April 2004

Furchtfragen

Glücklich dank Reunion: Fear-Factory-Gitarrist Christian Olde Wolbers anläßlich des neuen Albums ARCHETYPE im FRITZ-Exklusiv-Interview.

Alles wichtige über das neue Fear-Factory-Album ist in der Fritz-Kritik gesagt: Kurze Trennung, flotte Reunion ohne Gitarrist Dino Cazares, und nach dem problematischen DIGIMORTAL mit ARCHETYPE ein Album vorgelegt, das die Band zurück zu ihren unkomplizierten Wurzeln bringt. Grund genug, der Gruppe ein bißchen auf den Zahn zu fühlen.

Ich spreche mit Christian Olde Wolbers, dem ehemaligen Bassisten der Band, der jetzt beim Reunion-Album ARCHETYPE zum Gitarristen aufgestiegen ist. Christian sitzt in Amsterdam, wo er heute schon über 20 Telefoninterviews gegeben hat. "Ich habe noch nie in meinem Leben so viel gesprochen", sagt er mir. Trotz glühendem Ohr und fusselig geredetem Mund ist der humorvolle Stanley-Clarke-Fan jedoch mehr als gewillt, mir ausführlich meine Fragen zu beantworten.

Gut zu sehen, daß es Fear Factory noch gibt. Ich erinnere mich, daß ihr euch vor einem Jahr getrennt habt, und jetzt gibt es plötzlich ein neues Album. Was ist passiert?

Die Beziehung zwischen gewissen Leuten in der Gruppe fand ein Ende. Manchmal leben sich Menschen auseinander, aus verschiedenen Gründen. Burt [Burton Bell, der Sänger] entschloß sich, auszusteigen. Er wollte alles hinwerfen, weil er es nicht mehr aushielt. Und das war's: Fear Factory waren fertig. Aber dann wollten uns Roadrunner nicht gehen lassen, weil wir immer noch unter Vertrag standen. Also konnten wir nichts anderes machen - wir wollten alle verschiedene Projekte machen. Also mußte ich einen Weg finden, damit wir vom Label loskamen, und ich wußte, wenn ich ihnen ein 4-Song-Demo für das nächste Album geben würde, als Trick - "her mit dem nächsten Scheck, unserer Vorauszahlung" - daß sie uns wahrscheinlich rauswerfen würden. Also erzählte ich das Burt und Raymond, und sie mochten die Idee. Roadrunner brütete 8 Monate über dem Demo und versuchten, herauszufinden, was sie damit machen wollten. Und letztendlich warfen sie uns raus. Wir waren frei, runter vom Label. Und dann bekamen wir ein Angebot von einem Label, eine Fear-Factory-Platte aufzunehmen. Wir dachten: Hmmm ... Wir hatten eine Menge Spaß, diese 4 Songs zu schreiben, die waren wirklich gut. Wir kamen darauf, daß es uns eigentlich gefallen hatte, zusammenzuarbeiten, also sagten wir: Machen wir ein Album. Warum nicht? Und der Vertrag ist wirklich gut. Kein Vertrag wie bei Roadrunner - wir hatten damals einen wirklich schlechten Vertrag unterzeichnet. Wir hatten eine Menge Spaß bei der Zusammenarbeit, ohne Streß, jeder war glücklich. Das hört man dem Album auch an.

Das Album klingt sehr wütend ...

Ja, es ist sehr brutal!

Bei einem Song, "Cyberwaste", schreit Burton: "Nothing you say matters to us!" --

(lacht) Da geht es im Prinzip um Kids, die in Internet-Chatrooms Schwachsinn reden. Als wir zuerst wieder zusammenkamen, gab es zum Beispiel auf dieser Website namens Blabbermouth all diese Kids, die nur Blödsinn geredet haben, ohne zu wissen, was sie überhaupt sagen oder was überhaupt Sache ist. Keiner von denen hat überhaupt eine Ahnung. Die sitzen nur da und denken sich diesen ganzen Schwachsinn aus. Schlimmer als die Boulevardpresse.

Du bist ja jetzt "aufgestiegen", sozusagen, und spielst jetzt Gitarre. Ihr habt also jetzt einen neuen Bassisten?

