Bedürfnisse dient: Jörg ist einer wie wir, einer von unten, für den - wie für die anderen Forenmitglieder auch - Aufmerksamkeit und Anerkennung gleichzusetzen sind.

Wie Clemens Brentano glaubt auch Jörg an die magische Kraft des Wortes: Auf überlange Belehrungen darüber, wie indiskutabel schlecht sein Ruf in der Branche und speziell im Forum nicht sei, reagiert er mit dem romantischen Zauberstab, dessen Verwendung eben das wahr werden läßt, was gesprochen wird: "In Regie ist mein Ruf sehr gut." Gegen die humorlosen, sich selbst allzu wichtig nehmenden Eingeschnappten, die in ihrem erzieherischen Auftrag, wie andere Menschen sich zu verhalten hätten, mitunter gerne von sich selbst in der dritten Person sprechen, ist Jörg wie ein Schild, an dem alles abprallt, und funktioniert als Wunderwaffe, die das wahre Gesicht seiner Widersacher erkennen läßt.

Jörg, wir sind auf deiner Seite. Wenn du es baust, wird er kommen.

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Die Fun-Records-Bestelllawine rollt schön langsam an! Eigentlich warte ich nur noch auf Meldung des sich derzeit auf einer "Tagung" befindlichen hellen Obi-Wahns, ob er auch Tonträger braucht. Dann wird flugs die Bestellung abgeschickt, und ich erhalte, wenn alles gut geht, bald ganz viele Singles & Alben von Klaus Lage, Sheila E., den Dolphin Brothers, Crazy Town, Herbie Hancock, Das Pferd, Soul Asylum, Toshinori Kondo, den 21st Century Girls, UKW, den Grapes of Wrath, Udo Lindenberg, Stephan Remmler, Madder Rose und noch ein paar anderen. Martina hat sich zur Vorbereitung auf die Elton-John-Themenparty einen ganzen Schwung LPs des Brillenträgers bestellt, während C2 auf Musik von Justin Warfield, den Golden Palominos, ebenfalls Klaus Lage und Ideal hofft.

Apropos Ideal: Was man nicht alles lernen kann über die Neue Deutsche Welle, wenn man bei Wikipedia herumsurft. So gibt es zwei Humpe-Schwestern, Inga und Annette, und beide waren früher mal in der Band DÖF - und das steht nicht für "Deutsch-österreichische Freundschaft", wie ich immer geglaubt habe, sondern für "Deutsch-österreichisches Feingefühl". Yessir! Überhaupt gibt es ganz viele Einträge zur NDW dort, und ich nehme mir jetzt schon vor, viel von dem Krempel zusammenzukaufen.

Genauso wie ich über eine Frank-Farian-Retrospektive nachdenke. Mal ehrlich: Die Boney-M.-Geschichten sind ja wirklich gut. Klar ist das Käse, klar ist das Evil Disco, aber eben gut. Macht Spaß. Bei Boney M. hat ja genau eine der Frauen selber gesungen, die anderen zwei und der Kerl waren nur zur Deko da. Farian selbst hat die männlichen Vocals gesungen. Und mit seinem Produktionsstall, zu dem auch Enigma-Ehemann und Sandra-Kopf Michael Cretu gehörte, hat er eine Band nach der nächsten auf die Bühnen geschickt. Eruption mit Precious Wilson, der er dann auch eine Solokarriere gestrickt hat. Später dann Milli Vanilli, wo die Bombe hochging. Aber, Kinder, die Hits: "I Can't Stand the Rain" von Eruption. "We Are On The Race Track" von Precious Wilson. "Ma Baker" von Boney M. Da sind sicher noch mehr zu finden!

Heute kam übrigens das originale WOLFENSTEIN 3-D an. Eigentlich wär's ja gestern schon dagewesen, aber ich war's halt nicht, und drum bin ich heute mit gelbem Zettel bewaffnet bei der Post einsammeln gewesen. Und schon befinde ich mich auf dem Fluchtweg aus Schloß Hollehammer (was übrigens, wie ich jetzt herausgefunden habe, Höllenhammer heißen sollte) und finde alle Schätze, töte alle Geheimgänge und sammle alle Nazis ein. 100%, baby, da bleibt nichts mehr über, und das Ende des zwölfjährigen Reiches ist nahe!

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Momentan scheint irgendwie die Luft raus zu sein aus unserem Blök-, Verzeihung, Blog-Gefüge. Woran mag es wohl liegen? Manche von uns haben viel zu tun, anderen passiert nichts erwähnenswertes. Und mir ist es viel zu anstrengend, nach jedem Trashfilm diverse Absätze wohlfeiler Kurzprosa in die Tastatur zu klopfen.

Apropos Trashfilm: Die Welle hat ihren Zenith schon wieder überschritten und ebbt nun ab. Der letzte Bruce-Lei-Film, der den Weg in meinen VHS-Rekorder gefunden hat, steht nach wie vor bei 30 Minuten Spielzeit (ich ahne zu wissen, was in den restlichen 60 Minuten passieren wird). Ein Tomas-Milian-Superbullen-Streifen wurde aus den undankbaren Klauen des unglaublichen Herrn Prohaska errettet, lungert aber nun bewegungslos auf meinem Schrank. Die von Obi-Wahn geliehenen Kung-Fu-DVDs, die immerhin auf der Rückseite ehrlich genug sind, darauf hinzuweisen, daß die Story vielleicht gar nicht so aufregend ist, dürften schon Mahngebühren en masse sammeln.

Nun, das kommt und geht. Wissen wir ja alle. Vielleicht sitze ich schon morgen wieder bei der REVOLTE DER 7, die mir etwas verspätet von eBay aus noch ins Haus flattern wird. Eventuell auch nicht. Derzeit ist wieder schwererer Stoff angesagt: MILLION DOLLAR BABY am Samstag, GANGS OF NEW YORK am Montag, SOLO FÜR KLARINETTE am Dienstag. Dazwischen leichte Zerstreuung mit dem Bonusmaterial zu BATMAN BEGINS, in dem Katie Holmes ganze zwei erkenntnisreiche Sätze beisteuern darf: "I finally understand men's fascination with cars" sowie "This is the best batmobile ever". Word, sista.

Es wird natürlich weiterhin fleissig gelesen. MASTERS OF DOOM, in 4 Tagen ausgelesen (der Besuch meiner Mama hat mich da ein wenig aufgehalten), zeichnet ein faszinierendes Bild von John Carmack und John Romero, den beiden Irren, die mit WOLFENSTEIN 3D, DOOM und dann QUAKE für Furore sorgten. Spannender Stoff, viel Computergeschichte. Dagegen kann FEUER, der Wolfgang-Hohlbein-Schocker der Woche, nicht so wirklich mithalten: Ich weile gerade ungefähr auf Seite 550, vor mir liegen noch ungefähr 150 Seiten, aber in der Geschichte ist einfach keine Musik mehr drin. OK, Wolfi, nächste Woche schreibst du wieder ein spannenderes Buch.

Zum Glück ist schon für Nachschub gesorgt, und DUNGEON MASTER: THE DISAPPEARANCE OF JAMES DALLAS EGBERT III ist auf dem Weg. Wie ja jedes Kind weiß, wurde das Ur-Rollenspiel Dungeons & Dragons seinerzeit von Gary Gygax und noch so einem Menschen erfunden, und erfreute sich ab den frühen 70ern besonders auf College-Campussen (-Campi?) größter Beliebtheit. In Michigan ist seinerzeit der hochintelligente James Dallas Egbert III beim D&D-Spielen in den Kanälen unter dem College verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Das Buch nimmt seine Spur auf. Natürlich gab's einen Skandal, und es war - wie es ja regelmäßig der Fall ist - bewiesen: Spiele sind gefährlich, und Jugendliche sollte man prinzipiell von allem Realitätsfremden fernhalten.

Apropos fernhalten: Wie einige von euch jetzt schon wissen, ist meine "Support Jörg"-Kampagne angelaufen. Sinn der Sache ist es, Jörg Zimmermann zu unterstützen, durch Interesse, nette Briefe, aufbauende Worte. Möglichst ohne sich über ihn lustig zu machen, und ohne ihn anzulügen (das fällt freilich auch in die erste Kategorie). Nachdem einigem Mail-Austausch mit Jörg habe ich gestern in kürzester Zeit ein kurzes Drehbuch geschrieben, in dem zwei Menschen miteinander reden, und Jörg freut sich jetzt sehr und hat schon die Storyboards gezeichnet. "Ist Genzel jetzt wahnsinnig geworden?", wollt ihr vielleicht wissen. Nun, ich darf den Zweiflern das Video vom Treff der Kölner Filmstube empfehlen, bei dem der arme Jörg völlig alleine vergebens darauf wartet, daß irgendjemand erscheint. Ich hab' eben doch ein Herz (eine Erkenntnis, die auch mich einigermaßen überrascht) und möchte dem armen Kerl eben eine kleine Freude machen. Vielleicht schreiben ihn ja noch mehr Leute (ernstgemeint) an, schicken ihm kleine Dialoge, oder Tips, oder sonstirgendetwas, worüber er sich freut.