Ja, Byron Stroud von Strapping Young Lad. Wir haben ihn gefragt, ob er der Band beitreten will, und er sagte: Klar, los geht's. Wir kannten ihn schon seit 1998, er ist ein langjähriger Freund von uns. Es war sehr einfach, ihn in die Band zu kriegen.

Wie würdest du sagen ist Fear Factory jetzt anders, wo Dino weg ist und du Gitarre spielst?

Der größte Unterschied, den ich in den letzten zwei Jahren bemerkt habe, ist der, daß wir engere Freunde geworden sind als jemals in den zwölf Jahren zuvor. Das fühlt sich wirklich gut an.

Hat das etwas geändert beim Songwriting, beim Arbeiten im Studio?

Ja, natürlich. Wir halten uns nicht im Studio auf, wir nehmen die Songs auf und basteln nicht eineinhalb Jahre an ihnen herum. Was sonst nämlich passiert, ist, daß man die ganze Energie und den Vibe verliert. Deshalb sind Slayer-Alben so großartig: Die Songs sind fertig, und dann: Zack! Ins Studio und ab geht's. Oftmals, when man probiert, Songs über die Zeitspanne von einem ganzen Jahr zu schreiben, und Singles zu schreiben, dann müssen die Songs ein bestimmtes Format haben, und die Band wird nie wieder so klingen wie früher. Das mochte ich früher immer bei Hardcore: Das war nicht für irgendein Format geschrieben, das hatte jede Menge Energie. Ich glaube, wir haben eine Menge Fans mit DIGIMORTAL verloren. Ich wußte einfach, daß wir diesmal ein gutes, energiegeladenes Album aufnehmen mußten. Der Songwriting-Prozess war einfach, der einfachste, den ich je erlebt habe. Die Hälfte der Songs haben Raymond und ich an einem Tag geschrieben.

Ehrlich?

Ich meinte einen Song pro Tag.

Du hast von DIGIMORTAL gesprochen, und ich erinnere mich an eine Menge Kritiken, wo es hieß, daß ihr auf der Stelle tretet. Hat euch das für das neue Album beeinflußt?

DIGIMORTAL ... ich bin überhaupt nicht mit diesem Album glücklich. Ich weigere mich, Songs davon live zu spielen. Naja, tut mir ja leid für jeden, der DIGIMORTAL mag, aber ihr müßt euch mit den neuen Songs oder mit älterem Material zufriedengeben.

Was ging bei DIGIMORTAL schief?

Kein Vibe. Unsere Freundschaft fiel auch auseinander. Der ganze Prozeß des Songschreibens war sehr stressig und schmerzhaft. Wenn es nicht mal mehr Spaß macht, zur Probe zu gehen oder auf der Bühne zu spielen, dann macht man sich selbst und den Fans etwas vor. Jetzt fühle ich mich wieder wie 20, als ich zuerst spielen wollte.

Das neue Album heißt ARCHETYPE - Fear Factory ist ja so etwas wie der Archetypus moderner harter Musik.

Fear Factory ist der Archetypus, weil Burt damit anfing, zu gröhlen und zu singen. Das gab es vorher nicht wirklich. Burt war der erste, der dieses wirklich harte Gröhlen hatte und den Gesang, und ich glaube, er hat den Grundstock für viele der neuen Bands gelegt. Keiner hat die Gitarren so mit dem Schlagzeug verzahnt wie wir. Manche Bands ein bißchen, aber Fear Factory hat es zu einem neuen Extrem gesteigert. Die tiefgestimmten Gitarren - die Band war so verdammt heavy, daß sie mir, als ich sie zum ersten Mal gehört habe, in den Magen getreten hat.

Viele der Bands, die ihr beeinflußt habt, sind ja mittlerweile erfolgreicher als ihr. Vor allem einige der Nu-Metal-Bands, die sogar in die Charts kamen. Glaubt ihr, daß ihr die Anerkennung kriegt, die ihr verdient?

Ich will keine Anerkennung verdienen, ich will nur, daß die Leute unser neues Album mögen (lacht). Ich versuche, bescheiden zu bleiben und mit den Füßen auf dem Boden zu bleiben. Ich versuche nicht, nach Dankbarkeit und Anerkennung zu suchen. I just want to come to town and bring the roof down!