Righty-right, verehrte Droogs, ich mach' jetzt die Rolle heimwärts und werfe dort ein paar ultrabrutale Fischstäbchen Plus in die Pfanne. Macht mir keinen Kummer. Und good night, Mrs. Spinler. Whereever you are.

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Nachdem nun schon jeder und sein Hund von mir mit Einladungen zum Klappe-Filmfestival beglückt wurden, möchte ich auf dieser Plattform noch einmal ganz unverfroren darauf hinweisen, daß am 12. November 2005 um 9 Uhr früh - jawoll, raus aus den Bett! - im DAS-Kino (im Saal) mein Kurzfilm MYSTERY PROJECT aufgeführt wird. Hasi und ich haben den Sound ein wenig gepimpt, und man versteht den Dialog jetzt viel besser, und die Musik ist besser im Raum plaziert. Ich freue mich drauf, den guten alten Einakter über das Filmemachen, Otto Neumaier und einen Muffin auf der großen Kinoleinwand zu sehen, und hoffe, zahlreiche Gäste begrüßen zu dürfen. Auch gezeigt wird Hasis Actiondrama (zack!) FAUSTRECHT, bei dem ich als Co-Regisseur so getan habe, als hätte ich Ahnung von irgendetwas, und dem Rohschnitt nach zu urteilen wird der fantastisch ankommen. Sehr rau, ungeschliffen, echt. Und brutal. Zwischendrin sehen wir noch andere Filme von irgendwelchen anderen Menschen, die ich als echter Künstler natürlich komplett ignorieren werde. Da könnte ja jeder kommen!

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Gefunden im regie.de-Forum:

Jörg äußert dort neue Ambitionen: "Mein Traum wäre es, wieder mal Slapstick, so in Richtung Charlie Chaplin, Dick und Doof und so zu machen. Ich sage Euch, dieser Slapstick ist schwer zu spielen, will mal wissen, welche/r Student/in dies sich zutraut, zu machen. " Natürlich ist er sich der Probleme eines solchen Projektes völlig bewußt: "Das Problem daran ist, dass man dies nur in der sogenannten Blue-/Green-Box Drehen kann. Schließlich muss die Athmosphäre dem Jahre 1900-1920 entsprechen. "

Von den Vorwürfen der versammelten Mannschaft, gar kein Schauspieler zu sein, zeigt sich Jörg wenig beeindruckt und nimmt den hingeworfenen Fehdehandschuh auf: "Ich werde es Euch beweisen, dass ich besser bin, als Ihr alle, in dem ich in einen 90-Minüter eine Hauptrolle spielen werde. Also wer von Euch will das Drehbuch schon mal schreiben?"

Zudem gibt sich der Künstler noch enigmatisch und weiß Überraschendes über das Forenmitglied Sir25 zu berichten: "Der Komparse Sir25 wurde mehrfach als Komparse in der Vergangenheit gesichtet. Wo der Sir25 als Komparse gesichtet wurde, dass wird Euch Sir25 erzählen." Unterzeichnet: Jörg, Schauspieler.

Ach ja, und einen Aufruf an uns alle, die wir Geschichten zu erzählen haben, startet er auch noch:
Filmemacher und Regisseur sucht dringend Drehbücher für Kurzfilme und Sketche für Selbstfilme, die man gut in einen Wohnzimmer oder in einen Büro spielen kann. Bedingung an die Drehbücher wäre, dass in jeden Drehbuch 2 männliche Charakteure mitwirken, die nicht gleichzeitig zusammen im Bild sind, dass jeder der Kurzfilme oder Sketche mindestens 1 Minute lang ist, aber höchstens 5 Minuten kurz ist. Natürlich erwähne ich den Drehbuchautor auf Wunsch in den Abspann der Kurzfilme und Sketche. Alle 3 Monate werde ich dann so um die 5-7 Minuten fertigen Film im Internet veröffentlichen, sollten die Kurzfilme wessentlich kürzer sein. werden bei der Veröffentlichung 3-4 Kurzfilme auf einmal veröffentlicht und dann heißt die Folge, "Am laufenden Band" Die Drehbücher für die Kurzfilme und Sketche wie immer per Email im Anhang an mich. Auf der Titelseite des Drehbuches ist folgendes zu schreiben: "Ich erbitte Nennung meines Vornamens/Nachnamens als Drehbuchautor im Abspann des Filmes", oder, "Ich wünsche keine Nennung meines Vornamens/Nachnamens als Drehbuchautor im Abspann des Filmes"


Dann schwingen wir uns doch endlich mal an die Tasten.

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Bei den folgenden Zeilen handelt es sich um meine Reaktion auf einen Artikel, der am 19.10. in den Salzburger Nachrichten erschienen ist. Im Artikel geht es um Oliver Hirschbiegels DER UNTERGANG. Zu finden ist er hier.


Herr Wallnöfer wundert sich, wen es interessiert, was Hitler und seine Helfer in ihren letzten Stunden gemacht haben. Der Frage implizit erscheint mir, dass Leben und Taten von Verbrechern nicht thematisiert werden sollen, weil dadurch ihren Handlungen eine Plattform geboten wird. Es kann und darf aber doch keine Lösung sein, das Geschehen totzuschweigen. Hirschbiegels Film ist wahrhaftig keine Sensationsgier oder ein unseriöser Ansatz vorzuwerfen. Wie in seinem vorigen Film DAS EXPERIMENT studiert Hirschbiegel die Psychologie eines Machtgefüges und zeigt, wie Menschen handeln, wenn das System ethisches und moralisches Fehlverhalten toleriert oder gar belohnt. Er zeigt, wie die von Hitler geschaffene Maschine selbst nach seinem Tode weiter funktioniert, dank ideologischer Verblendung und eingeimpfter Machtstrukturen. Letztlich gibt Hirschbiegel dem Schrecken durch die Darstellung Hitlers ein Gesicht – und entreißt dieses dunkle Kapitel der Geschichte somit aus der Abstraktion, stößt den zum übermenschlichen Dämon stilisierten Führer vom Sockel, um klar zu machen: Was wir als Synonym für das absolute Böse verstehen, ist ebenso ein Mensch gewesen.

Diese Darstellung Hitlers als Mensch, der körperlich und geistig von Krankheit gezeichnet ist, ist nicht so zu verstehen, dass wir als Zuseher Mitleid empfinden sollen. Diese Darstellung dient als Spiegel, als bösartigste Version dessen, was in manchen Menschen zum Vorschein kommen kann, wenn die Umstände es ihnen erlauben – wie ja auch Beros sich im EXPERIMENT als sadistischer Wahnsinniger entpuppt, der seinen Minderwertigkeitskomplex durch Macht aufzufangen versucht. Filmisch gesehen ist der Vorwurf der Verharmlosung, beziehungsweise des Erweckens von Sympathien, nicht haltbar: Hitler wird nicht durch aufschwellende Musik sentimentalisiert, sein Auftreten nicht durch dramatische Schnitte begleitet. Hirschbiegel filmt immer aus der Perspektive des Beobachters, verweigert auch einen Kommentar zum Gezeigten. Die Gefühle, die man dem hier dargestellten Hitler entgegenbringt, kommen aus dem Zuseher, nicht aus dem Film.

Leider führt Herr Wallnöfer nicht aus, warum nur die Dokumentation der Perspektive des Films gerecht werden kann – widerspricht aber somit der vorangegangenen Kritik, sich überhaupt filmisch mit dem Thema zu beschäftigen. Freilich kann theoretisch jedes Thema filmisch aufbereitet werden, und das nicht nur aus einer Perspektive heraus oder in nur einer stilistischen Variante – wer entscheidet darüber, welche Thematik für eine filmische Umsetzung geeignet ist? Gleichsam erlauben verschiedene Ansätze unterschiedliche Zugänge zum Thema. Die Dramatisierung der Ereignisse (im Sinne eines nichtdokumentarischen Ansatzes) verstärkt das Erleben des Geschehens und kann andere Schwerpunkte setzen als die rein dokumentarische Aufbereitung.

Der letzte Absatz verrät Herrn Wallnöfers Hauptkritikpunkt: "Unterhalten werden wollen wir ganz anders". Wer in einem Film wie DER UNTERGANG die bloße Unterhaltung sucht, wie sie das tägliche Hauptabendprogramm sonst auch bietet, wird sicherlich in ein eigenes Dilemma kommen: Wer gibt schon gerne zu, sich bei einem Film über das Dritte Reich gut unterhalten zu haben?

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Weil mich das Wolfenstein-Fieber nicht losläßt, muß ich dem aus den Klauen der Finsternis entrissenen Schicksalsspeer noch etwas nachlegen. Und so, schwuppdiwupp, wurde auf eBay das originale WOLFENSTEIN 3D ersteigert, mit satten 60 Leveln und noch viel mehr Nazis zum Umballern. Ich werde mich also schon bald ins Schloß Hollehammer einschleichen, um die Pläne zur Operation Eisenfaust zu stehlen, den bösen Dr. Schabbs umzunieten, Hitlergeister zu vernichten und General Fettgesicht die Stirn zu bieten. Und das selbstverfreilich alles auf Death Incarnate.

Beim Stöbern im Netz bin ich auf Alternativtitel gestoßen, welche in einem Hintbook der Programmierer gelistet wurden. Über die Ernsthaftigkeit der Vorschläge bin ich mir nicht sicher, aber zu meinen Favoriten gehören eindeutig "Luger Me Now", "How Do You Dusseldorf?", "Geruchschlecht", "Tank You Very Much" und natürlich - als obligatorischer Scherz über die Deutschen - "Castle Hasslehoff".

Apropos Hasslehoff: Der hat sich jetzt die Rechte zum KNIGHT-RIDER-Film wieder geschnappt, weil die Firma, die das umsetzen wollte, die Geschichte STARSKY-AND-HUTCH-mässig aufzuziehen gedachte - ohne sprechendes Auto. Jetzt arbeitet David himself an dem neuen Film, der als ernsthafte Geschichte in direkter Fortsetzung der TV-Serie konzipiert ist: Michael Knight mit Auto, Seite an Seite mit seinem Sohn, auch mit Auto. "Ein Mann und sein Sohn und ihre Autos kämpfen gegen das Unrecht." Hat doch einen gewissen Klang, findet ihr nicht? Ganz großes Kino!

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Überraschung! Heute morgen liegt ein eMail in meinem Postfach von meinem alten (natürlich nicht, aber so sagt man ja) Schulfreund Tobias Kurzmaier. Ob's mich denn noch gibt, und ob er meine aktuelle Telefonnummer haben könnte. Eine flotte Antwort später klingelt schon nach kurzer Zeit das Telefon, und Tobi meldet sich lautstark wie in alten Tagen: "Chris, mein Freund! Ich grüße dich!"

Wir haben uns seit mindestens 2 Jahren nicht gesehen. Da hätten wir natürlich viel aufzuholen. "Chris, in einem Satz - wie geht es dir?" Ähhh ... gut? Alles weitere besprechen wir dann wohl doch lieber, wenn wir uns mal wieder treffen. Vorher kam allerdings noch eine Bitte: Tobi muß für BMW ein Event organisieren (schließlich hat er eine PR-Firma), und dafür braucht er tolle Filmszenen mit Winterlandschaften, Schnee und Eis. "Ich nehme an, die Szenen sollen positiver Natur sein?" will ich wissen. "Naja, also der erste Film, der mir zu 'Schnee' einfiel," verrät er mir, "war STALINGRAD, und da haben die mich nur mit offenen Mündern angestarrt". Also gut, positiv.

Was fällt mir da ein? Erstmal nichts. FARGO ... A SIMPLE PLAN ... THE ICE STORM ... alles irgendwie schwarzer Humor, fiese Typen, depressive Stimmungen. Vielleicht irgendein Willy-Bogner-Film? Oder ein x-beliebiger Bond-Film in Schnee und Eis? Mal überlegen, was ich Tobi da noch vorschlagen kann ... habt ihr, werte Leser & Freunde des Eises, eine zündende Idee?

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"Alles ist verloren." Das hat heute morgen der Death Knight gesprochen, als ich in zu seinen Ahnen geschickt habe. Flugs den Speer des Schicksals ergriffen, den Todesengel beseitigt und mir verdientermaßen das Ende von SPEAR OF DESTINY angesehen.

SPEAR OF DESTINY ist quasi ein Nachfolger zu WOLFENSTEIN 3D - der Mutter aller 3D-Shooter, wo man aus Sicht der Spielfigur durch dunkle Gänge hetzt und reihenweise Viecher erledigt. WOLFENSTEIN 3D hatte damals nicht nur wegen der sagenhaften Technik für Furore gesorgt, sondern auch aufgrund der Tatsache, daß man als alliierter Soldat B.J. Blazkowicz durch ein Nazischloß hetzt und dabei nicht nur Dutzende von SS-Offizieren und anderem Gesocks niederschießt, sondern auch Hitler-Portraits bestaunen und das Horst-Wessel-Lied mitsummen kann. Neue Technik + spannendes Spiel + viel schlechter Geschmack = viel Aufmerksamkeit.

Der Nachfolger war eigentlich kein richtiges Sequel, sondern nur ein Set mit 20 neuen Levels und ein paar neuen Grafiken und Endgegnern. Die Story: Man soll Hitler den Speer des Schicksals entreißen, welcher der Legende nach seinen Träger unbesiegbar machen soll. So einfach ist das. Offenbar glauben die Alliierten ebenso wie Hitler an die Macht des Speers, sonst wäre es wohl nicht so wichtig, besagtes Artefakt in die Finger zu bekommen, aber vielleicht ist man auch einfach lieber kurzfristig ein leichtgläubiger Trottel als langfristig ein Kriegsverlierer. Egal: Auf ins Castle Nuremberg, wo Hunderte von Soldaten nur darauf warten, niedergeschossen zu werden.


Tja, und das habe ich die letzten Wochen auf Death Incarnate gespielt, der höchsten Schwierigkeitsstufe, und heute morgen war's vorbei. Der letzte Level mit dem Death Knight hat mich viel Nerven gekostet - nicht nur, daß der Bursche immens zäh ist ("you may be playing on Death Incarnate, but with two chainguns and two missile launchers, this guy is Death Incarnate!", verrät uns das Handbuch), er hat auch mindestens zweiundneunzigtausendsiebenhundertschwupptrillonen Henchmen um sich versammelt, darunter viele der von mir so verhaßten Zombie-Soldaten - Ergebnisse der Mutationsexperimente des bösen Dr. Schabbs, dessen Ubermutant ich schon zwei Level weiter unten gerade mal so erledigt hatte. "Tod ist mein Leben", sagt der Death Knight, wenn er einen sieht, und das glaube ich ihm sofort.

Überhaupt ist die Sprachausgabe immer sehr witzig: "Mein Leben!", haucht jeder umgeschossene SS-Mann, "Ach so!" sagt Endgegner Barnacle Wilhelm. Da hat wohl jemand ein deutsches Phrasenbuch auf dem Flohmarkt erstanden. Der erste Endgegner trägt den wundervollen Namen Trans Grosse (Bruder von Hans Grosse und Greta Grosse, die schon im Original umgeballert wurden) - das ist wohl ein falsch übersetztes "Oversize". Trans sagt übrigens "es ist schade", wenn er stirbt. Nicht doch. Die Sprachfetzen überbieten leider nicht den Text von Adolf himself, den man im Original auch noch wegschießen durfte: "Die, Allied Schweinehund", hieß es zur Begrüßung - "Eva, auf Wiedersehen" dann beim Todesröcheln. Kein Wunder, daß das Spiel in Deutschland nicht nur indiziert, sondern gleich beschlagnahmt wurde.

Nun habe ich zwar auf Death Incarnate gespielt, aber leider trotzdem den zweiten Geheimlevel nicht gefunden, und somit habe ich auch wieder nicht 100% des Spiels gesehen. Da muß ich wohl beizeiten wieder ins Schloß ...

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Traurige Nachrichten so früh am Morgen: David Reilly, eine Hälfte der Band God Lives Underwater, ist gestern früh gestorben, "due to complications from longstanding stomach problems". Eine Nachricht seines Plattenlabels findet sich hier.