Dieses Interview erschien zuerst am 28. April 2004 bei Fritz!/Salzburger Nachrichten.

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Mehr Rock!

Straighter Garagenrock auf 110% ROCK, dem zweiten Album der Alternative Allstars unter Leitung von Thumb-Chef Claus Grabke.

Vorsicht ist ja mithin geboten, wenn die Promo-Info eines Albums mehrere Absätze darauf verwendet, mit wem die zu beurteilenden Musiker nicht schon alles gespielt haben. Da steht dann: "Otto Klotz hat mal bei Crazy Slipkornbizkit Townfarm getrommelt", was ja an und für sich lobenswert ist, aber eigentlich irrelevant, und dann werden zig Bands genannt, mit denen sie schon mal auf der Bühne standen. Färbt Talent ab?

Bei den Alternative Allstars ist die betreffende Info des Labels lang, aber alle Befürchtungen zerstreuen sich schon beim ersten Anhören der CD. Ab da ist es dann nämlich egal, daß Bandmastermind Claus Grabke obszön viele Projekte leitet und noch dazu Skateboardchampion ist - die Musik ist von der ersten Note an frisch und tönt druckvoll aus den Lautsprechern. Die Allstars machen auf ihrem zweiten Album 110% ROCK, und das kann man als grammatikalisch korrekten deutschen Satz so stehenlassen.

Nach der Etikette "Garagenrock" ist natürlich schon alles Wissenswerte über das Album gesagt. Schließlich zeichnet es diesen Stil aus, daß er nicht den Kopf, sondern den Bauch anspricht. Das Allstars-Album trifft hierbei ins Schwarze: Die Gitarren schrammeln energiegeladen durch riffstarke Songs mit feinen Melodien. Zu den einzelnen Songs kann man wahlweise herumspringen oder auf- und abhüpfen, sieht man mal von der obligatorischen Ballade "Emotions" ab. Gastauftritte von den Sängern von den Donots und 4LYN lockern das Album auf, hier und da denken die Älteren unter uns an den Stadionrock der 80er, und während die erste Single, "Rubberball", für Stimmung sorgt, ist der eigentliche Favorit das intensive "Take Me Higher" (inklusive Mitschreifaktor ohne Aufpreis).

Die Presseinfo nennt das "ehrlichen Rock" und weist stolz darauf hin, daß die Bandmitglieder sogar ihre eigenen Bänder gewechselt haben. Den Ehrlichkeits- und Authentizitätsanspruch von Rockmusik werden wir wohl selbst nach zehn Jahren Grunge-Niedergang nicht wieder los. Aber ob Grabke das ehrlich meint oder nicht, ist doch eigentlich völlig egal: Wichtig ist, daß das Album Spaß macht, unverbraucht klingt und feine Song-Perlen bietet. Den uneingeschränkten Genuß garantiert natürlich auch die Tatsache, daß die Pressinfo den CDs gar nicht beiliegen wird.




 Dieser Text wurde erstmals am 14. April 2004 bei Fritz!/Salzburger Nachrichten veröffentlicht.

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Musik als Fluchtplan

FRITZ-Interview mit In-Flames-Bassisten Peter Iwers über das vor Kurzem veröffentlichte neue Album SOUNDTRACK TO YOUR ESCAPE.

Die schwedische Band In Flames gibt es ja schon seit zig Alben und noch mehr Umbesetzungen, aber so richtig Notiz genommen von ihnen hat die Öffentlichkeit eigentlich erst 2002, als ihr Album REROUTE TO REMAIN veröffentlicht wurde - ihre ganz eigene Mischung aus konventionellen Extremmetal-Sounds, warmen Klängen und eingängigen Melodien hat zu diesem Zeitpunkt irgendwie auf sich aufmerksam gemacht. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Amerikanerin, die sehr auf Tool abfuhr und mir mit leuchtenden Augen von dieser neuen Band aus Europa erzählte: "Die sollen super-heavy sein".