Reilly hatte eigentlich seine schwierigste Zeit schon wieder hinter sich. Irgendwann nach dem Album LIFE IN THE SO-CALLED SPACE AGE (1998) hat er sich mit zuviel Drogen selber ins Aus befördert und kaputtgemacht. In den letzten paar Jahren war er auf dem Weg der Besserung: Eine Solo-EP bereitete den Weg für ein neues Soloalbum, das jetzt nie entstehen wird. Die Songs zu UPOFFTHEFLOOR, die schon 2001 veröffentlicht werden sollten, gingen damals mit ihrem Label 1500 Records unter und wurden erst 2004 von einem kleinen Label namens Locomotive Records veröffentlicht. Auf diesem immens guten Album, das mich seit Weihnachten 2004 begleitet (und mich immer an Hasis FAUSTRECHT erinnert, weil ich es zu dem Zeitpunkt rauf und runter gehört habe), geht Reilly so hart und ehrlich mit sich ins Gericht, daß es fast wehtut: "Disappointment’s all I know and all I do, but I say I won’t", singt er an einer Stelle, "I’m to blame for all of the things that went wrong" an einer anderen. Das zieht sich durch alle Tracks, und am Schluß weiß man, daß hier jemand mit sich selber ringt und erfolglos probiert, sich und sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Bei der verspäteten Veröffentlichung des Albums wirkte Reilly aufgeräumt und hoffnungsvoll.

Sehr schade.

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Gestern abend wurde sie endlich ausgetragen, die Schlacht um Ruhm & Ehre, die Sir Nose et moi schon vor einigen Wochen starten wollten. Damals haben wir verzweifelt meine Wohnung auf der Suche nach meinem zweiten Joystick auf den Kopf gestellt - dieser ist bis heute auch noch nicht aufgetaucht. Wie Schwarz aus erster Hand & meine treuen Leser aus tränenreichen Einträgen schon wissen, ist der C64 dennoch in stetiger Verwendung, und als mein würdevoller Gegner gestern freundlicherweise aus Deutschland sein eigenes Kriegsgerät mitbrachte (einen laut Verpackung unkaputtbaren Nobelstick mit Mikroschaltern und allen Schikanen), konnte das ARTILLERIE DUELL endlich beginnen.


Gespielt haben wir natürlich auf der schwersten Stufe, als Generäle, zu den anschmiegsamen Klängen von Chimaira und den Deftones. Gewonnen hat natürlich der Spieler mit Heimvorteil, sprich: General Genzel, und zwar mit 15:8, und das auch nur, weil um halb 2 nachts die Konzentration schon einigermaßen nachgelassen hat. Bevor Schwarz jetzt auf seinem Anfängerglück herumreitet, das ihn als schmächtigen Private einige Glückstreffer bei mir landen ließ, sei verraten, daß auf der Stufe General innerhalb von 15 Sekunden die Barrel- und Powder-Einstellungen vorgenommen werden müssen und mit Windstärken (Rücken- und Gegenwind!) von bis zu 30 (Einheit unbekannt) gearbeitet wird. Da bleibt so manche Kanonenkugel dann doch einfach mal in der Luft stehen.

Nebenbei soll übrigens noch erzählt werden, daß auf der Verpackung von Bernhards Joystick die Worte "stabile Bauweise" (o.ä.) mit einem Hammer-Icon versehen wurden. "Hammer-Icon" soll jetzt nicht als "Das Icon ist ja der Hammer" verstanden werden, sondern als kleines Bildchen, das einen Hammer nachzeichnet. Aus einem mir nicht nachvollziehbaren Grund wollte Sir Nose aber keinen entsprechenden Belastungstest zur Überprüfung seiner Garantieansprüche durchführen. Ich erinnere mich an die Zeiten der Kultzeitschrift 64'ER, in der Joysticktests grundsätzlich auch mit Falltests aus 1 bzw. 2 Meter Höhe verknüpft wurden. Da trennte sich freilich schnell die Spreu vom Weizen.

Wegtreten!

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"He may be dead, but he's still our lead actor."

Um mich auf die Shaolin-Kracher vorzubereiten, die mir der weise Obi-Wan als Lektion mit auf meinen Weg gegeben hat, habe ich gestern einen geradezu wahnwitzigen Kung-Fu-Streifen begutachtet, der da den Namen DER LETZTE KAMPF DER TODESKRALLE trägt. In der Hauptrolle: Bruce Lee. Und zwar der echte. Ein kurzer Blick auf das Entstehungsjahr mag uns verwundern, stellt sich doch die Frage, wie der 1973 gestorbene (räusper) Schauspieler in einem Film von 1981 herumhüpfen kann, ohne Fäulnis und tödliche Langeweile zu verbreiten. Ist es vielleicht Li? Lei? Le? Nein, liebe Freunde der onthologischen Problemfälle, es ist Lee himself, beziehungsweise Archivmaterial, das für die Resteverwertung MEIN LETZTER KAMPF nicht verwendet wurde. Schon der letztgenannte Film - im Original GAME OF DEATH - besteht aus solchem Rumfort-Material (mit "Rumfort" werden Spezialitäten bezeichnet, die rumliegen und fort müssen), der vorliegende LETZTE KAMPF DER TODESKRALLE heißt dementsprechend GAME OF DEATH II und verwurschtelt auch noch das letzte bißchen Zelluloid, auf dem Bruce zu sehen ist.

Gereicht hat's leider nicht ganz für einen Spielfilm, und drum stirbt Bruce denn auch nach 40 Minuten, und sein Bruder darf ihn rächen. Aber wir wollen ja nicht zu eilig erzählen. Zu Beginn nämlich lernen wir Bruce-Zombie Billy Lo kennen, der zusammen mit seinem Kumpel Chin Ku auf dem Sportplatz herumalbert. Irgendein Herausforderer kommt, und Chin Ku ist so cool, daß er mit voller Teetasse kämpft und beim Herumprügeln genüßlich seine Kräutermischung nippt. "Ich wurde ja auch mal herausgefordert" - mit diesen Worten gibt Billy auch einen Schwank zum Besten, in dem er mit einem Koreaner in einem Gewächshaus nicht nur Blumentöpfe zertrümmert hat. Ach ja, die guten alten Zeiten.

Bevor aber eventuell vor lauter nostalgischer Rührung über vergangene Kämpfe "Photograph" von Nickelback auf dem Soundtrack ertönen könnte, sehen wir einen gelbgewandeten Meister, der mit seinen Schülern trainiert, als eine Figur am Horizont auftaucht. "Es ist ein Freund. Es ist Billy Lo. Er hat uns lange nicht besucht", sagt Dotterkleid, ohne den Mund zu bewegen, damit man dem Archivmaterial auch ein bißchen Information hinzufügen kann. Billy und Meister Gelb wandern geruhsam durch den chinesischen Wald, und letzterer bringt seinem Lieblingsschüler auch gleich noch etwas bei: "Du bist jetzt unbesiegbar. Aber du mußt vorsichtig sein." Billy nickt ernst. "Ich werde deinen Rat befolgen."


Und wieder gibt's eine Reise in die Erinnerung: Die beiden denken an Billys kleinen Bruder Bobby (die Brüder Danny, Kenny und Benny bleiben unerwähnt), der sich lieber sorgsam gezeichnete pornografische Schriften ansieht, anstatt Kung Fu zu üben. Ach, der wird schon noch. Wir sehen - eine Einblendung informiert uns freundlicherweise über das Material - "Bruce Lee at the age of 6": sehr klein und schon ein Chinese, und er hat natürlich nur Unfug im Kopf. Dann folgt "Bruce Lee at the age of 15" und natürlich "7 Uhr - Raus aus den Bett" ... halt, das stand in einem anderen spannenden Film.

Beim gemütlichen Frühstück fällt Billys Blick dann auf eine Zeitung: Chen Cool ist tot. "Er war doch noch so jung", überlegt Billy und wittert foul play. Bei der aufwendig inszenierten Totenwache seines Freundes läßt man ihn nicht an den Sarg heran. Er zieht ein wenig durch die Stadt, verprügelt einige sinnlose Schlägertypen, trifft Chen Kus Tochter, die völlig asynchron die Lippen zu einem Kantopop-Kracher in einem versifften Nachtlokal bewegt. Die gibt Billy ein Videotape, das er sich aber nicht ansehen kann, weil wieder total sinnlose Menschen in Weiß herumschlägern, und dann ist's ja auch schon Zeit für die Beerdigung seines Kumpels, wo ein Hubschrauber den mit einem Hakenkreuz versehenen Sarg klaut. (Ich denke mir das übrigens nicht aus.) Der lästige Billy, der sich an den Sarg klammert, wird von einem Scharfschützen erledigt und stürzt zu Tode.

So, und schon nach 40 Minuten kann endlich die richtige Story beginnen. Bruce, Billy, oder wie er halt gerade heißt, ist tot, und so darf sein Bruder Bobby Lo (richtig, der mit den Pornoheften) ans Werk. Der schaut sich flott das Videotape an, wo er Chen Ku in einem sogenannten Todestempel sieht, den er freilich sofort inspizieren muß. Der Besitzer des Tempels entpuppt sich als wildwuchernder Vollbart mit einem Herrn namens Lewis dran, und der macht mit Bobby gleich eine Führung durch sein Domizil: Herumtigernde Löwen (und umgekehrt) spazieren da durch den Park, stets auf der Suche nach Menschenfleisch. "An die verfüttere ich die Kerle, die mich herausfordern," lacht Lewis und zeigt Bobby auch gleich seine dressierten Kampfpfauen. Bobby ist ehrlich beeindruckt. Bevor uns jetzt der alte Grzimek aber noch etwaige Kamikazeschnecken zeigt, kommt sein einarmiger Butler angetrabt: "Die zwei Yuen-Brüder wollen euch herausfordern, Meister". Zwei total sinnlose Typen kommen angekasperlt, lassen sich kurz den Friedhof für Herausforderer zeigen und werden prompt von Lewis kaputtgekloppt.

Nachts wird Bobby von einem maskierten Kerl angegriffen, der sich aus dem Staub macht, als Bobby ihm die Maske herunterreißt. Beim Frühstück mit Lewis äußert Bobby dann schwerste Bedenken: "Ich glaube, jemand will Euch umbringen." Lewis, dessen Frühstück neben blutigem Wildbret auch ein frisches Glas Wildblut besteht, lacht nur. Und wird prompt in der kommenden Nacht von einem Attentäter aufgehängt und erstochen - da geht jemand auf Nummer Sicher. Bobby wird einstweilen von einer nackten und völlig überschminkten Frau namens Angel besucht, die ihn verführen will. Der Lovesong für Bobby Lo dauert aber nicht lange, weil Angel einen auf Lotte Lenya macht und einen Giftstachel im Ring versteckt hat. Bobby wirft sie beiseite und hat dann alle Hände voll mit dem Löwen zu tun, der plötzlich durchs Fenster springt. Den Kung-Fu-Kampf mit dem Kerl im Löwenkostüm muß man gesehen haben, um ihn zu glauben.


Wer steckt wohl hinter den Freveltaten? Bobby verdächtigt den einarmigen Drummer ... Entschuldigung: Butler, der ihn nach kurzem Kampf (bei dem sich herausstellt, daß der Kerl einfach nur seinen zweiten Arm im Ärmel versteckt hat - welch gerissener Trick!) zum wirklichen Todestempel führt, der im Untergrund versteckt ist.
An dieser Stelle macht die bislang so stringente und schnörkellose Handlung minutenlangen Kämpfen mit sinnlosen Henchmen Platz, die in Moonraker-Glizeranzügen herumlaufen, sich aber leider keine Schußwaffen leisten konnten. Bobby knüppelt einfach alles nieder, was sich bewegt, und es erinnert ein wenig an alte C64-Spiele, wo in jedem Level einfach mehr Gegner und größere Endgegner lauern.

Selbst eine gemeine Laserfalle kann Bobby aber nicht aufhalten - er hangelt sich einfach mit einem improvisierten Enterhaken durch die Luft - und schon steht er dem Sänger von Endo gegenüber, der als Mönch getarnt mit schwerem Gerät auf ihn losgeht und einen Endkampf liefert, der sich gewaschen hat. Irgendwann krachen die Knochen, und das Podest im Raum, auf dem Chen Kus Sarg steht, dreht sich herum, und dahinter hockt ... wer weiß es? Wer weiß es? Irgendjemand? Wer weiß es? ... Chen Ku himself, der uns erzählt, wie er vor drei Monaten in den Drogenhandel eingestiegen ist und deswegen den aufrechten Freund Billy beseitigen lassen mußte. Wieder wird gekämpft, noch länger diesmal, und Chen Ku ist wirklich fit. Aber auch seine Tödliche-Schwert-Taktik, die mit einem Stock durchgeführt wird, kann Bobby nicht bezwingen, und plötzlich springt der Mönch wieder auf und wird aus Versehen von Ku niedergestochen. Krach, Knack, Hi-ya, Urrrgh, Flitz-Flatz, Schwupp. Ihr erahnt den Ausgang des Films sicher schon.

Hurra, das war ein Schnipselwerk sondergleichen. Um irgendwie Bruce Lee in die Handlung zu integrieren, wird eben einfach 40 Minuten Blödsinn erzählt, bevor es an die richtige Story geht. Weil für die ersten 40 Minuten auch nicht ausreichend Archivmaterial vorhanden war, sieht man "Bruce" meist mit dem Rücken zur Kamera oder in einer Total-Totalen. Geredet wird grundsätzlich, wenn man den Redner nicht sieht, und die Stand-Ins, die für die Szenen engagiert wurden, tragen mitunter nicht mal Klamotten in der richtigen Farbe. Was im zweiten Teil dann abgeht, ist viel besser, und man kann die Kampfchoreographie von Yuen Woo-Ping (der später MATRIX und KILL BILL betreut hat) durchaus gut finden. Haarsträubende Einfälle gibt es aber zuhauf, ebenso wie Rückblenden an Ereignisse, die nicht Bobby, sondern Billy erlebt hat, Flashbacks, die uns einfach die letzten 5 Minuten des Films nochmal erzählen, und völlig sinnlose Dialoge. Bruce Almighty, was hat man dir da angetan!

GAME OF DEATH II ist übrigens der wirklich letzte Bruce-Lee-Film, danach gab's nur noch die Imitatoren. Von denen hab' ich ja auch noch massig VHS-Tapes herumliegen ...





Bruce Lee - Der letzte Kampf der Todeskralle (Hong Kong 1981)
Originaltitel: Si wang ta
Regie: Ng See Yuen
Darsteller: Bruce Lee, Kim Tai Chung, Hwang Jeong-Ri
Länge: 91 Minuten
FSK: 18


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Eine ganze Woche nicht gebloggt! Früher hätte es sowas nicht gegeben. Der eine oder die andere unter euch mag jubiliert haben, aber ich kann euch versichern, daß die Sektkorken zu früh geknallt haben: Es gibt mich noch, und ich bin nicht so sehr am Boden zerstört, daß der bloße Gedanke an die Anstrengung, die das Streichen des Fingers über die Tastatur bedeutet, Ohnmachtsanfälle auslöst. Mit anderen Worten: How can a slow fucker be so tough? Nein, das war jetzt das falsche Zitat. Das richtige fällt mir gerade nicht ein, wird aber nachgereicht.

Schöne Neuigkeiten im Lande Film: SCHLAFLOS hat jetzt - und das bleibt natürlich erstmal unter uns, OK? - einen neuen Cutter. Alexander Rogge heißt der gute Mann, der schon mit Fassbinder gedreht hat und diverse Guido-Knopp-Dokus betreute. Gestern haben wir uns im Café Trombose (Tromboli, Tarambombom, oder wie das jetzt heißt) in München getroffen und über den Film geredet. Natürlich folgt bald eine offizielle Ankündigung, und dann fliegt der Schnitt nur so dahin, njjjjärrrrrggg, und der Film wird gleich umgetauft zu NEED FOR SPEED: MACH 4.

Eventuell hat meine treue Leserschaft aber auch im Minutentakt die F5-Taste gedrückt, um endlich wieder mehr über den italienischen Schundfilm zu lernen. Ich entschuldige mich in aller Form und ganz lautstark und händige gerne als Entschädigung das VHS-Tape von URLAUBSREPORT ALLEINSTEHENDER FRAUEN aus, den ich hier beinahe gänzlich unkommentiert lasse. Nur so viel: Renzo Montagnani! Lino Banfi! Edwige Fenech! Barbara Bouchet! Und mindestens einer von denen zieht sich nach schon 45 Minuten aus. Falls ihr zum Tape auch noch ein Sabberlätzchen braucht, verrechne ich aber Leihgebühren. He he usw.