Nun, so extrem sind In Flames vielleicht nicht, aber trotzdem konnte REROUTE TO REMAIN punkten. Zwei Jahre später legt die Gruppe nach - SOUNDTRACK TO YOUR ESCAPE heißt das Werk, auf das eigentlich alles zutrifft, was man schon über den Vorgänger sagen konnte. Das Album mag hier eine Spur kantiger sein, dort eine Melodie mehr haben, aber im Großen und Ganzen ist es eine Fortsetzung von Altbewährtem. Neue Anhänger werden die Jungs hiermit sicher nicht finden, aber das Album wird die alten auch nicht vor den Kopf stoßen.

Nach mehrmaligem Durchhören der Promo-CD fällt auf, daß die Tracks eine Zeit lang brauchen, bis sie wirklich zünden. Aber beim dritten oder vierten Anhören bleiben die Songs im Kopf und erlauben es, Feinheiten herauszuhören. Der Sänger ist diesmal nicht ganz so weit in den Hintergrund gemischt wie beim Vorgänger, aber seine typische Mischung aus Krächzen und Kreischen irritiert auch hier mitunter, wenn man mit seiner Vortragsweise nicht hundertprozentig warm wird.

Eine Woche nach Erhalt der CD telefonierte FRITZ mit Peter Iwers, dem Bassisten der Band, der Iron Maiden und Slayer als seine zwei Lieblingsbands nennt, aber auch viel Toto hört und gerne Jazz mag. Peter, der im Moment in Stuttgart sitzt, redet entspannt und in charmant akzentuiertem Englisch über das neue Album.

Was bedeutet der Titel, SOUNDTRACK TO YOUR ESCAPE?

Nun, Anders (Friden, der Sänger der Band, Anm.) hatte diese Idee. Ich denke, er meint damit einen Weg, von sich selbst zu flüchten, von Problemen, die man vielleicht hat, oder von der Realität im Allgemeinen. Einfach in die Welt der Musik flüchten - die Kopfhörer aufsetzen und alles andere vergessen. Ich habe das früher gemacht. Ich war in der Schule, mußte Aufsätze und so schreiben, und ich habe immer einen Walkman hereingeschmuggelt. Ich habe dann versteckt Musik gehört, unter meinen Haaren, und dank der Musik entkam ich der Realität und konnte mein Bestes in der Schule geben. Ich glaube, viele Leute tun das so. Es muß nicht unbedingt Musik sein, aber sie brauchen etwas, um wegzukommen. Manche Menschen machen Übungen, machen Yoga, manche hören Musik, um von ihrem inneren Selbst wegzukommen.

Was, würdest du sagen, sind die Unterschiede zwischen dem letzten Album, REROUTE TO REMAIN, und dem neuen?

Ich glaube, wenn du dir die zwei Platten hintereinander anhörst, würde ich sagen, die neue ist härter, ein bißchen aggressiver. Zugleich haben wir all die Melodien und Harmonien behalten. Ich glaube, es ist ein weiterer Schritt nach vorne, an manchen Stellen thrashiger, an anderen poppiger. Wir haben nichts anders gemacht als früher, als wir die Musik geschrieben haben, wir haben nur probiert, nicht das gleiche Album zweimal zu machen.

Wie würdest du generell den Sound deiner Band beschreiben?

Das ist eine sehr gute Frage. Ich weiß nicht ... manche Leute nennen es - oder nannten es - melodischen Death Metal, und das ist es wohl auch immer noch zu einem gewissen Grad. Manchmal ist es Popmetal, Thrash ... vielleicht moderner Metal? Ich weiß nicht, ich tue mich sehr, sehr schwer, nicht nur unsere Band einzuordnen, sondern alle Arten von Musik. Ich meine, es ist Metal, aber es ist anders als andere Metalarten. Es ist Power Metal ... keine Ahnung, wirklich. Es ist eine Mischung aus aggressivem Pop und weichem Thrash.

Ein Freund von mir hat gesagt, In Flames seien "Göteburg-Sound".

Ja, aber das kann man so nicht mehr sagen. Es gibt so viele Gruppen, die aus Göteburg kommen, und die klingen alle total unterschiedlich. Früher einmal, als wir uns alle viel ähnlicher klangen, war das vielleicht zutreffend, aber ... ich weiß nicht, ich nenne es einfach Musik, und wir versuchen, die beste zu machen, die wir machen können.