Sir Schwarz-a-lot (man stelle sich das mal als Tätigkeit vor!) goes USA, und offenbar gefällt's ihm dort ganz gut - soviel läßt sich ja mit handelsüblichem literaturwissenschaftlichem Werkzeug (zu kaufen im Bauhaus, oder bei Obi, sprich: Kurs bei Opporation Gothic) aus seinen Blogeinträgen herauslesen. Was wollte ich doch gleich sagen? Ach ja. Ich habe bei seiner Abreise vergessen, ihm zu sagen, wen er alles grüßen soll, und außerdem hätte ich ihn noch gerne darauf hingewiesen, daß er nicht nur keine LOST-Folgen schauen darf, sondern auch keine Spoiler mehr lesen darf. Sonst liest er aus den Dingern ja heraus, was letzte Woche passiert ist.

Zum Abschluß noch die Preisfrage: Was ist das T, das immer klingelt? Unter den richtigen Antworten wird ein Telefon zum Selbstkostenbeitrag verlost. Und go!

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Ein Depp am Pool!

Sonntag nacht - um 3:45 Uhr, um genau zu sein, also quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit - lief auf SAT1 ein 6-Sterne-Knaller, der nicht unerwähnt bleiben darf. DIE SUPERAUFREISSER heisst dieser Film (Original: PRIVATE RESORT), und er ist natürlich nicht zu verwechseln mit DIE SUPERANMACHER, der ja auch nur halb so komisch ist und deswegen immer schon ungefähr um Mitternacht ausgestrahlt wird.


Erkennt jemand den Herrn rechts auf dem Bild? Wer jetzt "Johnny Depp" gerufen hat, outet sich als Fan von 21 JUMP STREET und gewinnt einen Pfeifenständer aus Backpflaumen. Und so sah Depp 1985 aus, in seinem zweiten Film - DIE SUPERAUFREISSER.
Jaja, ich weiß schon - ich blogge auch immer seltener. Das liegt vielleicht daran, daß man, je mehr man sich an Arbeit aufspart, immer weniger Lust hat, diese abzuarbeiten. Bei all den Filmreviews, Kommentaren, Spinnereien und sonstigen Geschehnissen der letzten Zeit hätte ich da eine gute Woche durchzubloggen. Vielleicht ist der Grund aber auch der, daß ich jeden Tag ganz brav ein bißchen am SCHLAFLOS-Schnitt sitze, dann ein bißchen übersetze, ein paar (zumeist geschäftliche) eMails erledige und mich dann freue, nichts mehr tun zu müssen.

Egal! Schon lange wollte ich - angeregt durch den Nostalgie-Trip, den ich mit Schwarz beim Schmuggler vor den spöttischen Augen der Bloggerin Tarmina (Name v.d.Red. geändert) begonnen habe - über die Freuden des guten alten Commodore 64 bloggen. An diesem verhängnisvollen Tag schwärmten wir einmal wieder von den alten Zeiten, und weil unsere Erinnerungen an den Klassiker IMPOSSIBLE MISSION so greifbar waren, hab' ich am Abend dann den C64 angeworfen, die Disk hervorgekramt und mich der ersten Fremdsprache bedient, die ich damals gelernt habe: Basic.

LOAD"MISSION BOOT",8,1

So hieß das früher, wenn man etwas laden wollte. Man mußte dann noch RUN eingeben, damit der Computer auch weiß, daß man nicht etwa das Listing ansehen möchte oder einfach nur spaßeshalber die Floppy beschäftigt hat. Nur wenige Minuten später - was war Spielen damals noch gemütlich, wenn jedes Nachladen 5 Minuten dauert! - baut sich das Spiel auf, und ich bin mittendrin. In meiner Kindheit nämlich.


Das erste Spiel verlief eigentlich nicht so toll - da hab' ich eher wie meine letzte Unterhose gespielt. Der zweite Anlauf aber war wie beim Fahrradfahren: Man verlernt das wirklich nicht. Die korrekten Bewegungen und Spiel-Strategien waren quasi im Unterbewußtsein vergraben - das funktioniert ohne Nachdenken. Und, Mann, was erinnert mich dieses Gelb an meine Zeit im Büro meines Vaters, in einem geräumigen Kellerraum in Espenau, wo ich mit 6 Jahren wochenlang vor diesem Spiel saß.

Geschafft hab' ich das Ding damals nie. Nachdem man alles abgegrast hat, muß man irgendwelche blöden Puzzleteilen zusammenstecken, und das hab' ich nie gerafft, weil's einem keiner erklärt. Nachdem sich Schwarz aber an die richtige Strategie erinnern konnte, hab' ich mich lange hingesetzt und das Ding endlich durchgespielt. Hat ja bloß 21 Jahre gedauert!

Mal sehen, als nächstes könnte ich mir KATAKIS oder ARMALYTE oder irgendein anderes Spiel vorknöpfen, das ich damals nie zu Ende gebracht habe ...

Schwarz himself wollte dann übrigens auch in die Nostalgie abtauchen, und er kommt jetzt regelmäßig vorbei und zockt bei mir IMPOSSIBLE MISSION. Mit ein bißchen Übung darf er sich vielleicht auch bald in die Highscore-Liste eintragen, in der noch meine Highscores von vor 20 Jahren stehen. Wird schon noch, Kollege Schwarz.

Die Überraschung bei uns beiden ist die: Das Spiel ist wirklich gut. Und das nicht nur wegen der Nostalgie. Es ist sauschwer, aber auch immer noch immens spaßig.

In der Computerbranche ist ein Jahr ja wie 5 Jahre im Kino. Ein Spiel von 1984 entspricht also ungefähr einem 105 Jahre alten Film. So ähnlich kommt es einem vor, die Minimal-Grafiken zu sehen und dem Schmalspur-Sound zu lauschen. Aber hier wie dort halten sich manche Klassiker einfach, weil sie etwas Besonderes sind und immer noch begeistern können.

1988 kam übrigens ein Nachfolger - IMPOSSIBLE MISSION II. Den habe ich damals sogar gekauft (mal ehrlich, kennt ihr jemanden, der sich Spiele für den C64 gekauft hat?) und durchgespielt. Gnadenlos. Der Schwierigkeitsgrad war so angelegt, daß Menschen, die den ersten Teil im Schlaf beherrschen, beim zweiten ordentlich ins Schwitzen geraten.





Das werd' ich mir demnächst mal wieder vorknöpfen. Mal sehen, wie lange ich hierfür brauche - aber wenigstens weiß ich, daß ich es eigentlich ja schon mal geknackt habe. Schwarz, der die Fortsetzung noch nicht kannte, hat übrigens beim Testspiel schwer abgelost und widmet sich jetzt doch nur dem ersten Teil.

Weil's schon wieder so lang wird, hebe ich mir die Erzählungen über GHOSTBUSTERS, über AZTEC CHALLENGE, über JUMPMAN und die anderen Klassiker für einen anderen Eintrag auf.

Auf den guten alten Commodore.

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The Wrong Bruce

Nachdem mein letzter Ausflug ins Land der fliegenden Shaolin, der krachenden Fäuste und der ontologischen Irreführungen unseren weisen Jedi-Meister Obi-Wahn dazu inspirierte, sich (mit bislang eher geringem Lustgewinn) ebenfalls auf die Suche nach alten Kung-Fu-Perlen zu begeben, will ich euch einen Bericht über den Film DIE PRANKE DES LEOPARDEN nicht vorenthalten. Räumen wir die brennendsten Fragen gleich beiseite: Laut Vorspann spielt "Bruce Lee" mit (der echte, sozusagen), aber eigentlich ist es nur Archivmaterial, weil The Real Bruce 1980 einfach nicht mehr so den Afro hatte. Statt seiner füllt also "Bruce Le" die Rolle des Bruce aus, was ihm nicht so schwerfällt, weil er genauso aussieht und genauso heißt. Ah, und im Original heißt unser heutiges Exponat übrigens BRUCE'S FINGERS, was uns schon zum Thema bringt: Die Fünf-Finger-Technik.

Sagenumwobene Kung-Fu-Techniken waren ja seit jeher ein Muß jedes Martial-Arts-Films, in denen sich ein unbedarfter Schüler auf die Suche nach einem Kampfstil macht, mit dem einfach alles und jeder Superman zu Brei geklopft werden kann: Der betrunkene Affe. Der flatternde Kranich. Der einarmige Bandit. Der hochschwangere steirische Bodybuilder. In diesem Fall ist es eben die Fünf-Finger-Technik, die so heißt, weil dabei jeder Finger zur todbringenden Waffe wird. Niedergeschrieben ist diese Technik in einer Kladde, die verdächtig nach meinen Schulheften aus der zweiten Klasse aussieht, und prompt stiehlt ein garstiger Mensch namens Li Hung das Heft und lacht sich ins Fingerfäustchen.

Bruce ist einstweilen mehr damit beschäftigt, seine Schwester zu retten. Die will er nämlich flugs mal besuchen, ding-dong, aber statt Schwester Phoebe steht irgendeine Tante oder Gouvernante oder arbeitslose Schauspielerin in der Tür, die Bruce verrät, Phoebe wohne nicht mehr da. "Wo wohnt sie denn jetzt?" will Bruce wissen. "Sie ist mit einem Drogensüchtigen zusammengezogen," erklärt uns Tantchen mit dem emotionalen Tiefgang eines Jörg Zimmermanns. Schon sehen wir Phoebe (von der in der deutschen Synchronisation jeder glaubt, sie würde "Föhbe" heißen) im Hotel Hasch, wo ihr Freund emphatisch auf sie einredet: "Föhbe, du mußt anschaffen gehen. Nur für einen Monat, dann kann ich meine Schulden bezahlen, und wir können heiraten." Föhbe ist sich unschlüssig.



Wieder ding-dong, schon befreit Bruce seine Schwester aus den Klauen des bad boyfriends, und dann geht's drunter und drüber: Er versteckt sie bei einer arbeitslosen Schauspielerin, die nicht seine Tante ist, sondern sehr jung und potentiell duschszenengefährdet (leider wird hier dramaturgisches Potential verschenkt), und dann mopst Li Hung einfach beide. Bruce ist sauer, heuert diverse Sidekicks an, die kein Mensch auseinanderhalten kann, und holt sich Schwesterchen und Fingerfarben-Kladde zurück. Letzteres liest er dann zum ersten Mal, erlernt in nur wenigen Minuten die tödliche Technik, bevor Li Hung wieder Frauen und Schriftstücke in seine Sammlung einverleiben will. "Hier seid ihr sicher," sagt Bruce zu den ganzen Schnallen, bevor sie dann das dritte Mal (ich kam mit dem Zählen nicht mehr mit) entführt werden.

Bruce ist jetzt aber zuversichtlich: Er kann ja jetzt die Fünf-Finger-Zähltechnik. So geht er zu seinem Meister und demonstriert: Er kann ihm tatsächlich ein wertvolles Übungsgerät zu Kleinholz schlagen. "Für den Anfang ganz nett," lächelt der Meister und staunt dann aber nicht schlecht, als Bruce eine Bierdose mit nur einem ausgestreckten Finger öffnen kann. Bei Gelegenheit solltet ihr das mal ausprobieren, um euch von der Ungeheuerlichkeit der Übung zu überzeugen. Während Bruce also sein Bierchen zischt, nickt der Meister zufrieden: "Ich sehe, ihr seid bereit, zu lernen."

Im Endkampf gegen Li Hung kämpfen dann alle Sidekicks gegen irgendwelche Henchmen, und ich hab' mich hauptsächlich daran orientiert, wer mit nacktem Oberkörper herumrennt. Der hat nämlich meistens gewonnen. Bruce himself tritt gegen den Shadowboss an, der die Kladde auch schon gelesen hat und sich somit als immun gegen die unbesiegbar machende Wieviel-Finger-waren's-doch-gleich-Technik erweist. "Versuch's doch mal mit dem Daumen," höhnt Li Hung (der Daumen wird wohl sonst nicht zu den fünf Fingern gerechnet), und dann - Matsch! - hat er auch gleich zwei Daumen im Gesicht. Seine Überraschung wird von den Filmemachern gekonnt auf den Zuseher transferiert, der sich mit einem Standbild (Daumen im Gesicht) und dem eingeblendeten Wort "Ende" konfrontiert sieht. Naja, wen interessiert auch das Umarme und Geseiere am Schluß.

Demnächst in diesem Theater: BRUCE LEE - DER UNBESIEGTE (mehr Bruceploitation mit Le, not Lee) und DAS TODESLIED DES SHAOLIN. Es elfoldelt totale Konzentlation.





Die Pranke des Leoparden (Hongkong 1976)
Originaltitel: Bruce's Fingers
Regie: Joseph Kong
Darsteller: Bruce Le, Michael Chan Wai Man, Lo Lieh
FSK: 16 (gekürzt)


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Gerade jetzt, wo die Spannung beinahe nicht mehr auszuhalten war, wird uns endlich die Auflösung der Lagerfilm-Trilogie präsentiert. Sozusagen klammheimlich werkelte der Vater des Selbstfilms, der eigenbrödlerischste Kreative der Szene, Jörg Zimmermann in Köln am fulminanten Finale der Geschichte rund um Personalchef Thomas Fritz und seinen Lagerchef Bernd Meier. Von den Mainstream-Medien immer noch unbeachtet steht jetzt der wahnwitzige Wendepunkt der Serie zur Disposition, dessen technische Neuerungen zusammen mit der überraschenden Geschichte für Aufruhr sorgen sollten. Zu finden: hier.

Wer sich die Spannung erhalten will, sollte die folgenden Zeilen erst nach Ansehen des elegischen Epos durchlesen. Wer hätte gedacht, daß es mit der Firma Papier Müller ein derartiges Ende nehmen würde? Allzu deutlich zeigt sich im plötzlichen Konkurs der Firma die Ernüchterung Zimmermanns über die sozialen Probleme, die durch eine rot-grüne Regierung verschlimmert wurden. Von immenser Brisanz auch der unversöhnliche Schluß, in dem der gekündigte Herr Meier das Büro zum letzten Mal verläßt und nicht weiß, wohin er sich wenden soll - es mag als Allegorie für die erhoffte, aber im Chaos versunkene politische Wende in Deutschland verstanden werden. Meisterlich der durchdringend dokumentarische Stil Zimmermanns, der auf falsches Pathos und kitschige Musik verzichtet, um die Zerrissenheit der Figuren nüchtern zu sezieren.

PLEITE, so der programmatische Titel des Werkes, kann als erster Hartz-IV-Selbstfilm der Geschichte gedeutet werden. Erst mit dem jetzigen Werk verstehen wir die betrübte Stimmung der ersten beiden Teile, deren bekannte - und dort noch leichtfüßig verwendete - Grußformel "Also dann, tschüß" hier einen harschen, abweisenden Unterton erfährt. Als einfacher Mann hat Zimmermann natürlich den Finger viel näher am Puls der Arbeiterzeit, versteht die sozialen Bedrängnisse der unteren Schicht besser als jeder andere. Seine Filme sind ein Aufschrei gegen die unwissende Ungerechtigkeit, die uns die deutsche Regierung (und den Menschen, die sich dafür halten) Tag für Tag angedeihen läßt.

Tschüß.

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Lai, Le, Lee, Lo, Lu.

Letztens habe ich mir ja den schon seit Monaten bei mir Staub sammelnden italienischen Militärklamauk ZWEI TROTTEL AN DER FRONT angesehen und euch meine Reaktion erspart: Der Titel war eh Programm. Das heutige Herumgeblödel auf diversen deutschen Fernsehkanälen (viele Menschen äußern sich zu den Wahlen) verlangt es aber, sich aus Europa heraus zu begeben und Hilfe von außen zu holen. Und so fand ein Hong-Kong-Streifen namens BRUCE LI GEGEN DIE SUPERMÄNNER seinen Weg in meinen Rekorder.

Mal von vorne. Bruce Lee tat in den Siebzigern genau das, was 2Pac heute macht: Er veröffentlicht nach seinem Tod mehr als vorher. Wer denn die tausend Tapes von 6Pac hortet oder neu einspielt, wissen wir nicht so genau, aber im Falle von Bruce Lee waren die armen Produzenten ob seines plötzlichen Todes gezwungen, olles Archivmaterial neu zu schneiden, Handlungen drumherum zu spinnen und Pseudo-Fortsetzungen seiner großen Erfolge auf den Markt zu werfen. Das tat Lees posthumer Popularität aber keinen Abbruch, und als dann das Archivmaterial aufgebraucht war, trat eine Gruppe Kampfsportkünstler auf den Plan, die dem Original zum Täuschen ähnlich sahen und flugs mit irreführenden Namen wie "Bruce Li", "Bruce Le" oder "Bruce Lai" versehen wurden. The Show must go on.
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"In science-fiction films the monster should always be bigger than the leading lady."

-- Roger Corman, Produzent von über 350 Billigfilmen, Förderer von Jonathan Demme, Martin Scorsese, Joe Dante, James Cameron. Aus der IMDB: A running gag in Hollywood was that Corman could negotiate the production of a film on a pay phone, shoot the film in the booth, and finance it with the money in the change slot.