Ihr habt ja Shows zusammen mit Shadows Fall und anderen modernen amerikanischen Metalbands gespielt. Was, glaubst du, sind die Unterschiede zwischen der amerikanischen und der europäischen Metalszene?

Ich glaube, daß die Amerikaner viel mehr verschiedene Bands haben als die Europäer - zum Beispiel gibt es all diese Bands wie Korn und Limp Bizkit, es gibt Shadows Fall, Chimaira, Killswitch Engage, und in Europa gibt es Power-Metal und Death Metal und so. Wir sind in zwei verschiedenen Welten aufgewachsen, aber ich glaube, daß viele amerikanische Bands - nicht auf dem Korn-Level, natürlich, sondern auf dem Shadows-Fall-Level - von vielen europäischen Bands beeinflußt wurden, und sie haben das dann auf ihre Seite der Welt genommen und ihren eigenen Sound geschaffen, haben ihn mit all den anderen Arten Musik verbunden, die sie hören.

Ein Review von REROUTE TO REMAIN besagte: "Es ist offensichtlich, daß die Band verstärkt die jetzigen populären amerikanischen Metal-Acts hört ... Manche der Refrains klingen wie etwas, was Linkin Park oder Papa Roach spielen könnten." Was denkst du darüber?

Das ist okay. Ich meine, wir hören uns diese Bands an, absolut. Wir hören uns auch Iron Maiden an, Dio, Helloween, Anthrax, Metallica. Egal, wir hören uns alles an. Und das haben wir schon immer gemacht: Wir hören uns etwas an, das uns gefällt, und wir sind von allem beeinflußt, das uns gefällt. Und wir schämen uns nie, das zuzugeben. Wir denken nie, "Jetzt werden wir so klingen wie Linkin Park oder wie Iron Maiden" - wir versuchen nur, uns von guter Musik beeinflussen zu lassen und dann gute Musik zu schreiben, die neu ist.

Es gibt ja eine Menge Diskussion über "True Metal" und so - seid ihr da irgendwie involviert?

Nein ... ich verfolge diese Diskussion natürlich. Manchmal ist das ganz interessant, manchmal ist es lästig, wenn die Leute sich so emotional damit beschäftigen, welche Art Musik andere Bands machen. Zunächst mal - und das trifft nicht nur auf In Flames zu, sondern für alle Musiker in allen Bands, die die Musik schreiben - schreiben alle freilich für sich selbst. Und dann fangen die Leute an - zum Beispiel haben eine Menge Leute Soilwork genervt, daß sie sich ausverkauft hätten. Und das ist Bullshit, ich kenne die Jungs persönlich und ich weiß, daß sie dieses Album gemacht haben, weil sie es so machen wollten. Es ist genau die Musik, die sie zu dem Zeitpunkt machen wollten. Und die Leute haben dann gesagt, sie seien nicht "true" und so weiter, aber sie sind viel mehr "true" als irgendeine andere Band, die ich kenne, weil sie das gemacht haben, woran sie glauben.

Ist kommerzieller Erfolg ein Thema für euch?

Es ist immer ein Thema in dem Sinn, daß wir immer mehr Leute dazu bringen wollen, die Band zu kennen, und wenn sie dann sagen, daß sie uns nicht mögen, hatten sie zumindest die Chance, sich uns anzuhören. Aber das ist nichts, auf das wir uns wirklich konzentrieren, in dem Sinne, daß wir eine bestimmte Art Musik machen, um erfolgreich zu sein. Es halt sich halt bislang so ergeben, daß die Musik, die wir machen wollten, von vielen Leuten gut gefunden wurden, und ich hoffe wirklich, daß es auch in Zukunft so ist.

Könntest du dir vorstellen, aus der Band auszusteigen und mit einer anderen Gruppe zu spielen?

Nein. Die Jungs sind meine Brüder.





Dieses Interview wurde am 18. Februar 2004 geführt und erschien zuerst am 1. April 2004 bei Fritz!/Salzburger Nachrichten.

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