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"If you make an American film with a beginning, a middle and an end, with a budget of less than five million dollars, you must be an idiot to lose money."

-- Menahem Golan, Produzent der israelischen Filmreihe EIS AM STIEL, zusammen mit Yoram Globus Chef der in den 80ern enorm erfolgreichen Produktionsfirma Cannon (DELTA FORCE, BLOODSPORT, AMERICAN NINJA, 35 Filme alleine im Jahr 1987).

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"This thing in the Hatch can be called by two different words: One is three letters and starts and ends with two letters that are right next to each other in the alphabet. The other is seven letters long and starts and ends with the same letter."

Hier, bei zwei senkrecht, habe ich auch noch so ein ungelöstes: Nahrungsmittel mit zwei Buchstaben. Hmmm.
Und kennt jemand ein Wort mit vier Buchstaben für "Abschluß"?

Das ist mir echt zu hoch.

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Ich hatte mir ja fest vorgenommen, mal ein paar Tage nichts über Zimmermann und den Selbstfilm-Boom zu posten, aber was hilft's - wenn ich was mache, mache ich es gründlich und geradezu obsessiv. Und der Zimmermann im Haus erspart ja bekanntlich die Axt im Kopf! Wenn also der Selbstfilm-Guru von neuen Projekten erzählt, kann ich das nicht einfach ignorieren.

Vorerst darf ich noch ankündigen, daß die Danger Brothers (die mit Jörg den bislang unveröffentlichten Film DR. DOC gedreht haben) die Domain www.selbstfilme.de haben registrieren lassen, auf der sicherlich in der nächsten Zeit eine Art HQ des noch jungen Genres entstehen wird. Als Ehrerbietung an den Meister gibt es auch gleich ein passendes Artefakt:



Kommen wir aber nun zum Treatment des neuen Epos, das Jörg jetzt angehen will! Es handelt sich, wie Eingeweihte schon wissen, um den hier schon angesprochenen ZWILLINGE ODER DIE VERWECHSLUNG IM BÜDCHEN. Dazu läßt uns der Meister folgendes wissen:


Hallo, die Filmstube Köln plant ein Filmprojekt, und Du kannst von Anfang an dabei sein. Es handelt sich um eine Sitcom oder auch um eine Comedy.

Hier kommt erst mal die Exposé, damit Ihr wisst, um was es geht:
Kurz nach 05:30 Uhr ist der Büdchenbesitzer im Büdchen und wartet auf die neue Lieferung der aktuellen Zeitungen. Doch dann kommt der Lieferwagen an das Büdchen, doch die Lieferung für das Männermagazin ist diesmal nicht dabei, da der Spediteur in einen Stau stecken geblieben ist.
Danach sortiert der Büdchenbesitzer Jörg die Zeitungen ins Regal.
Als das Büdchen öffnet, will natürlich Felix das neue Männermagazin kaufen, welches erst später kommt. Zuhause bei Felix frühstückt Felix mit Linda, schmieden Urlaubspläne.
Da aber an diesen Tag ein Feiertag ist, planen Felix und Linda, Grillen zu gehen.
Gegen 09:15 Uhr bringt der Lieferant die zweite Lieferung, diesmal ist das Männermagazin dabei.
Gegen 10:30 Uhr kommt Fabian, Zwillingsbruder von Felix ans Büdchen, der Büdchenverkäufer verkauft fälschlich an Fabian das Männermagazin für Felix.
Fabian macht sich auf den Weg zu seinen Zwillingsbruder Felix, Linda sieht die Zeitung, Fabian will alles aufklären. Felix kommt in das Wohnzimmer, Felix will sich rechtfertigen, es kommt zu einen Streit zwischen Linda und Felix, der mit den Rausschmiss von Felix endet.
Felix und Fabian ziehen erst mal zum Büdchen, dann sieht der Büdchenbesitzer Jörg doppelt.
Danach ziehen Fabian und Felix an das Rheinufer und beratschlagen, was zu machen ist.
Gegen 14:00 Uhr kommt Fabian bei seiner Schwägerin vorbei, da ist Linda am Ausräumen der Wohnung beschäftigt und hat weitere Männermagazine gefunden.
Fabian ruft einen Mietwagen/Taxi, fährt mit den Sachen von Felix wieder zu Felix am Rheinufer. Danach lassen Felix und Fabian den Tag ausklingen.
Am Abend fährt Fabian nach Hause, während Felix noch mal am Imbiss vorbeigeht, dann noch an der Tankstelle, etwas zu Essen und Trinken kaufen.
Am Abend kommt Felix wieder an das Rheinufer, baut sein Zelt auf, legt sich hin.

Die neuesten Infos zu diesen Projekt sind HIER zu finden! Gesucht wird noch eigentlich alles, also meldet Euch reichlich.
Jörg


Hmm, ob ich mich als "Obdachloser Punk #2" bewerben soll? Leider werden keine Fahrtkosten übernommen ...

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Wir sind Zeuge eines historischen Wandels. In wenigen Jahren wird man auf das Jahr 2005 zurückblicken und es weltweit als Geburtsstunde des Genres "Selbstfilm" anerkennen. Eventuell wird man Vorreiter definieren, Nachzügler für ihre Innovationen loben oder schlichtweg Grenzen innerhalb des stilistisch doch sehr eng definierten Genres ausloten.

Aber halten wir doch einen kurzen Moment inne: So eng definiert ist das Genre ja gar nicht. Im strengsten Sinne ist ein Selbstfilm wohl ein Film, den man selbst gemacht hat, wo eben jede Kompetenz auf eine einzelne Person fällt. Eben so, wie uns Meister Zimmermann das vormacht. Nun plant letzterer allerdings, die ersten zehn Plätze seines Selbstfilmwettbewerbs zusammen einen Selbstfilm drehen zu lassen. Ist es also doch möglich, im Team selbst zu drehen? Wäre unter diesen Aspekten mein eigener Streifen SCHLAFLOS gar ein Selbstfilm?

Die Geschichte wird es wohl zeigen. Eventuell spaltet sich das Genre in diverse Subgenres auf, darunter eines, welches den Selbstfilm nur im strengsten Sinne versteht, ein anderes, wo eine einzelne Person sehr viel selbst macht, und vielleicht lockert sich der Begriff dahingehend, daß auch Dieter Hallervordens DIDI UND DIE RACHE DER ENTERBTEN (7 Rollen sowie Co-Regie!) als Selbstfilm verstanden wird und für seine Pionierarbeit innerhalb des Genres Wertschätzung erfährt.

Der zuletzt hier vorgestellte Film ALLTAG brach ja mit der bislang als selbstverständlich akzeptierten Konvention, ein Selbstfilm müsse ganz alleine entstanden sein. Der für die Hommage verantwortliche Nicolas Geissler, der sich übrigens ob meiner eingehenden Kritik in seinem Wunsch bestärkt gefühlt hat, dem Selbstfilm neue Impulse zu geben, arbeitete ja mit mindestens einer anderen Person zusammen, die leider im Abspann nicht genannt wurde. Nun, Nicolas und sein Moon-Man-Team lassen sich durch die bemängelten Abweichungen von Jörgs Dogma-Regeln nicht beirren und legen prompt ihren zweiten Selbstfilm vor: DAS FEST. Zu sehen hier.

Um es vorweg zu nehmen: Die Kritikpunkte bleiben die gleichen. Daß es dem Akteur an Ernsthaftigkeit zu mangeln scheint, mag verzeihlich sein, aber die völlige Abwesenheit eines Abspanns wirkt auch im zweiten Anlauf dem Zuseher gegenüber ungewöhnlich schroff. Immer noch wird Zimmermanns catchphrase "also dann, tschüß" zu einem kurzen "tschüß" verkürzt und ihr somit die rhythmische Intensität genommen. Immerhin wollen Geissler & Co. neue Wege beschreiten, indem sie zum ersten Mal in der noch relativ jungen Geschichte des Selbstfilms eine dritte Person (noch dazu eine Figur weiblichen Geschlechts!) einführen, die der Dialogkonzeption (insbesondere in weiteren Exponaten) einen gehörigen Schuß Komplexität hinzuzufügen verspricht.

Liebe Leser - Wir sind dabei, wie Geschichte gemacht wird. Ich möchte meine treuen Begleiter dazu anregen, sich auch an der Öffentlichkeitsarbeit für dieses noch im Untergrund beheimatete Genre zu beteiligen und eventuell selbst Werke beizusteuern, um das Establishment aufzurütteln: Ars Pecunia Gratis.

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